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Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-Ticker: RKI registriert 77 878 Neuinfektionen

17.05.2022

Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut meldet 26 738 530 nachgewiesene Corona-Infektionen (+ 77 878 Neuinfektionen). (Stand: 10. Juni).

+++ Montag, 13. Juni 2021 +++

Mitgründer Sahin: Biontech auch künftig eigenständiges Unternehmen

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech wird nach Ansicht von Unternehmenschef Ugur Sahin weiter eigenständig bleiben. „Für mich besteht kein Grund, etwas anderes anzunehmen“, sagte er dem „Handelsblatt“ (Montag). Letztlich sei das eine Frage für die Großaktionäre. Er selbst gehe davon aus, einer der Hauptaktionäre des von ihm mitgegründeten Unternehmens zu bleiben. „Ich habe keinerlei Absichten, Anteile zu verkaufen“, sagte er.

Größere Zukäufe schloss Sahin nicht aus. Letztlich gehe es dabei aber immer um die Frage, ob ein Kauf eines anderen Unternehmens Biontech weiterbringe. „So wie wir Biontech in der Anfangsphase Stück für Stück aufgebaut haben, so wollen wir das Unternehmen nun auch Schritt für Schritt weiterentwickeln“, sagte er.

Biontech unterscheide sich von den großen Pharmakonzernen der Welt, weil es seine Technologie selbst entwickle. Das gehe auch gar nicht anders, weil die beispielsweise bei dem Corona-Impfstoff verwendete mRNA-Technologie noch nicht lange am Markt sei. „Unsere Superpower ist nicht ein weltweites Netzwerk für den Vertrieb, unsere Superpower ist die Innovationskraft“, sagte Sahin.

Biotechnologie bleibe ein sehr schwieriges Geschäft. Die Konkurrenz habe deutlich zugenommen, nicht nur in den USA, sagte Sahin. „Man wird als Wissenschaftler nicht mehr lange allein an einer Entdeckung forschen, sondern muss davon ausgehen, dass diese Entdeckung auch woanders gemacht wurde“, erklärte er. Zwar fördere dies auch den wissenschaftlichen Austausch und das Vorantreiben von Innovation, aber es verstärke auch den Wettbewerb.

„Komplett unsozialisiert“: Probleme mit „Corona-Hunden“

Viele Menschen haben sich in der Corona-Zeit Hunde angeschafft - mit einigen dieser Tiere gibt es nun aber Probleme. So berichten etwa Tierheime im Saarland und in Rheinland-Pfalz zunehmend von Schwierigkeiten mit sogenannten Corona-Hunden. Von vielen Besitzerinnen und Besitzern sind die Tiere nun nicht mehr gewollt. Und nicht nur die Zahl der abgegebenen Hunde macht den Tierschützern zu schaffen, auch deren Verhaltensweisen.

„Die meisten, die in den letzten acht Monaten abgegeben wurden, sind ein Jahr alt und komplett unsozialisiert“, sagte Frederick Guldner, Sprecher des Tierschutzvereins 1924 Saarbrücken und des Bertha-Bruch-Tierheims. „Sie kennen keine anderen Tiere, wenig Menschen, keine Autos und äußeren Einflüsse. Und wenn eine Tür zuknallt, erschrecken sie schon.“

Mit 60 Hunden sei das Tierheim in Saarbrücken derzeit voll. Zwar gebe es immer wieder Nachfragen, doch die Vermittlung sei problematisch: „Es sind einfach nicht die sozialsten Hunde, weil mit ihnen nicht gearbeitet wurde. Das macht es schwierig“, so Guldner. Und wenn die Hunde beim ersten Probespaziergang andere Artgenossen direkt verbellen, sei es für viele Interessenten „direkt abschreckend“.

Auch beim Deutschen Tierschutzbund Rheinland-Pfalz kennt man dieses Problem. „Was aktuell besondere Schwierigkeiten bereitet, ist, dass es sich um viele verhaltensauffällige Tiere handelt“, sagte der Landesverbandsvorsitzende Andreas Lindig. „Dabei muss es sich gar nicht unbedingt um Aggressivität handeln, manchmal sind es ganz einfache Dinge.“ Zum Beispiel hätten die Hunde Angst, könnten nicht alleine bleiben, würden Dinge in der Wohnung kaputt machen oder wollten nicht an der Leine laufen.

„Diese Tiere bräuchten eine aufwändige Therapie“, sagte Lindig. Häufig könnten die Tierheime dies nicht leisten, weil sie weder das Geld noch das Personal dafür hätten. Die Folge: „Die Hunde sitzen sehr lange in den Heimen und blockieren damit auch Plätze für andere. Und die Einrichtungen sind schnell voll.“

Bildungsministerin bekräftigt Nein zu Pflichtdienst

In der Diskussion über die mögliche Einführung eines Pflichtdiensts hat Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger ihre ablehnende Haltung bekräftigt. Junge Menschen hätten in den vergangenen zwei Jahren sehr viel Solidarität gezeigt und zurückgestanden, um die Corona-Krise zu meistern. Was man jetzt nicht tun solle, sei, ihnen ein Pflichtjahr aufzuerlegen, sagte die FDP-Politikerin am Montag am Rande der Beratungen der G7-Wissenschaftsminister in Frankfurt am Main.

In der Gesellschaft gebe es viele, die sich einbrächten. „Wir sollten das fördern, die Freiwilligkeit ist vorhanden. Setzten wir doch die richtigen Anreize.“ Stark-Watzinger sagte, sie erinnere sich auch gern an das Zitat des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy, nicht zu fragen, was das Land für einen tun könne, sondern umgekehrt. „Aber das kann nur aus einer freien Entscheidung entstehen. Wir haben nicht das Recht, über die Lebensläufe der jungen Menschen zu entscheiden.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte in der „Bild am Sonntag“ eine Debatte über die Einführung eines sozialen Pflichtdiensts angeregt. Die Bildungsministerin hatte daraufhin bereits am Sonntag getwittert: „Eine Dienstpflicht wird es mit uns nicht geben.“

Grünen-Experte fordert genauere Corona-Daten

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat eine genauere Erhebung von Corona-Daten gefordert. Kritik an der Bundesregierung, dass dafür bislang nicht genug getan werde, sei berechtigt, sagte der Bundestagsabgeordnete am Montag in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. „Da können wir uns nicht wegducken, diese Kritik müssen wir uns anziehen.“ Man müsse wissen, wie stark die Belastung im Gesundheitswesen sei und wie viele Betten in den Krankenhäusern auf Intensiv- und Normalstationen zur Verfügung stünden.Dahmen wies in diesem Zusammenhang auf eine hohe Belastung der Beschäftigten in den Gesundheitsämtern nach mehr als zwei Jahren Pandemie hin. Mit Blick auf den bevorstehenden Herbst äußerte sich der Grünnen-Politiker „sehr besorgt“. Man müsse damit rechnen, dass sich Grippeviren parallel zu neuen Coronavirus-Stämmen ausbreiten.

+++ Freitag, 10. Juni 2021 +++

Hersteller von Mundspülung darf nicht mehr mit Corona-Bezug werben

Ein Hersteller einer Mundspülung aus Bielefeld darf nicht mehr mit einem Corona-Bezug für sein Produkt werben. Dies hat das Landgericht Bielefeld entschieden. Es gab damit einer Unterlassungsklage der Verbraucherzentrale NRW statt, wie die Verbraucherzentrale am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Das Urteil ist laut Landgericht noch nicht rechtskräftig.

Die Verbraucherschützer hatten in Aussagen wie „Das Risiko einer Tröpfchenübertragung der Coronaviren wird verringert“ oder der Wendung „Corona-Prophylaxe“ einen Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz gesehen. Laut diesem Gesetz darf sich eine Werbung für Medizinprodukte außerhalb von Fachkreisen nicht auf die Verhütung oder Linderung bestimmter Krankheiten beziehen.

Der Hersteller des beworbenen Produkts betonte in einer Stellungnahme, dass es in dem Verfahren ausschließlich um die Frage ging, ob die werbliche Aussage gegenüber Verbrauchern zulässig ist. Die Verbraucherzentrale habe die Wirkung des Produkts nicht in Frage gestellt, erklärte ein Sprecher des Bielefelder Kosmetik- und Arzneimittelherstellers Dr. Wolff. Ob die Firma Rechtsmittel gegen das Urteil einlegt, blieb zunächst offen. Wenn das Urteil schriftlich vorliege, werde man weitere Schritte prüfen, so der Sprecher.

Die Verbraucherzentrale NRW hatte nach eigenen Angaben das Unternehmen bereits Ende April 2021 abgemahnt. Nachdem es die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnete, klagten die Verbraucherschützer.

Inzidenz im Wochenvergleich erneut deutlich gestiegen

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen hat sich im Vergleich zur Vorwoche erneut deutlich verstärkt. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 454,3 - nach 341,2 am Freitag vor einer Woche. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Höher als in Niedersachsen war die Inzidenz im Bundesländervergleich lediglich in Schleswig-Holstein (504,6).

Sie liefert jedoch kein vollständiges Bild der Corona-Lage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl von Fällen aus, die nicht vom Robert-Koch-Institut erfasst werden - auch weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen positiver Tests oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In Niedersachsen wurden am Freitag 12 188 neue Infektionen erfasst, 19 Menschen starben innerhalb eines Tages im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz in den Kliniken stieg ebenfalls auf 5,1 - nach 4,3 vor einer Woche. Diese Zahl gilt als maßgebliche Größe zur Bewertung der Lage - sie misst, wie viele Menschen bezogen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Belegung der zur Verfügung stehenden Intensivbetten im Bundesland betrug 1,9 Prozent, gegenüber 1,6 in der Vorwoche.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen meldete der Landkreis Uelzen mit 764,9. Es folgten die Landkreise Ammerland (730,6) und Emsland (681,6). Den niedrigsten Wert verzeichnete die Stadt Emden mit 222,6.

Im kleinsten Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 374,2 nach 291,0 in der Vorwoche. Innerhalb eines Tages wurden dort 752 neue Corona-Fälle registriert, weitere Todesfälle gab es nicht.

Bundesrat billigt Corona-Bonus für Pflegekräfte

Der Corona-Bonus für Pflegekräfte wegen besonderer Belastungen in der Pandemie kann kommen. Der Bundesrat billigte am Freitag ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz, das insgesamt eine Milliarde Euro dafür vorsieht - je zur Hälfte für Beschäftigte in der Altenpflege und für Pflegekräfte in Krankenhäusern. Vorgesehen ist ein steuerfreier Bonus von bis zu 550 Euro in der Altenpflege. Für Beschäftigte in Kliniken gibt das Gesetz einen Mechanismus zur Ermittlung der profitierenden Beschäftigten und zur Bonus-Höhe vor.Das Gesetz regelt außerdem, dass Apotheken künftig auch regulär Grippeimpfungen anbieten können. Demnach sind sie grundsätzlich dazu berechtigt, wenn das Personal dafür geschult wurde. Bislang war dies nur in Modellprojekten möglich. Seit Anfang Februar können Apotheken auch schon bundesweit Corona-Impfungen vornehmen.

Bundesweite Inzidenz steigt auf 318,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 318,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 276,9 gelegen (Vorwoche: 261,3; Vormonat: 522,7). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 77 878 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 42 693) und 106 Todesfälle (Vorwoche: 91) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 738 530 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Donnerstag, 9. Juni 2021 +++

DFL plant die nächste Bundesliga-Saison ohne Hygienekonzept

Die Deutsche Fußball Liga plant die neue Saison in der 1. und 2. Bundesliga ohne ein zentrales medizinisch-hygienisches Konzept. Das teilte die DFL am Donnerstag in Frankfurt/Main mit. Die „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ hatte den Spielbetrieb seit Beginn der Corona-Pandemie begleitet. Für sie wird ein dauerhaftes medizinisches Expertengremium eingesetzt - die Arbeitsgruppe „Medizin im Profifußball“.

Sie übernehme die Aufgabe, den Profifußball aus medizinischer Perspektive kontinuierlich zu begleiten und zu beraten, ergänzend zur Medizinischen Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im Fokus stehe dabei auch die enge Beobachtung der weiteren pandemischen Entwicklung und der mögliche Einfluss auf den Spielbetrieb, erklärte die DFL.

Darüber hinaus beschäftige sich die AG mit unterschiedlichen Themen der Prävention und medizinischen Entwicklungen rund um den Profifußball. Leiter ist Tim Meyer von der Universität des Saarlandes, der auch Arzt der deutschen Nationalmannschaft ist und zuletzt die Task Force führte.

Gesundheitsministerin: Kostenlose Corona-Tests beibehalten

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens hat sich dafür ausgesprochen, die kostenlosen Bürgertests auf das Coronavirus beizubehalten. Sie halte es für einen klugen Ansatz, die Tests bis auf weiteres für all diejenigen zur Verfügung zu stellen, die sich freiwillig testen möchten, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Verpflichtende Tests in Schulen und Kitas sowie fast allen Teilen des öffentlichen Lebens sind dagegen mittlerweile abgeschafft worden.

Mit Blick auf die am Mittwoch veröffentlichten Empfehlungen des Corona-Expertenrats der Bundesregierung erklärte Behrens, einer der entscheidenden Punkte sei aus ihrer Sicht die Erkenntnis, dass die Corona-Lage dank der Schutzimpfungen heute deutlich besser sei als vor einem Jahr. „Gleichzeitig ist die Pandemie nicht vorbei und wir müssen gerade mit Blick auf den Herbst auf alle im Papier beschriebenen Szenarien vorbereitet sein.“

Dazu gehöre auch die Aufrechterhaltung von Impfteams in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt. „Nur so können wir bei Bedarf erneut sehr schnell sehr viele Menschen ein weiteres Mal impfen und auch über den Sommer aufsuchende Impfangebote anbieten“, sagte die Ministerin. Bisher gelten laut Robert Koch-Institut in Niedersachsen 77,3 Prozent der Menschen als grundimmunisiert.

