Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-Krise: Müssen Studenten ums Studium bangen?

26.03.2020

Wilhelmshaven Die weltweite Corona-Krise legt große Teile des gesellschaftlichen Lebens lahm. Auch die Jade Hochschule am Standort Wilhelmshaven ist betroffen. Wie genau es an der Hochschule derzeit aussieht, welche Herausforderungen die Lage dort mit sich bringt und welche Maßnahmen man ergriffen hat, hat die „Wilhelmshavener Zeitung“ Anke Westwood, Sprecherin der Jade Hochschule, gefragt.

Keine Veranstaltungen

Um den direkten Kontakt zwischen Menschen zu vermeiden, finden bis einschließlich 19. April keine Lehrveranstaltungen und Prüfungen mit Anwesenheit statt. Wann der Hochschulbetrieb in gewohnter Form aufgenommen werden kann, steht derzeit noch in den Sternen. Das Gute: „Wir haben bereits viele Lehrveranstaltungen auf digitale Lehrformen umgestellt“, so Westwood. Das komme den Betroffenen in dieser Lage zugute. Bis Ende April fallen neben Seminaren und Vorlesungen auch alle weiteren Veranstaltungen der Jade Hochschule aus – zum Beispiel der Zukunftstag für Mädchen und Jungen oder die Kontaktmesse für Seefahrt und Logistik. „Auch über diesen Zeitraum hinaus mussten bereits Veranstaltungen abgesagt werden, da sie zurzeit nicht vorbereitet werden können“, so Westwood. „Ob Veranstaltungen nachgeholt werden können, muss im Einzelfall entschieden werden.“

Nichts Los am Campus

Und wie sieht es derzeit konkret am Wilhelmshavener Campus aus? Fest steht: Viel los ist nicht – aus gutem Grund. Nahezu alle Professoren und Mitarbeiter sind im Home Office. Nur wer wirklich unverzichtbar ist – zum Beispiel unter dem Aspekt der Sicherheit – hat Zugang zu den Gebäuden. Die Mensa ist geschlossen. Die Bibliothek ist nur noch telefonisch erreichbar. „Glücklicherweise können wir einen großen Bestand an digitalen Medien zur Verfügung stellen“, berichtet die Pressesprecherin. „In begründeten Ausnahmefällen ist eine Notfallausleihe möglich.“ Die Zentrale Studienberatung und das Immatrikulations- und Prüfungsamt sind telefonisch und per E-Mail erreichbar, die persönliche Beratung findet aktuell nicht statt.

Das Machen Studenten

Was die Studenten nun den ganzen Tag machen? „Soweit irgendwie möglich, haben alle Lehrenden den Lehrbetrieb auf die digitale Lehre umgestellt.“ Die Studenten können so ihr Studium von zu Hause aus fortführen. Für die Lehrenden und weiteren Beteiligten bedeute das Ganze einen hohen Aufwand – aber einen, der sich lohnt: „Von Seiten der Studierenden hören wir viel Positives über die neuen Lehrformen.“

Sorgen ums Studium?

Grund, sich als Student Sorgen um sein Studium zu machen, gibt es laut Westwood eher nicht: „Die Jade Hochschule setzt alles daran, dass den Studierenden kein Nachteil entsteht, wenn sie wegen der Gefahr der Ausbreitung des Coronavirus nicht oder nicht vollständig an Veranstaltungen, insbesondere Praktika und Übungen in den Laboren, teilnehmen können. Auch unsere Praxispartner sind hier mit im Boot und zeigen große Flexibilität.“

Referate, Vorträge und ähnliches können per Videokonferenz durchgeführt werden, wenn es technisch möglich ist. Hausarbeiten, Abschlussarbeiten und mehr werden rein digital abgegeben. Sollte das nicht möglich sein, wird den Studierenden durch eine begründete spätere Abgabe kein prüfungsrechtlicher Nachteil entstehen.

Dank einer vom Präsidium beschlossenen Ausnahmeregelung können Bachelor- und Masterarbeiten ohne Kolloquium abschließend benotet werden, wenn Studierende und Prüfende einverstanden sind. Gleiches gilt, wenn das Kolloquium online stattfinden soll. Ist weder das eine noch das andere Vorgehen möglich, wird erst dann das Kolloquium auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

„Wir gehen davon aus, dass wir für alle Einzelfälle Lösungen finden werden, können aber mit Hinblick auf die unklare Entwicklung der Situation noch keine allgemeingültigen Antworten finden“, sagt Anke Westwood, die auch betont, dass die derzeitige Situation für die Jade Hochschule eine große Herausforderung ist, die auch eine positive Erkenntnis mit sich bringt: „Wir stellen fest, dass viele Dinge durch das Engagement Aller noch besser laufen als wir auch optimistisch erwartet hatten.“

Studentin Berichtet

Eine betroffene Studentin ist Lisa-Marie Brelage, die an der Jade Hochschule Tourismuswirtschaft studiert. Momentan hat die 22-Jährige ihren Arbeitsplatz nach Hause verlagert. Und: Das Home Office bringt einige Herausforderungen mit sich: „Im Moment fehlt mir ein bisschen der Tagesablauf. Ich denke jeden Tag: Morgen lerne ich, aber irgendwie lerne ich einfach nicht.“ Dass sie Vorlesungen online ansehen kann, findet die Studentin aber gut. Und: „Ich nutze die Zeit, die ich nicht in der Uni verbringe, für mehr Ausdauersport.“ Wenn jeder auf sein eigenes Verhalten achtet, ist sie optimistisch, dass die Krise vorübergehen wird – ohne, dass ihr Studium in Gefahr ist: „In einigen Fächern, die nun ausschließlich schriftlich bewertet werden, bedauere ich die Lage, weil ich in Präsentationen gut bin“, sagt sie. „Aber solange die Klausuren stattfinden, ist das alles kein Problem.“ Übrigens: Ein Selfie aus dem Home Office wollte die 22-Jährige lieber nicht schicken – auch eine Nebenwirkung, wenn man nicht so oft aus dem Haus geht, bemerkt sie lachend: „Sagen wir so: Ich sah schon mal schöner aus.“

Weitere Nachrichten:

Jade Hochschule | Bibliothek | Coronavirus | Zukunftstag

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.