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Lokal26.de Wilhelmshaven

Kampfschiffe sollen den Standort Wilhelmshaven stärken

15.01.2020

Berlin /Wilhelmshaven Das Rüstungsprojekt „Mehrzweckkampfschiff (MKS) 180“ ist endlich einen großen Schritt weitergekommen. „Aus der nun abgeschlossenen Auswertung der Angebote durch die Vergabestelle des BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) ist mit der Damen Schelde Naval Shipbuilding B.V. ein Ausschreibungssieger hervorgegangen“, teilt das Verteidigungsministerium in Berlin mit. Für die Beschaffung von vier Schiffen sind insgesamt 5,3 Milliarden Euro Systemkosten eingeplant.

Damen freue sich als Generalunternehmer gemeinsam mit seinen Partnern Blohm+Voss und Thales über die Absicht, die Partner mit der Lieferung von mindestens vier Fregatten des Typs „Mehrzweckkampfschiff MKS 180“ an die Deutsche Marine zu beauftragen, heißt es in einer Mitteilung der niederländischen Werftengruppe. Die Marine hat nämlich durchaus Bedarf für zwei weitere dieser Schiffe angemeldet.

Laut Mitteilung will das niederländisch-deutsche Konsortium den Auftrag gemeinsam so abwickeln, dass rund 80 Prozent der gesamten Nettoinvestitionen als Wertschöpfung in Deutschland verbleiben. So soll der Bau der Schiffe bei Blohm+Voss in Hamburg erfolgen – unter Einbeziehung weiterer Werftstandorte der norddeutschen Lürssen-Gruppe und damit vollständig in Deutschland.

Vom Auftrag profitiert auch die Wirtschaft in Wilhelmshaven: Denn Thales ist einer der Partner bei diesem Riesenprojekt. Laut Damen gilt „die Dominanz deutscher Wertschöpfung und Know-how-Entwicklung“ mit Blick auf die bei Thales in den Niederlanden beauftragten elektronischen Einsatzsysteme: Rund 70 Prozent der Leistungen würden dabei von der deutschen Thales-Landesgesellschaft unter anderem an den Standorten Wilhelmshaven und Kiel sowie von deutschen Unterauftragnehmern erbracht. Durch personellen Aufwuchs und Anpassung der Infrastruktur am Südstrand hat sich Thales Wilhelmshaven dafür bereits in Position gebracht.

Ein vergleichbar hoher deutscher Wertschöpfungsanteil sei bei Wartung und Service geplant. Damit profitiere auch der Hochtechnologie-Standort Deutschland entscheidend von der Vergabe des nun erfolgten Auftrages.

„Ich bin erst einmal froh, dass wir nun eine Entscheidung haben, denn nichts braucht die Marine mehr als neue Schiffe – und die sollen nun weiterhin ab 2027 zulaufen“, sagte die Vareler SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller, Mitglied des Verteidigungsausschusses. „Außerdem begrüße ich die Zusage von Damen, dass 70 bis 80 Prozent der Investitionen als Wertschöpfung in Deutschland bleiben. Davon profitiert ja unter anderem Wilhelmshaven.“

Das MKS 180 setze Maßstäbe und sei eine Riesenherausforderung – als Waffensystem ebenso wie bei den geplanten Kosten. „Deshalb gilt es, beim Leuchtturmprojekt MKS die Kräfte zu bündeln – und ich baue darauf, dass die Werften zusammen mit den Gewerkschaften zu intensiven Gesprächen zusammenkommen, um die Verteilung der Arbeitspakete zu detaillieren.“

Die vier neuen Schiffe der Klasse MKS 180 sollen in Zukunft (ab 2027) die vier Fregatten der Klasse F 123 ablösen und werden ihren Heimathafen ebenfalls am größten deutschen Marinestandort haben. In Wilhelmshaven sind dafür längst die Vorbereitungen angelaufen: In der sogenannten Norderweiterung des Stützpunktes auf dem Heppenser Groden werden in den kommenden Jahren Büro-, Ausbildungs- und Unterkunftsgebäude für die Besatzungen entstehen. Denn wie die neue Klasse F 125 sollen auch die MKS 180 mit wechselnden Besatzungen zur See fahren.

Für das MKS 180 rechnen die Marineplaner mit einer Länge von rund 155 Metern und einer Wasserverdrängung von bis zu 9000 Tonnen. Zum Vergleich: Die neuen Fregatten der „Baden-Württemberg“-Klasse (F 125) sind gut fünf Meter kürzer und fast 2000 Tonnen kleiner. Bereits im Sommer 2015 war das Projekt in Wilhelmshaven öffentlich vorgestellt worden. Damals galt als Ziel: Auftragsvergabe noch im Sommer 2017, wie damals berichtet wurde.

Michael HalamaHafen, Schifffahrt und Marine

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