Fan-Experte: Nach Corona-Pause haben Fußballfans Emotionsüberschuss

Nach der langen Corona-Abstinenz von Zuschauern im Stadion haben sich bei einigen Fußballanhängern nach Ansicht des Fan-Experten Michael Gabriel Emotionen aufgestaut. „Für uns als Beobachter wird hier ein gewisser Überschuss an Emotionen sichtbar nach zwei Jahren Einschränkungen durch die Pandemie und nach zwei Jahren ohne Stadionbesuch. Das gilt auch für den ein oder anderen Platzsturm“, sagte der Leiter der bundesweiten Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) in einem Interview mit der „Braunschweiger Zeitung“ (Donnerstag).

Zuletzt gab es in den deutschen Stadien einige Platzstürme und Gabriel beobachtete ein gehäuftes Abbrennen von Pyrotechnik. Mit dem illegalen Zündeln wollten die Fans nach Einschätzung des Experten zeigen: Wir sind zurück. Wegen der Corona-Pandemie fanden Fußballspiele lange Zeit ohne Zuschauer statt.

Im Interview mit der Zeitung forderte Gabriel, dass garantiert werden müsse: Illegale Aktionen wie Platzstürme dürften niemanden gefährden. Gleichzeitig sei es wichtig, die Interessen der Fans zu berücksichtigen. Fußballclubs sollten daher im Austausch mit ihnen bleiben. „Über diesen Weg gibt es mittlerweile eine Reihe von Bundesligavereinen, die eine Diskussion über das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik führen.“

Gabriel selbst sei kein Freund von den sogenannten Bengalos. Aber er sagte auch: „Ich glaube eben nicht, dass man mit immer härteren, repressiveren Methoden zu einer Lösung kommt, sondern damit das Problem womöglich weiter verschärft.“

Inzidenz in Deutschland jetzt bei 276,9

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 276,9 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 238,1 gelegen (Vorwoche: 221,4; Vormonat: 499,2). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 77 636 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 48 502) und 90 Todesfälle (Vorwoche: 131) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 660 652 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Mittwoch, 8. Juni 2021 +++

Baerbock reist unter Isolationsbedingungen zurück nach Berlin

Außenministerin Annalena Baerbock ist wegen ihrer Corona-Infektion unter Isolationsbedingungen von Pakistan zurück nach Berlin gereist. Auf dem Flug von der Hauptstadt Islamabad nach Berlin nutzte die Grünen-Politikerin am Mittwoch eine getrennte Kabine („Private Office“) hinter dem Cockpit der Regierungsmaschine. Dort stand ihr eine separate Toilette und eine Sprechanlage zur Verfügung. Der Kontakt zu den Flugbegleitern und der mitreisenden gut 30-köpfigen Delegation blieb auf ein Minimum beschränkt.

Personenschützer des Bundeskriminalamtes (BKA) hatten Baerbock getrennt von den Mitreisenden vom Hotel zum Airbus A319 der Flugbereitschaft der Luftwaffe gefahren. Die Beamten wollten sie nach Ankunft in Berlin auch nach Hause in ihre Wohnung in Potsdam bringen. Für die Personenschützer, die täglich engen Umgang mit der Ministerin haben, würden eigene Quarantäneregeln gelten, hieß es.

Baerbock hatte nach Angaben aus Delegationskreisen seit Dienstagabend „deutliche Grippesymptome“ entwickelt. Auf dem Flug wurde die 41-Jährige von einer Flugbegleiterin in voller Corona-Schutzbekleidung mit Maske und Brille versorgt. Die Ministerin erhielt demnach eine Mahlzeit, Servicegänge seien auf ein Minimum reduziert worden, hieß es weiter. Weitere Infektionen in ihrer Delegation wurden zunächst nicht bekannt.

Baerbock hatte ihre Reise am Dienstag nach einem Schnell- und einem PCR-Test kurz nach Beginn in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad abbrechen müssen. Ursprünglich wollte sie am Mittwoch nach Griechenland und dann auch noch in die Türkei.

Report: Krankenstand in der Pflege deutlich höher als in anderen Jobs

Beschäftigte in der Alten- und Krankenpflege in Niedersachsen sind einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge deutlich länger krank als Mitarbeiter anderer Berufsgruppen. Im Schnitt fielen sie im vergangenen Jahr mehr als eine Woche länger aus, wie die TK-Landesvertretung am Mittwoch mitteilte. Während die Fehltage aller Erwerbstätigen im Schnitt bei 15,5 lagen, waren es bei den Pflegerinnen und Pflegern im Schnitt 23,9 Tage.

Die Zahlen stammen nach Angaben der Krankenkasse aus Vorabdaten des TK-Gesundheitsreports 2022. Grundlage dafür bilden mehr als 450 000 versicherte Erwerbstätige in Niedersachsen (Stand: Januar 2022). „Die Zahlen zeigen deutlich, wie stark die Belastung für Alten- und Krankenpflegekräfte nach wie vor ist. Dies ist ein Weckruf, dass Arbeitsbedingungen und die Versorgungsstrukturen in der Pflege verbessert werden müssen“, sagte der Leiter der TK-Landesvertretung, Dirk Engelmann.

Ein Sprecher des Sozialministeriums in Hannover bestätigte, dass der hohe Krankenstand in der Pflege ein Problem sei. Der Beruf sei belastend und während der Corona-Pandemie habe das etwa mit Blick auf die FFP2-Maskenpflicht trotz schwerer körperlicher Arbeit noch einmal zugenommen. Die Zahl der Pflegekräfte steige zudem nicht so schnell wie die der Pflegebedürftigen, sodass weitere Schritte unternommen werden müssten, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Buschmann zu Corona: Evaluierung der Maßnahmen Ende Juni abwarten

Bundesjustizminister Marco Buschmann will erst nach der geplanten wissenschaftlichen Beurteilung der Corona-Schutzmaßnahmen über die Regeln für den Herbst entscheiden. Dass die derzeit geltende Fassung des Infektionsschutzgesetzes am 23. September auslaufe, sei kein zufällig gewähltes Datum, sagte der FDP-Politiker am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Das Datum sei so gewählt, „dass wir nach der Sommerpause zwei Sitzungswochen des Deutschen Bundestages haben, um ein ganz geordnetes, reguläres Gesetzgebungsverfahren zu durchlaufen.“

Ende Juni soll ein Expertengremium eine Evaluierung der Maßnahmen vorlegen. „Zwischen dem 30. Juni und dem Ende der Sommerpause werden wir gemeinsam mit den Ländern beraten, was zu tun ist“, sagte Buschmann. Das habe die Bundesregierung auch mit der Ministerpräsidentenkonferenz besprochen. „Warum jetzt einige meinen, dieser Fahrplan sei nichts mehr wert, das verstehe ich nicht.“

Am Dienstagabend hatte bereits FDP-Chef Christian Lindner deutlich gemacht, dass er zunächst die wissenschaftliche Evaluierung abwarten wolle. Klar sei für ihn aber: „Freiheitseinschränkungen pauschal sollte es nicht mehr geben“, sagte Lindner in der ARD-Sendung „Maischberger“.

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung legt an diesem Mittwoch in Berlin bereits eine Stellungnahme über die nötigen Vorbereitungen für Herbst und Winter vor. Erwartet wird, dass die Expertinnen und Experten um den Vorstandsvorsitzenden der Berliner Universitätsklinik Charité, Heyo Kroemer, Hinweise für die weiteren Schritte der Politik geben.

Inzidenz in Deutschland liegt bei 238,1

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 238,1 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 199,9 gelegen (Vorwoche: 207,0; Vormonat: 569,4). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 84 655 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 54 957) und 145 Todesfälle (Vorwoche: 91) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 583 016 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Sonntag, 5. Juni 2021 +++

Grüne und FDP streiten sich um Infektionsschutzgesetz

In der Debatte um Corona-Maßnahmen für den Herbst wird der Ton in der Ampelregierung rauer.

Grünen-Chef Omid Nouripour forderte eine rasche Änderung des Infektionsschutzgesetzes, um für die kältere Jahreszeit vorbereitet zu sein - dafür hatte sich auch Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) ausgesprochen. FDP-Politiker Wolfgang Kubicki erinnerte daraufhin daran, dass es einen gesetzlichen Auftrag gebe, Corona-Maßnahmen zunächst zu evaluieren. Nur auf der Grundlage eines entsprechenden Berichtes könnten evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden.

Nouripour sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Wir brauchen eine Einigung, so schnell es geht. Je früher wir auf den Herbst vorbereitet sind, desto besser ist es. Länder und Kommunen brauchen einen Vorlauf.“ Es gehe darum, die Fehler der letzten beiden Jahre nicht zu wiederholen. „Der Sommer darf nicht ungenutzt verstreichen“, betonte Nouripour.

Mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind seit Anfang April allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Zugangsregelungen weggefallen. Vorerst gilt ein „Basisschutz“ - etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflichten. Die derzeit geltende Fassung des Gesetzes läuft bis zum 23. September. Der Deutsche Städtetag hatte eine Anpassung des Gesetzes noch vor der Sommerpause des Bundestages gefordert, um gegen Corona im Herbst gewappnet zu sein. 

Nouripour erklärte: „Man muss die Maßnahmen steigern können, wenn sich eine Notlage entwickelt. Das beginnt mit der Maskenpflicht und Abstandsregeln und geht weiter mit Zugangsregeln wie 3G, also für Geimpfte, Genesene und Getestete.“ Nötig sei eine Rechtsgrundlage, die so angepasst sei, dass das Notwendige vor Ort gemacht werden könne. „Stand jetzt haben wir dann nicht einmal eine rechtliche Grundlage für eine Maskenpflicht“, sagte der Grünen-Vorsitzende.

Auch Göring-Eckardt hatte Vorbereitungen für den Herbst gefordert - und die FDP ermahnt, dabei nicht zu bremsen. Kubicki sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Es ist einer Bundestagsvizepräsidentin unwürdig, den Eindruck zu erwecken, als könne der Bundestag nicht schnell genug auf Herausforderungen der Pandemie reagieren.“ Er empfehle den Grünen, zu einer faktenbasierten Politik zurückzukehren, statt weiter „eine angstbasierte Politik“ zu betreiben.“ Sowohl Kubicki als auch Göring-Eckardt sind Bundestagsvizepräsidenten.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen teilte mit: „Wenn etwas unwürdig ist, dann ist es die abwartende Haltung von Herrn Kubicki. Alle Koalitionspartner haben eine Verantwortung zur Vorsorge.“ Das Prinzip Hoffnung sei in einer Pandemie verantwortungslos. Es gelte, jetzt vorzubeugen, damit im Herbst und Winter nicht wieder alles heruntergefahren und geschlossen werden müsse. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten, dass wir vorausschauend handeln und nicht die Hände in den Schoss legen. Vorsorge heißt, dass wir in der nächsten Welle schnell handlungsfähig sind. Wir sollten bald Maßnahmen beschließen, die im Fall einer Verschlechterung der Lage umgesetzt werden können.“

Der Bundestag hatte im Infektionsschutzgesetz festgelegt, dass es eine externe Evaluation der Vorgaben im Rahmen der mehrere Monate lang geltenden epidemischen Lage von nationaler Tragweite geben soll. Dafür war ein Sachverständigenausschuss eingesetzt worden, der laut Gesetz bis zum 30. Juni einen Bericht vorlegen soll. Dem Gremium gehören Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen an.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte bereits erklärt, er plane umfassende Vorkehrungen für eine voraussichtlich wieder angespanntere Corona-Lage nach dem Sommer.

+++ Samstag, 4. Juni +++

RKI registriert 41.087 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 270,3 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 261,3 gelegen (Vormonat: 591,8).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 41.087 Corona-Neuinfektionen und 73 Todesfälle innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26.493.235 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Göring-Eckardt: FDP darf Corona-Vorbereitung nicht bremsen

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) hat angesichts der anhaltenden Pandemie eine gute Vorbereitung für den Herbst und Bewegung in der Corona-Politik der FDP gefordert.

Christian Lindner und die FDP dürfen nicht wieder bremsen, wenn es um den Schutz vor Corona im Herbst geht“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Die Regierung muss schon heute auf Vorsorge setzen - für unsere Gesundheit, unsere Schulen, die Wirtschaft und Gastro- und Kulturbranche. Wir brauchen Verlässlichkeit.

Nur mit einer frühzeitigen Vorbereitung könne man überstürzte Entscheidungen verhindern, wenn die Zahlen im Herbst wieder steigen sollten. Nötig sei daher ein über den 23. September hinaus funktionierendes Infektionsschutzgesetz, das je nach Bedarf einen verpflichtenden Maskenschutz, 2G- und 3G-Regeln und Testpflichten ermögliche, so Göring-Eckardt. „Hier sind Christian Lindner und seine FDP in der Pflicht, den Schutz der Bevölkerung wie unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben im Herbst mit zu sichern.“

Die derzeit geltende Fassung des Infektionsschutzgesetzes läuft bis zum 23. September.

Geleakte E-Mail: Tesla-Angestellte müssen zurück ins Büro

Tesla-Chef Elon Musk hält nicht viel vom Homeoffice und hat seine Angestellten laut Medienberichten mit einem Ultimatum zur Rückkehr in ihre Büros aufgefordert.

Jeder müsse mindestens 40 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz verbringen oder Tesla verlassen, hieß es in einer online geleakten E-Mail an die Mitarbeiter, deren Echtheit unter anderem der Finanzdienst Bloomberg bestätigen konnte. Mögliche Ausnahmen werde er persönlich absegnen.

Musk selbst bestritt in einem Austausch bei Twitter nicht die Echtheit der Mail. Auf die Frage, was er denen sagen würde, die das Arbeiten aus dem Büro für ein veraltetes Konzept halten, schrieb er zurück: „Sie sollen anderswo so tun, als würden sie arbeiten.“

Der Mitgründer und Chef der australischen Software-Firma Atlassian, Scott Farquhar, schrieb daraufhin bei Twitter, die Einstellung wirke „wie etwas aus den 1950er Jahren“. Er wandte sich an unzufriedene Tesla-Mitarbeiter mit dem Angebot, offene Stellen bei Atlassian zu prüfen, weil man bei der Firma von überall arbeiten könne.

