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Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-Ticker: Rechnungshof übt Kritik: „Überbeschaffung“ von Corona-Schutzmasken

04.06.2021

Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 3 718 955 (+ 1330 zum Vortag) Infektionen und 90 179 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz für Deutschland beträgt 13,2 (Stand: 17. Juni).

Inzidenzwerte laut des niedersächsischen Landesgesundheitsamts: Aurich 13,2 | Friesland 0 | Wilhelmshaven 3,9 | Wittmund 5,3 (17. Juni)

Landkreis Wittmund

Aktuell Infizierte: 5 (+ 0 neue Fälle)

Insgesamt: 1237 (1197 genesen, 35 Todesfälle)

(17. Juni)

Landkreis Aurich

Aktuell Infizierte: 50 (+ 3 neue Fälle)

Insgesamt: 3.717 (3.607 genesen, 61 Todesfälle)

(17. Juni)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuell Infizierte: 10 (+ 1 neue Fälle)

Insgesamt: 1938 (1873 genesen, 55 Todesfälle)

(17. Juni)

Landkreis Friesland

Aktuell Infizierte: 1 (+0 neue Fälle)

Insgesamt: 1626 (1583 genesen, 42 Todesfälle)

(17. Juni)

+++ Donnerstag, 17. Juni +++

Lissabon wegen Ausbreitung der Delta-Variante abgeriegelt

Lissabon wird wegen einer besorgniserregenden Zunahme der Corona-Infektionsfälle für rund zweieinhalb Tage abgeriegelt. Von Freitagnachmittag (1600 MESZ) bis Montagmorgen (0600 MESZ) dürfen die 2,8 Millionen Bewohner der portugiesischen Hauptstadt den Großraum Lissabon nur aus triftigem Grund verlassen, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Auswärtige werden nur in Ausnahmefällen einreisen dürfen.Mit 928 neuen Infektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Lissabon am Donnerstag den höchsten Wert seit dem 19. Februar. Das waren rund 75 Prozent aller in Portugal registrierten Fälle (1233). (dpa)

Rechnungshof übt Kritik: „Überbeschaffung“ von Corona-Schutzmasken

Der Bundesrechnungshof hat die zentrale Beschaffung von Corona-Schutzmasken durch das Bundesgesundheitsministerium im Frühjahr 2020 scharf kritisiert.

Anzuerkennen sei, unter welch hohem Einsatz es half, eine Notlage im Gesundheitswesen abzuwenden, heißt es in einem Bericht an den Bundestag. Die Prüfer rügen jedoch das „Fehlen einer systematischen Mengensteuerung“. Die aus „massiver Überbeschaffung resultierenden Lagerbestände“ und die aufgewendeten Haushaltsmittel in Milliardenhöhe seien „nicht wirtschaftlich für eine wirksame Pandemiebekämpfung eingesetzt“ worden. Ressortchef Jens Spahn (CDU) rechtfertigte das Vorgehen in der Krise, aus dem aber Lehren zu ziehen seien. Opposition und SPD forderten Aufklärung.

Die kontrahierte Gesamtmenge aus allen Beschaffungswegen übersteige mit 5,8 Milliarden Schutzmasken selbst einen vom Ministerium „auf der Grundlage sachfremder Annahmen“ berechneten Jahresbedarf von 4,7 Milliarden Masken noch um 23 Prozent, heißt es in dem Bericht. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, auch der „Spiegel“ berichtete darüber. Zu den Beschaffungsausgaben von 6,3 Milliarden Euro kämen Kosten von bislang 320 Millionen Euro etwa für Transport, Lagerung, Qualitätsprüfungen und externe Beratung hinzu - diese könnten durch Rechtsstreitigkeiten und Entsorgungskosten aber weiter steigen. (dpa)

Schauspieler M’Barek: Politik hat Kultur „komplett vernachlässigt“

Schauspieler Elyas M’Barek (39, „Fack ju Göhte“) hat die Politik für den Umgang mit der Kultur während der Corona-Pandemie kritisiert. „Mein Eindruck ist, dass der Kulturbetrieb komplett vernachlässigt wurde“, sagte M’Barek in einem am Donnerstag veröffentlichten „Bild“-Interview. „Viele Menschen, die in der Branche arbeiten, gerade auch Künstler und deren Mitarbeiter wurden sehr allein und im Stich gelassen.“

Die Krise habe die Menschen seiner Meinung nach kaum zum Besseren verändert. „Die Solidarität und die Empathie beispielsweise gegenüber den Pflegeberufen ist doch längst passé, und einige beneiden mittlerweile den Nächsten, weil er geimpft ist und man selbst nicht. Ich kann der ganzen Krise leider keinen schönen Effekt abgewinnen“, sagte M’Barek.

Für ihn persönlich sei das vergangene Jahr gar nicht so anders als sonst gewesen. „Ich drehe normalerweise ein oder zwei Filme im Jahr, bin sehr privilegiert und außerdem sehr lange Stillstände gewohnt. So habe ich die Pandemie anfangs auch gesehen: als verordneten Stillstand“, sagte der Schauspieler. Entspannt habe er sich beim Basteln mit Legosteinen. (dpa)

USA investieren 3,2 Milliarden in Entwicklung antiviraler Medikamente

Die USA wollen 3,2 Milliarden US-Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro) in die Entdeckung und Entwicklung antiviraler Medikamente zur Behandlung der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 investieren. Der US-Immunologe Anthony Fauci stellte die Pläne am Donnerstag bei einem Briefing der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses in Washington vor.

„Impfstoffe bleiben eindeutig das Kernstück unseres Arsenals gegen Covid-19“, betonte der Gesundheitsexperte. Antivirale Mittel könnten jedoch eine wichtige Ergänzung zu Impfstoffen sein. Das gelte insbesondere für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, die sie im Falle einer Corona-Infektion einem größeren Risiko aussetzen oder die dazu führen, dass Impfstoffe nicht den optimalen Schutz entwickeln.

Das „Antivirale Programm für Pandemien“ bringe führende Wissenschaftler aus der akademischen Forschung und der Industrie zusammen, um die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente zu beschleunigen. Pharmaunternehmen wie Pfizer, Roche oder Merck arbeiteten bereits an solchen Substanzen, sagte Fauci. Finanziert werden soll das Programm mit Mitteln aus dem „amerikanischen Rettungsplan“, einem billionenschweren Maßnahmenbündel, das der Kongress im März verabschiedet hatte. (dpa)

Die Logik der Zulassungsstudien erklärt

Weiter telefonische Krankschreibung bei Erkältung

Bei leichten Atemwegserkrankungen können sich Versicherte auch weiterhin telefonisch krankschreiben lassen. Der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss hat die während der Corona-Pandemie getroffene Sonderregelung zur Feststellung der Arbeitsunfähigkeit am Donnerstag bis 30. September verlängert, wie das Gremium von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken in Berlin mitteilte. Grund ist ein nach wie vor „relevantes COVID-19-Infektionsgeschehen“. Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung seien daher weiter notwendig.

Mit der Sonderregelung können Versicherte, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, telefonisch bis zu sieben Tage krankgeschrieben werden. Für weitere sieben Kalendertage können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte eine Folgebescheinigung der Arbeitsunfähigkeit telefonisch ausstellen.

Fast jeder zweite Bundesbürger mit erster Corona-Impfung

Die Corona-Impfungen nähern sich der Schwelle, dass jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Spritze bekommen hat. Inzwischen erhielten 41,2 Millionen Menschen oder 49,6 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Donnerstag eine erste Dosis. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 23,9 Millionen Menschen, was 28,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. Minister Jens Spahn (CDU) hob hervor, dass am Mittwoch knapp 1,3 Millionen Impfungen gemacht worden seien. Das sei der bisher dritthöchste Wert für einen Tag.

Bei den Erstimpfungen haben den Angaben zufolge inzwischen 7 der 16 Bundesländer die Schwelle von 50 Prozent der Bevölkerung erreicht oder liegen darüber: An der Spitze liegt Bremen mit 55,6 Prozent gefolgt von Schleswig-Holstein (53,1), dem Saarland (53,0), Nordrhein-Westfalen (52,1), Mecklenburg-Vorpommern (50,9), Niedersachsen (50,6) und Berlin (50,0).

Spahn sagte, bei einer wohl anzunehmenden Impfbereitschaft von etwa 75 Prozent der Erwachsenen seien bundesweit nun etwa vier von fünf Erwachsenen mindestens einmal geimpft. Allein mit den zugesagten Impfstofflieferungen von Biontech/Pfizer und Moderna sei es Stand heute möglich, bis Ende Juli/Anfang August allen Erwachsenen, die wollen, ein Angebot für eine erste Impfungen zu machen. (dpa)

Bund: Curevac-Rückschlag hat keine Auswirkungen auf Impfkampagne

Der Rückschlag der Tübinger Biopharmafirma Curevac bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bringt die Impfkampagne in Deutschland laut Bundesregierung nicht durcheinander. „Eine Auswirkung auf das Tempo unserer Impfkampagne hat diese Mitteilung nicht“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Die Nachrichten über vorläufige Studienergebnisse könne das Ministerium nicht kommentieren.

Curevac hatte mitgeteilt, dass sein Impfstoffkandidat in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung erzielt habe. Damit habe er vorgegebene Kriterien nicht erfüllt. Ursprünglich hatte das Tübinger Unternehmen den Impfstoff schon im Juni zugelassen spritzen wollen.

Die Bundesregierung hatte den Curevac-Impfstoff ursprünglich in der Impfkampagne eingeplant. Nach den damaligen Lieferprognosen erwartete das Gesundheitsressort im März für das gesamte Jahr 323,7 Millionen Impfdosen. Davon sollten 24,5 Millionen von Curevac kommen. Fürs zweite Quartal war mit 1,4 Millionen Curevac-Dosen gerechnet worden. Zum Vergleich: 50 Millionen Dosen sollen allein von Biontech/Pfizer in dem Zeitraum kommen. Aktuell rechnet das Ministerium ausweislich seiner im Internet veröffentlichten Listen nicht mehr mit Lieferungen durch Curevac.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte im Februar ein schnelles Prüfverfahren für den Impfstoff der Tübinger Firma gestartet. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hatte im April eine deutsche Notfallzulassung gefordert und die Prüfungen als bürokratisch kritisiert. Nach Angaben vom Mai schreibt Curevac aufgrund hoher Forschungskosten für den Corona-Impfstoff rote Zahlen. Damals hatte Curevac die Zulassung noch im Juni erwartet. (dpa)

Schwerer Dämpfer für Curevac-Impfstoff

Nach Eriksen-Zusammenbruch: Fälschliche Behauptungen über Zusammenhang mit Corona-Impfung

Ifo-Institut: Nur ein Bruchteil der Corona-Hilfen abgerufen

Unternehmen in Deutschland haben bisher viel weniger Corona-Hilfen abgerufen als von der Bundesregierung geplant. „Nur ein Bruchteil der veranschlagten Hilfsmittel wurde an die von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen ausgezahlt“, sagte Selina Schulze-Spüntrup, Forscherin am Ifo-Institut am Donnerstag. „Das hat auch damit zu tun, dass die Anspruchsvoraussetzungen zum Teil recht streng gefasst wurden, um Missbrauch auszuschließen.“

Der Bund hatte den Angaben nach in Zuschussprogrammen 150 Milliarden Euro bereitgestellt. Davon seien bislang 24 Prozent abgerufen worden. Für die Soforthilfen des Bundes wurden 50 Milliarden Euro veranschlagt, laut Ifo wurde weniger als ein Drittel davon in Anspruch genommen.

