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Lokal26.de Wilhelmshaven

Arbeitsplätze in Wilhelmshaven: Wie soll es nach dem Kohleausstieg weitergehen?

26.02.2020

Wilhelmshaven Wilhelmshaven hat trotz des beschlossenen Ausstiegs aus der Kohleverstromung das Potenzial, Energiedrehscheibe zu bleiben. Davon ist die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller überzeugt.

Die SPD-Politikerin hat in den vergangenen Tagen mit einer ganzen Reihe von Unternehmen und Institutionen aus der maritimen Wirtschaft und der Energiebranche an der Jade über Perspektiven und Chance gesprochen – darunter auch mit den Betreibern der beiden Wilhelmshavener Kohlekraftwerke sowie dem Logistikunternehmen Rhenus Midgard, das den Kohleumschlag über die Niedersachsenbrücke abwickelt.

„Der Kohleausausstieg ist ökologisch sinnvoll“, ist Möller überzeugt. Aber er werde zu Veränderungen führen. Bei den Kraftwerkbetreibern Uniper und Onyx gebe es schon heute Überlegungen zur Zukunft des Standorts. So denke man bei Uniper über verschiedene Projekte nach, die einem Teil der Belegschaft über das geplante Abschaltdatum 2022 hinaus Arbeit sichern. Ein Stichwort sei Klärschlammbehandlung, ein anderes der Bau eines Flüssigerdgas-Terminals.

Für das Onyx-Kraftwerk, eines der modernsten Kohlekraftwerke in Europa, wäre nach den Worten von Möller ein schrittweiser Ersatz des Brennstoffes Kohle durch Biomasse denkbar. Dadurch würde eine CO2-neutrale Stromerzeugung ermöglicht. Allerdings müsste der Konverter dafür umgerüstet werden. Die Abgeordnete sagte im Gespräch mit der WZ zu, sich bei der Beratung des Kohleausstiegsgesetztes und der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes in Berlin dafür einzusetzen, dass auch die Umrüstung des Onyx-Kraftwerkes (obwohl keine KWK-Anlage) durch den Bund bezuschusst werden kann.

Ein wichtiger Zukunftsbaustein für die Energiedrehscheibe Wilhelmshaven könnte nach Überzeugung von Möller das Thema „Synthetische Kraftstoffe“ (E-Fuels) werden. Ein Drittel der Energie in Deutschland werde im Sektor Verkehr verbraucht. Es werde noch sehr lange dauern, alle Kraftfahrzeuge auf Elektromobilität umzustellen, ist die Abgeordnete überzeugt. Auf Wasserstoff als Grundprodukt basierende synthetische Kraftstoffe hingehen hätten unter anderem den Vorteil, dass sie auch von vorhandenen Autos mit Verbrennungsmotoren genutzt werden können.

Das Konzept: Aus regenerativem Strom wird per Elektrolyse Wasserstoff hergestellt, der wiederum mit Kohlendioxid verbunden wird. Endprodukt kann ohne einen Liter Öl hergestelltes synthetisches Benzin oder Diesel sein.

In Wilhelmshaven seien alle dafür benötigten Komponenten von regenerativer Energie über Hafenanlagen und Kavernen bis hin zur Jade Hochschule vorhanden. Die E-Fuels-Technologie habe aber noch Forschungsbedarf. Derzeit gibt es noch hohe Wirkungsverluste. An der Jade Hochschule könnte, so Möller, dafür eine Koordinierungsstelle entstehen.

Gerd AbeldtChefredakteur

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