Der Tesla-Chef war schon auf dem Höhepunkt der Corona-Krise ein Kritiker von Einschränkungen, durch die auch das Stammwerk von Tesla in der Nähe von San Francisco zeitweise stillstand. Er nannte die Schutzmaßnahmen damals unter anderem „faschistisch“. Aktuell schlagen Tech-Unternehmen unterschiedliche Kurse beim Abbau von Corona-Maßnahmen ein. Einige lassen die Mitarbeiter wie Atlassian weiterhin von überall arbeiten. Dagegen hat etwa Apple den Plan, sie zumindest für einige Tage pro Woche in die Büros zurückzuholen - schob dies aber laut Medienberichten angesichts der aktuellen Corona-Situation zunächst weiter auf.

Spanien verzichtet auf Corona-Auflagen für Reisende aus EU

Reisende aus der EU und dem Schengenraum müssen bei der Einreise in das beliebte Urlaubsland Spanien künftig keinen Corona-Gesundheitsnachweis mehr vorlegen.

Damit entfällt die Pflicht, einen Nachweis über eine Impfung, eine Genesung von einer Corona-Erkrankung oder ein negatives Testergebnis vorzulegen. Das ging aus einer nun im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung der Regierung hervor. Für Reisende aus allen anderen Ländern bleiben die bisherigen Auflagen jedoch bestehen.

Das Gesundheitsministerium in Madrid begründete die Lockerung mit der „Verbesserung der epidemiologischen Lage“ in Spanien und anderen europäischen Ländern. Zudem weise Spanien eine hohe Impfquote auf. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bei Menschen über 60 Jahre gab das Ministerium mit 282 an. Jüngere müssen sich auch bei einer Corona-Erkrankung schon seit längerem nicht mehr testen lassen und sich auch nicht isolieren. Die Lage in den Krankenhäusern hat sich entspannt. Nur in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Altenheimen und Gesundheitseinrichtungen besteht noch Maskenpflicht.

Kinder nach zwei Corona-Jahren unbeweglicher

Kinder in Baden-Württemberg sind zwar fitter als es Jungen und Mädchen in Deutschland durchschnittlich sind, ein Grund zur Freude ist das allerdings nach zwei Corona-Jahren keineswegs.

Denn ohne Schulsport und Turnvereine haben die Jüngsten massiv an Fitness eingebüßt, wie aus Daten der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg hervorgeht. „Der Fitness-Gesamtwert ist während Corona eingebrochen“, heißt es im „Fitnessbarometer 2022“ unter anderem. Die Kinder seien tendenziell langsamer und weniger ausdauernd als vor der Corona-Pandemie, auch die koordinativen Fähigkeiten seien schlechter geworden.

Das Niveau ist gleichbleibend niedrig“, sagt Professor Klaus Bös vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu den jüngsten Daten. Ausdauer und Schnelligkeit der Kinder hätten in den vergangenen beiden Corona-Jahren tendenziell abgenommen, auch die sehr hohen koordinativen Leistungen seien deutlich gesunken, die Beweglichkeit hingegen unverändert geblieben. „Gleichzeitig ist in der Tendenz eine Verbesserung hinsichtlich der Kraft erkennbar.

Aus Sicht von Experten fördert Bewegung die psychische, soziale und kognitive Entwicklung der Kinder. Laut Robert Koch-Institut kann körperliche Aktivität auch der Entwicklung von Fettleibigkeit (Adipositas) im Kindes- und Jugendalter vorbeugen. Jungen und Mädchen im Kita-Alter sollten sich demnach täglich mindestens 180 Minuten bewegen, im Schulalter mindestens 90 Minuten.

Die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg untersucht seit 2012 mit Sportwissenschaftlern des KIT die Fitness von Drei- bis Zehnjährigen im Südwesten. Ihre Ergebnisse knüpfen an andere Studien zu Corona-Folgen an. Erst in den kommenden Jahren seien Aussagen über die nachhaltigen Auswirkungen der Pandemie auf die Fitness der Kinder möglich, sagt Bös. „Die Daten sind eine Momentaufnahme.“

Unklar sei aufgrund der Daten noch, ob es sich lediglich um eine Corona-Delle handele oder um einen Corona-Knick. Es lasse sich aber durchaus bereits feststellen, dass frühere Generationen im Kindes- und Jugendalter fitter gewesen seien, sagt Bös nach Auswertung der Daten von rund 25.400 Kindern, die durch pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Sportfachkräfte erhoben wurden.

+++ Freitag, 3. Juni +++

Arzt wegen mutmaßlich falscher Corona-Atteste in Haft

Nach monatelangen Ermittlungen wegen falscher Corona-Atteste haben Ermittler einen Arzt aus Leverkusen in Untersuchungshaft genommen. Der 52-Jährige sei am Freitag festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Köln mit. Zuvor habe es Hinweise gegeben, dass sich der Mann ins Ausland absetzen wolle. Die Ermittler werfen dem Mediziner vor, in zahlreichen Fällen ohne vorherige Untersuchung Atteste ausgestellt zu haben, denen zufolge Patienten aus medizinischen Gründen keine Corona-Impfung bekommen dürften.

In 66 Fällen gebe es inzwischen einen dringenden Tatverdacht gegen den Arzt. Doch die Dimension könnte weit größer sein, betonen die Ermittler. Insgesamt werde in rund 3000 Fällen wegen mutmaßlich falscher Atteste gegen den 52-Jährigen ermittelt.

Ende der Kontaktverfolgung: Kommunale Gesundheitsämter entlasten

Der Niedersächsische Städtetag fordert ein Ende der Kontaktnachverfolgung bei Corona-Infektionen. Kommunale Gesundheitsämter sollen so entlastet werden, wie der Städtetag am Freitag mitteilte. Auch die Meldung von Daten an das Robert Koch-Institut (RKI) solle beendet werden.

Der Städtetag begründet die Forderung mit der aktuellen Corona-Lage und dem Wegfall der meisten Beschränkungen, wie Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) sagte. Wegen der Corona-Aufgaben würden andere Aufgaben der Gesundheitsämter wie Schuleingangsuntersuchen oder beamtenrechtliche Einstellungsuntersuchungen verschoben. Viele Ämter arbeiteten nach über zwei Jahren Pandemie weiterhin am Limit und darüber hinaus. Das Land und die Kommunen müssten neue, weniger aufwendige Indikatoren für die Einordnung der Corona-Lage erarbeiten.

Inzidenz in Niedersachsen steigt wieder

Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen ist wieder angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 341,2 - nach 286,8 am Donnerstag. Vergleichswerte von vor einer Woche bei den Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen lagen nicht vor. Höher als in Niedersachsen war die Inzidenz in Schleswig-Holstein (457,7) und Hessen (364,6).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In Niedersachsen wurden 5743 Neuinfektionen erfasst, 16 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Vergleiche der Daten sind auch hier nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, weil insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer die Daten nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz in den Kliniken stieg auf 4,3 - nach 3,9 am Vortag. Diese Zahl gilt als maßgeblicher Wert zur Bewertung der Lage - sie misst, wie viele Menschen bezogen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Belegung der zur Verfügung stehenden Intensivbetten im Land sank auf 1,6 Prozent, am Vortag betrug der Wert 1,9 Prozent.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen - und auch bundesweit - meldete der Landkreis Oldenburg mit einem Wert von 629,8. Im Land folgten die Landkreise Verden (559,0) und Ammerland (502,2). Den niedrigsten Wert wies der Landkreis Helmstedt (175,9) aus.

Im kleinsten Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 291,0 nach 241,4 am Vortag. Bis Freitag wurden dort 378 neue Corona-Fälle und ein weiterer Todesfall registriert.

Nach zwei Jahren Corona-Pause: Bundespräsident lädt zum Bürgerfest

Nach zwei Jahren Corona-Unterbrechung laden Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zum traditionellen Bürgerfest ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 26. und 27. August soll das bürgerschaftliche Engagement für eine starke Zivilgesellschaft und den Zusammenhalt stehen, wie das Bundespräsidialamt am Freitag mitteilte.

Geplant ist, dass am ersten Veranstaltungstag Ehrenamtliche aus ganz Deutschland im Schloss Bellevue zu Gast sind. Mit der Einladung will Steinmeier ihr Engagement würdigen. Am zweiten Tag soll der Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen stehen.

Das traditionelle Bürgerfest fand zuletzt 2019 statt. Damals zählte das Bundespräsidialamt rund 18 000 Besucherinnen und Besucher.

Inzidenz in Deutschland liegt bei 261,3

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 261,3 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 221,4 gelegen (Vormonat: 632,2).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 42 693 Corona-Neuinfektionen und 91 Todesfälle innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 452 148 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Donnerstag, 2. Juni +++

Inzidenz in Niedersachsen sinkt im Wochenvergleich

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen hat sich im Wochenvergleich entspannt - im Vergleich zum Vortag aber ist die Inzidenz deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 286,8 - nach 259,1 am Mittwoch. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 346,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen sieben Tagen gelegen. Höher als in Niedersachsen war die Inzidenz in Schleswig-Holstein (369,5) und Hessen (309,5).

Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Corona-Lage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom Robert-Koch-Institut erfasster Fälle aus - auch weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen positiver Tests oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In Niedersachsen wurden 7303 Neuinfektionen erfasst, 36 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz in den Kliniken lag bei 3,9 - nach 4,1 am Vortag. Diese Zahl gilt als maßgeblicher Wert zur Bewertung der Lage - sie misst, wie viele Menschen bezogen auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Belegung der zur Verfügung stehenden Intensivbetten im Land lag bei 1,9 Prozent, am Vortag betrug der Wert 2,2 Prozent.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen - und auch bundesweit - meldete der Landkreis Oldenburg mit einem Wert von 538,5. Im Land folgten die Landkreise Ammerland (474,4) und Verden (458,7). Den niedrigsten Wert wies der Landkreis Helmstedt (133,3) aus.

Im kleinsten Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 241,4 nach 246,4 nach 390,5 in der Vorwoche. Bis Donnerstag wurden dort 377 neue Corona-Fälle registriert, weitere Todesfälle gab es nicht.

Inzidenz in Deutschland liegt bei 221,4

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 221,4 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 207,0 gelegen (Vorwoche: 262,6, Vormonat: 639,5).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 48 502 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 39 705 registrierte Ansteckungen) und 131 Todesfälle (Vorwoche: 136) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 409 455 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Mittwoch, 1. Juni +++

Ex-Weltmeister Stäbler befürchtet Corona-Folgen für deutsches Ringen

Nach Meinung des früheren deutschen Top-Ringers Frank Stäbler könnte die Corona-Pandemie für seine Sportart hierzulande vor allem langfristige Folgen haben. „Corona hat auch im Sport so viel Schaden angerichtet, dass es schwer wird, das wieder aufzuholen“, sagte der 32-Jährige am Mittwoch in Ludwigsburg über die künftigen Aussichten des Deutschen Ringer-Bundes auf internationale Erfolge. „Drei, vier Jahre kann man sicher überbrücken. Aber dann wird es schwer, wieder etwas von unten hochzubringen.“

Neben dem dreimaligen Weltmeister Stäbler hat auch Olympiasiegerin Aline Rotter-Focken, das zweite langjährige Zugpferd des deutschen Ringer-Teams, ihre Karriere beendet. Der Nachwuchs konnte coronabedingt lange nicht oder kaum trainieren, die Bundesliga-Saison 2020/21 war abgebrochen worden. Der Verband müsse Strukturen schaffen, die auch in Zukunft Talente hervorbringen, so Stäbler.

Der Griechisch-römisch-Spezialist hatte nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio im vergangenen Jahr seine internationale und im Februar dann auch seine nationale Laufbahn beendet. Am 18. Juni wird er sich mit einer großen Show in der Ludwigsburger MHP Arena endgültig verabschieden. Acht bis zehn Kämpfe zwischen deutschen Nationalmannschafts-Ringern und internationalen Topstars wie dem Iraner Mohammad Reza Geraei, der Stäbler in Tokio bezwungen und Olympia-Gold geholt hatte, sind für den Abend geplant.

„Das wird das i-Tüpfelchen“, sagte Stäbler, der in seiner Karriere immer wieder von gesundheitlichen Rückschlägen geplagt worden war. Zuvor hatte ihm Theresa Schopper, die baden-württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport für seine Verdienste um das Ringen und darüber hinaus das Silberne Lorbeerblatt, die höchste sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland, überreicht.

In Portugal steigen die Corona-Zahlen wieder

In dem beliebten Urlaubsland Portugal steigen die Corona-Zahlen wegen der Ausbreitung des ansteckenderen Omikron-Subvariante BA.5 wieder an. Rund 87 Prozent aller registrierten Neuinfektionen entfallen nach Angaben des Nationalen Gesundheitsinstituts INSA inzwischen auf diese Variante. Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen hat sich seit Mitte April auf zuletzt rund 1800 vervierfacht. Zum Vergleich: In Deutschland gab das Robert Koch-Institut (RKI) den Wert am Mittwochmorgen mit 207 an.

Trotz der hohen Impfquote von 87 Prozent in Portugal stieg zuletzt auch die Zahl der Krankenhauspatienten und die Sterblichkeit im Zusammenhang mit Covid-19. Corona-Beschränkungen gibt es in dem Land mit gut zehn Millionen Einwohnern kaum noch. Maskenpflicht besteht nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Pflegeheimen und Krankenhäusern. Die Behörden raten jedoch, freiwillig einen Mund-Nasenschutz überall dort zu tragen, wo ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht.

In Deutschland war die Omikron-Subvariante BA.5 nach RKI-Angaben bis Mitte Mai wenig verbreitet. Dem bislang letzten RKI-Wochenbericht vom 23. Mai zufolge lag ihr Anteil an den Sars-CoV-2-Infektionen in der Kalenderwoche 19 (9.-15. Mai) bundesweit bei 2,5 Prozent. Die Verbreitung nimmt jedoch zu: In der Kalenderwoche 17 hatte der Anteil von BA.5 noch 0,6 Prozent betragen, eine Woche später (Kalenderwoche 18) waren es 1,2 Prozent.

