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Chronik: Kalender zeigt die Jugend in Wilhelmshaven 1971

26.11.2020

Wilhelmshaven Er ist ein bisschen aus der Zeit gefallen, und das soll er auch sein, der Kalender für das Jahr 2021, der zurückblickt auf „Meine Kindheit und Jugend in Wilhelmshaven 1971“. Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest ist er jetzt vom Brune-Mettcker-Verlag herausgebracht worden. Zu beziehen ist er zum Preis von 14,80 Euro in der Geschäftsstelle der Wilhelmshavener Zeitung, Parkstraße 8, oder im online-Shop des Verlags.

Der Brune-Mettcker-Verlag hat wohl das größte „fotografische Gedächtnis“ mit Blick auf das öffentliche Leben Wilhelmshavens. Die Fotografen der Wilhelmshavener Zeitung dokumentieren durchgängig seit September 1949 jeden Tag, was in der Stadt, in Friesland und der Region passiert.

Der WZ-Bilddienst, in dem über 30 Jahren Peter Kram als Archivar arbeitet, hat die Vergangenheit geordnet „abgelegt“. Immer wieder wird der Bilddienst von Privat, Firmen oder Institutionen aus dem In- und Ausland angefragt, ob er zu Jubiläen oder zur Dokumentation zu diesem oder jenem zurückliegenden Ereignis ein Bild aus alten Tagen beisteuern könne. Und in der Regel schlummert tatsächlich etwas Passendes im Archiv.

Angeregt von solchen Besuchern haben Peter Kram und Kai-Uwe Lüers, Leiter des Drucksachenverkaufs bei Brune-Mettcker, das Kalenderprojekt entwickelt: ein Blick 50 Jahre zurück. So mancher ältere Wilhelmshavener mag sich noch wiedererkennen – oder jemand Bekanntes oder eine bekannte Ecke in der Stadt, die noch heute so besteht oder sich völlig verändert hat.

Die Schwarzweiß-Motive des Kalenders zeigen alltägliche Begebenheiten für die damalige Jugend der Stadt, ein gewissermaßen unaufgeräumtes Kaleidoskop, nichts Geschöntes, dafür umso Authentischeres: den Rodelberg im Schneewinter mit bis zu 17 Grad Kälte am Rande des Wiesenhof-Baugebietes, verkleidete Kinder beim Fastnachtlaufen und die Prinzengarde mit dem Prinzenpaar im Foyer des Gorch-Fock-Hauses auf dem unverwüstlichen Fliesenfußboden, der immer noch derselbe ist, die spielenden Puppenmütter auf der Weserstraße in kurzen Kleidchen mit weißen Strumpfhosen, die Kinder im Hinterhof an der Kanalstraße, die den Haufen für das Osterfeuer aufschichteten.

Oder den Puppenspieler, das Frühjahrskonzert der Gymnasien, dirigiert von Helmut Majewski, den Run auf den neuen „Seifen-Platz“ in Voslapp mit Wunschmusik von einer Blaskapelle, die Kinder mit ihren geschmückten Fahrrädern für den Korso zum Sommerfest der Kleingärtner, das Sportfest im Stadion Friedenstraße.

In den Sommerferien ging es zum Südstrand, wo man unterhalb des „Schwalbennestes“ am Automaten Badekarten lösen müsse. Verschiedene Sommerfeste lockten an die frische Luft. Die altphilologische Abiturklasse der Humboldt-Schule kehrte mit dem Zug von ihrer Sommerreise nach Griechenland zurück, während die Marinejugend am Bontekai das Bootfahren lernte.

Im Herbst wird in der Jugendfreizeitstätte am Krähenbusch gebastelt, die Kinder des Zirkus Medrano, der in Cäciliengroden sein Winterquartier bezieht, füttern die Lamas. In der Vorweihnachtszeit drücken sich die Kinder an den Schaufenstern die Nasen platt: Farbfernseher erobern die Wohnzimmer, Kassettenrekorder die Kinderzimmer. Selbst gespielt und gesungen wird am Heiligabend beim Krippenspiel.

Jeder Monat wurde mit den passenden Bildern, einer ausführlichen Bildunterschrift und dem Aufnahmedatum versehen. Was im Jahr 1971 in Wilhelmshaven und in der Welt darüber hinaus bemerkenswert war, berichtet das 13. Kalenderblatt.

Hartmut SiefkenLokalredaktion

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