Auch bei den anschließenden Überbrückungshilfen lagen die ausgezahlten Gelder deutlich unter den veranschlagten Summen: Bei der Überbrückungshilfe I waren es den Wirtschaftsforschern zufolge 6 Prozent, bei der Überbrückungshilfe II rund 10 Prozent, bei der Überbrückungshilfe III gut 28 Prozent. Von den Novemberhilfen wurden 56 Prozent der verfügbaren Mittel ausgezahlt, von den Dezemberhilfen 33 Prozent. Die staatliche KfW-Bank habe aus ihrem Sonderprogramm bisher 46 Milliarden Euro zugesagt. (dpa)

Spiegel-Video: Corona in Indien – „Was wir machen, muss eigentlich von Gott entschieden werden“

Trotz sinkender Infektionszahlen wurden in Indien in dieser Woche an einem Tag mehr als 6000 Coronatote registriert – die bisher höchste Zahl weltweit. Das Gesundheitssystem ist überfordert, besonders auf dem Land.

Kommunen: Impfzentren wichtiger Baustein für Pandemiebekämpfung

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund hat die Absicht der Bundesländer begrüßt, die Impfzentren auch über den September 2021 hinaus verfügbar zu halten. „Das ist für uns in Niedersachsen als Flächenland ein wichtiger Baustein, um überall im Land ein gutes Impfangebot aufrecht erhalten zu können“, sagte Verbandssprecher Thorsten Bullerdiek am Donnerstag.

Bund und Länder hatten am Mittwoch vereinbart, dass die Länder binnen zwei, drei Wochen ein Bereitschaftskonzept entwickeln, damit die Impfzentren über den Sommer hinaus in Bereitschaft gehalten werden - etwa falls sie für Auffrischimpfungen gebraucht werden. Gewährleistet werden soll den Angaben zufolge ein Mindestbetrieb der Zentren.

„Wenn wir die Impfzentren erstmal runterfahren, dauert es, um sie im Bedarfsfall wieder zu aktivieren. Das wird dann noch teurer und bringt Zeitverzug in der Krise“, so Bullerdiek weiter. Die Entscheidung der Gesundheitsministerinnen und -minister sei richtig. „Zudem müssen wir uns für Auffrischungsimpfungen entsprechend vorbereiten. Auch da sind die Impfzentren sehr hilfreich und entlasten die Hausärzte.“

Bericht: RKI, Drosten und Lauterbach am häufigsten angefeindet

Das Robert Koch-Institut, der Virologe Christian Drosten und der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach werden einem Bericht zufolge in sozialen Netzwerken am häufigsten von Impfgegnern diskreditiert und angefeindet. Das gehe aus einer Studie des Deutschland-Ablegers des Londoner „Thinktanks Institute für Strategic Dialogue“ hervor, berichtete das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag). Ausgewertet wurden 400.000 Posts der impfskeptischen Szenen in sozialen Netzwerkern.

Lauterbach bestätigte massive Anfeindungen: „Ich spüre das jeden Tag in den sozialen Medien - in Drohpost, Briefen und in Aufrufen zu Gewalt, die ich auch regelmäßig zur Anzeige bringe“, sagte er den Zeitungen. Er sehe in den Anfeindungen auch eine Gefahr, die über seine Person hinausgehe. „Menschen wie mich gefährdet das direkt, etwa wenn im Netz zu Gewalt gegen mich aufgerufen wird“, sagte Lauterbach. Zudem würden Bürgerinnen und Bürger verwirrt, zögerten mit der Impfung und würden möglicherweise schwer krank. „Und das dritte Problem ist, dass wichtige Wissenschaftler und Politiker, die schon einmal angefeindet und diskreditiert wurden, sich aus dem öffentlichen Diskurs zurückziehen.“ Der Politiker warnte davor, die Impfgegner im Netz zu bagatellisieren.

Nach Lauterbach stehen auf der Liste der am meisten im Zusammenhang mit Corona-Impfungen angefeindeten Personen und Organisationen die Weltgesundheitsorganisation WHO und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Dann folgen der Präsident des Rober-Koch-Instituts, Lothar Wieler, der Virologe Hendrik Streeck, das Paul-Ehrlich-Institut, die Virologin Melanie Brinkmann und der US-Virologe Anthony Fauci.

Zahl an Neuinfektionen und Sieben-Tage-Inzidenz sinken weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 718 955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 594 700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

+++ Mittwoch, 16. Juni +++

Reiseregeln für den ganzen Sommer - Impfzentren in Bereitschaft

Bei Urlaubsreisen ins Ausland sollen trotz sinkender Corona-Zahlen den ganzen Sommer über Vorgaben zu Tests und Quarantäne greifen. „Reisen ja - aber bitte weiterhin mit Vorsicht und Umsicht“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in München nach Beratungen mit seinen Länderkollegen. Die Regeln für Reiserückkehrer sollten bis mindestens Mitte September verlängert werden. Ziel sei auch, den Eintrag riskanterer Virusvarianten so lange es gehe zu verhindern. Für einen weiteren Betrieb der regionalen Impfzentren soll ein Konzept erarbeitet werden. Die Impfkampagne soll nun auch die Zahl der Menschen mit vollem Impfschutz zügig steigern.

Im Lauf der Woche werde in Deutschland die 50-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen geknackt, so Spahn. Bis Ende Juli, Anfang August solle jedem Erwachsenen, der sich impfen lassen will, ein Impfangebot gemacht werden. Wichtiger als mitunter angenommen sei die Zweitimpfung - erst sie schütze etwa gegen die Delta-Variante des Coronavirus. 48,9 Prozent der Bevölkerung haben mittlerweile die Erstimpfung, 27,6 Prozent den vollen Impfschutz. (dpa)

Virusvariante Delta nimmt in Deutschland deutlich zu  

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend. In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben demnach noch bei 3,7 Prozent gelegen.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. (dpa)

Kühlkette unterbrochen: Landkreis Friesland verabreicht spontan 600 Impfdosen 

Wegen einer Panne in der Kühlkette sind in Niedersachsen im Landkreis Friesland kurzfristig 600 Impfdosen zusätzlich verabreicht worden. Der Kreis hatte am Mittwochnachmittag Friesländerinnen und Friesländer ohne Impftermin aufgerufen, sich schnellstmöglich bis zum frühen Abend auf den Weg ins Impfzentrum nach Schortens zu machen.

„Es gab einen großen Andrang“, sagte eine Kreissprecherin. Rund 1000 Menschen kamen nach dem Aufruf. Wegen der Hitze versorgten Hilfskräfte die Wartenden mit Wasserflaschen. Da nicht für alle ausreichend Impfdosen verfügbar waren, habe vielen wieder abgesagt werden müssen, sagte die Sprecherin. Diese hätten aber verständnisvoll reagiert.

Beim Eintreffen der Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer am Impfzentrum sei festgestellt worden, dass die Kühltemperatur nicht durchgehend eingehalten worden sei, sagte die Sprecherin. Warum es dazu kam, war zunächst unklar. Nach Rücksprache mit dem Landesgesundheitsamt musste der Stoff daher komplett und sofort verabreicht werden. Von den insgesamt 1200 Dosen war die Hälfte ohnehin für Impfungen am Mittwoch verplant. Wegen der zusätzlichen Impfungen am Mittwoch sollen an den folgenden Tagen keine bereits vergebenen Impftermine ausfallen. (dpa)

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Wilhelmshavener Stadtverwaltung öffnet wieder ihre Türen

Bei der heutigen Impfstofflieferung von 1200 Dosen Biontech an den Landkreis Friesland ist auf dem Lieferweg die Kühlkette unterbrochen worden. Die Lieferung hat das Impfzentrum gerade erst erreicht. Die Dosen müssen bis spätestens 18:30 Uhr verimpft sein. Rund 600 dieser Dosen sind aktuell noch nicht verplant. Deshalb ruft der Landkreis Friesland alle Friesländerinnen und Friesländer, die aktuell noch keinen Impftermin für eine Erstimpfung erhalten haben, dazu auf, sich schnellstmöglich auf den Weg ins Impfzentrum des Landkreises Friesland in Roffhausen zu machen, um dort heute noch vor 18:30 Uhr geimpft zu werden. Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis und wenn möglich auch Ihren Impfausweis mit. Sollten mehr Personen als Impfdosen vor Ort sein, entschuldigen wir uns bereits jetzt, da ein anderer Weg aktuell leider nicht möglich ist. Wir bedanken uns schon jetzt für Ihr Verständnis.Die Verwaltungsgebäude der Stadt Wilhelmshaven sind ab der kommenden Woche wieder geöffnet: Ab Montag, 21. Juni, sind das Rathaus, das Technische Rathaus sowie die Außenstellen für Publikumsverkehr geöffnet. Um Warteschlangen und dadurch Menschenansammlungen zu vermeiden, werden für einen Besuch des Bürgeramtes, der KFZ-Zulassungsstelle, des Standesamtes, der Ausländerbehörde und der Führerscheinstelle im Ratrium aber auch weiterhin Termine benötigt. Auch im Sozialamt ist weiterhin eine vorherige Terminvereinbarung notwendig.

Kontaktdaten für Terminvereinbarungen unter www.wilhelmshaven.de oder telefonisch unter 04421 160. In den Gebäuden gelten nach wie vor Abstands- und Hygieneregeln sowie die Pflicht eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das teilte die Stadt heute Nachmittag mit.

Lauterbach fürchtet Ausbruch der Delta-Variante im Herbst

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach rechnet damit, dass die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus im Herbst wieder für mehr Ansteckungen in Deutschland sorgen wird. „Ich bin ganz sicher, dass wir in Deutschland auch noch die Delta-Variante bekommen werden“, sagte Lauterbach am Dienstagabend in der Fernsehsendung „rbb Spezial“. Bisher tritt die aus Indien stammenden Variante in Deutschland nur in geringem Maße auf.

Eine neue Studie der Oxford-Universität zeige, dass die Saisonalität dieser Variante deutlich ausgeprägter sei als ursprünglich angenommen: Im Sommer sei das Risiko, sich damit anzustecken, viel geringer, erklärte Lauterbach. Sie sei aber deutlich ansteckender, führe zu einem schwereren Verlauf, und sei zum Teil resistent gegen die Erstimpfung. „Aber ich hoffe, dass dann bei uns eben schon so viele doppelt geimpft sein werden, dass es keine so große Welle mehr gibt.“

Vor diesem Hintergrund forderte der Gesundheitsexperte, auch Kindern ein Impfangebot zu machen. „Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.“ (dpa)

Weniger Biontech-Impfstoff im Juli

Der Impfstoffhersteller Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland im Juli deutlich reduzieren. Das wurde der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Kreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt, die per Videokonferenz tagte. Eine Reduzierung der Biontech-Lieferungen war für das dritte Quartal bereits vor längerer Zeit angekündigt worden, allerdings nur ein leichter Rückgang.

Das Bundesministerium prognostiziert nun für die erste volle Juliwoche (KW 27) 3,2 Millionen Biontech-Dosen - nach 5,7 Millionen für die letzte Juniwoche. Einem Bericht des Magazins „Business Insider“ zufolge soll die Impfstoffmenge in der zweiten Juliwoche auf drei Millionen Dosen reduziert werden. Im Internet nennt das Bundesministerium für die zweite bis vierte Juliwoche diese Zahl auch offiziell, allerdings in Klammern gesetzt.

Ein Jahr nach Einführung: Was hat die Corona-Warn-App gebracht?

