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Lokal26.de Wilhelmshaven

Ehrenamtlich bei der Tafel: Tanja Hübner bereitet das Helfen einfach Freude

30.05.2020

Wilhelmshaven Mit drei Kindern hat Tanja Hübner tagtäglich gut zu tun. Doch freut sie sich auf den Dienstagvormittag, wenn es um 8.30 Uhr zur Tafel geht. Dann ist Zupacken gefragt, wenn die Lebensmittel aus den Geschäften angeliefert werden und für die Abgabe an Bedürftige sortiert werden sollen.

„Das ist mein Job. Das machen wir zusammen im Team und haben immer viel Spaß dabei“, sagt sie. Aus zweierlei Gründen hat sie Freude an ihrem Ehrenamt, an das sie vor fünf Jahren geraten ist: Sie kommt unter Leute und genießt die gute Gemeinschaft, und es erfüllt sie mit Befriedigung, weil sie sieht, wie sinnvoll ihre Arbeit ist. „Denn erstens helfe ich mit, dass Lebensmittel nicht unnütz verderben, und zweitens sehe ich, wie viel Freude wir unseren Kunden bereiten, die sich sonst ja nicht viel leisten können.“

Der Tafel fehlten ursprünglich Helfer

Gott sei Dank habe die Tafel nach vierwöchiger Pause die Arbeit wieder aufnehmen können. Als die Corona-Gefahrenlage am Anfang noch so schlecht einzuschätzen gewesen sei, habe der Vorstand richtigerweise entschieden, zum Schutz der vielen älteren Ehrenamtlichen die Arbeit einzustellen. Auch unter den Kunden sind ja viele, die sich zu den stärker Gefährdeten rechnen müssen. Aus dem gleichen Grund zog das Jobcenter die AGH-Hilfen ab; AGH steht für Arbeitsgelegenheiten.

Dies brachte die Tafel insofern in Schwierigkeiten, als ihr somit Fahrer fehlten, um die Waren aus den Supermärkten abzuholen. Glücklicherweise sprang die Marine mit freiwilligen Helfern ein. Demnächst aber sollen wohl auch die AGH-Hilfen die Arbeit wieder aufnehmen dürfen. Dann geht bald alles wieder den gewohnten Gang – unter Wahrung der Abstands- und Hygienevorschriften, um sich selbst und andere vor Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

In Middelsfähr aufgewachsen, hat Tanja Hübner den Beruf der Herrenoberbekleidungsfertigerin gelernt. Damals gab es noch das Bawi-Bekleidungswerk. Da war es natürlich für sie jetzt ein Leichtes, Gesichtsmasken zu nähen, auch für die Mitschüler ihrer Kinder und etliche andere.

In der Krise muss sie ihren Kindern Mut machen

Nach der Bawi-Zeit fand sie Jobs als Kassiererin und Verkäuferin, bis sie als Mutter von drei Kindern die Priorität auf die Familie legte. Sie wolle für ihre Kinder da sein. Das konnte und musste sie jetzt in besonderem Maß, als diese etliche Wochen nicht zur Schule durften. Jetzt sehen sie ihre Schulkameraden wenigstens an einigen Tagen. Das entspannt die Lage ein wenig. Dennoch muss sie mit Engelszungen reden, um sie nachmittags davon abzuhalten, sich mit Gruppen von Freunden zu treffen. „Das vermissen die Kinder sehr. Ich musste viel mit ihnen diskutieren, und manche Träne floss, gerade bei unserer Großen, die mit 16 Jahren doch ins Alter kommt, wo man gern mit seinen Freunden zusammen ist“, sagt Tanja Hübner.

Der Kontakt zur Schule hat bei den beiden älteren Kindern übers Internet ganz gut funktioniert, bei der jüngsten Tochter im Grundschulalter allerdings fehlte die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt. Die Ältere muss die Enttäuschung verwinden, dass die Themenwoche und der Schulabschlussball in diesem Jahr ausfallen, außerdem zeige sich, so Hübner, dass offensichtlich coronabedingt das Lehrstellenangebot zusammengedampft ist. Jetzt heißt es für die Mutter, Mut zu machen, um auf Umwegen zum Ziel zu gelangen.

Entspannung findet Tanja Hübner mit Mann und Kindern im Kleingarten an der Ladestraße. Hier im Grünen genießen sie die Zeit an der frischen Luft, ziehen ein bisschen Gemüse in den Hochbeeten und ernten im Sommer und Herbst das Obst von ihren Sträuchern und Bäumen. „Bad Meingarten“ wird in diesem Jahr wohl auch das Urlaubsziel sein. Gern geht Tanja Hübner an der Wasserseite spazieren. Von der Wohnung in der östlichen Weserstraße bis zur Promenade am Bontekai sind es ja nur ein paar Schritte.

Hartmut SiefkenLokalredaktion

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