Nach zwei Monaten Lockdown: Shanghai hebt viele Beschränkungen auf

In der südchinesischen Hafenmetropole Shanghai sind nach zwei Monaten strengem Lockdown mit Ausgangssperren die Beschränkungen weitgehend gelockert worden. Seit Mittwoch durften die meisten der 26 Millionen Menschen ihre Wohnungen wieder verlassen. Geschäfte öffneten. Öffentlicher und privater Verkehr wurden mit gewissen Einschränkungen wieder aufgenommen.

Das Wirtschafts- und Finanzzentrum der zweitgrößten Volkswirtschaft berichtete nur 15 Neuinfektionen am Vortag - so wenig wie seit drei Monaten nicht mehr. Auf dem Höhepunkt der Welle in Shanghai hatte es im April 27 000 Fälle an einem Tag gegeben. Landesweit meldete die nationale Gesundheitskommission 68 Fälle, davon 46 asymptomatisch.

Während der Rest der Welt versucht, mit dem Virus zu leben, verfolgt das bevölkerungsreichste Land eine rigorose Null-Covid-Strategie. Mit der Ankunft der Omikron-Variante kämpft China seit März aber gegen die größte Corona-Welle seit Ausbruch der Pandemie vor mehr als zwei Jahren. Chinesische Wissenschaftler warnten, dass eine völlige Lockerung ohne jegliche Beschränkungen in China zu 1,5 Millionen Toten in sechs Monaten führen könnte.

Bundesweite Inzidenz bei 207,0

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 207,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 201,7 gelegen (Vorwoche: 281,8, Vormonat: 666,4).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 54 957 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 49 141 registrierte Ansteckungen) und 91 Todesfälle (Vorwoche: 158) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 360 953 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Dienstag, 31. Mai +++

Verdacht auf kriminelles Netzwerk: Millionenbetrug mit Corona-Hilfen?

Systematisch sollen mutmaßliche Betrüger in vier Bundesländern während der Corona-Pandemie Sofort- und Überbrückungshilfen falsch abgerechnet und so einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben. Wegen des Verdachts auf bandenmäßigen Betrug durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft bei einem groß angelegten Einsatz am Dienstag 25 Objekte von fünf Hauptbeschuldigten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg - mit mehr als der Hälfte der Durchsuchungen lag der Schwerpunkt des Einsatzes in Ostfriesland in Niedersachsen, wie Marco Ellermann, Sprecher der Polizeidirektion Osnabrück, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Rund 120 Kräfte und auch Spürhunde waren im Einsatz.

Italien schafft Corona-Nachweis für Einreise ab

Reisende und Urlauber müssen ab dem 1. Juni bei der Einreise nach Italien keinen Corona-Nachweis mehr vorlegen. Eine Anordnung, die bislang dafür galt, laufe am (heutigen) Dienstag aus, teilte das italienische Gesundheitsministerium in Rom mit. Die Maßnahme werde nicht verlängert. Damit endet pünktlich zum Beginn der Feriensaison die 3G-Regel für die Einreise, also die Vorlage eines negativen Testergebnisses auf das Coronavirus oder eines Genesungs- beziehungsweise Corona-Impfnachweises.

Die Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi lockerte nach dem Auslaufen des Corona-Notstandes Ende März schrittweise die Beschränkungen. In der Gastronomie, bei Veranstaltungen oder für Touristenattraktionen ist der 3G-Nachweis nicht mehr erforderlich.

Derzeit müssen Menschen noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Masken tragen. In dem Land mit fast 60 Millionen Einwohnern sanken die bestätigten Corona-Fallzahlen in den vergangenen Wochen. Am Montag meldeten die Behörden etwas mehr als 7500 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages und rund 60 Tote mit dem Virus.

Umfrage: Kinder im Zuge der Corona-Krise dicker und weniger fit

Die Corona-Pandemie hat sich nach Aussagen von Eltern negativ auf das Ess- und Bewegungsverhalten vieler Kinder und Jugendlichen ausgewirkt. Einer Umfrage zufolge haben viele Minderjährige in den vergangenen zwei Jahren zu viel zugenommen, sie ernähren sich ungesünder und sind weniger fit. „Eine Gewichtszunahme in dem Ausmaß wie seit Beginn der Pandemie haben wir zuvor noch nie gesehen. Das ist alarmierend, denn Übergewicht kann schon bei Kindern und Jugendlichen zu Bluthochdruck, einer Fettleber oder Diabetes führen“, sagte Susann Weihrauch-Blüher von der Deutschen Adipositas-Gesellschaft zur Vorstellung der Ergebnisse am Dienstag.

Inzidenz in Deutschland liegt bei 201,7

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 201,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 189,0 gelegen (Vorwoche: 307,2, Vormonat: 717,4).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 61 889 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 64 437 registrierte Ansteckungen) und 136 Todesfälle (Vorwoche: 159) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 305 996 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Montag, 30. Mai +++

Möglichkeit zur Krankschreibung per Telefon endet

Krankschreibungen wegen leichter Erkältungsbeschwerden sind ab diesem Mittwoch nicht mehr einfach per Telefon möglich. Dafür müssen Patientinnen und Patienten wieder in die Arztpraxis kommen oder Videosprechstunden nutzen, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen am Montag in Berlin mitteilte. Die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie lasse es zu, die mehrfach verlängerte Sonderregelung auslaufen zu lassen. Sollte die Pandemie wieder an Fahrt gewinnen, könnten solche Sonderregelungen für bestimmte Regionen oder bundesweit aber wieder aktiviert werden.Die telefonischen Krankschreibungen waren seit Ende März 2020 fast durchgehend möglich. Dies sollte unnötige Kontakte reduzieren, um das Infektionsrisiko zu senken.

Pekinger verstößt gegen Quarantäne: 5000 Nachbarn müssen in Isolation

Als Folge mehrfacher Verstöße gegen Heimquarantäne durch einen 42-jährigen Pekinger, der später positiv getestet wurde, müssen mehr als 5000 seiner Nachbarn in Corona-Isolation. Wie die Zeitung „Beijing Ribao“ am Montag berichtete, war der Mann angewiesen worden, sich daheim zu isolieren, weil er in einem Einkaufszentrum als Kontaktperson eines Infizierten identifiziert worden war. Der 42-Jährige habe aber mehrfach seine Wohnung verlassen und sei in der Nachbarschaft herumgelaufen.

Fünf Tage nach der Anweisung seien der Mann und seine Frau positiv getestet worden. Als Konsequenz hätten die Behörden 258 Bewohner seines Hauses in eine zentrale Quarantäne-Einrichtung gebracht. Mehr als 5000 Bewohner der Gegend müssten sich jetzt zuhause isolieren, schrieb das Blatt weiter. Die Polizei habe strafrechtliche Ermittlungen gegen den 42-Jährigen eingeleitet.

China verfolgt nach wie vor eine rigorose Null-Covid-Strategie.

Corona-Prämien treiben Tarifverdienste an

Tarifbeschäftigte haben im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 4,0 Prozent mehr Geld bekommen als ein Jahr zuvor. Eine derart hohe Steigerung hatte es in Deutschland zuletzt im dritten Quartal 2019 gegeben, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete. Dennoch konnte die Steigerung der Verbraucherpreise nicht ausgeglichen werden, weil diese im gleichen Zeitraum um 5,5 Prozent kletterten.

Ohnehin hatten die Tarifpartner in vielen Fällen einmalige Sonderzahlungen vereinbart, die nun beispielsweise im öffentlichen Dienst in Form von sozialabgabefreien Corona-Prämien wirksam wurden. Ohne die Sonderzahlungen sind die Tarifentgelte nur um 1,1 Prozent gestiegen und damit sehr deutlich hinter der Inflation zurückgeblieben.

Ifo: Chinesische Lockdowns verschlimmern Lieferprobleme

Die Corona-Lockdowns in China verschärfen den Materialmangel der deutschen Industrie. Bei der jüngsten Unternehmensumfrage des Ifo-Instituts im Mai klagten 77,2 Prozent der Firmen über Materialengpässe und Lieferprobleme, nach 75 Prozent im April. „Die Schließung von Häfen in China hat für viele Unternehmen die Situation weiter verschlechtert“, sagte am Montag Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe in München. Die massive Störung der Logistikketten wird die wirtschaftliche Erholung demnach merklich verzögern.

Rund die Hälfte der Unternehmen sagte in der Umfrage, dass die Lockdowns in China die Lieferprobleme verschärft hätten. Nahezu alle Schlüsselindustrien seien stark betroffen, am meisten der Maschinenbau, in dem 91,5 Prozent der Unternehmen über Lieferprobleme klagten.

Branchenverband: Make-up und Parfüm sind mit Lockerungen wieder gefragter

Die Umsätze in der Kosmetikbranche in Deutschland ziehen nach deutlichen Einbrüchen während der Corona-Pandemie wieder an. „Im ersten Quartal liegen wir im Vergleich zum Vorjahr bei plus 36 Prozent“, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands VKE, Martin Ruppmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Gegenüber 2019 ist das allerdings immer noch ein Minus von 10 Prozent.“ Vor allem bei Make-up und Parfüm gebe es ein deutliches Plus.

Den Trend erklärt Ruppmann damit, dass immer weniger im Homeoffice gearbeitet werde, Restaurantbesuche wieder möglich seien und es wieder deutlich mehr Veranstaltungen gebe. „Man geht wieder raus.“ Das habe sich schon im ersten Quartal gezeigt, noch bevor die Corona-Maßnahmen dann im großen Umfang gelockert worden seien.

Auch der Lippenstiftabsatz zieht nach Beobachtung des Branchenverbands deutlich an. Er war während der Pandemie anders als der von Eyelinern und Wimperntusche zurückgegangen, weil geschminkte Lippen nicht mit FFP2-Masken kompatibel sind.

+++ Samstag, 28. Mai +++

Corona-Ausbruch in Kanzler-Delegation nach Afrika-Reise

Nach der Afrika-Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist es in seinem Umfeld zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. „Es ist zutreffend, dass im Nachgang zur Reise des Bundeskanzlers nach Afrika Teilnehmer der offiziellen Delegation PCR-positiv auf Corona getestet worden sind, obwohl die während der Reise und nach Rückkehr durchgeführten Schnelltests allesamt negativ gewesen sind“, teilte ein Regierungssprecher am Samstag mit. Zuvor hatten der „Tagesspiegel“ und andere Medien darüber berichtet.

Nach Informationen des „Tagesspiegels“ wurden mehrere enge Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Scholz war am Mittwoch mit seiner Delegation von einer dreitägigen Reise in den Senegal, nach Niger und Südafrika zurückgekehrt, anschließend seien mitreisende Journalisten darüber informiert worden, dass es zu positiven Corona-Testungen gekommen sei.

Am Donnerstag reiste Scholz weiter zum Weltwirtschaftsforum nach Davos und am Freitag zum Katholikentag nach Stuttgart. Der Regierungssprecher erklärte hierzu: „Der Bundeskanzler wurde nach der Reise mehrfach täglich mit PCR-Tests untersucht. Alle diese Tests waren und sind negativ. Somit konnte er den geltenden Infektionsschutzregeln entsprechend die Termine wie geplant wahrnehmen.“

Es gibt zwar für Kontaktpersonen keine Quarantänepflicht mehr, aber das Robert Koch-Institut gibt die „dringende Empfehlung“, für fünf Tage selbstständig Kontakte zu reduzieren, vor allem zu Menschen aus Risikogruppen, die einen schweren Krankheitsverlauf zu befürchten haben.

RKI-Chef fordert gesetzlichen Rahmen für Corona-Bekämpfung im Herbst

Angesichts einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst fordert der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, einen wirksamen gesetzlichen Rahmen zur Bekämpfung des Virus. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen“, sagte Wieler mit Blick auf das Infektionsschutzgesetz am Samstag im Bayerischen Rundfunk. Die rot-grün-gelbe Bundesregierung ringt derzeit um Corona-Schutzvorgaben für den Herbst. Die derzeit geltende Fassung des Infektionsschutzgesetzes läuft bis zum 23. September.

Wieler sagte, wohl alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, „die sich wirklich ernsthaft und fundiert, also mit Fachwissen, mit dieser Pandemie befassen, gehen davon aus, dass im Herbst die Zahlen wieder steigen werden“. Man werde wieder steigende Inzidenzen sehen. „Was wir aber nicht wissen, - und das ist die große Unbekannte - ist, welche Krankheit wird das Virus machen.“ Er empfehle nach wie vor, dass Masken in bestimmten Situationen getragen würden. „Ich gehe davon aus, dass im Laufe des Sommers man das auch einstellen kann. Aber das hängt wirklich von den Gegebenheiten ab.“ Er erwarte, dass man im Herbst diese Maßnahmen teilweise zurückholen müsse.

Für große Veranstaltungen wie etwa das Münchener Oktoberfest wolle er noch keine Prognosen wagen. Man könne die Situation nur kurz vor dem eigentlichen Ereignis realistisch einschätzen. „Wir haben alle Mittel und Werkzeuge in der Hand, um auch Zusammentreffen zu ermöglichen. Da sind zum Beispiel die Testungen oder natürlich auch das Tragen von Masken“, sagte der RKI-Chef. Man wisse also sehr gut, wie mit dieser Pandemie umzugehen sei.

+++ Freitag, 27. Mai +++

Weniger Fälle in Niedersachsens Schulen

Niedersachsens Schülerinnen und Schüler haben sich zuletzt seltener mit dem Coronavirus infiziert. In der vergangenen Woche gab es etwas mehr als 5000 Infektionen, wie das Kultusministerium in Hannover am Freitag mitteilte. In der Woche zuvor waren es noch rund 3300 Infektionen mehr, vor vier Wochen noch etwa 7500 mehr.

Bei den Lehrkräften und dem Schulpersonal sanken die Infektionszahlen ebenfalls, von insgesamt rund 1900 vor zwei Wochen auf etwa 1250 in der vergangenen Woche.

Etwa 1,1 Millionen Mädchen und Jungen besuchen die rund 3000 Schulen in Niedersachsen, etwa 100 000 Menschen arbeiten dort. Anders als vor den Osterferien werden von den Schulen inzwischen auch positive Selbsttests gemeldet. Zuvor waren es nur PCR-Tests. Seit Anfang Mai müssen sich Schüler im Bundesland nicht mehr verpflichtend testen. Wer möchte, erhält aber weiterhin drei Tests pro Woche zum Selbsttest.