Die Einführung der offiziellen Corona-Warn-App des Bundes vor einem Jahr sollte wohl an die erste Mondlandung erinnern: „Die App herunterzuladen und zu nutzen, das ist ein kleiner Schritt für jeden von uns, aber ein großer Schritt für die Pandemiebekämpfung“, sagte damals Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). Er lehnte sich dabei an die legendären Worte von Neil Armstrong vom großen Sprung für die Menschheit an, bevor der Astronaut als erster Mensch den Mond betrat.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes erfasst mit Hilfe von Bluetooth-Signalen, welche Smartphones einander nahe gekommen sind, und benachrichtigt die Anwender dann über riskante Begegnungen. Die App wurde am 16. Juni 2020 in den Stores von Apple und Google veröffentlicht. Seit dem vergangenen Dezember ist auch eine inoffizielle Version („Corona Contact Tracing Germany (CCTG)“) verfügbar, die auch auf Android-Smartphones läuft, die nicht über Google-Dienste verfügen.

In den ersten Monaten entwickelte sich die Verbreitung sehr dynamisch. Im September 2020 hatte das Robert Koch-Institut (RKI) über 18 Millionen Downloads in den Stores von Google und Apple registriert. Danach flachte die Kurve allerdings deutlich ab. Zuletzt verzeichnete das RKI 28,3 Millionen Downloads.

Konkrete Zahlen zur Wirksamkeit der App, die auch in der Anwendung selbst präsentiert werden, widersprechen der These vom „Totalausfall“. Danach haben inzwischen knapp eine halbe Million Menschen über die App andere Personen vor einer gefährlichen Risiko-Begegnung gewarnt. Dadurch wurden unzählige Infektionsketten unterbrochen. Die Zahl der relevanten Warnungen könnte aber noch viel höher sein, wenn alle Anwenderinnen und Anwender der App, die positiv getestet wurden, diese schlechte Nachricht auch in die App eintragen würden. Anfangs trauten sich aber nicht einmal 40 Prozent der Betroffenen, diese Alarmkette auszulösen.

72 Prozent derjenigen, die die App installiert haben oder dies planen, würden ein positives Ergebnis in der App teilen. Im Januar 2021 waren es nur 62 Prozent. 33 Prozent hatten zum Jahresbeginn eingeräumt, andere App-Anwender im Falle einer eigenen Infektion trotz der durch die App gesicherten Anonymität nicht warnen zu wollen. Dieser Anteil sank nun auf nur noch 22 Prozent.

Friesland erreicht wieder die 0

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Friesland ist wieder auf 0 gesunken. Das geht aus dem Corona-Dashboard des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes hervor. Gestern noch lag der Wert bei 2,0. Zuvor hatte Friesland bereits einmal die „Null-Inzidenz“ erreicht.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.11 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3254 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 137 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 107 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 074 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 717 625 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 590 900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagnachmittag bei 0,72 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 72 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

+++ Dienstag, 15. Juni +++

Südafrika verschärft Restriktionen nach Anziehen der Corona-Zahlen

Als Reaktion auf ein deutliches Anziehen der Corona-Infektionszahlen verschärft Südafrika erneut seine Restriktionen. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte am Dienstagabend in einer TV-Rede an die Nation eine Heraufstufung auf die Alarmstufe drei an. Sie sieht Beschränkungen bei Versammlungen, beim Alkoholverkauf sowie nächtliche Ausgangsbeschränkungen vor. „Wir müssen schnell und entschlossen handeln“, warnte Ramaphosa. Am schwersten betroffen sei die Region um das Wirtschaftszentrum des Landes in Johannesburg und Pretoria, die rund zwei Drittel aller landesweiten täglichen Neuinfektionen registriert. Dort befindet sich laut Ramaphosa die Gesundheitsinfrastruktur an der Kapazitätsgrenze.

Auf der Südhalbkugel hat der Winter begonnen. Das zahlenmäßig am schwersten betroffene Land Afrikas hat inmitten einer dritten Infektionswelle bisher 1,75 Millionen Fälle dokumentiert. In dem Kap-Staat kursiert eine neue Variante des Sars-CoV-2-Virus, die als besonders ansteckend gilt. Deswegen haben viele Länder Restriktionen für Reisende aus Südafrika verhängt. Bisher sind knapp zwei Millionen Menschen in dem Kap-Staat geimpft. Aktuell würden rund 150 000 Menschen über 60 Jahren pro Tag geimpft - eine Zahl, die bald auf 200 000 steigen sollen. (dpa)

Mehr als 600.000 Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als 600 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das ging am Dienstag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in der US-Stadt Baltimore hervor. In keinem anderen Land der Welt sind so viele Tote im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 erfasst worden. In den USA leben rund 330 Millionen Einwohner. Die Vereinigten Staaten sind in absoluten Zahlen auch mit Blick auf die nachgewiesenen Infektionen - mittlerweile knapp 33,5 Millionen - das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land.

US-Präsident Joe Biden hatte den Angehörigen der Toten am Montag in Brüssel seine Anteilnahme ausgedrückt. „Mein Mitgefühl gilt allen, die einen geliebten Menschen verloren haben“, sagte er und rief die Amerikaner auf, sich impfen zu lassen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC haben 52,5 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Dosis bekommen, 43,7 Prozent sind voll geimpft.

Ende Februar hatte die Zahl der Toten in den USA die Marke von einer halben Million überschritten. Aufgrund des Impffortschritts waren die täglich registrierten Todeszahlen in den vergangenen Monaten deutlich zurückgegangen. Pro Tag sterben jedoch noch immer mehrere Hundert Menschen in den USA infolge einer Corona-Infektion. Sorge bereitet zunehmend zudem die hochansteckende Delta-Variante. (dpa)

Kleine Lockerung in Frankreich bei EM-Spiel gegen Deutschland

Kleine Corona-Lockerungen in Frankreich für die EM-Fans: Wer in Frankreich das Spiel des Fußball-Weltmeisters gegen die deutsche Nationalmannschaft ab 21.00 Uhr in einer Kneipe verfolgen möchte, muss nicht pünktlich um 23.00 Uhr zu Hause sein. Dann beginnt im ganzen Land eigentlich die abendliche Ausgangssperre.

Es gebe eine Toleranz für die Menschen, die nach dem Spiel nach Hause gehen, kündigte Sportministerin Roxana Maracineanu an. „Man muss die Regel respektieren, in einem Café mit Sitzplätzen zu sein, um das Spiel zu verfolgen und dann nach dem Spiel nach Hause zu gehen“, sagte sie dem Sender Franceinfo.

Wer um 23:15 Uhr in den öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe seiner Wohnung kontrolliert werde, werde keine Schwierigkeiten bekommen, sagte Laëtitia Vallar, Sprecherin der Pariser Polizeipräfektur dem Sender BFMTV. Anders sehe das aus, wenn man in großen Gruppen unterwegs sei und dabei Alkohol trinke. „Wir werden eingreifen, wenn sich Leute versammeln, die die Abstandsregeln nicht respektieren, die Maske nicht tragen.“ (dpa)

Erstimpfungen im Impfzentrum Esens nehmen ab der kommenden Woche wieder Fahrt auf

Erfreuliche Aussichten für alle Impfwilligen im Landkreis Wittmund: Da ab der kommenden Woche wieder die notwendigen Impfstoffdosen zur Verfügung stehen werden, steigt die Kreisverwaltung im Esenser Impfzentrum wieder mit Erstimpfungen ein, um die Warteliste abzuarbeiten, auf der zuletzt rund 7500 Wartende standen. Das teilt die Kreisverwaltung aktuell mit.

In der 25. Kalenderwoche (ab 21. Juni) werden dann 1170 Erstimpfungen mit BionTech/Pfizer verimpft, ab der 26. Kalenderwoche (28. Juni) weitere 1200 Erstimpfungen mit dem Impfstoff Moderna. Zudem wartet das Impfzentrum auf die Zuteilung von AstraZeneca und rechnet noch für diese Woche mit einer positiven Nachricht aus Hannover. Landrat Holger Heymann freut sich, dass das Warten auf Impfstoff beendet ist. Man sei es den Menschen schuldig, das größtmögliche Tempo bei den Erstimpfungen zu machen, um angesichts der abflauenden dritten Welle den Sommer zu nutzen, möglichst viele Menschen zu impfen, damit im Herbst/Winter nicht wieder zum flächendeckenden Lockdown als ultima ratio gegriffen werden müsse.

Bund zahlt jetzt für Luftfilteranlagen an Schulen und Kitas

Schulen und Kitas können nun beim Bund Fördermittel für den Einbau von festen Luftfilteranlagen beantragen. Seit Freitag können entsprechende Anträge gestellt werden, wie das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) mitteilte. Die Förderung ist allerdings begrenzt auf Räume und Einrichtungen für Kinder bis 12 Jahren, da für diese Altersgruppe bisher kein Impfstoff gegen Corona zugelassen ist.

Anträge können direkt online beim Bafa gestellt werden, entweder durch die Träger der Einrichtungen oder durch Schulen, Kitas und Horte selbst. Es gibt maximal 500 000 Euro. Nicht gefördert werden mobile Luftfilter, Umbauten an Fenstern oder sogenannte Klappenlüftungen. Außerdem gibt es nur dann Geld, wenn nicht bereits Fördergelder von anderen Stellen, wie dem Land oder der EU fließen. Das Programm ist bis Ende des Jahres befristet.

Mit dem ursprünglichen Luftfilterprogramm des Bundes in Höhe von rund 500 Millionen Euro, das im vergangenen Jahr aufgelegt wurde, wird bereits der Einbau von Anlagen in öffentlichen Gebäuden, Theatern, Museen und auch Schulaulen gefördert. Dies wurde nun um Kitas und Schulen ergänzt. Zudem gibt es vom Bund jetzt auch Zuschüsse für die Um- und Aufrüstung bestehender Luftfilteranlagen unter anderem in Einrichtungen der Rehabilitation, Frühförderstellen und Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe gefördert. (dpa)

Umfrage: Mehrheit für Aufhebung der Maskenpflicht in Schulräumen

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet eine Aufhebung der Maskenpflicht in Unterrichtsräumen an Schulen. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich 59 Prozent dafür aus. 31 Prozent lehnen dies ab. 10 Prozent machten keine Angaben. Frauen befürworten eine Aufhebung mit 62 Prozent etwas stärker als Männer mit 56 Prozent.

Der Deutsche Lehrerverband hatte sich gegen eine schnelle Aufhebung der Maskenpflicht an den Schulen ausgesprochen. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin, er rate insbesondere während des Unterrichts zu „größtmöglicher Vorsicht“. „Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden.“ Maskenpflicht und auch regelmäßige Tests sollten im auslaufenden Schuljahr bleiben.

Israel hebt Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen auf

Israel hebt wegen der anhaltend niedrigen Zahl von Corona-Neuinfizierten die Maskenpflicht bis auf wenige Ausnahmen auf. Ab Dienstag müssen etwa nur noch ungeimpfte Besucher und Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Masken tragen. Hintergrund ist das erhöhte Risiko der Patienten und Senioren, krank zu werden. Auch Personen, die sich auf dem Weg in ihre Quarantäne befinden, sowie Passagiere und Personal in Flugzeugen müssen weiter Masken tragen. Dies teilte das Gesundheitsministerium am Montagabend mit.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Fast 5,5 Millionen Menschen haben bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Neuinfektionen und schwere Erkrankungen gingen in den vergangenen Monaten stark zurück. Am Montag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien nur vier neue Fälle registriert worden.

Zum 1. Juni hatte Israel bereits wegen des starken Rückgangs von Corona-Neuinfektionen und schweren Erkrankungen die staatlichen Beschränkungen weitgehend aufgehoben. Seither gab es bereits im Freien keine Maskenpflicht mehr. Zuletzt haben allerdings viele Israelis bereits in Geschäften keine Masken mehr getragen. Experten warnen weiter davor, dass neue Varianten aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten.

