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Lokal26.de Wilhelmshaven Blaulicht

Hubschrauber im Einsatz: Schlechter Scherz löst Großfahndung in Wilhelmshaven aus

01.07.2020

Wilhelmshaven Eine Frau beobachtete am Montagabend gegen 17.45 Uhr im Bereich Bremer Straße/Paul-Hug-Straße in Wilhelmshaven ein grausiges Geschehen: Eine Frau saß hinter dem Beifahrersitz eines Kastenwagens mit Rundumleuchten und schwarzer Firmenaufschrift. Sie schrie, während ein Mann ihre Hände mit Klebeband umwickelte.

Die Zeugin alarmierte die Polizei. Sie gab den Beamten eine gute Personenbeschreibung und schilderte ihnen den Sachverhalt. Die detallierte Beschreibung legte den Beamten nahe, dass es sich tatsächlich um eine Freiheitsberaubung handelt. Sofort wurden intensive und großflächige Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Unter anderem wurden ein Polizeihubschrauber und mehrere Funkstreifenwagen sowie externe Kräfte zur Suche herangezogen, damit die gefesselte Frau schnellstmöglich gefunden werden konnte.

Parallel führte die Polizei Ermittlungen zu dem beschriebenen Fahrzeug durch, das von den mutmaßlichen Tätern genutzt wurde. Die Ermittlungen führten zu einer Firma, deren Geschäftsführer telefonisch erreicht werden konnte. Dieser bestätigte, dass das Fahrzeug zu seinem Betrieb gehört. Gegen 20.45 Uhr erschien er im Beisein von drei Mitarbeitern am Firmengelände.

Dritter Mitarbeiter fotografierte die „Tat“

Zwei von dreien waren der vermeintliche „Täter“, eine 22-jährige Frau, und das vermeintliche „Entführungsopfer“, ein 26-Jähriger. Beide Personen wohnen in der Gemeinde Sande. Sie erzählten den Beamten, dass es sich nur um einen „Scherz“ gehandelt habe. Sie zeigten den Polizisten Fotos von der „Tat“, die von einem dritten Mitarbeiter gemacht wurden. Die Zeugin bestätigte, dass es sich um die von ihr beobachtete Situation handelte.

Die Verursacher des kostspieligen Einsatzes wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Doch der Schabernack hat wahrscheinlich strafrechtliche Folgen: Gegen den 26-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung eingeleitet. Und damit nicht genug:

Auf Verursacher könnten hohe Kosten zukommen

„Wer das Vorliegen einer Straftat vortäuscht und damit die Ermittlungsbehörden ohne Not tätig werden lässt, macht sich strafbar“ erläutert Andrea Papenroth, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. „Personen, die sich aus Scherz oder aus welchen Gründen auch immer, eine Notsituation oder gar eine Straftat vortäuschen, beschäftigen Einsatz- und Rettungskräfte, die unter Umständen woanders tatsächlich benötigt werden“ warnt Papenroth und betont, dass es sich um kein Kavaliersdelikt handelt: „Hier kann die Justiz über eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bzw. über eine Geldstrafe als Sanktion entscheiden!“

Gegen die Verantwortlichen werden demnach Ermittlungen wegen Vorstäuschen einer Straftat eingeleitet. Zudem dürften auf sie aufgrund des kostspieligen Einsatzes hohe Kosten zukommen.

Lokal26.deOnlineredaktion

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Polizei | Polizeiinspektion Wilhelmshaven

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