Ärztepräsident: Kinder leider unter Zukunftsangst und Vereinsamung

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat die Politik aufgefordert, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie verstärkt auf das Wohl von Kindern und Jugendlichen zu achten. „Wir wissen heute, welche enormen Schäden die Schul- und Kita-Schließungen, diese monatelange Isolation durch die Kontaktbeschränkungen bei Kindern und Jugendlichen angerichtet haben“, sagte Reinhardt am Freitag beim Deutschen Ärztetag in Bremen.

Die Folgen seien beispielsweise Zukunftsängste, erhöhter Leistungsdruck und Vereinsamung. Zudem hätten familiäre Spannungen, Konflikte und häusliche Gewalt zugenommen. „Wir müssen Strategien entwickeln, um Kitas und Schulen offen zu halten und den Heranwachsenden auf diese Weise ein weitgehend normales Leben ermöglichen“, sagte Reinhardt mit Blick auf den Herbst und mögliche neue Virusvarianten.

Anfang der Woche hatte Reinhardt gefordert, dass spätestens die nächste Ministerpräsidentenkonferenz am 2. Juni die Weichen für einen sicheren Betrieb von Schulen und Kitas stellen müsse. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche waren ein Schwerpunktthema des 126. Deutschen Ärztetages, der am Freitag in Bremen zu Ende ging.

Vorschriften zu Corona-Arbeitsschutz ausgelaufen

Die besonderen Corona-Vorschriften des Gesetzgebers für Betriebe in Deutschland sind wie geplant zum Donnerstag ausgelaufen. „Relevante regionale und betriebliche Infektionsausbrüche sind jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums. Arbeitgeber seien daher aufgefordert, ihre Gefährdungsbeurteilung stetig an das Infektionsgeschehen anzupassen. Hierfür werde das Ministerium auf seiner Homepage Empfehlungen bereitstellen.

Bereits vor einer Woche hieß es vom Ministerium, dass es angesichts des beständigen Abklingens der Infektionszahlen derzeit keinen Anlass gebe, die Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung über den 25. Mai hinaus zu verlängern. Zudem waren die Regeln bereits im März gelockert worden. Zuletzt galt, dass der Arbeitgeber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu prüfen hat, ob bestimmte Maßnahmen erforderlich sind - etwa Homeoffice, kostenlose Tests und die Bereitstellung von Schutzmasken.

Corona vs. Affenpocken: Zwei ziemlich unterschiedliche Erreger

Gerade erst scheint Corona im Griff, da taucht schon der nächste Erreger in Deutschland auf. Die Sorge vor den Affenpocken geht um. Auch diese Krankheit wird durch Viren übertragen. Doch das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Deshalb sind Experten bislang vergleichsweise gelassen. Die beiden Erreger im Vergleich:

Im Laufe des Mai haben immer mehr Länder Fälle von Affenpocken gemeldet. Insgesamt hat die WHO bislang aber nur einige hundert Infektionen im Rahmen dieses Ausbruchs registriert. In Deutschland waren laut Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt (Stand 25.5.) rund zehn Fälle bekannt. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte kürzlich, er sehe nicht den „Vorabend einer neuen Pandemie“. Durch Nachverfolgung von Kontakten und Vorsicht könne man die Situation in den Griff kriegen.

Das Coronavirus Sars-CoV-2 hat sich hingegen in den allermeisten Ländern der Welt bereits dauerhaft festgesetzt. Es gab mehr als eine halbe Milliarde registrierter Infektionen - und noch wesentlich mehr unter dem Radar. Viele Millionen Menschen sind gestorben. In Staaten wie Deutschland hat mittlerweile der überwiegende Teil der Bevölkerung durch Impfung und/oder Infektion einen gewissen Schutz.

Affenpocken werden nach bisherigem Kenntnisstand hauptsächlich durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen, unter anderem über Bläscheninhalt und Schorf. Das schränkt die Verbreitung stark ein. Dass momentan vor allem Fälle bei schwulen Männern bekannt sind, könnte unter anderem mit mehreren internationalen Events zusammenhängen, bei denen es zu Ansteckungen kam. Das RKI betont: „Das Risiko, sich mit Affenpocken zu infizieren, ist nicht auf sexuell aktive Menschen oder Männer, die Sex mit Männern haben, beschränkt. Jeder, der engen körperlichen Kontakt mit einer ansteckenden Person hat, kann sich infizieren.“ Momentan geht das RKI davon aus, dass der Ausbruch begrenzt werden kann.

Corona-Infizierte geben das Virus Sars-CoV-2 hauptsächlich durch virushaltige Partikel weiter, die unter anderem beim Atmen, Husten und Sprechen entstehen. Dabei können Aerosole mit Viruspartikeln auch über längere Zeit in der Luft bleiben. Da für eine Ansteckung kein enger Kontakt nötig ist, kann sich das Virus schnell verbreiten.

+++ Donnerstag, 26. Mai +++

Steinmeier: Pandemie hat Spuren hinterlassen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich über die Erschütterungen und Verwerfungen in der Gesellschaft durch die Corona-Pandemie besorgt gezeigt. „Diese Pandemie hat Spuren hinterlassen“, sagte der Bundespräsident am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen des Katholikentags in Stuttgart. „Sie hat eine Dynamik entfaltet, mit der ich selbst auch nicht gerechnet habe.“ Es habe Konflikte und Streit gegeben am Arbeitsplatz, in den Familien und in den Vereinen. Er habe sich angesichts der Dynamik oft gefragt, wie von heute auf morgen und im Umgang mit einer Krankheit eine solche Unversöhnlichkeit in die Sprache hineinkommen könne.

Weil die Spuren geblieben und die Wunden noch nicht verheilt seien, müsse das Gespräch gesucht werden mit denen, die man verloren habe, forderte Steinmeier. „Und man muss vielleicht auch manches, was angerichtet worden ist, einander verzeihen“, ergänzte er. „Die Pandemie ist nicht eine Krankheit, die uns beherrschen darf.“ Es gebe andere Herausforderungen wie den Ukraine-Krieg und den Klimawandel, mit denen die Gesellschaft lernen müsse umzugehen.

Das katholische Kirchenfest mit 1500 Veranstaltungen findet erstmals seit vier Jahren wieder in Präsenz statt. Allerdings werden bis Sonntag viel weniger Teilnehmer in Stuttgart erwartet als sonst, etwa 25 000. Darunter sind allein 7000 Mitwirkende. Zum Katholikentag 2018 in Münster waren noch 90 000 Menschen gekommen.

Vorschriften zu Corona-Arbeitsschutz ausgelaufen

Die besonderen Corona-Vorschriften des Gesetzgebers für Betriebe in Deutschland sind wie geplant zum Donnerstag ausgelaufen. „Relevante regionale und betriebliche Infektionsausbrüche sind jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen“, sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums. Arbeitgeber seien daher aufgefordert, ihre Gefährdungsbeurteilung stetig an das Infektionsgeschehen anzupassen. Hierfür werde das Ministerium auf seiner Homepage Empfehlungen bereitstellen.Bereits vor einer Woche hieß es vom Ministerium, dass es angesichts des beständigen Abklingens der Infektionszahlen derzeit keinen Anlass gebe, die Sars-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung über den 25. Mai hinaus zu verlängern. Zudem waren die Regeln bereits im März gelockert worden. Zuletzt galt, dass der Arbeitgeber im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu prüfen hat, ob bestimmte Maßnahmen erforderlich sind - etwa Homeoffice, kostenlose Tests und die Bereitstellung von Schutzmasken

Kein 3G-Nachweis mehr bei Einreise nach Deutschland

Bei der Einreise nach Deutschland wird ab dem kommenden Mittwoch kein 3G-Nachweis mehr verlangt. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin beschlossen, die noch geltenden Corona-Einreiseregeln entsprechend zu lockern.

Vom 1. Juni an müssen Reiserückkehrer und andere Einreisende damit nicht mehr nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet (3G) sind. Die aktuell gültige Corona-Einreiseverordnung schreibt das noch bis zum 31. Mai für alle Personen über zwölf Jahren vor. Die Maßnahmen dienten der Erleichterung der Mobilität und Freizügigkeit sowie des Reiseverkehrs, heißt es nun.

„Bis Ende August setzen wir die 3G-Regel bei der Einreise aus“, hatte Gesundheitsminister Karl Lauterbach zuvor in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe angekündigt. Ob sie ab September dann wieder eingeführt wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber offen. Die vom Kabinett geänderte Corona-Einreiseverordnung gilt zunächst bis 31. August. Sie müsste dann entsprechend erneut geändert und verlängert werden oder läuft sonst ganz aus.

Für Einreisende aus sogenannten Virusvariantengebieten bleiben allerdings solange strengere Regeln bestehen: Sie müssen sich in Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne begeben, auch wenn sie geimpft oder genesen sind. Derzeit ist aber kein Land als Virusvariantengebiet ausgewiesen. Nach der neuen Verordnung kann eine solche Ausweisung künftig auch erfolgen, wenn schon bekannte Virusvarianten, die schwerere Krankheitsverläufe verursachen, etwa die Delta-Variante, in einem Gebiet wieder vermehrt auftreten.

Die geänderte Einreiseverordnung sieht außerdem vor, dass künftig nicht nur die von der EU zugelassenen Impfstoffe, sondern alle von der WHO zugelassenen Vakzine bei einer Einreise anerkannt werden. Verwiesen wird darauf, dass dies unter anderem relevant für Grenzgänger und -pendler sei.

RKI registriert 39 705 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 262,6

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 262,6 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 281,8 gelegen (Vorwoche: 383,2, Vormonat: 909,1).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 39 705 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 58 719 registrierte Ansteckungen) und 136 Todesfälle (Vorwoche: 165) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 198 811 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Lauterbach: Für Herbst wieder Möglichkeit der Maskenpflicht schaffen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will für den Fall einer neuen Corona-Welle im Herbst die Möglichkeit schaffen, wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen vorzuschreiben. Derzeit werde erneut am Infektionsschutzgesetz gearbeitet, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“. „Das läuft ja am 23.9. aus. Und dann wird die Frage erneut zu diskutieren sein, ob zum Beispiel Maskentragen in Innenräumen wieder verpflichtend wird.“ Das könne wieder kommen, „ich halte das auch für unbedingt notwendig, dass wir uns für den Herbst diese Möglichkeit eröffnen“.

Lauterbach betonte: „Das Infektionsschutzgesetz beschreibt ja nicht, was gemacht wird oder was gemacht werden soll, sondern es beschreibt, was wir nutzen können an Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen, wenn es denn dann nötig wäre.“ An diesem Thema arbeite er auch mit Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP).

Lauterbach hatte bereits angekündigt, dass er bald ein Konzept zur Bekämpfung von Corona im Herbst vorstellen will. Auch die Gesundheitsminister der Länder hatten vom Bund eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes mit Blick auf den Herbst gefordert.

Das erst kürzlich geänderte Gesetz läuft bis 23. September. Allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Regelungen sind damit seit Anfang April weggefallen. Vorerst gilt ein „Basisschutz“ - etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflichten.

Lauterbach verteidigte die Regierungspläne zur Beschaffung von zusätzlichem Corona-Impfstoff. Man habe für den Herbst Impfstoff für drei unterschiedliche Corona-Linien - die Wuhan-Variante, einen reinen Omikron-Impfstoff und einen Kombinationsimpfstoff. „Jetzt verrate ich kein Geheimnis, indem ich sage: Einen Teil dieser Impfstoffe werden wir nachher wegschmeißen müssen.“ Er betonte: „Ich weiß nicht, was kommt.“ Wenn eine gefährliche Welle komme, wollten alle den besten Impfstoff. „Daher werde ich lieber dafür kritisiert, dass ich später wegschmeiße.“

+++ Mittwoch, 25. Mai +++

Fremdenverkehr im Norden knüpft fast an die Zeit vor Corona an

Der Fremdenverkehr in Schleswig-Holstein ist recht glimpflich durch das zweite Corona-Jahr 2021 gekommen. Insgesamt lagen die Umsätze der Beherbergungsunternehmen im vergangenen Jahr nur noch 8,4 Prozent unter dem Niveau von 2019, dem letzten Jahr vor der Corona-Pandemie. Dies teilte das Statistikamt Nord am Mittwoch mit.

Allerdings profitierten nicht alle Bereiche gleichermaßen von der Erholung: In Hotels, Gasthöfen und Pensionen waren die Umsätze nominal, also ohne Bereinigung um die Inflation, 20,4 Prozent geringer als 2019. Bei den Ferienunterkünften, beispielsweise Ferienhäuser und -wohnungen sowie Jugendherbergen gab es dagegen einen Zuwachs um 28,0 Prozent. „Die Umsätze der Campingplätze stiegen ebenfalls (plus 12,9 Prozent)“, hieß es. Absolute Zahlen nannten die Statistiker nicht.

Spiegelbildlich zeigen sich die unterschiedlichen Trends auch am Arbeitsmarkt: Unter dem Strich sank die Zahl der in den Beherbergungsunternehmen Beschäftigten zwischen 2019 und 2021 um 16,4 Prozent. „Während der Rückgang in den Hotels, Gasthöfen und Pensionen bei 20,9 Prozent lag, blieb die Zahl bei den weiteren Ferienunterkünften fast unverändert“, berichteten die Statistiker.

Ärztepräsident „eher zurückhaltend“ bei nun empfohlener Kinderimpfung

Anders als Fachgesellschaften der Kindermedizin hat sich Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt verhaltener zur neuen Stiko-Empfehlung zur Corona-Impfung Fünf- bis Elfjähriger geäußert. „Es ist eine Empfehlung, die ins Benehmen der Eltern gestellt wird.“ Er persönlich wäre zum jetzigen Zeitpunkt an der Stelle „eher zurückhaltend“, sagte Reinhardt am Mittwoch in einem Interview bei der Radiowelt auf Bayern 2. Er begründete dies damit, dass die Erkrankung „für Kinder in der Regel gut überstehbar“ sei und „auch im Wesentlichen ohne Spätfolgen, soweit man das zum jetzigen Zeitpunkt bewerten kann“.