Kassenärzte fordern mehr Impfstoff

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, fordert von Bund und Ländern Schritte für steigendes Tempo beim Impfen und für eine Rückkehr zu mehr Freiheiten. Er erwarte entsprechende „klare Signale“ von der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch, sagte Gassen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

„Es müssen mehr Impfstoffe in die Praxen“, sagte Gassen. „Solange Impfstoffe leider immer noch knapp sind, appelliere ich an die Patientinnen und Patienten, Geduld zu haben.“ Jeder werde geimpft werden, der geimpft werden möchte - aber nicht sofort und gleich alle auf einmal.

„Trotzdem ist schon jetzt klar: Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte machen aus dem Impffortschritt erst einen Impfturbo“. sagte Gassen. In diesem Zusammenhang sei auch zu klären, wie lange es Sinn mache, die teuren Impfzentren noch aufrecht zu erhalten. „Die nächsten Wochen sollten wir zwar noch an allen Fronten impfen, aber es ist klar, dass wir die Impfzentren dauerhaft nicht brauchen werden.“

Gassen machte sich für eine sofortige Abkehr von der Maskenpflicht im Freien stark. Die Gesundheitsminister müssten einen Weg aufweisen, „wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Freiheiten so schnell wie möglich vollumfänglich wiedererhalten werden“, sagte der KBV-Chef. „Beispielsweise kann die Maskenpflicht im Freien sofort und bei einem weiteren Absinken der Infektionszahlen sehr bald auch komplett entfallen.“

Bereits Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Maskenpflicht draußen entfällt.

Erneut weniger als 1000 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 652 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1204 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 15,5 an (Vortag: 16,6; Vorwoche: 22,9).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 93 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 140 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 716 170 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 586 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 937 angegeben.

+++ Montag, 14. Juni +++

Boris Johnson verlängert Corona-Maßnahmen für weitere vier Wochen

Wegen der rapiden Ausbreitung der Delta-Variante müssen sich die Menschen in England für weitere Corona-Lockerungen noch länger gedulden. Der britische Premierminister Boris Johnson verlängerte am Montag die noch geltenden Corona-Maßnahmen bis zum 19. Juli, wie er bei einer Pressekonferenz in London erklärte. „Wir hatten eine sehr schwierige Entscheidung zu treffen“, so der Regierungschef. „Ich denke aber, es ist vernünftig, etwas länger zu warten.“

Der bislang für den 21. Juni geplante „Tag der Freiheit“ wird somit um bis zu vier Wochen verschoben. Geplant war bislang, dass am Montag nächster Woche in England alle noch geltenden Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden, Nachtclubs wieder öffnen und Theater wieder vor vollen Sälen spielen dürfen. Geschäfte und Gastronomie haben ohnehin bereits seit Wochen wieder geöffnet.

Nun werden zu diesem Datum lediglich die Regeln für Hochzeiten und wenige andere Kulturveranstaltung gelockert - dort sind nun auch wieder mehr als 30 Gäste erlaubt. Die anderen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Corona-Regeln, die sich jedoch nur geringfügig von denen in England unterscheiden. In einigen Regionen wurden auch dort geplante Lockerungen zunächst aufgeschoben. (dpa)

EU-Staaten einigen sich auf gemeinsame Corona-Reisebedingungen

Die EU-Länder haben sich darauf geeinigt, Reisebeschränkungen koordiniert und schrittweise zu lockern. „Mit Beginn des Sommers wird den Bürgerinnen und Bürgern das Reisen erleichtert - mit nur begrenzten und verhältnismäßigen Reisebeschränkungen, wenn überhaupt“, teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders am Montag mit. So sei vorgesehen, dass vollständig Geimpfte und Genesene keinen Reisebeschränkungen unterliegen sollen. Zudem sei vorgesehen, dass Menschen aus Regionen mit wenigen Infektionen ebenfalls ohne Beschränkungen reisen können.

Derzeit ist nur Mecklenburg-Vorpommern als einziges Bundesland ein grünes Gebiet nach den Maßstäben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Von Reisenden aus orangen Gebieten könne ein Test verlangt werden, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Wer aus einem roten Gebiet kommt, für den könne Quarantänepflicht gelten. Die ECDC-Einteilung der Gebiete in die Farben Grün, Orange, Rot und Dunkelrot erfolgt anhand der Fallzahlen und der Positivrate von Tests. Die EU-Länder haben sich darauf geeinigt, Reisebeschränkungen koordiniert und schrittweise zu lockern. „Mit Beginn des Sommers wird den Bürgerinnen und Bürgern das Reisen erleichtert - mit nur begrenzten und verhältnismäßigen Reisebeschränkungen, wenn überhaupt“, teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders am Montag mit. So sei vorgesehen, dass vollständig Geimpfte und Genesene keinen Reisebeschränkungen unterliegen sollen. Zudem sei vorgesehen, dass Menschen aus Regionen mit wenigen Infektionen ebenfalls ohne Beschränkungen reisen können. (dpa)

WHO: Corona-Fallzahl sinkt seit sieben Wochen - aber keine Entwarnung

Die globale wöchentliche Zahl an Covid-Fällen ist sieben Wochen in Folgen gefallen - der längste Rückgang seit Beginn der Pandemie. Dieser Trend verdecke jedoch die beunruhigende Zunahme von Krankheits- und Todesfällen in vielen einzelnen Ländern, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf.

Der Anstieg in Afrika sei besonders alarmierend, da diese Region weltweit am wenigsten Impfdosen, Tests und Sauerstoff für Patienten zur Verfügung habe, sagte Tedros. Er nannte keine konkreten globalen oder regionalen Zahlen. Die WHO legt ihre Corona-Wochenstatistik meist am Dienstag oder Mittwoch vor.

Beim G7-Gipfel gaben führende Industrienationen am Wochenende Zusagen über 870 Millionen Impfdosen bekannt, die möglichst schnell und zur Hälfte bis Jahresende an die bedürftigsten Länder ausgeliefert werden sollen. Tedros forderte am Montag erneut noch raschere Hilfe in noch höheren Mengen. „Die Ausbreitung des Virus ist derzeit schneller als die globale Auslieferung von Impfstoffen“, sagte er. Laut Tedros sterben täglich mehr als 10 000 Menschen an Covid-19. (dpa)

Experten und Expertinnen warnen vor Aufhebung der Maskenpflicht

Eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht in Deutschland könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern ein Wiederaufflammen der Pandemie nach sich ziehen. „Wenn wir nach dem Wegfall der Testpflicht in vielen Situation nun auch noch die Maskenpflicht fallen lassen, sind wir im Grunde in einem ungestörten Leben wie vor der Pandemie“, sagte Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Virus aber sei noch da und wesentlich infektiöser durch Mutationen. „Warum soll die Pandemie dann nicht wiederkommen?“.

Auch die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, hält es vorerst für wichtig, zumindest drinnen weiterhin Maske zu tragen. „Masken sind ein einfacher und wirksamer Schutz, vor allem in Innenräumen“, so die Epidemiologin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Es geht hier auch um den Schutz vor ansteckenderen neuen Varianten des Virus.“ (Corona)

Corona-Zahlen in Indien gehen weiter zurück

In Indien gehen die Corona-Zahlen weiter zurück. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem südasiatischen Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern etwa 70 000 neue Infektionen im Zusammenhang mit der Pandemie gemeldet, die niedrigste Zahl seit Anfang April. Wie das Gesundheitsministerium am Montag in der Hauptstadt Neu Delhi weiter mitteilte, wurden zudem 3921 neue Todesfälle registriert.

In den vergangenen beiden Monaten hatte es an manchen Tagen mehr als 400 000 neue Infektionen gegeben. Dafür wurden auch Großveranstaltungen wie Wahlkampf-Auftritte und religiöse Feste verantwortlich gemacht. In Indien wurde die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Corona-Virus zuerst erkannt. Inzwischen werden Schutzmaßnahmen wieder gelockert, auch in Neu Delhi. Dort sind Läden wieder geöffnet. Restaurants dürfen 50 Prozent der Plätze wieder besetzen. (dpa)

Spahn für schrittweises Ende der Maskenpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für ein schrittweises Ende der Maskenpflicht ausgesprochen. „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: in einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen entfallen“, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote nach und nach auch drinnen.“

Das Tragen von Masken sei aber auch ohne Pflicht weiter zu empfehlen, etwa bei Reisen oder Treffen in Innenräumen, fügte Spahn hinzu. Mehr Sicherheit gebe es nur, wenn alle Anwesenden geimpft oder regelmäßig getestet seien.

Am Wochenende hatte unter anderen Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) ein rasches Ende von Vorgaben zum Maskentragen gefordert. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte angesichts sinkender Inzidenzzahlen an die Bundesländer, die Verhältnismäßigkeit der Maskenpflicht zu überprüfen.

Maskenpflicht in Dänemark quasi beendet - Debatte auch in Deutschland

Die Däninnen und Dänen müssen von nun an kaum noch Mund-Nasen-Schutz tragen. Die seit Monaten im Kampf gegen das Coronavirus geltende Pflicht zum Tragen einer Maske oder eines Visiers ist zum Montag für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben worden. Darauf hatten sich die Regierung und der Großteil der Parlamentsparteien geeinigt. Einen solchen Corona-Schutz muss man in Dänemark jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr tragen, wenn man dort nicht sitzt. Bis zum 1. September soll die Maske dann gänzlich verschwinden.

Dänemark hatte seinen schrittweisen Weg aus den Corona-Maßnahmen schon im Frühjahr eingeleitet. Seitdem sind zahlreiche Beschränkungen im Land zurückgefahren worden, so dass mittlerweile im Grunde alles wieder offen ist bis auf die Diskotheken, die nun voraussichtlich Anfang September öffnen dürfen.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Dänemark im Zuge der Lockerungen leicht gestiegen, allerdings nicht in die Höhe geschossen. Seit einigen Tagen sinkt die Inzidenz wieder: Am Sonntag wurden nur 315 nachgewiesene Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet - das war der niedrigste Wert seit Mitte Februar. Allerdings wurden auch weniger Menschen als normalerweise getestet. Bei den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC lag Dänemark bei einer 14-Tages-Inzidenz von rund 215, was dem höchsten Wert im Europäischen Wirtschaftsraum entsprach. Allerdings sind die Werte in zahlreichen weiteren Ländern auch zuletzt rapide gesunken.

Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie forderte am Wochenende auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Länder auf, die weitere Fortdauer der Maskenpflicht hierzulande zu überprüfen. Die Länder müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte gar ein komplettes Ende der Maskenpflicht. „Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken. Die allgemeine Maskenpflicht müsste daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen“, sagt Kubicki dem Blatt.

Ein Jahr Corona-Warn-App: Vertrauen der Bevölkerung steigt

Ein Jahr nach der Vorstellung der offiziellen Corona-Warn-App können sich immer mehr Menschen in Deutschland vorstellen, der Anwendung auch ein positives Testergebnis anzuvertrauen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

72 Prozent derjenigen, die die App installiert haben oder dies planen, würden ein positives Ergebnis in der App teilen. Im Januar 2021 waren es nur 62 Prozent. 33 Prozent hatten zum Jahresbeginn eingeräumt, andere App-Anwender im Falle einer eigenen Infektion trotz der durch die App gesicherten Anonymität nicht warnen zu wollen. Dieser Anteil sank nun auf nur noch 22 Prozent.

