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Lokal26.de Wilhelmshaven

Einkaufen: Wenn das Parken plötzlich teuer wird

03.06.2020

Wilhelmshaven Wer mit seinem Auto einkaufen fährt, muss auf Parkplätzen von Supermärkten und Discountern oft genau hinschauen. In den meisten Fällen gibt es bezüglich des Parkens zeitliche Einschränkungen – ob automatisch erfasst oder anhand einer Parkscheibe überwacht.

Seit Anfang des Jahres ist dies auch am Mühlenweg in Wilhelmshaven der Fall. Wer in eines der dort ansässigen Geschäfte geht und mit seinem Auto vorfährt, muss eine Parkscheibe hinter die Scheibe legen – andernfalls droht ein Bußgeld in Höhe von 24,90 Euro von der „Fair Parken GmbH“, die mit der Überwachung der Parkflächen beauftragt ist.

Diese Erfahrung machte kürzlich auch WZ-Leserin Anke Eckhoff, wie sie der „Wilhelmshavener Zeitung“ erzählt. „Ich war 15 Minuten bei Rewe einkaufen, habe aber die Parkscheibe aus macht der Gewohnheit – obwohl ich die Hinweisschilder schon öfter gesehen habe – vergessen reinzulegen, und prompt hatte ich einen ‚Strafzettel’ in Höhe von 24,90 Euro am Scheibenwischer.“ Vor allem über die Höhe des Bußgeldes war sie ziemlich sauer, wie sie sagt.

Bei Rewe nachgefragt erklärt Leiterin Yvonne Schulze, dass der Immobilienbesitzer im Interesse der Mieter sämtlicher dort ansässiger Geschäfte reagiert und die „Fair Parken GmbH“ engagiert habe. „Darauf weisen auch an allen Seiten große Schilder hin. Selbst bei uns in der Filiale haben wir größere Aufsteller, die die Kunden darauf aufmerksam machen, dass sie ihre Parkscheibe bitte nicht vergessen sollen. Schließlich wollen wir auch nicht, dass sie während ihres Einkaufs bei uns fürs Parken zur Kasse gebeten werden.“

Wer in der Eile jedoch mal die Parkscheibe vergessen sollte, dem sei zu empfehlen, den Kassenzettel beim Einkaufen mitzunehmen – wenngleich es möglicherweise nur ein kleiner Einkauf war. „Als ich kurzerhand wieder zu Rewe gefahren bin, erklärte mir eine freundliche Mitarbeiterin, dass ich den Kassenbon einfach an ‚Fair Parken’ schicken solle, um von der Zahlung der 24,90 Euro verschont zu bleiben. Dies habe ich per E-Mail gemacht und direkt eine Rückmeldung erhalten. Es gab den Hinweis, ich solle die Parkscheibe künftig nicht vergessen und der Fall sei erledigt. Zum Glück hatte ich den Kassenbon tatsächlich aufbewahrt“, so Anke Eckhoff.

Auch wenn sie die Vertragsstrafe jetzt nicht bezahlen musste, ist sie verärgert. „Dafür, dass man durchaus mal etwas vergessen kann – wie eine Parkscheibe hinter die Scheibe zu legen – sind 24,90 Euro ist einfach zu viel.“

Auch wenn ihr Ärger durchaus nachzuvollziehen ist, gibt es aber auch Positives zu vermelden. Wie Yvonne Schulze erzählt, habe es seitens „Fair Parken“ zu Beginn der Überwachung auf dem Gelände für sechs bis acht Wochen Musterstrafzettel gegeben, womit auf die neuen Parkregeln aufmerksam gemacht wurde, ohne Kunden tatsächlich zur Kasse zu bitten. „Selbst danach gab es noch tagelang Aufklärungen, wo mit Kunden über die künftigen Regeln gesprochen wurde.“

Trotzdem ist und bleibt der Mensch ein Gewohnheitstier und unter Zeitdruck auch mal in Gedanken. Gut, dass der Einkaufszettel zum fairen Parken beitragen kann.

Michael HackerLokalredaktion

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