Reinhardt sagte demnach aber auch, jeder müsse dies für sich entscheiden. Das Angebot sei da und die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehle es. Das heiße, „die Impfung ist empfehlenswert und hat schützenden Charakter“.

Die Stiko empfiehlt in ihrer aktuellen Einschätzung nun auch gesunden Kindern zwischen fünf und elf Jahren eine Corona-Impfung – zuvor galt dies nur für Kinder mit Vorerkrankungen und für Kinder mit Menschen mit hohem Corona-Risiko in ihrem Umfeld. Gesunde Kinder sollen im Unterschied zum Impfschema bei anderen Gruppen aber zunächst nur eine mRNA-Impfstoffdosis bekommen, hieß es in einer Mitteilung des Gremiums am Dienstag.

Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften der Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hatten in einer gemeinsamen Mitteilung die neue Stiko-Empfehlung begrüßt und ausdrücklich unterstützt. Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), sprach gegenüber der dpa von einer „guten und klug überlegten Entscheidung der Stiko in Richtung Individualschutz der Kinder“.

Als Maßnahme vorrangig zur Erhöhung der allgemeinen Impfquote wollte Dötsch die Kinderimpfung nicht verstanden wissen. „Der Individualschutz steht natürlich im Vordergrund. Wenn sich viele Menschen individuell schützen, schützt das aber auch die Gruppe als Ganzes, auch die Gruppe der Kinder, das ist klar.“

BBC: Augenzeugen berichten von wöchentlichen Lockdown-Feiern

Unmittelbar vor der erwarteten Veröffentlichung des „Partygate“-Untersuchungsberichts haben Augenzeugen von Lockdown-Feiern in der Regierungszentrale schwere Vorwürfe erhoben. In der Londoner Downing Street habe es während des Corona-Lockdowns jeden Freitag Einladungen zu Treffen mit Alkohol gegeben, zitierte die BBC am Mittwoch mehrere anonymisierte Beschäftigte. Leere Flaschen und Reste von Essenslieferungen hätten noch am nächsten Morgen herumgelegen.

Mehrere Medien berichteten, die Spitzenbeamtin Sue Gray werde ihren Bericht noch am Vormittag übergeben. Premierminister Boris Johnson wolle sich dann gegen Mittag im Parlament äußern. Kabinettsmitglied George Eustice zeigte am Mittwoch Verständnis für die Wut in der Bevölkerung über die Regelbrüche in der Downing Street. Er versicherte, Johnson habe das Parlament nicht belogen.

Zuletzt waren Fotos einer Zusammenkunft im Regierungssitz vom 13. November 2020 aufgetaucht. Zu sehen ist, wie Johnson ein Glas erhebt und offenbar den anderen Anwesenden zuprostet. Niemand trägt eine Maske, auf einem Tisch stehen mehrere offene Flaschen. Nach BBC-Angaben standen etwa 30 bis 40 Menschen eng an eng in einem Raum. Johnson selbst habe seinen Mitarbeitern Alkohol eingeschenkt. Zu dem Zeitpunkt waren private Zusammenkünfte untersagt. Wegen der Veranstaltung hatte die Londoner Polizei mehrere Teilnehmer mit Geldstrafen belegt, Johnson aber nicht.

Insgesamt belegte die Polizei Dutzende Beschäftigte mit insgesamt mehr als 120 Strafbescheiden, darunter auch den Premier für eine andere Feier. Wegen der Affäre fordern auch Mitglieder von Johnsons Konservativer Partei seinen Rücktritt. Dies schließt Johnson aus. Er hatte Fehler eingeräumt, aber betont, er habe stets den Eindruck gehabt, dass es sich um Arbeitstreffen handelte.

Bundesweite Inzidenz liegt bei 281,8

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 281,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 307,2 gelegen (Vorwoche: 407,4, Vormonat: 790,8). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 49 141 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 72 051 registrierte Ansteckungen) und 158 Todesfälle (Vorwoche: 174) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 159 106 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Dienstag, 24. Mai +++

Kritik an Londoner Polizei wegen Umgangs mit Partygate-Affäre

Die Londoner Polizei steht in der Affäre um illegale Lockdown-Partys im Regierungssitz Downing Street erneut in der Kritik. Bürgermeister Sadiq Khan von der oppositionellen Labour-Partei forderte von der Polizei am Dienstag Auskunft über ihre Ermittlungen. Zuvor waren Fotos aufgetaucht, die den konservativen Premierminister Boris Johnson während der strikten Corona-Beschränkungen bei einer Feier mit erhobenem Glas zeigen. Auf einem Tisch vor ihm stehen mehrere geöffnete Weinflaschen. Einen Strafbefehl erhielt Johnson dafür jedoch nicht.

Khan sagte im Sender Sky News dazu: „Das war klar eine Party. Er hat sein Glas erhoben, und da waren leere Weinflaschen. Ich denke, die Polizei sollte erklären, wie sie zu ihren Schlüssen gekommen sind.“ Wegen der Teilnahme an einer anderen Feier wurde Johnson bestraft. Die Ermittlungen sind inzwischen abgeschlossen. Scotland Yard zufolge wurden bei acht Zusammenkünften Verstöße festgestellt. Insgesamt ergingen Strafbefehle gegen 83 Beteiligte.

Nun wird mit der Veröffentlichung des internen Untersuchungsberichts durch die Spitzenbeamtin Sue Gray gerechnet. Die polizeilichen Ermittlungen hatte dies bislang verhindert und damit nach Ansicht von Kritikern Johnson wertvolle Zeit verschafft. Der Premierminister muss sich aber auch einer parlamentarischen Untersuchung stellen, ob er das Unterhaus in der Sache belogen hat. Zunächst hatte er jegliche illegale Lockdown-Partys abgestritten.

Südafrikas Präsident beklagt Desinteresse an Impfstoffen aus Afrika

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat beim Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dazu aufgerufen, Corona-Impfstoffe aus Afrika zu kaufen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in der Hauptstadt Pretoria dankte Ramaphosa am Dienstag für deutsche Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Produktionsstätte von Impfstoffen. Dann fügte er hinzu: „Die Bemühungen haben einen Rückschlag erlitten. Nachdem wir vergangenes Jahr in Südafrika die Impfstoffproduktion aufgenommen haben, stellen wir nun fest, dass es für in Afrika hergestellte Seren keine Käufer gibt.“ Das gebe Anlass zu großer Sorge.

Lauterbach: Kein Druck auf Eltern bei Kinder-Corona-Impfungen

Nach der erweiterten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für Corona-Schutzimpfungen für Kinder hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Entscheidungshoheit der Eltern betont. „Die Eltern müssen das frei entscheiden“, sagte Lauterbach am Dienstag am Rande des Deutschen Ärztetages in Bremen bei einer Pressekonferenz. Er schließe sich aber der Empfehlung vollumfänglich an und hoffe, dass die Impfung gut angenommen werden. Es dürfe aber kein Druck ausgeübt werden.

Die Stiko empfiehlt in ihrer aktuellen Einschätzung nun auch gesunden Kindern zwischen fünf und elf Jahren eine Corona-Impfung. Sie sollen im Unterschied zum Impfschema bei anderen Gruppen aber zunächst nur eine mRNA-Impfstoffdosis bekommen, hieß es in einer Mitteilung des Gremiums am Dienstag. Lauterbach sprach von einem Fortschritt, der auch Kindern die Möglichkeit gebe, Krankheit und Schulausfall zu verhindern. Dies solle man nutzen.

Gasthörer kehren nach Corona nur langsam zurück

Die Zahl der Gasthörer an deutschen Hochschulen erholt sich nach Corona nur langsam. Im Wintersemester 2021/22 haben laut Statistischem Bundesamt 27 400 Gasthörerinnen und Gasthörer Lehrveranstaltungen besucht. Das waren 4 Prozent mehr als im Wintersemester 2020/21, aber 26 Prozent weniger als im Wintersemester 2019/20.

Gasthörer können auch ohne formale Hochschulreife an einzelnen Kursen und Lehrveranstaltungen der Hochschulen teilnehmen, aber keine Abschlussprüfung machen. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen Studierenden im Wintersemester 2021/22 machten Gasthörer weniger als ein Prozent aus.

„Der Zuwachs zum aktuellen Wintersemester 2021/22 erfolgte vor allem in der Altersgruppe ab 65 Jahren“, berichteten die Statistiker am Dienstag in Wiesbaden. Das Durchschnittsalter lag zuletzt bei 48 Jahren.

Bundesweite Inzidenz liegt bei 307,2

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 307,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 312,1 gelegen (Vorwoche: 437,6, Vormonat: 807,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 64 437 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 86 252 registrierte Ansteckungen) und 159 Todesfälle (Vorwoche: 215) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 26 109 965 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Samstag, 21. Mai +++

RKI registriert 42.375 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 342,0 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 361,8 gelegen (Vorwoche: 477,0, Vormonat: 720,6).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 42.375 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 61.859 registrierte Ansteckungen) und 120 Todesfälle (Vorwoche: 144) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24.575.600 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Landgericht: Wiesendanger darf Drosten keine gezielte Täuschung vorwerfen

Im Streit um den Ursprung des Coronavirus darf der Nanowissenschaftlers Roland Wiesendanger dem Virologen Christian Drosten keine gezielte Täuschung der Öffentlichkeit vorwerfen.

Nach einer mündlichen Verhandlung bestätigte das Landgericht Hamburg eine entsprechende einstweilige Verfügung vom 14. März. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Wiesendanger hat angekündigt, er werde im Fall einer Niederlage Berufung beim Hanseatischen Oberlandesgericht einlegen.

Der Wissenschaftler von der Universität Hamburg hatte den Vorwurf in einem Interview des Magazins „Cicero“ erhoben, das am 2. Februar dieses Jahres unter der Überschrift erschienen war: „Stammt das Coronavirus aus dem Labor? - „Herr Drosten hat Politik und Medien in die Irre geführt““. Dabei bezog sich Wiesendanger vor allem auf einen offenen Brief, den 27 Virologen am 19. Februar 2020 in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht hatten. Darin wiesen sie die Behauptung, das Virus habe keinen natürlichen Ursprung, als Verschwörungstheorie zurück. Nach Erscheinen des Interviews in „Cicero“ hatte Drosten Wiesendanger abgemahnt und die einstweilige Verfügung erwirkt.

Der Anwalt des Nanowissenschaftlers, Lucas Brost, hatte in der Verhandlung an das Gericht appelliert, die Tragweite der Diskussion zu berücksichtigen. „Das die Bevölkerung meistbewegende Thema der letzten zwei Jahre muss in maximaler Meinungsfreiheit diskutiert werden“, sagte er. Wiesendanger selbst forderte den nicht anwesenden Drosten auf, er müsse erklären, auf welcher Grundlage er damals die Labortheorie habe ausschließen können. Nach seiner eigenen Überzeugung sprechen viele Indizien dafür, dass Sars-CoV-2 durch einen Laborunfall am virologischen Institut in der chinesischen Stadt Wuhan entstanden ist. (dpa)

Vertraut und warm: Warum wir uns wieder die Hände reichen

Mal ist es ein ganz besonderer Moment, mal noch unsicher: Soll ich oder nicht? Der Handschlag ist zurück - und das, obwohl so viele ihn schon nach wenigen Monaten Pandemie eigentlich totgesagt hatten.

Namaste, Ellenbogencheck und Co fühlen sich auch nach zwei Jahren noch nicht richtig an. Zu tief sitzt das Ritual - wenn die Handflächen ineinander greifen, die Finger sich berühren, die Blicke sich treffen. Wieso machen wir das eigentlich?

Eine so lange kulturelle Tradition, die ändere sich nicht mal eben in zwei Jahren Pandemie, sagt Martin Grunwald. Er ist Psychologe und leitet das Haptik-Forschungslabor an der Uni Leipzig. „Erst über sogenannte Vollkontakt-Informationen versichern wir uns, dass der andere wirklich existiert, wirklich da ist. Allen anderen Sinnen kann man nicht so sehr trauen.“ Und schließlich sei der Mensch ein sogenanntes nesthockendes Säugetier. „Wir wachsen ganz stark mit körperlichen Interaktionen auf und sind entsprechend auf Körperkontakt zu anderen angewiesen.“ Besonders jetzt, nachdem vieles nur online stattfand, sehnt sich der Berührungssinn nach Anregung.

Doch auch, wer sich mit der Faust oder per Ellenbogen begrüßt, berührt den anderen - nur anders. Reicht das nicht? „Das ist ein ganz anderes Körpergefühl, nichts Warmes, nichts Weiches. Sehr hart, knochig“, sagt Grunwald. Beides sei nur ein Kompromiss. Der Wissenschaftler findet es erstaunlich, dass man schon zu Beginn der Pandemie solche Kompromisse gesucht und nicht einfach komplett auf körperliche Begrüßungsrituale verzichtet habe. Soziokulturell wird dem Sich-die-Handgeben noch eine andere Bedeutung zugeschrieben, „Das signalisiert „Ich komme in Frieden“ und „Ich bin waffenlos““, sagt Grunwald. (dpa)

+++ Freitag, 20. Mai +++

Immer weniger Neuinfektionen auch in Niedersachsen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sinkt auch in Niedersachsen immer weiter - gleichzeitig bleibt der Wert im Vergleich der Bundesländer hoch. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Sieben-Tage-Inzidenz von 506,7 - nach 539,4 am Vortag. Damit wird angegeben, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche im Land registriert wurden. Als einziges Bundesland wies Schleswig-Holstein mit 545,2 einen höheren Wert aus.

Die Inzidenz liefert jedoch kein vollständiges Bild der Corona-Lage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - auch weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen allerdings in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen positiver Tests oder Übermittlungsprobleme zur Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

In Niedersachsen wurden bis Freitag 6792 Neuinfektionen erfasst. 30 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz in den Kliniken stagnierte bei 6,2. Diese Zahl gilt als maßgeblicher Wert zur Bewertung der Lage - sie misst, wie viele Menschen bezogen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Belegung der zur Verfügung stehenden Intensivbetten im Land stieg von 2,4 auf 2,6 Prozent.