Eine Mehrheit derjenigen, die ein positives Ergebnis nicht teilen würden, sorgt sich, dass die eigenen Daten nicht anonym sind (79 Prozent). 35 Prozent aus dieser Gruppe wollen grundsätzlich keine Gesundheitsdaten teilen. Fünf Prozent sehen sich technisch außerstande.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes war am 16. Juni 2020 in den App-Stores von Apple und Google veröffentlicht worden. Seit dem vergangenen Dezember ist auch eine inoffizielle Version („Corona Contact Tracing Germany (CCTG)“) verfügbar, die auch auf Android-Smartphones läuft, die nicht über Google-Dienste verfügen.

In den ersten Monaten entwickelte sich die Verbreitung sehr dynamisch. Im September 2020 hatte das Robert Koch-Institut (RKI) über 18 Millionen Downloads in den Stores von Google und Apple registriert. Danach flachte die Kurve deutlich ab. Zuletzt verzeichnete das RKI 28,3 Millionen Downloads.

Bei der Bitkom-Umfrage sagten 36 Prozent der Menschen, sie hätten die App installiert. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung wären das über 29 Millionen. Weitere sechs Prozent planen demnach, dies künftig zu tun. Insgesamt 55 Prozent der Befragten nutzen die Corona-Warn-App nicht, wovon 22 Prozent kein Smartphone besitzen. Acht Prozent haben die Corona-Warn-App bereits wieder deinstalliert, 25 Prozent haben generell kein Interesse.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, die App habe sehr wertvolle Dienste geleistet: „Sie funktioniert, sie ist kostenlos und sie schützt die persönlichen Daten optimal.“ Die Anwendung habe Menschenleben gerettet. Berg betonte, entscheidend sei, dass wirklich alle Nutzerinnen und Nutzer ihre Testergebnisse über die App teilen. „Wir schlagen daher bei einem positiven Testergebnis eine automatische Warnmeldung mit Widerspruchsmöglichkeit vor. Das würde die Hürden für jeden Einzelnen senken und die Wirksamkeit der App weiter steigern.“

RKI registriert 549 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,6

Erstmals seit mehr als acht Monaten haben die Gesundheitsämter in Deutschland weniger als 1000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 549 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 21. September mit 922 dreistellig.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 1117 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 16,6 an (Vortag: 17,3, Vorwoche: 24,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 10 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 715 518 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 580 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 844 angegeben.

+++ Sonntag, 13. Juni +++

Betriebsärzte bekommen zweiten Corona-Impfstoff

Für die Corona-Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson & Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192 000 Dosen davon geliefert werden, wie es am Samstag vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen dann 602 550 Dosen von Biontech, so dass insgesamt 794 550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702 000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602 550 sein.

Die Arztpraxen sollen in der Woche vom 21. Juni rund 3,3 Millionen Impfdosen erhalten, nämlich 2,84 Millionen Dosen von Biontech und 504 000 von Astrazeneca. Die Länder sollen nach neuen Lieferdaten noch im Juni rund 700 000 Dosen mehr für die Impfzentren bekommen als zunächst geplant, wie es vom Gesundheitsministerium weiter hieß. In der kommenden Woche seien es 400 000 Dosen von Astrazeneca extra. Mehrere Länder wollten dies für Erstimpfungen verwenden. (dpa)

Merkel: „Erheblicher Beitrag“ zur Impfstoffverteilung aus Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen „erheblichen Beitrag“ aus Deutschland bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen zugesichert. „Deutschland zeichnet verantwortlich für 350 Millionen Dosen“, sagte Merkel am Sonntag zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Dazu gehörten 30 Millionen Dosen, die Deutschland bestellt habe und weitergeben werde. „Das werden vermutlich im Laufe der Zeit noch mehr“, sagte Merkel. Sie verwies auf Lieferprobleme der Impfstoffhersteller.

Der größte Teil des deutschen Beitrags laufe über das Impfprogramm Covax. Dort sei Deutschland der zweitgrößte Geber. Covax finanziert mit dem Geld etwa die Herstellung von Impfstoffen und den Aufbau von Produktionsstätten.

Ziel sei, den Zugang aller Menschen zu Impfstoffen sicherzustellen, sagte Merkel. Die G7-Gruppe sei sich „einig, dass die Pandemie nur global besiegt werden kann. Der Weg aus der Pandemie sind Impfstoffe“, sagte Merkel. Die Kanzlerin bekräftigte, dass die G7-Gruppe bis Ende 2022 insgesamt 2,3 Milliarden Impfdosen verteilen wolle. „Deutschland beteiligt sich in erheblichem Maße.“

Es gehe zudem darum, die globale Impfstoffproduktion zu fördern. Die G7-Gruppe wolle, dass die Mittel nicht mehr nur in Europa oder Asien hergestellt werden, sondern auch in Afrika. Hier engagiere sich vor allem das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech, sagte Merkel, ohne weitere Details zu nennen. (dpa)

Zeitung: Rund 20 Millionen Masken in Baden-Württemberg nicht nutzbar

Fast 20 Millionen Masken in den Beständen des Landes Baden-Württemberg sind einem Zeitungsbericht zufolge derzeit nicht nutzbar, weil sie nicht ganz den Normen entsprechen. „Insgesamt sind 15,2 Millionen Masken aus Landesbeschaffungen aus den Jahren 2020 und 2021 im Lager gesperrt“, teilte das Sozialministerium den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) mit. Hinzu kämen rund 4,6 Millionen vom Bund gelieferte mangelhafte Masken. „Trotz sorgfältiger Auswahl der Lieferanten und der Vorgabe einer Herstellung in Deutschland waren zum Teil Masken nicht normentsprechend“, hieß es.

Bis Ansprüche auf Schadenersatz mit den Herstellern geklärt seien, blieben die Masken zur Beweissicherung im Lager. Mit dem Bund stehe das Land ebenfalls in Verhandlung über eine Kostenerstattung.

Dass das Land mangelhafte Masken bekommen hatte, ist bekannt. Bislang war aber von geringeren Mengen die Rede. Inzwischen lässt das Land selbst beschaffte FFP2-Masken von der Prüforganisation Dekra checken. (dpa)

Entwicklungsorganisationen fordern Klarheit über Impfspenden der G7

Entwicklungsorganisationen haben „mehr Klarheit“ über die versprochenen Impfstoffspenden der G7 für ärmere Länder gefordert. Auf dem Gipfel der großen Industrienationen (G7) im englischen Carbis Bay sprach Romilly Greenhill von der Organisation One am Sonntag von einem „geheimnisvollen Nebel“, der die genannten Zahlen umhülle. „Die Welt muss einen klaren Fahrplan sehen.“

Fraglich sei, wo die Impfstoffe herkommen sollen. Auch sei unklar, was wirklich neu oder von früheren Zusagen erneuert worden sei. So hatte Gastgeber Großbritannien von einer Milliarde Impfspenden bis Ende nächsten Jahres gesprochen - Kanzlerin Angela Merkel eher vage von der Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen.

Greenhill fragte auch, wie die G7 die Versorgungskrise durch den Exportstopp Indiens auffangen wolle, das als Hauptlieferant für die Impfplattform Covax dienen sollte. Wegen der schweren Infektionswelle im eigenen Land hatte Neu Delhi im April die Ausfuhren eingestellt.

Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierte Impfprogramm Covax hatte bis Sonntag erst 83 Millionen Impfdosen an 131 Länder ausgeliefert. Geplant war deutlich mehr. Das liegt nicht nur am Exportstopp Indiens, sondern auch daran, dass die reichen Länder den Impfstoff zum Großteil zunächst für sich selbst aufgekauft haben. So ist das dringendste Problem der Mangel an Impfstoff.

Die WHO dringt seit Wochen darauf, dass reiche Länder statt gesunde Jüngere zu impfen Impfstoffdosen spenden, damit in ärmeren Ländern wenigstens Pflegepersonal und die gefährdetsten Menschen geimpft werden können.

Bisher haben Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Belgien, Schweden, Dänemark, die USA, Japan, Norwegen, Neuseeland und die Vereinigten Arabischen Emirate 180 Millionen Impfdosen als Spende an Covax zugesagt. Das meiste davon - wie 30 Millionen Impfdosen aus Deutschland - soll „bis Ende des Jahres“ geliefert werden. Viel zu spät, sagt die WHO. Covax braucht bis September 250 Millionen Dosen.

Das Covax-Ziel, bis Ende des Jahres rund zwei Milliarden Impfdosen auszuliefern, wurde inzwischen auf „bis Anfang 2022“ verschoben. Rund 1,8 Milliarden sollen an 91 ärmere Länder gehen, die selbst keinen finanziellen Beitrag leisten können. Dort sollen damit jeweils rund 30 Prozent der Erwachsenen geimpft werden. (dpa)

Kubicki kündigt Corona-Untersuchungsausschuss nach Wahl an

Der Vize-Vorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki, hat einen von der FDP beantragten Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nach der Bundestagswahl in Aussicht gestellt. „Es bedarf einer parlamentarischen Aufarbeitung dazu nach der Wahl“, sagte Kubicki am Samstag auf einem Parteitag der Thüringer FDP in Erfurt. „Das war die Ankündigung eines Untersuchungsausschusses“, erklärte der FDP-Politiker nach seiner Rede auf Anfrage.

Kubicki, der auch Vizepräsident des Bundestags ist, kritisierte unter anderem den Einkauf „untauglicher Masken“ durch das Ministerium von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Bei deren Prüfung seien zwei von acht Kriterien gestrichen worden. „Es ist eine menschliche und rechtliche Sauerei, wenn man Menschen Sicherheit vorgaukelt, die es nicht gibt.“ Auch die Teststrategie und die Behauptung, die Intensivstationen seien bundesweit wegen der Pandemie an der Belastungsgrenze gewesen, seien zu untersuchen.

Der Vizechef bekräftigte die Haltung der FDP in der Steuerpolitik: „Wir garantieren, dass es mit uns Steuererhöhungen nach der Bundestagswahl nicht geben wird.“ Ziel sei es, nach der Wahl am 26. September so stark zu werden, „dass ohne die Freien Demokraten eine vernünftige Regierung nicht gebildet werden kann“. (dpa)

Mallorca will Öffnung der Discos ab Mitte Juli zulassen

Auf der Party-Insel Mallorca normalisiert sich das Leben zunehmend: Diskotheken, Pubs und andere Nachtlokale sollen gegen Mitte Juli im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage sowohl auf der liebsten Insel der Deutschen als auch auf den anderen Balearen wieder öffnen dürfen, wie die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Samstag unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma berichtete.

Die Wiedereröffnung der Vergnügungslokale solle nach den Plänen Palmas um den 17. Juli herum passieren. Die endgültige Entscheidung solle aber erst nach einem siebentägigen Pilotprojekt Anfang Juli fallen. „Diario de Mallorca“ zitierte Regionalpräsidentin Francina Armengol mit den Worten, das Nachtleben solle auf den spanischen Mittelmeer-Inseln „eher früher denn später“ reaktiviert werden.

Diese Pläne seien das Ergebnis eines Treffens von Armengol und anderen Politikern mit Vertretern der Branche. Es sei relativ sicher, dass das Tanzen im Inneren der Lokale prinzipiell gestattet werden solle. In einer ersten Etappe würden alle Lokale allerdings spätestens um 3.00 Uhr schließen müssen. Zudem werde es mehrere Regeln geben, etwa die Beachtung eines Sicherheitsabstandes zu fremden Personen und der Maskenpflicht in bestimmten Situationen.

Tanz- und andere nächtliche Vergnügungslokale bleiben in Spanien zum größten Teil bereits seit dem Corona-Lockdown von März 2020 geschlossen. Aufgrund der Einschränkungen warfen allein auf den Balearen laut Studien die Betreiber von mindestens 500 der insgesamt 1500 Geschäfte des Sektors endgültig das Handtuch.

