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Hausgeburt in Sengwarden: Ein Vater schildert die Hausgeburt seines kleinen Sohnes Keno

16.03.2020

Sengwarden Da hatte es der kleine Keno besonders eilig: In der Nacht zu Dienstag kam das Baby im Haus seiner Eltern in Sengwarden zur Welt. Gut eine Woche früher als erwartet Und alle sind wohlauf.

Was für eine Nacht! Steffen Abel ist die Aufregung noch Tage später anzumerken. „Meine Frau hatte am Montagabend bereits eine leichte Wehe, aber abgewunken: Nee, das ist nichts“, erzählt der 31-Jährige. „In der Nacht hat Mayleen mich dann geweckt und ist noch mal schnell unter die Dusche gegangen, um sich frisch zu machen vor dem Weg ins Klinikum. Ich habe derweil die Tasche fertig gepackt.“

„Das Kind kommt!“ – „Nein!“ – „Doch!“

Dann sei es auf einmal ganz schnell gegangen. „Im Bad hat sich die Fruchtblase entleert und sofort setzten die Presswehen ein. Ich wollte meine Frau schnell ins Auto begleiten, aber sie hat nur abgewunken: Nein, das geht nicht mehr! Da habe er die 112 angerufen. ,Die Wehen kommen unter einer Minute, meine Frau ist in der 39. Schwangerschaftswoche’, habe ich durchgegeben.“ Dann sei er nach unten geflitzt, habe die Tasche ins Auto geworfen, die Eingangstür für die Rettungssanitäter und Notarzt offen stehen und das Licht brennen lassen. „Damit sie gleich sehen, wo sie hin müssen.“

Wieder oben im Bad, hörte Steffen Abel seine Frau Mayleen sagen: „Das Kind kommt!“ – „Nein!“ – „Doch!“

„Ich hab’ sofort noch mal die 112 angerufen – und da sah ich plötzlich den kleinen Kopf. Ich hab den Hörer auf den Boden gelegt – die haben alles mitgehört, als ich unten die Sanitäter ankommen hörte. Vor Aufregung habe ich laut gerufen: Das Kind kommt! Hilfe, Hilfe!“, berichtet der 31-Jährige. „Ich habe Panik bekommen, weil für einen Moment die Wehen aufhörten und ich Angst hatte, der Kleine bekäme keine Luft.“

„Mayleen war dann völlig euphorisch, ich voller Adrenalin. Irre!“

Zeitgleich habe er seine Hände schon darunter gehalten, um seinen Sohn aufzufangen. Doch dann waren die Rettungssanitäter auch schon im Bad und übernahmen. „Als einer der Männer seine Hände bereit hielt, kam mit der nächsten Wehe Keno auf die Welt. Mayleen war dann völlig euphorisch, ich voller Adrenalin. Irre!“

Augenblicke später war auch ein Notarzt aus Sande vor Ort, da sich der städtische Notarzt zu diesem Zeitpunkt bei einem anderen Einsatz befand. Er untersuchte das Neugeborene – und drückte dem Vater die Schere zum Abnabeln in die Hand. Für die Rettungswagenbesatzung war es übrigens auch die erste präklinische Geburt; sie gratulierten den frisch gebackenen Eltern ebenso zu ihrem Familienglück wie der Kollege in der Leitstelle per Funk. „Mit Keno in ein Handtuch gewickelt bin ich dann mit Mayleen in den Rettungswagen – und ab ins Klinikum“, so der stolze Papa.

Seit Donnerstag sind die 28-jährige Mama Mayleen und der kleine Keno wieder daheim in Sengwarden. „Nun haben wir schlaflose Nächte, aber sind überglücklich.“

Michael HalamaHafen, Schifffahrt und Marine

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