Besonders hoch blieb die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Ammerland (972,6) gefolgt vom Kreis Oldenburg (903,6). Am niedrigsten waren die Werte in den Städten Salzgitter (296,5) und Emden (322,8).

Im kleinsten Bundesland Bremen sank die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag von 498,4 auf 465,4. Dort wurden 361 neue Corona-Fälle registriert, weitere Todesfälle gab es nicht.

Inzidenz sinkt weiter

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 361,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.55 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 383,2 gelegen (Vorwoche: 485,7; Vormonat: 688,3). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage.

Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 48 910 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 68 999 registrierte Ansteckungen) und 151 Todesfälle (Vorwoche: 164) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 998 085 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Donnerstag, 19. Mai +++

Steuern: Homeoffice-Pauschale und Abgabefristen verlängert

Zur Abfederung der Corona-Folgen hat der Bundestag am Donnerstag mehrere Steuer-Erleichterungen für Bürger und Wirtschaft beschlossen. Damit wurden unter anderem die Homeoffice-Pauschale und die Abgabefristen für die Steuererklärung verlängert. Corona-Boni für Beschäftigte in der Pflege, in Krankenhäusern und Praxen bleiben bis 4500 Euro steuerfrei. Unternehmen bekommen bessere Möglichkeiten zur Abschreibung und Verrechnung von Verlusten mit Gewinnen der Vorjahre.

Wer sich bei der Steuererklärung von einem Steuerberater helfen lässt, muss die Erklärung für 2021 nun erst im August 2023 abgeben. Wer die Steuererklärung selbst macht, bekommt bis Ende Oktober Zeit. Der Bund erwartet durch die Hilfen in diesem Jahr Steuerausfälle von 235 Millionen Euro. Bis 2026 sollen sie sich auf mehr als elf Milliarden summieren. Dem Gesetz stimmte im Bundestag nicht nur die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP zu, sondern auch die oppositionelle Union. Linke und AfD enthielten sich.

Nordkorea an der Schwelle zu zwei Millionen Fieberfällen

Nordkorea hat eine Woche nach der erstmaligen Bestätigung eines Corona-Ausbruchs im Land fast zwei Millionen Fieberpatienten registriert. Am Mittwoch seien weitere mehr als 262 000 Menschen mit Fiebersymptomen erfasst worden, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Donnerstag. Die Gesamtzahl kletterte demnach auf knapp 1,98 Millionen. Fast 1,4 Millionen Menschen sollen bereits wieder genesen sein. Die Zahl der Todesfälle sei um einen auf 63 gestiegen. Nordkorea hat knapp 26 Millionen Einwohner.

Ob sich die Betroffenen mit dem Coronavirus infiziert haben, bestätigt Nordkorea nicht, weil es nach Expertenangaben kaum Test-Kapazitäten gibt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass es bisher keine flächendeckenden Impfungen in dem Land gegeben hat. Nordkorea hat bislang auf Lieferungen von Impfstoffen über das von der WHO mitgegründete Netzwerk Covax verzichtet.

Das weithin abgeschottete und autoritär regierte Land hatte am Donnerstag vergangener Woche erstmals offiziell Infektionsfälle mit dem Krankheitserreger bestätigt. Seitdem versucht es mit einem landesweiten Lockdown und Informationskampagnen zu den Gefahren der Omikron-Variante, eine weitere „Ausbreitung der Epidemie“ einzudämmen.

Lauterbach begrüßt Gerichtsentscheidung zur Pflege-Impfpflicht

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht sich durch die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Corona-Impfpflicht für das Pflege- und Gesundheitspersonal bestätigt. „Der Staat ist verpflichtet, vulnerable Gruppen zu schützen“, erklärte der SPD-Politiker am Donnerstag. Er begrüße die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ausdrücklich. Das höchste deutsche Gericht hatte eine Verfassungsbeschwerde gegen die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht zurückgewiesen. (Az. 1 BvR 2649/21)

Lauterbach bedankte sich bei allen Einrichtungen, die diese Impfpflicht umgesetzt haben. „Sie haben großen Anteil daran, dass es in der schweren Omikronwelle nicht noch mehr Todesfälle gegeben hat.“

Bundesverfassungsgericht billigt Pflege-Impfpflicht

Das Bundesverfassungsgericht hat die einrichtungsbezogene Impfpflicht bestätigt. Das höchste deutsche Gericht wies eine Verfassungsbeschwerde gegen entsprechende Teile des Infektionsschutzgesetzes nach Angaben vom Donnerstag zurück. Der Schutz sogenannter vulnerabler Gruppen wiege verfassungsrechtlich schwerer als die Beeinträchtigung der Grundrechte für das Pflege- und Gesundheitspersonal, argumentierten die Karlsruher Richterinnen und Richter.

Inzidenz in Deutschland sinkt weiter

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 383,2 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 407,4 gelegen (Vorwoche: 502,4; Vormonat: 669,9). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 58 719 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 88 961 registrierte Ansteckungen) und 165 Todesfälle (Vorwoche: 197) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 949 175 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Mittwoch, 18. Mai +++

Lauterbach geht von Bestätigung der Einrichtungsimpfpflicht aus

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht von einer Bestätigung der Corona-Impfpflicht für das Pflege- und Gesundheitspersonal durch das Bundesverfassungsgericht aus. Vor der Verkündung des Urteils an diesem Donnerstag sagte Lauterbach am Mittwoch in Berlin: „Über eine Erwartung möchte ich nicht spekulieren.“ Er glaube aber, „dass wir dann entsprechend reagieren können“. Weiter verwies Lauterbach auf die im Vorfeld vorgetragenen Argumente und sagte, er gehe davon aus, „dass die Rechtmäßigkeit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht tatsächlich bestätigt wird“.Im Eilverfahren hatten die Richter und Richterinnen in Karlsruhe die Impfpflicht für das Klinik- und Pflegepersonal nicht beanstandet. Kritisch merkten sie im Februar aber an, dass im Gesetz nichts Genaueres zum Impf- und Genesenennachweis stehe.

EU-Arzneimittelbehörde prüft Zulassung von Corona-Impfstoff Valneva

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft die Zulassung des Corona-Impfstoffs des französischen Pharmakonzerns Valneva für den EU-Markt. Das Unternehmen habe einen entsprechenden Antrag gestellt, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, blieb offen.

Die EMA-Experten prüfen bereits seit Dezember alle Daten aus Studien und Versuchen zu dem Impfstoff mit dem offiziellen Namen VLA2001. Wenn sie grünes Licht geben, muss noch die EU-Kommission zustimmen - aber das gilt als Formsache. Bisher gibt es in der EU fünf zugelassene Corona-Impfstoffe. Im April war der Valneva-Impfstoff bereits in Großbritannien zugelassen worden.

VLA2001 wird in zwei Dosen verabreicht und soll dem Körper helfen, sich vor einer Infektion mit dem Virus zu schützen. Das Präparat enthält dafür inaktive, also abgetötete Viren. Diese können nicht zu einer Infektion und Krankheit führen, sie kurbeln aber die Bildung von Antistoffen an.

Nordkorea meldet Hunderttausende neue Fieberfälle

Vor dem Hintergrund des Corona-Ausbruchs im Land hat Nordkorea erneut Hunderttausende Fieberpatienten gemeldet. Am Dienstag seien mehr als 232 000 Menschen mit Symptomen von Fieber registriert worden, berichteten die Staatsmedien am Mittwoch unter Berufung auf die staatliche Notfallzentrale zur Epidemie-Prävention. Die Zahl der fieberbedingten Todesfälle stieg demnach um sechs auf 62. Nordkorea bestätigt nicht, ob sich die Betroffenen mit dem Coronavirus infiziert haben, weil es nach Expertenangaben kaum Test-Kapazitäten gibt.

Die Gesamtzahl der Fiebererkrankungen kletterte den Berichten zufolge innerhalb von 24 Stunden auf mehr als 1,7 Millionen. Mehr als eine Million betroffene Menschen seien wieder genesen, etwa 691 000 befänden sich noch in medizinischer Behandlung.

Das abgeschottete und autoritär regierte Land hatte am vergangenen Donnerstag erstmals offiziell Infektionsfälle mit dem Krankheitserreger bestätigt. Seitdem versucht es mit einem landesweiten Lockdown, eine „Ausbreitung der Epidemie“ einzudämmen. Eine weitere Maßnahme sind Informationskampagnen, mit der die Menschen über die Medien auf die Gefahren durch die „getarnte Omikron-Variante“ sowie auf Behandlungsmethoden und Präventionsregeln hingewiesen werden sollen.

Bei einer Sitzung des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei warf Machthaber Kim Jong Un führenden Funktionären vor, anfangs nicht angemessen auf den Ausbruch reagiert zu haben, wie Staatsmedien berichteten. Durch ihre „Nachlässigkeit und Nicht-Aktivität“ seien die Schwachstellen des Epidemie-Präventionssystems zu Tage gefördert worden.

Nordkorea hat auf Lieferungen von Impfstoffen über das von der Weltgesundheitsorganisation WHO mitgegründete Netzwerk Covax bislang verzichtet. Die WHO hat ihre Bereitschaft zur Hilfe mehrfach betont, wurde aber nach eigenen Angaben zunächst nicht kontaktiert.

Lauterbach will bald Plan zur Corona-Bekämpfung im Herbst vorlegen

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will bald ein Konzept zur Bekämpfung von Corona im Herbst vorstellen. Er sagte dem Bayerischen Rundfunk in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview: „Ich werde da in ein paar Tagen, in kurzer Zeit, einen Plan vorstellen, den ich auch mit dem Bundeskanzleramt sehr eng abgestimmt habe, wie man im Herbst die Pandemie managt.“

Es würden etwa Einkäufe von angepassten Impfstoffen vorbereitet, erklärte er. Die Impfzentren würden offen gehalten, so dass sie sofort genutzt werden könnten. Zudem werde eine Impfkampagne mit kreativen Ansätzen vorbereitet. Und die Meldung von Corona-Patienten in Krankenhäusern an das Robert Koch-Institut solle beschleunigt werden. Erkrankte sollen zudem schnell Medikamente bekommen.

Die Gesundheitsminister der Länder hatten am Montag auf rechtzeitige Vorbereitungen für eine neue Corona-Welle in Deutschland ab Herbst gedrungen. Gefordert wurden etwa ein mit den Ländern abgestimmter „Masterplan“ und eine Anpassung des Infektionsschutzgesetzes. In einem einstimmig gefassten Beschluss der Länder wurde der Bund aufgefordert, das Gesetzgebungsverfahren zeitnah einzuleiten.

Das erst kürzlich geänderte Infektionsschutzgesetz läuft bis 23. September. Allgemeine Maskenpflichten für Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Regelungen sind damit seit Anfang April weggefallen. Vorerst gilt ein „Basisschutz“ - etwa mit Maskenpflichten in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen. Unabhängig von staatlichen Vorgaben gibt es aber vielerorts, etwa in Kultureinrichtungen, auch weiter Schutzregeln mit Maskenpflichten.

In der Ampel-Koalition gibt es aber Uneinigkeit über das weitere Vorgehen. Der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen, Janosch Dahmen, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch): „Das Infektionsschutzgesetz muss spätestens bis zum 23. September so reformiert werden, dass Bund und Länder für den Ernstfall ausreichende Maßnahmen zur Verfügung haben.“ Zur Vorsorge gehöre, dass bei einer erneuten Welle die 2G- und 3G-Regeln, die Maskenpflicht in Innenräumen und Testpflichten in bestimmten Risikobereichen rechtzeitig reaktiviert werden könnten.

Hingegen sagte FDP-Fraktionschef Christian Dürr den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Freiheitseinschränkungen auf Vorrat wird es mit der FDP nicht geben.“ Richtig sei, dass man sich auf den Herbst vorbereiten müsse. „Aber dafür müssen wir nicht die Maßnahmen aus dem Infektionsschutzgesetz reaktivieren, die die letzte Welle schon nicht eindämmen konnten.“ Nötig seien etwa eine bessere Digitalisierung, kreativere Impfangebote und mehr Prävention in Behörden und Schulen.

RKI registriert 72 051 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 407,4

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 407,4 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 437,6 gelegen (Vorwoche: 507,1; Vormonat: 808,8). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 72 051 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 97 010 registrierte Ansteckungen) und 174 Todesfälle (Vorwoche: 231) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 890 456 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Offizielle Zahlen: Eine Million Corona-Tote in den USA

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in den USA mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Dienstag (Ortszeit) aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) hervor. Kein Land hat in absoluten Zahlen mehr Corona-Tote registriert als die Vereinigten Staaten, in denen rund 330 Millionen Menschen leben.

US-Präsident Joe Biden hatte bereits in der vergangenen Woche anlässlich eines internationalen Covid-Videogipfels die schmerzhafte Wegmarke beklagt und angeordnet, für mehrere Tage die Flaggen auf allen öffentlichen Gebäuden in den USA in Erinnerung an die Corona-Toten auf halbmast zu setzen. Den offiziellen Zahlen zufolge war die Millionen-Marke zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz überschritten gewesen.

Die Webseite der Johns Hopkins Universität wird regelmäßig aktualisiert und zeigt einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC. In manchen Fällen wurden die Zahlen nachträglich wieder nach unten korrigiert.

+++ Dienstag, 17. Mai +++

TUI Cruises lässt Maskenpflicht an Bord Ende Mai fallen

Kreuzfahrtgäste der Reederei TUI Cruises können ab Ende Mai die Coronamasken an Bord der „Mein Schiff“-Flotte ablegen. „Für alle Reisen der Sommersaison ab dem 29. Mai 2022 wird die Maskenpflicht an Bord aufgehoben“, teilte TUI Cruises am Dienstag in Hamburg mit. Ausnahmen seien allerdings möglich, wenn es für Fahrtgebiete abweichende Regeln gibt.

Eine weitere Lockerung der bislang strengen Regeln betrifft die Testung: Der erste von zwei vor Fahrtantritt verpflichtenden Antigentests dürfe künftig ein Selbsttest ein. Darüber hinaus will TUI Cruises ab Ende Mai das Tanzen in Innenräumen wieder zulassen und die „Kids-Clubs“ an Bord jetzt statt für mindestens Vierjährige auch für Dreijährige wieder öffnen .

