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Sparkasse Wilhelmshaven kündigt unbefristete Sparverträge

13.02.2020

Wilhelmshaven Eine lange Ära bei der Sparkasse Wilhelmshaven geht zu Ende: Die unbefristeten Sparverträge „S-Prämiensparen flexibel“, die bis Ende 2004 abgeschlossen wurden, werden zum 30. Juni gekündigt. Betroffen sind rund 1300 Verträge, wie der Vorstandsvorsitzende Holger Sothmann und Bernd Watermann vom Vorstandsstab gestern im WZ-Gespräch sagten. Die Sparkasse stützt sich auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2019. So dürfen Sparverträge gekündigt werden, wenn die höchste Prämienstufe erreicht ist.

„Die Kündigungen gehen Ende März raus. Bis dahin versuchen wir, mit allen Kunden persönlich zu sprechen – auch um alternative Anlagemöglichkeiten zu auszuloten“, so Sothmann. Bereits informierte Sparer hätten oft verständnisvoll reagiert.

Wer nicht betroffen ist

Von der Kündigung nicht betroffen sind „S-Prämiensparen flexibel“-Verträge mit einer festen Laufzeit von bis zu 20 Jahren, die seit Mitte 2005 vereinbart wurden.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht und lange versucht, unsere Kunden vor den Auswirkungen der Niedrigzinspolitik abzuschirmen. Doch passt diese Art der Anlageform nicht mehr in die heutige Zinswelt“, so Sothmann.

Niedrigzinspolitik

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) die Niedrigzinspolitik Ende vergangenen Jahres noch einmal bekräftigt hatte, gehe man davon aus, dass sie auch in den kommenden Jahren anhalten werde.

Diese Phase sei für Sparer ebenso eine Belastung wie für die Banken und Sparkassen, die 0,5 Prozent Zinsen bei der EZB zahlen müssen, wenn sie dort Geld ihrer Kunden anlegen. So werfen selbst langfristige Bundesanleihen negative Renditen ab. „Die hohen Renditen dieser Verträge können nicht mehr zulasten der vielen übrigen Kunden quersubventioniert werden. Wir bedauern das sehr“, so Sothmann weiter.

Kunden hatten beim „S-Prämiensparen flexibel“ von jährlich steigenden Prämien auf eingezahlte Sparraten profitiert. „Die höchste Prämienstufe, die meist nach 15 Jahren erreicht wurde, versprach 50 Prozent auf den neu eingezahlten Betrag“, so Watermann. „Viele denken, dass es sich nicht mehr lohnt, zu sparen. Dabei gibt es viele Optionen, die individuell mit dem Kunden abgestimmt werden können. Die Anlageform muss aber gut überlegt sein“, sagte Sothmann. Derzeit habe die Sparkasse Wilhelmshaven 86 000 Guthaben- sowie rund 35 000 Sparkonten.

Michael HackerLokalredaktion

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