Die Corona-Zahlen gehen in Spanien seit Monaten kontinuierlich zurück. Zuletzt wurden landesweit 46 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Diese Sieben-Tage-Inzidenz beträgt auf den Balearen derzeit sogar nur gut 20. Damit liegt die Region in Spanien nur knapp schlechter als Valencia (ca. 18) sowie Murcia und Galicien (je ca. 19). (dpa)

Neue Impfpläne der G7-Staaten als „Ablenkungsmanöver“ kritisiert

Die Überlegungen der reichen Industrienationen (G7) für eine Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen an ärmere Länder bis Ende nächsten Jahres sind als „Ablenkungsmanöver“ und unzureichend kritisiert worden. Entwicklungsorganisationen sprachen am Sonntag auf dem G7-Gipfel im englischen Carbis Bay in Cornwall von einem „Verwirrspiel mit Zahlen“. Auch die neuen Pläne gingen angesichts der benötigten elf Milliarden Impfdosen nicht weit genug.

„Das hört sich besser an, als es ist“, sagte Fiona Uellendahl vom Kinderhilfswerk World Vision. Es reiche bei weitem nicht. „Die G7 werfen eine Nebelkerze.“ Sie wollten davon ablenken, dass sie gegen eine Freigabe des Patentschutzes seien. „Ein globaler Plan zur Bekämpfung der Pandemie sieht anders aus.“ Langfristig müsse in Forschung und Produktion in den ärmeren Ländern investiert werden.

„Dass Kanzlerin Angela Merkel nach wie vor eine Aussetzung des Patentschutzes blockiert, ist unverständlich und empörend“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam International. In allen Regionen der Welt müsse die Produktion von Impfstoffen aufgebaut werden, um die strukturellen Ursachen für die ungerechte Verteilung zu beseitigen.

„Dazu sind die Aussetzung des Patentschutzes, der Technologie- und Know-how-Transfer und Investitionen in Produktionskapazität nötig“, sagte Kalinski. „Die Menschen in armen Länder dürfen nicht vom Wohlwollen der Politiker und profitorientierte Pharmaunternehmen abhängig sein.“ Obwohl die Entwicklung der lebensrettenden Impfstoffe mit Steuergeldern unterstützt worden sei, behandele die Kanzlerin die Vakzine als Privateigentum einiger weniger Unternehmen.

Merkel hatte am Samstag angekündigt, dass die G7-Gruppe die Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen wolle. Ob es sich dabei nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar. Ein finaler Beschluss lag auch noch nicht vor. (dpa)

Mehr deutsche Brauereien unter den größten der Welt

Die größten deutschen Brauereien haben sich im internationalen Vergleich während der Corona-Krise relativ gut geschlagen. Im neuen Ranking des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas für 2020 sind acht deutsche Unternehmen unter den 40 größten Brauereien der Welt. Im Jahr zuvor waren es sieben. Kein anderes Land ist so oft im Top-40-Ranking vertreten.

Veltins schafft es trotz eines Ausstoßrückgangs erstmals in das Ranking und belegt den 40. Platz. Zusammengenommen stehen die deutschen Brauer den Zahlen zufolge mit einem Produktionsrückgang von 5 Prozent auch ein bisschen besser da als die 40 insgesamt mit einem durchschnittlichen Minus von 6 Prozent.

Größter deutscher Bierhersteller ist der Liste zufolge weiter die Oetker-Tochter Radeberger-Gruppe. Weltweit betrachtet steigt sie um einen Rang auf Platz 22. Dahinter folgt stabil auf Rang 24 die TCB Beteiligungsgesellschaft, zu der unter anderem die Gilde Brauerei, das Frankfurter Brauhaus und Feldschlößchen gehören. Die Oettinger-Gruppe belegt Rang 25. Das ist ein Aufstieg gleich um drei Plätze.

Oettinger ist den Zahlen zufolge auch die einzige der deutschen Brauereien in dem Ranking, die beim Ausstoß deutlich zulegte. Auf den internationalen Plätzen 31 bis 33 folgen Krombacher, die Bitburger-Braugruppe und Paulaner. Die Warsteiner-Gruppe steigt mit einem deutlichen Ausstoßrückgang um einen Rang auf Platz 39 ab. (dpa)

RKI registriert 1489 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 17,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 17,3 an (Vortag: 18,3; Vorwoche: 24,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 18 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 74 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 714 969 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 576 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 834 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,85 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

+++ Samstag, 12. Juni +++

WHO-Chef: Bis nächstes Jahr 70 Prozent der Weltbevölkerung impfen

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, will mit Hilfe der G7-Staaten innerhalb eines Jahres mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung zu einer Corona-Impfung verhelfen. Dieses Ziel solle bis zum nächsten G7-Gipfel in Deutschland 2022 erreicht werden, sagte der WHO-Chef beim Treffen der führenden westlichen Wirtschaftsmächte im englischen Cornwall bei einer virtuellen Pressekonferenz am Samstag. Dazu seien jedoch weit größere Anstrengungen notwendig als bislang geplant. Er sei aber überzeugt, dass dieses Ziel erreichbar sei, so Tedros weiter. Die Produktionskapazitäten könnten bis dahin entsprechend erhöht werden.

Die G7-Staaten zu denen die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada gehören, hatten sich bei der Konferenz zum Ziel gesetzt, bis zum nächsten Jahr mindestens eine Milliarde Impfstoffdosen zu spenden. Nach Angaben der WHO sind jedoch elf Milliarden notwendig. Die Zahl müsse jedoch nicht vollständig durch Spenden erreicht werden, sagte Tedros. Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel will die G7-Gruppe die Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen. Ob es sich dabei nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar. Ein finaler Beschluss lag am Samstagabend noch nicht vor.

Von den reichen Ländern forderte der WHO-Generaldirektor mehr Solidarität. Dazu gehörten auch Technologietransfer und die Aussetzung von Impfstoff-Patenten. „Wir laufen das Rennen unseres Lebens, aber das ist kein faires Rennen und die meisten Länder haben kaum die Startlinie überschritten“, sagte der WHO-Chef. Er forderte einen internationalen Vertrag, um die notwendige Zusammenarbeit in einer Krise wie der Corona-Pandemie festzulegen. (dpa)

Laschet und Merz werben gemeinsam für Innovationen nach Corona-Krise

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz haben gemeinsam für eine stärkere Innovations- und Gründerkultur als Konsequenz aus der Corona-Pandemie geworben. Man werde nach der Pandemie sehen, welche Schäden durch die notwendigen Maßnahmen angerichtet worden seien, sagte Laschet am Samstag beim Abschluss der Beteiligungskampagne für das CDU-Wahlprogramm. Man wisse noch nicht, wie sich die Wirtschaft danach entwickele. Ziel der CDU sei es, die 20er Jahre des Jahrhunderts zum „Modernisierungsjahrzehnt“ zu machen - „auf dem Weg zum klimaneutralen Industrieland“, betonte er.

Laschet nannte als Unterschied zu den Grünen, die Union wolle die Arbeitsplätze in der Chemie-, Automobil- und Stahlindustrie sowie die Aluminiumproduktion auch in Zukunft im Land haben, aber klimaneutral. Nötig seien dafür unter anderem Unternehmensgründer. Laschet hatte Merz in sein Wahlkampfteam geholt, nachdem er den Machtkampf um die Kanzlerkandidatur mit CSU-Chef Markus Söder für sich entschieden hatte. Begründet hatte Laschet den Schritt mit der Wirtschafts- und Finanzkompetenz seines früheren Rivalen im Kampf um den CDU-Vorsitz.

Merz sagte, nötig sei ein Kapitalmarkt, der neu gegründete Unternehmen im Land halte. Es dürfe nicht noch einmal passieren, dass Unternehmen wie die Impfstoffhersteller Curevac und Biontech in Deutschland gegründet würden, aber in den USA an den Kapitalmarkt gehen müssten. Wenn dafür die Voraussetzungen geschaffen würden, könne ein „drittes Wirtschaftswunder“ ausgelöst werden - nach dem ersten nach dem Zweiten Weltkrieg und dem zweiten nach der deutschen Einheit.

Nach Angaben der CDU gingen im Rahmen der Ende März von Laschet gestarteten Beteiligungskampagne knapp 9500 Ideen ein. Es habe mehr als eine halbe Million Abstimmungen über Themen gegeben, mehr als 5000 Teilnehmer seien bei Online-Diskussionen an 11 runden Tischen dabei gewesen. Laschet sagte, die Zahlen zeigten, wie Mitglieder und Nichtmitglieder digital mitreden könnten. (dpa)

Ohne Maske auf dem Motorrad: Wieder Geldstrafe für Bolsonaro

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist wegen der Teilnahme an einer Veranstaltung ohne Maske erneut von der Landesregierung eines politischen Widersachers mit einer Geldbuße bestraft worden.

Auch gegen Eduardo Bolsonaro, Abgeordneter und Sohn des Präsidenten, sowie Infrastrukturminister Tarcísio Gomes, seien Geldstrafen von jeweils 552,71 Reais, umgerechnet 90 Euro, verhängt worden, wie die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Samstag berichtete.

Demnach trugen die drei bei einer Motorradrallye mit Tausenden Anhängern in der Millionenmetropole São Paulo keine Maske und verstießen damit gegen die Gesundheitsvorschriften des Bundesstaates.

Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, João Doria, ist einer der Konkurrenten von Präsident Jair Bolsonaro und möglicher Gegner bei den Wahlen 2022.

Erst vor drei Wochen hatte Bolsonaro ohne Mund-Nasen-Schutz an einer Motorradrundfahrt durch die Millionenmetropole Rio de Janeiro teilgenommen und eine Rede vor seinen Anhängern gehalten.

Zwei Tage zuvor hatte die Regierung des Bundesstaats Maranhão eine Geldbuße gegen Bolsonaro verhängt, weil der Rechtspopulist in der Ortschaft Açailândia einen Massenauflauf seiner Anhänger provoziert und gegen geltendes Recht keine Maske getragen hatte. Der Gouverneur des Maranhão, Flávio Dino, gehört der Kommunistischen Partei Brasiliens an. (dpa)

Merkel: G7 will Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen

Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2022 die Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer ermöglichen. Die G7-Gruppe habe eine globale Verantwortung, sagte Merkel am Samstag am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. Ein finaler Beschluss des Gipfels lag aber zunächst noch nicht vor. (dpa)

Partyvolk gegen Polizei - Randale in Berliner Parks

In mehreren Berliner Parks haben große Partys in der Nacht zum Samstag die Polizei auf den Plan gerufen. Anwohner waren gegen Mitternacht vom Lärm genervt. Auch wegen Verstößen gegen die Hygieneauflagen in der Pandemie räumte die Polizei einige Grünanlagen, teilte die Behörde am Samstag mit. Dabei kam es mitunter zu Randale.

Im Mauerpark an der Grenze der Berliner Ortsteile Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen feierten rund 1500 Menschen. Nach Beschwerden von Anwohnern über den Krach in der dicht besiedelten Gegend kam die Polizei und versuchte, die Lage zu beruhigen. Dabei seien Beamte auch von Feiernden angegriffen und mit Flaschen beworfen worden, sagte eine Sprecherin. Zwei Polizisten seien leicht verletzt worden. Es gebe nun Strafermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung sowie tätlichen Angriffs.

Mit dem EM-Fußballspiel Italien gegen die Türkei hätten die Zusammenstöße auch in anderen Parks nichts zu tun gehabt, ergänzte die Polizeisprecherin. Es sei immer um zu laute Musik gegangen. Einige Feiernde seien nach Alkoholgenuss weniger bereit gewesen, die Parks zu verlassen, als andere. Dazu kämen die strengen Pandemie-Auflagen, die auch bei sinkenden Corona-Inzidenzen weiter gelten. Solche Einsätze in lauen Sommernächten seien zurzeit eine Herausforderung für die Polizei, sagte die Sprecherin.

