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Lokal26.de Wilhelmshaven

Appell der Kinderärzte: Mit dem Kind zur Vorsorge-Untersuchung gehen

07.04.2020

Wilhelmshaven /Friesland Die Praxen müssten ein sicherer Ort für gesunde und kranke Kinder und Jugendliche bleiben. So sehen es die Kinderärzte aus Wilhelmshaven/Friesland und der Wesermarsch in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie sollten und dürfen Eltern zwar die Vorsorgeuntersuchungen U6 bis U9 für ihre Kinder in Absprache mit dem Kinder- und Jugendarzt zunächst verschieben, um nicht dringende Arztbesuche zu vermeiden. Aber die U2 bis U5 sowie alle empfohlenen Impfungen sollten unbedingt zeitgerecht ausgeführt werden, stellt der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte klar und weist anderslautende Medienberichte entschieden zurück.

Vorsorgen zu verschieben könnte Terminprobleme verschärfen

Zwar hat die Kassenärztliche Vereinigung die bisher strikte Terminbindung der Früherkennungsuntersuchungen an ein bestimmtes Lebensalter bis zum 30. September aufgehoben, so dass eine wünschenswerte Terminflexibiliät entstanden ist. Aber es ist auch klar: Wenn nach Öffnung der Schulen und Kitas wieder Normalbetrieb einkehrt, wird es nicht unbegrenzt Möglichkeiten geben, Vorsorgen nachzuholen und das schon vor der Coronakrise bestehende Versorgungsproblem wird sich eher verschärfen, so Dr. Rupert Dernick aus Wilhelmshaven als Verfasser der Pressemitteilung.

Völlig in der Coronakrise untergegangen ist die seit dem 1. März geltende Impfpflicht gegen Masern. Masernviren sind viel ansteckender als Coronaviren und deutlich gefährlicher, auch und gerade für Kinder, die bei der gefürchteten Masern-Gehirnentzündung bleibende Behinderungen davontragen können. Nach einer Maserninfektion mit dem Wildvirus besteht auch eine Immunschwäche mit Anfälligkeit für Lungenentzündung – besonders ungünstig in der Coronakrise.

Vorsichtsmaßnahmen in den Praxen sind wichtig

„Wir haben ja auf Grund des frühen Reagierens von Politik, Kassenärztlicher Vereinigung und öffentlichem Gesundheitsdienst und der wertvollen Arbeit der Kollegen in den ,Abstrichpraxen‘ im Moment eine noch geringe Durchseuchung mit Coronavirus. Daher scheint es in dieser Region verantwortbar, zurzeit unter Sicherheitsvorkehrungen weiter Vorsorgeuntersuchungen, besonders bei Babys und Kleinkindern, durchzuführen und chronisch Erkrankte weiter zu behandeln. Diabetes, Asthma und Tumoren machen in der Pandemie leider keine Pause“, so Dernick.

Vorsichtsmaßnahmen sind wichtig. Die Kinder- und Jugendärzte haben die Sprechstunden und Patientenwege getrennt, so dass Vorsorge- und Infektpatienten sich in der Regel nicht begegnen. Kinder mit Infekten werden erst am Ende der Sprechstunde untersucht, im Zweifel werden dringlich erscheinende Fälle vorher telefonisch oder per Videosprechstunde abgeklärt.

Bitte nie ohne Voranmeldung eine Arztpraxis betreten, nie einen Vorsorgetermin ohne Absage verstreichen lassen, nie mit mehr als einer Begleitperson pro Kind die Praxis betreten, nie mit eigenen Erkältungssymptomen oder kranken Geschwistern in die Sprechstunde kommen.

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Kassenärztliche Vereinigung | Coronavirus

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