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Eisenbahnfreunde weihen Neubau ein: Kleine Wirtsleute werden noch einziehen

03.12.2019

Voslapp Für die Vorortbahn Fedderwardergroden war der Bahnhof Hörn einst Tor zur Welt. Mitglieder der Eisenbahnfreunde Friesland e.V. haben ihn und seine Umgebung liebevoll und detailgetreu nachgebaut und dieses Ensemble bereits zum „Tag der Niedersachsen“ in der Nordseepassage gezeigt.

Mit dem Nachbau des „Dreimädelhauses“ in unmittelbarer Nachbarschaft zum einstigen, längst verschwundenen Bahnhof wurde die Anlage am Voslapper Markt nun entscheidend erweitert. Zur Einweihung dieses Nachbaus luden die Eisenbahnfreunde um ihren Vorsitzenden Jürgen Rode Frank, Sylvia und Mirco Husmann sowie Maike Alberts von der Mittelalter-Taverne „Anno 1300“ ein, die das „Dreimädelhaus“, das Familie Wippich gehört, seit sechs Jahren nutzen.

Von 1300 bis 2019 sei Tradition im Wandel, meinte Jürgen Rode als Anspielung auf das Motto des Wilhelmshavener Stadtgeburtstages. Er kündigte an, auch von Familie Husmann Maße zu nehmen und deren Figuren in 3D-Druck zu erstellen. Im Nachbau für das Modellbahnmodul sind die Schilde befreundeter Mittelaltergruppen, die den Saal zieren, ebenso nachgestaltet worden wie die Bogenschützenbahn neben dem Haus. Für das Zurverfügungstellen der Baupläne dankte Rode den Eigentümern. Familie Husmann erhielt ein Musterhaus im Maßstab 1:87.

Das „Dreimädelhaus“ für die Modelleisenbahn baute Horst-Dieter Handschuh innerhalb eines Dreivierteljahres mit großer Detailgenauigkeit aus Spezialkunststoff. Ebenso lange werde wohl die Elektrik inklusive Bühnenscheinwerfer benötigen. Sie sei gleich Feuer und Flamme für den Nachbau gewesen, versicherte Sylvia Husmann. Ihr Bruder habe eine Modelleisenbahn geschenkt bekommen, die sie aufbaute.

Jürgen Rode zeigte zahlreiche Bilder sowohl des Bahnhofs Hörn, 1890 an der Fortifikationsbahn der Marine eröffnet, als auch des „Dreimädelhauses“, das zwischendurch auch Rotlichtbetrieb war. Vor sieben Jahren habe der Bau des Bahnhofs mit dem originalen Gleisplan begonnen, so Jürgen Rode. Dargestellt sei der Zustand der 1960er Jahre. Einige Details, wie die Rückwand des Stationsgebäudes, konnten nur per Lupe auf alten Bildern entdeckt werden. Horst-Dieter Handschuh erinnerte sich an Fahrten mit der Vorortbahn von Altengroden in die Innenstadt. Kesselwagen erhielten von den Eisenbahnfreunden die Aufschrift „Marinewerft“, Schienenbusse sollen umgerüstet werden. Erhalten sind vom einstigen Bahngelände das Stellwerk sowie die Kartoffelhalle, heute von einem Getränkehändler genutzt. In ihr sollen sogar noch Gleise liegen. Trotz maßstäblicher Verkürzung werde das Bahngelände im Modell, das im Original die Möwenstraße bis zur Kniprodestraße begleitete, zehn Meter lang.

Der nächste Fahrtag der Eisenbahnfreunde ist während des Christkindlmarktes am 14. und 15. Dezember von 11 Uhr bis 18 Uhr.

Henning KaraschFreier Mitarbeiter

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