Im James-Simon-Park und benachbarten Monbijoupark nahe der berühmten Museumsinsel in der Mitte Berlins feierten nach Polizeiangaben gegen 23.30 Uhr rund 2000 Menschen. Es sei an manchen Stellen zu dichtem Gedränge gekommen, hieß es. Ein Besucher soll Reizgas in die Menge gesprüht haben. Nach Angaben der Polizei gab es bei der Räumung dieser Parks aber keine Verletzen.

Im Bürgerpark Pankow trafen sich gegen 23.00 Uhr rund 200 Feierlaunige. Da es aus der Gruppe heraus auch hier zu Gewalt gekommen sei, hätten Einsatzkräfte die Grünfläche geräumt und Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Auch den Park Hasenheide im Szenebezirk Neukölln ließ die Polizei räumen, weil sich dort größere Gruppen aufhielten, laute Musik hörten und Hygieneregeln missachteten. Ein Ärgernis für Anwohner sind nicht nur hier die Müllberge am Morgen danach. (dpa)

RKI registriert 1911 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 18,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2294 Corona-Neuinfektionen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 18,3 an (Vortag: 18,6; Vorwoche: 26,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 129 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 122 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 713 480 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 573 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 816 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,83 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Buchungsportal: Flugreisen und Mietwagen teils deutlich teurer

Reisende, die es nach der Corona-Zwangspause in die Ferne zieht, müssen in vielen Fällen mit steigenden Preisen kalkulieren. Einer Auswertung des Buchungsportals Check24 zufolge kosteten Hin- und Rückflug für die zehn am häufigsten im Mai gebuchten Ziele im Schnitt 16 Prozent mehr als 2019.

Besonders stark zogen demzufolge die Preise für Flüge in die Niederlande (plus 114 Prozent), in die Schweiz (101 Prozent) und nach Österreich (81 Prozent) an. Aber auch bei Verbindungen zum Beispiel nach Spanien schlugen Fluggesellschaften im Schnitt 22 Prozent auf.

„Ein Hauptgrund für die steigenden Flugpreise ist, dass die Fluggesellschaften in der Corona-Pandemie vorsichtiger geplant haben“, erklärte Sebastian Sager, Geschäftsführer Flüge bei Check24. „Dadurch stehen generell geringere Kapazitäten zur Verfügung als in den Vorjahren. Gleichzeitig sind Anbieter bei steigender Nachfrage weniger gezwungen, Rabatte zu gewähren.“

Ein Hin- und Rückflug nach Griechenland in den Sommermonaten 2021 unterdessen kostete im Mai im Schnitt gerade einmal zwei Prozent mehr als 2019. Flüge in die Türkei (minus 9 Prozent) und nach Italien (minus 2 Prozent) waren zuletzt sogar günstiger zu haben als damals.

Wer sich am Urlaubsort ein Auto mieten will, muss dafür zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen als im Jahr vor der Pandemie. Vor allem auf beliebten Urlaubsinseln zogen die Preise für Mietwagen nach Beobachtung von Check24 in jüngerer Zeit kräftig an - im Durchschnitt um etwa ein Viertel (23 Prozent). Auf Ibiza beispielsweise zahlten Reisende im Schnitt pro Tag mehr als dreimal so viel wie 2019. Auf Mallorca kostet der Leihwagen fast 200 Prozent mehr als vor der Pandemie, auf Sizilien ist gut das Doppelte fällig.

Ein Grund für die Preissprünge nach Einschätzung des Buchungsportals: Viele Vermieter sind nicht in der Lage, ihre während der Pandemie verkleinerten Mietwagenflotten kurzfristig wieder aufzustocken. (dpa)

Städtetag betont Rolle der Impfzentren – Hausärzte: sind zu teuer

Die Corona-Impfzentren sollten aus Sicht des Deutschen Städtetags längerfristig weiter betrieben werden. „Bei dem zu erwartenden Andrang sind die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten, etwa in Messehallen, zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag) mit Blick auf steigende Impfstofflieferungen. „Außerdem starten aus den Impfzentren die mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen und soziale Brennpunkte. Wir brauchen leistungsstarke Strukturen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt argumentierte hingegen mit zu hohen Kosten. Es sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken.“ (dpa)

Meuthen gegen Covid-19 geimpft: Niemand soll Druck ausüben

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat sich gegen Covid-19 impfen lassen. Eine Empfehlung an Parteifreunde, dies ebenso zu tun, will der 59-Jährige aber nicht aussprechen. Er habe sich „nach reiflicher Abwägung“ entschlossen, sich mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen zu lassen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Seine erste Impfung liege noch nicht lange zurück.

Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland (80), hatte sich bereits im April impfen lassen und war dafür nach Informationen aus AfD-Kreisen von einigen Parteimitgliedern kritisiert worden. Meuthen sagte: „Ich lege sehr großen Wert darauf, dass weder ein Druck in die eine noch in die andere Richtung ausgeübt wird. Das müssen die Menschen frei selbst entscheiden können.“ Im Programm der AfD für die Bundestagswahl im September heißt es: „Impfen muss freiwillig bleiben.“ (dpa)

+++ Freitag, 11. Juni +++

Bierhoff: Kein deutscher Spieler zweimal geimpft

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich insgesamt zufrieden mit dem Stand der Corona-Impfungen rings um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor dem EM-Start geäußert. Von den Spielern ist allerdings bislang noch keiner zweimal geimpft, wie Bierhoff am Freitagabend bei Magenta TV sagte. Teilweise seien die Spieler einmal geimpft, bei einigen Genesenen sei keine Impfung mehr notwendig. Viele Betreuer seien zweimal geimpft worden.

Die DFB-Auswahl startet am Dienstag in München gegen Weltmeister Frankreich in das paneuropäische Turnier. Weitere Gegner in der schweren deutschen Vorrundengruppe sind Titelverteidiger Portugal und Außenseiter Ungarn.

Zur Stimmung im Team vor dem letzten Turnier unter Bundestrainer Joachim Löw bemerkte Bierhoff: „Hier merkt man einfach die große Freude, die Begeisterung, etwas zu leisten und mit der Nationalmannschaft ein neues Bild abzugeben.“ Drei Jahre nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland wüssten die Spieler auch, dass die Erwartungshaltung nicht ganz so hoch sei und kritisch hingeschaut werde. Grundsätzlich gebe es vor jedem Turnier eine Unsicherheit. „Die hat man auch jetzt“, sagte der 53-jährige Bierhoff.

Bei Löw sei in den Tagen nach der Entscheidung über den Abschied nach dieser EM zu merken gewesen, dass eine Last abgefallen sei, danach sei er relativ schnell in den normalen Rhythmus übergegangen. „Dass er ein Weltklassetrainer ist, hat er bewiesen“, sagte der Europameister von 1996. Der 61-jährige Löw hat für diese Endrunde Thomas Müller und Mats Hummels in die Nationalmannschaft zurückgeholt. „Ich gehe auch davon aus, dass sie gesetzt sind“, sagte Bierhoff zur Rolle der beiden 2014-Weltmeister in der Mannschaft. (dpa)

UN-Generalsekretär begrüßt G7-Impfspenden - „Aber wir brauchen mehr“

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Ankündigung von Impfspenden der G7 begrüßt, aber deutlich mehr Einsatz angemahnt. Die Gruppe sieben wirtschaftsstarker Demokratien hatte angekündigt, mindestens eine Milliarde Dosen zu spenden. „Eine Milliarde ist sehr willkommen. Aber offensichtlich benötigen wir mehr als das“, sagte Guterres am Freitag am Rande des G7-Gipfels vor Journalisten.

Die Impfungen seien bisher sehr ungleich und unfair verteilt gewesen, rügte Guterres. Dabei sollten Impfstoffe öffentliche Güter sein. Gerade in Entwicklungsländern breite sich das Coronavirus wie ein Flächenbrand aus. Es gelte, schnell zu handeln und so viele Menschen weltweit wie möglich zu schützen, bevor das Virus immun gegen Impfstoffe werde, sagte Guterres. „Wir sind im Krieg mit dem Virus.“

Nötig sei ein globaler Impfplan, sagte Guterres. Regierungen, globale Organisationen und Finanzinstitutionen müssten sich mit der Pharmaindustrie zusammenschließen, um die Produktion von Impfstoffen zu verdoppeln, so der UN-Generalsekretär. Er mahnte Regelungen an, mit denen sowohl der Profit der Impfstoffproduzenten gewahrt werde, aber zugleich eine flächendeckende Produktion garantiere und die Herstellungskapazitäten verdoppele.

Guterres forderte die G7 zudem auf, ihre Zusagen einzuhalten und den Entwicklungsländern rund 100 Milliarden US-Dollar im Jahr an Unterstützung im Klimawandel bereitzustellen. „Sie haben noch nicht geliefert.“ Dies müsse von 2021 an gesichert sein. Die UN-Klimakonferenz in Glasgow im November biete in vielen Punkten eine letzte große Chance auf dem Weg, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. „Wir stehen am Abgrund“, sagte Guterres. Nur eine gemeinsame Kraftanstrengung könne schlimme und unumkehrbare Folgen verhindern.

Der UN-Generalsekretär sprach von London aus. An diesem Samstag wird er beim G7-Gipfel im südwestenglischen Carbis Bay erwartet. Zu der G7-Gruppe gehören Gastgeber Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA. (dpa)

Heil wirft Teilen der Union im Maskenstreit Ablenkungsmanöver vor

Im Koalitionsstreit um möglicherweise minderwertige Corona-Schutzmasken hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Teilen der Union ein Ablenkungsmanöver vorgeworfen. „Man muss aufpassen, dass eine Sachdebatte nicht vernebelt wird. Und ich erlebe schon, dass einige auf Unionsseite versuchen, das Ganze zu einer rein parteipolitischen Auseinandersetzung zu erklären, um nicht über die Sache sprechen zu müssen“, sagte Heil dem „Spiegel“ (Online: Freitag). „Und es gibt den Versuch, über technische Fragen die Öffentlichkeit so zu verwirren, dass die Leute nicht mehr verstehen, worum es wirklich geht.“

Hintergrund der Debatte, die die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein „Spiegel“-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen. Nach einer Intervention des SPD-geführten Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Spahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, aus der SPD-Spitze kamen Rücktrittsforderungen.

Es habe mehrere Versuche des Bundesgesundheitsministeriums gegeben, „Prüfstandards abzusenken, um anderweitig beschaffte Masken bei den Verteilaktionen auch in den Verkehr bringen zu können“, betonte Heil am Freitag erneut. „Das haben meine Fachleute im Ministerium abgelehnt, weil die Sicherheit dieser Masken aus unserer Sicht nicht zu gewährleisten war. Und wir haben uns durchgesetzt.“

Damit sei die Debatte für ihn eigentlich erledigt gewesen. „Nun gab es aber Berichterstattung darüber. Und wenn die Öffentlichkeit über ein solches Thema diskutiert, ist es Aufgabe von Bundesministern, auch wahrheitsgemäß über Abläufe zu informieren. Das haben wir als Bundesarbeitsministerium getan“, so Heil.

