Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Wilhelmshaven

Coronamaßnahmen in Schulen: Die Konzepte stoßen an Grenzen

22.05.2020

Wilhelmshaven Die schrittweise Öffnung der Wilhelmshavener Schulen funktioniert. Davon konnten sich die Mitglieder des Schulausschusses in einer Sondersitzung überzeugen. Leiter verschiedener Schulen und Schulformen berichteten über ihre bisherigen Erfahrungen in der Corona-Krise. Gemeinsamer Tenor: Alles gut! Allerdings nur unter den bisherigen Vorzeichen. Denn je mehr Klassen zurück in den Präsenzunterricht geschickt werden, desto größer werden die Probleme. Auch darin herrschte Einigkeit.

Alle Schulen in Wilhelmshaven hatten in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt einen individuellen Rahmenhygieneplan erstellt, so der Erste Stadtrat und zuständige Dezernent Armin Schönfelder. Das bringe zwar einen deutliche erhöhten Personalbedarf mit sich, der über Fremdfirmen abgedeckt werde, klappe aber sehr gut. Schulen und Schulverwaltung seien stets in engem Austausch.

Nicole Becker, Leiterin der Grundschule Rüstersiel, zeigte sich mit dem bisherigen Umsetzung zufrieden. Überall gebe es Zeichnungen und Piktogramme, die die Kinder auf das Abstandsgebot und die Hygienemaßnahmen, wie ausführliches Händewaschen („dazu müssen sie zweimal ‚Alle meine Entchen singen’“) aufmerksam machten. „Eine Mundschutzpflicht gibt es nicht“, sagte Becker, diese Entscheidung habe sie den Eltern überlassen. Rund 50 Kinder sind bereits in die Schule (8 bis 13 Uhr) zurückgekehrt – ohne Probleme. „Sorgen machen mir die nächsten Schritte. Am 3. Juni werden es 80, ab dem 15. Juni über 100 Kinder sein. Dann wird’s eng! Außerdem müssen wir jeden Toilettengang der Kinder dokumentieren. Ich weiß nicht, wie das gehen soll!“

Raumnot kündigt sich an

Ähnlich bewertet Christian Stöver, Direktor der Marion-Dönhoff-Schule, die Situation. Auch dort funktioniere der Schulalltag unter erschwerten Bedingungen noch gut. Das Platzprobleme aber werden kommen, obwohl seine Schule schon sehr groß sei. „Aber 1,50 Meter Abstand ist bei voller Beschulung ganz schön viel!“

Raumnot kündigt sich auch im Neuen Gymnasium (NGW), in BBS und IGS an. Bei Letzterer wird der Platz bei Vollbeschulung keinesfalls reichen, Auslagerungen seien unvermeidlich, betonte Schulleiter Dr. Knut Engeler.

Schwierig gestalte sich die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts. Der Themenkanon sei nicht zu halten, die Konzentration gelte den Hauptfächern, so Engler. In allen Schulformen wird auf „homeschooling“ ausgewichen, in den Grundschulen vor allem analog, ansonsten digital. „Je höher der Bildungsgrad bei dem Schüler selbst, aber auch in seinem häuslichen Umfeld ist, desto besser klappt es“, so Christian Stöver. Kinder mit erhöhten Förderbedarf oder auch Integrationskinder seien allerdings damit völlig überfordert. Für diese Kinder sollte es mehr Präsenzunterricht geben, forderte er.

Lutz RectorLokalredaktion

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.