Nicht geändert hat sich die Impfpflicht für alle Gäste über zwölf. „Voraussetzung für den Reiseantritt bleibt ein vollständiger Impfschutz“, heißt es in der Mitteilung. Zur eigenen Sicherheit empfiehlt die Reederei ihren Gästen zudem eine rechtzeitige Booster-Impfung.

Studie: Corona-Pandemie treibt Abschied von Brief und Fax voran

Die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft hat sich im zweiten Jahr der Corona-Pandemie weiter beschleunigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter Firmen ab 20 Beschäftigten, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

Aus den Ergebnissen lässt sich ablesen, dass in den Unternehmen die Kommunikation immer seltener per Brief und Fax stattfindet. Erstmals nutzt weniger als die Hälfte der Unternehmen (48 Prozent) häufig oder sehr häufig die Briefpost. Im ersten Corona-Jahr 2020 lag dieser Wert noch bei 56 Prozent, 2018 sogar bei 71 Prozent. Auch das Fax wird zum Auslaufmodell: Nur noch 40 Prozent faxen häufig Dokumente. Vor zwei Jahren waren es noch 49 Prozent, 2018 sogar noch 62 Prozent. „Wir reden ja schon länger vom papierlosen Büro. Jetzt rückt zumindest das papierarme Büro ein gutes Stück näher“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg.

Corona sei offensichtlich der Anstoß für viele überfällige Digitalisierungsmaßnahmen gewesen. „Die Digitalisierung der Kommunikationswege ist unumkehrbar - und sie hat sich noch einmal deutlich beschleunigt“, sagte Berg. „War der Einsatz etwa von Videokonferenzen und Kollaborationstools durch die Pandemie in vielen Unternehmen zunächst erzwungen oder aus der Not geboren, so haben die vielfältigen Vorteile inzwischen auch Zweifler überzeugt. Das hybride Arbeiten wird der Standard.“

Quasi alle Unternehmen kommunizieren per E-Mail (100 Prozent) und Festnetz-Telefonen (96 Prozent). Smartphones nutzen 83 Prozent der Unternehmen sehr häufig oder häufig - vor zwei Jahren waren es 81 Prozent und 2018 erst 51 Prozent. In der Corona-Pandemie haben aber vor allem Videokonferenzen einen Schub erhalten. Sie gehören mittlerweile in 72 Prozent der Unternehmen zum Alltag, 2020 waren es noch 61 Prozent und 2018 nur 48 Prozent.

Hornbach wird nach erfolgreichem Jahr vorsichtiger

Angesichts eines wirtschaftlich unsicheren Umfeldes schaut der Baumarktbetreiber Hornbach mit gemischten Gefühlen auf das laufende Jahr. „Obwohl wir weitere Schließungen im Zuge von Corona-Verordnungen für unwahrscheinlich halten, haben die Herausforderungen im Hinblick auf Inflation, Lieferkette und Produktverfügbarkeit in den letzten Monaten weiter zugenommen“, sagte Karin Dohm, Finanzchefin der Dachgesellschaft Hornbach Holding, laut Mitteilung von Dienstag. So dürfte der Umsatz zwar leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) könnte hingegen unter dem Wert des abgeschlossenen Geschäftsjahres liegen.

Die Hornbach Holding gehörte mit ihrer Baumarktkette zu den Corona-Profiteuren: Während der Lockdowns entdeckten die Menschen ihr Zuhause neu, so dass sich in der Pandemie ein starker Trend zum Verschönern und Erneuern des eigenen Heims entwickelte. Zwar mussten manche Baumärkte in der Pandemie zeitweise schließen, Hornbach konnte das aber etwa mit einem stärkeren Online-Handel ausgleichen.

Wie bereits bekannt, hat die im SDAX notierte Hornbach Holding den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 7,7 Prozent auf den Rekord von fast 5,9 Milliarden Euro gesteigert. Der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) wuchs um gut 10 Prozent auf 362,6 Milliarden Euro. Der Gewinn kletterte unterm Strich um mehr als ein Fünftel auf 244,5 Millionen Euro, wie am Dienstag bekannt wurde.

Hornbach betreibt europaweit 167 Bau- und Gartenmärkte. Wichtigstes Land ist Deutschland mit 98 Märkten. Das Unternehmen ist zudem im Handel mit Baustoffen aktiv.

Bundesweite Inzidenz leicht gesunken

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 437,6 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 439,2 gelegen (Vorwoche: 522,7; Vormonat: 834,3). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 86 252 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 107 568 registrierte Ansteckungen) und 215 Todesfälle (Vorwoche: 218) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 818 405 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Montag, 16. Mai +++

Leipziger Buchmesse 2023 wird in den April verschoben

Die Leipziger Buchmesse 2023 wird von ihrem angestammten Märztermin in den April verschoben. Dieser neue Termin biete „den sichersten Rahmen“ für die Veranstaltung, teilte der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Martin Buhl-Wagner, am Montag mit. Die Buchmesse soll nun vom 27. bis 30. April 2023 stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie war sie zuletzt drei Jahre hintereinander ausgefallen.

Vor allem die dritte Absage in diesem Jahr hatte in der Buchbranche heftige Diskussionen und Kritik ausgelöst. Verlage und andere Kulturschaffende organisierten am Buchmesse-Termin auf eigene Faust Ersatzveranstaltungen in Leipzig.

Buchmesse-Direktor Oliver Zille betonte: „Wir alle wünschen uns diese Buchmesse, brauchen diesen Treffpunkt der Buch- und Medienwelt – die Pandemie bleibt aber weiterhin unberechenbar.“ Die Verschiebung in den April biete trotz dieser Unwägbarkeiten die größte Planungssicherheit. Ab 2024 soll die Buchmesse dann wieder im März veranstaltet werden.

Nordkorea registriert nach Corona-Ausbruch 50 Todesfälle

Wenige Tage nach der Bestätigung der ersten Corona-Infektionen in Nordkorea ist die Zahl fieberbedingter Todesfälle im Land nach offiziellen Angaben auf 50 gestiegen. Bis zum Sonntagabend (Ortszeit) sei zudem die Zahl der Patienten mit Fiebersymptomen auf mehr als 1,2 Millionen geklettert, berichteten die Staatsmedien am Montag unter Berufung auf das Notfallzentrum zur Epidemie-Prävention. Mehr als die Hälfte von ihnen sei wieder genesen. Weiter vermied es das abgeschottete und autoritär regierte Land, die Krankheit direkt beim Namen zu nennen. Stattdessen war weiter von der „Ausbreitung der Epidemie“ die Rede.

Bei einer neuen Dringlichkeitssitzung des Politbüros der herrschenden Arbeiterpartei ordnete Machthaber Kim Jong Un den Berichten zufolge an, das Militär solle bei der Verteilung von Medikamenten helfen. Der Einsatz soll demnach jedoch zunächst auf die Hauptstadt Pjöngjang beschränkt sein.

Kim habe die zuständigen Stellen dafür gerügt, bisher keine ausreichende Versorgung mit medizinischen Mitteln zu gewährleisten, hieß es. Er habe sich unter anderem darüber informiert, welche fiebersenkenden und antibiotischen Mittel die Apotheken der Stadt vorrätig hätten und ob diese auch rund um die Uhr geöffnet seien.

Wie viele der gemeldeten Fieber-Fälle tatsächlich auf eine Corona-Erkrankung zurückzuführen sind, blieb weiter unklar. Experten vermuten, dass Nordkorea nicht über die Kapazitäten verfügt, um Massentests durchzuführen. Nordkorea hatte am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor mehr als zwei Jahren offiziell Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt. Das Land hatte lange behauptet, coronafrei zu sein. Die Angaben stießen im Ausland jedoch auf Skepsis.

Strikte Corona-Beschränkungen bremsen Chinas Wirtschaft

Die strikten Beschränkungen durch Chinas Null-Covid-Strategie bremsen die zweitgrößte Volkswirtschaft stärker als erwartet. Die Industrieproduktion fiel im April überraschend um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt am Montag in Peking berichtete. Auch die Einzelhandelsumsätze brachen deutlicher als von Analysten vorhergesagt sogar um 11,1 Prozent ein.

„Der Covid-Ausbruch im April hatte große Auswirkungen auf die Wirtschaft, aber die Folgen werden kurzfristig sein“, meinte der Sprecher des Statistikamtes, Fu Ying. Die langfristigen Grundlagen der chinesischen Wirtschaft seien unverändert. Wenn die Covid-Kontrollen Fortschritte machten und die Politik zur Stabilisierung der Wirtschaft ihre Wirkung zeigten, sei zu erwarten, dass sich Konjunktur wieder schrittweise erhole.

Die Zahlen für April deuten nach Ansicht von Experten aber vielmehr darauf hin, dass der Abschwung in diesem Jahr stärker als erwartet ausfällt. „Die Daten für die Aktivitäten im April haben den Schaden durch die Lockdowns in Shanghai und anderen Teilen des Landes offengelegt“, hieß es in einer Analyse der Finanzagentur Bloomberg. „Die Auswirkungen sind viel breiter und tiefer als erwartet.“

Weiter Maskenpflicht in Flugzeugen von und nach Deutschland

Bei Flügen von und nach Deutschland gilt auch mit Inkrafttreten gelockerter EU-Empfehlungen ab Montag weiterhin die Maskenpflicht zum Schutz vor Corona-Ansteckungen. Dies betrifft nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums alle Maschinen, die in Deutschland starten oder landen. Beim Ein- und Ausstieg und während des gesamten Fluges sind FFP2- oder medizinische Masken zu tragen. Abnehmen kann man sie nur beim Essen und Trinken. Ausgenommen von der Pflicht sind Kinder unter sechs Jahren. Die Maskenpflicht entspreche auch den neuen EU-Empfehlungen, hatte das Ministerium erläutert.

Die Luftsicherheitsagentur EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC empfehlen ab Montag nicht mehr generell verpflichtendes Maskentragen in Flughäfen und Flugzeugen. Wenn am Abflug- oder Zielort eine Maskenpflicht im Verkehr besteht, sollte dies aber weiter auch in Maschinen gelten. In Deutschland ist die bundesweite Maskenpflicht in Flugzeugen und Fernzügen im Infektionsschutzgesetz vorerst bis 23. September festgelegt. Auch im Nahverkehr mit Bussen und Bahnen gilt Maskenpflicht, die jeweils die Länder anordnen.

Generell entfällt mit der gelockerten EU-Empfehlung längst nicht auf allen Flügen die Maskenpflicht. Europas größter Billigflieger Ryanair veröffentlichte eine Liste von 15 EU-Staaten, in denen über nationale Gesetze das Tragen von Gesichtsmasken zur Corona-Prävention weiter gilt. Neben Deutschland sind auch wichtige Tourismus-Ziele wie Spanien, Griechenland, Portugal und Italien darunter.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte sich für ein Ende der Maskenpflicht in Flugzeugen, Bahnen und Bussen ausgesprochen, das auch die Verkehrsbranche fordert. Die Bundesregierung plant aber vorerst keine Abschaffung. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erklärte, bei immer noch sehr hohen Fallzahlen „fehlt der Spielraum, auf Masken im öffentlichen Verkehr zu verzichten“.

+++ Sonntag, 15. Mai +++

Lauterbach: Delta-Variante kann wiederkommen - Aufruf zu Achtsamkeit

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält eine Rückkehr der gefährlicheren Delta-Variante des Coronavirus für möglich. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Samstag) mit Verweis auf eine israelische Studie, wonach im Abwasser auch die Delta-Variante nachgewiesen wurde. Auf beide Szenarien müsse man sich einstellen, sagte der SPD-Politiker. „Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten. Das wird sehr teuer.“

In Deutschland dominiert derzeit die Omikron-Subvariante BA.2 mit gut 97 Prozent. Die Delta-Variante, die oft mit schwerwiegenderen Folgen einhergeht, wird laut dem jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) aktuell nur selten nachgewiesen.

Lauterbach rief die Menschen auf, weiter vorsichtig zu sein. „Auch im Sommer sollten wir achtsam bleiben“, mahnte der Minister. Dazu gehöre das Tragen von Masken im ÖPNV und im Flugzeug. „Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen“, warnte Lauterbach.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund appellierte an Bund und Länder, Vorbereitungen für eine neue Corona-Welle zu treffen. Die Impfmöglichkeiten müssten aufrechterhalten werden, sagte

Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zwar sei es nicht sinnvoll, in großem Umfang

weitgehend leerstehende Impfzentren zu betreiben. Notwendig sei aber eine Planung, wann man unter welchen Umständen erneut zusätzliche Impfmöglichkeiten schaffen müsse. Landsberg verwies auf einen im Herbst erwarteten Impfstoff, der an die Omikron-Variante angepasst ist.

Umfrage: Fast zwei Drittel für längere Corona-Bürgertests

Trotz der entspannteren Corona-Lage sind fast zwei Drittel der Bundesbürger einer Umfrage zufolge für eine weitere Verlängerung des Angebots von Gratis-Schnelltests. Dass es auch über Ende Juni hinaus kostenlose Bürgertests geben sollte, befürworten 65 Prozent, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Nicht mehr nötig finden es dagegen 24 Prozent, 11 Prozent machten keine Angaben oder wussten es nach eigenem Bekunden nicht.

Im Osten Deutschlands lag die Zustimmung zu längeren Bürgertests mit 69 Prozent noch etwas höher als im Westen mit 64 Prozent. Für die Umfrage wurden vom 6. bis 10. Mai 2054 Menschen ab 18 Jahre befragt.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte die Verordnung, die auch diese Bürgertests regelt, vorerst bis einschließlich 29. Juni verlängert. Damit haben alle auch ohne Symptome Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche an Teststellen durch geschultes Personal und mit Bescheinigung. Medizinerverbände hatten sich für ein Ende der Bürgertests ausgesprochen.

+++ Samstag, 14. Mai +++

RKI registriert 61 859 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 477,0

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 477,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 485,7 gelegen (Vorwoche: 544,0; Vormonat: 1015,7). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 61 859 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 72 252 registrierte Ansteckungen) und 144 Todesfälle (Vorwoche: 184) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 723 697 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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