Unionsvertreter hatten mehrfach zurückgewiesen, dass die Masken zu wenig gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schützen würden. „Das stimmt einfach nicht“, hatte zum Beispiel CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gesagt. (dpa)

Italien lockert Corona-Regeln – Astrazeneca nur an Menschen über 60

Italien lockert in vielen Landesteilen weiter die Corona-Beschränkungen und hat die Regeln für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geändert. Ab kommender Woche sollen weitere Regionen in die sogenannte Weiße Zone mit den lockersten Corona-Regeln fallen, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom sagte. Dazu gehören ihm zufolge unter anderem die norditalienischen Regionen Emilia-Romagna und Piemont, die Lombardei mit der Metropole Mailand, die Autonome Provinz Trient, Latium mit der Hauptstadt Rom und Apulien.

Dort entfallen unter anderem die nächtliche Ausgangssperre und die Beschränkungen in der Außengastronomie. Damit gelten für den überwiegenden Teil der Menschen in Italien die lockersten Corona-Regeln.

Italien will Speranza zufolge außerdem in der Covid-19-Impfkampagne das Vakzin von Astrazeneca nur noch an Menschen über 60 Jahre verabreichen. Für jüngere Leute sollen die mRNA-Impfstoffe bereit stehen. Man folge damit der Empfehlung der italienischen Gesundheitsexperten. Für Aufregung hatte unter anderem der Fall einer jungen Frau gesorgt, die sich laut Medienberichten mit Astrazeneca hatte impfen lassen und wenige Tage später in einem Krankenhaus starb. In ihrem Körper sollen sich Thrombosen gebildet haben. Der Fall wird den Berichten nach untersucht. Die Gesundheitsexperten wiesen darauf hin, dass so etwas äußerst selten vorkomme.

Die Infektionslage in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern verbesserte sich seit der vergangenen Woche weiter. Der landesweite Sieben-Tage-Inzidenzwert seit dem vergangenen Freitag sank auf durchschnittlich 26 Fälle je 100 000 Einwohner. In der Vorwoche lag er noch bei 32. (dpa)

Rückkehr der Kondensstreifen: Reisebranche bietet mehr Flüge an

Am blauen Sommerhimmel dürften in den kommenden Monaten wieder häufiger Kondensstreifen von Urlaubsfliegern zu sehen sein: Der zweite Corona-Sommer verspricht deutlich mehr Reisemöglichkeiten innerhalb Europas. Ab Juli sollen von Deutschland aus wieder 217 Orte in 38 Ländern angeflogen werden, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mitteilte. Das sind demnach fast so viele Ziele wie vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals standen von Deutschland aus 226 Destinationen auf dem Flugplan.

„Die Welt ist wieder deutlich erreichbarer als in den letzten 15 Monaten“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow in Berlin. Für manche Länder übersteige das Angebot sogar das Niveau von 2019, etwa für Griechenland und die Türkei. (dpa)

Twister in Sande darf am Samstag wieder öffnen

Das Twister darf an diesem Samstag wieder öffnen. Das sagte der Leiter des Dezernats Recht und Ordnung beim Landkreis Friesland, Bernd Niebuhr am Freitagmittag. Demnach gab es einen vor Ort Termin gemeinsam mit dem Betreiber, der Polizei und dem Gesundheitsamt. „Wir haben aus infektionsrechtlichen Gründen keine Bedenken mehr, dass das Twister öffnen darf“, so Niebuhr. Der Zutritt ist allerdings ausdrücklich nur mit einem aktuellen Negativtest erlaubt. Zudem müssen Besucher wegen der Datenverfolgung die Luca-App nutzen. Vollständig geimpfte benötigen den Impfpass (oder Ersatz-Dokument) und vollständig Genesene müssen die Bestätigung des Gesundheitsamt bei sich führen.

Im gesamten Bereich der Diskothek, auch beim Tanzen, gilt Maskenpflicht. Diese darf nur am Sitzen abgenommen werden. Eintrittskarten sind ausschließlich online unter twister-dance.de erhältlich.

Landkreis Friesland meldet den 42. Corona-Todesfall

Eine weitere Person aus dem Landkreis Friesland, die positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet war, ist verstorben.

Landrat Sven Ambrosy wird dazu in einer Pressemitteilung zitiert: „Nach einigen Wochen ohne Todesfall muss ich Ihnen heute leider wieder von einer Person berichten, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben ist. Unser herzliches Beileid und unsere aufrichtige Anteilnahme gelten den Angehörigen und Freunden. Dieser Todesfall sollte uns allen in Erinnerung rufen, dass wir bei allen wiedererlangten Freiheiten auch weiterhin angreifbar sind. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir weiterhin unser Bestmögliches tun, um Infektionen zu vermeiden und damit auch mögliche weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.“

Fast jeder Vierte vollständig gegen Corona geimpft

In Deutschland ist nahezu jeder vierte Mensch vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 10.10 Uhr) sind 24,8 Prozent der Gesamtbevölkerung (20,6 Millionen Menschen) bereits vollständig geimpft, 47,5 Prozent (39,5 Millionen Menschen) haben mindestens eine Impfung erhalten. Insgesamt wurden laut RKI bislang 59 Millionen Impfdosen verabreicht. Am Donnerstag wurden demnach 1 096 521 Impfdosen gespritzt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb bei Twitter, damit habe es zum zweiten Mal in dieser Woche mehr als eine Millionen Erst- und Zweitimpfungen an einem Tag gegeben.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an Menschen, die mindestens einmal geimpft sind, verzeichnet Bremen mit 52,1 Prozent. Sachsen bleibt mit 42,7 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Hamburg am langsamsten läuft. Hamburg gehört aber auch zu den Ländern, die bislang die wenigsten Impfdosen erhalten haben. (dpa)

Umfrage: 38 Prozent der Start-ups bekamen Corona-Hilfen

In der Corona-Pandemie haben einer Umfrage zufolge 38 Prozent der Technologie-Start-ups in Deutschland Hilfen erhalten. Weitere 4 Prozent warten noch auf beantragte finanzielle Unterstützung, bei noch einmal 4 Prozent wurden die Anträge abgelehnt, wie der Digitalverband Bitkom am Freitag berichtete. Dabei habe gut jedes fünfte Start-up keine Hilfen benötigt. Knapp jedes Dritte hatte den Angaben nach keine beantragt, da es die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt hätten.

Zugleich sind der Umfrage zufolge nur 5 Prozent der Start-ups zufrieden mit den staatlichen Hilfsangeboten. Neun von zehn Gründern kritisierten, dass sich die Maßnahmen zu sehr an den Bedürfnissen der Konzerne und Mittelständler orientierten.

Für gut jedes zweite Start-up wurde es demnach in der Krise schwieriger, neue Investoren zu gewinnen. Zugleich gaben aber 40 Prozent an, dass sie von der Krise profitiert hätten. „Was die Effekte der Corona-Pandemie und die Hilfsmaßnahmen der Politik angeht, so scheiden sich in der Start-up-Szene die Geister. Selten sieht man auf der einen Seite so viel Licht und auf der anderen Seite so viel Schatten“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. (dpa)

Weniger Umsatz - Handwerk spürt Materialmangel und Corona-Maßnahmen

Materialmangel und Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte der Handwerker in Deutschland zu Jahresbeginn belastet. Zum ersten Mal seit 2013 sanken die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in einem ersten Quartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bezifferte den Rückgang der Erlöse in den ersten drei Monaten 2021 auf 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der Beschäftigten sank um 1,7 Prozent.

Alle sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks erwirtschafteten weniger Umsatz als im Vorjahresquartal, das erst am Ende von den Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie betroffen war. Besonders hart traf es die Handwerke für den privaten Bedarf, allen voran Friseurbetriebe, deren Erlöse infolge der Corona-Maßnahmen um 37,4 Prozent einbrachen. Dort sank die Zahl der Beschäftigten auch besonders stark (minus 9,2 Prozent). (dpa)

Bundesbank erwartet kräftigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft

Nach dem coronabedingten Konjunktureinbruch zu Jahresbeginn erwartet die Bundesbank einen kräftigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr. 3,7 Prozent Wirtschaftswachstum prognostiziert die Notenbank für 2021. „Die deutsche Wirtschaft überwindet die pandemiebedingte Krise“, begründete Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag die wachsende Zuversicht. Im Dezember hatten die Bundesbank-Ökonomen für 2021 ein Wachstum von 3,0 Prozent vorhergesagt.

Inzwischen geht die Notenbank davon aus, dass durch das Fortschreiten der Impfungen die Corona-Pandemie „rasch und nachhaltig zurückgedrängt“ werden könne und deswegen Einschränkungen für Wirtschaft und Bevölkerung „zügig gelockert“ würden. „Schon in diesem Sommer könnte die Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau erreichen“, erklärte Weidmann.

Auch für 2022 ist die Bundesbank deutlich optimistischer als vor sechs Monaten: Statt 4,5 Prozent Wachstum trauen die Ökonomen der Notenbank Europas größer Volkswirtschaft im nächsten Jahr nun ein Plus von 5,2 Prozent zu. Im Jahr 2023 schwächt sich der Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) demnach ab, beträgt aber immer noch 1,7 Prozent. (dpa)

Baerbock fordert von Merkel mehr Impfstoff-Hilfe für arme Länder

Vor dem G7-Gipfel in Großbritannien wirft Grünen-Chefin Annalena Baerbock Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu wenig für die Versorgung armer Länder mit Corona-Impfstoffen zu tun. „Es ist Aufgabe der Bundesrepublik Deutschland, weltweit mehr Solidarität zu zeigen, vor allen Dingen für die Schwächsten dieser Welt, die bisher noch gar kein Impfangebot bekommen haben“, sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es muss alles dafür getan werden, die Produktionskapazitäten zu steigern, die Angebote vor Ort auszubauen und alle Lieferketten sicherzustellen.“

Die G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte will am Freitag im südwestenglischen Carbis Bay über die Bereitstellung von einer Milliarde Impfdosen für arme Länder beraten. Wie viel Deutschland dazu beitragen wird, ist noch unklar. Merkel steht international unter Druck, weil sie eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ablehnt, die von den USA und anderen Ländern gefordert wird. (dpa)

RKI registriert 2440 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 18,6

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3165 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 18,6 an (Vortag: 19,3; Vorwoche: 29,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 102 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 711 569 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 569 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, beträgt nun 89 687. (dpa)

Kritik an G7: Eine Milliarde Impfdosen nicht genug - Patente aufheben

Entwicklungsorganisationen haben die Pläne der großen Industrienationen (G7), bedürftigen Ländern mit einer Milliarde Impfdosen helfen zu wollen, als unzureichend kritisiert. Zum Beginn des G7-Gipfels an diesem Freitag im englischen Carbis Bay forderten sie darüber hinaus eine Aufhebung des Patentschutzes für Impfstoffe, die Weitergabe von Technologie zur Impfstoffproduktion und Investitionen in regionale Produktion weltweit.

„Eine sofortige Weitergabe von Impfdosen ist momentan dringend erforderlich und die Milliarde Impfdosen sind daher willkommen“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam. Aber wenn das alles sei, „muss dies als Fehlschlag gewertet werden“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) halte 11 Milliarden Impfdosen für nötig - oder zumindest acht Milliarden, um für eine Herdenimmunität 80 Prozent der Bevölkerung in Ländern mit geringem oder mittleren Einkommen zu impfen.

„Wohltätigkeitsaktionen werden die kolossale strukturelle Krise der weltweiten Impfstoffversorgung nicht beheben“, sagte Kalinski. „Die G7 muss dafür sorgen, dass die Monopole einiger Pharmaunternehmen gebrochen werden und darauf bestehen, dass qualifizierte Hersteller auf der ganzen Welt die Produktion hochfahren können.“ Das Leben von Millionen Menschen sollte „niemals vom ungewissen Wohlwollen reicher Nationen und profitorientierter Pharmakonzerne abhängen“. (dpa)

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