Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-Ticker: Spahn mahnt zur Vorsicht an Pfingsten

07.05.2021

Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 3 635 162 (+ 8769 zum Vortag) Infektionen und 87 128 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz für Deutschland beträgt 67,3 (Stand: 21. Mai).

Inzidenzwerte laut des niedersächsischen Landesgesundheitsamts: Aurich 51,1 | Friesland 13,2 | Wilhelmshaven 17,1 | Wittmund 52,7 (21. Mai)

Landkreis Wittmund

Aktuell Infizierte: 44 (+4 neue Fälle)

Insgesamt: 1212 (1134 genesen, 34 Todesfälle)

(21. Mai)

Landkreis Aurich

Aktuell Infizierte: 188 (+ 0 neue Fälle)

Insgesamt: 3527 (3282 genesen, 57 Todesfälle)

(21. Mai)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuell Infizierte: 55 (+3 neue Fälle)

Insgesamt: 1886 (1781 genesen, 50 Todesfälle)

(21. Mai)

Landkreis Friesland

Aktuell Infizierte: 24 (+2 neue Fälle)

Insgesamt: 1612 (1547 genesen, 41 Todesfälle)

(21. Mai)

+++ Ticker von Freitag, 21. Mai +++

Merkel: Deutschland will weitere 30 Millionen Impfdosen spenden

Deutschland will nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bis Jahresende zusätzlich 30 Millionen Corona-Impfdosen an das internationale Impfprogramm Covax spenden. Voraussetzung sei, dass die von Deutschland bestellten Impfstoffe auch tatsächlich ankämen, sagte Merkel am Freitagabend, nachdem sie sich zum „Welt-Gesundheitsgipfel“ in Rom online dazu geschaltet hatte. Insgesamt wollen die EU-Staaten bis Jahresende mindestens 100 Millionen Corona-Impfdosen für das Programm zugunsten von Entwicklungs- und Schwellenländern zur Verfügung stellen.

Deutschland habe zudem weitere 100 Millionen Euro für die Unterstützung von Covax zugesagt, erklärte Merkel. Die deutschen Beiträge zur Impfhilfe seien damit nun bei mehr als einer Milliarde Euro. Bisher seien 125 Länder mit 70 Millionen Dosen versorgt worden. (dpa)

Hessen hält an Maskenpflicht im Einzelhandel fest

Hessen will die Maskenpflicht im Einzelhandel beibehalten. Man sehe „aus Gründen des Gesundheitsschutzes keinerlei Anlass, derzeit eine Änderung zu erwägen“, teilte das zuständige Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden auf Anfrage mit.

In Niedersachsen haben Überlegungen der Landesregierung, die Maskenpflicht im Einzelhandel bei niedrigen Inzidenzwerten aufzuheben, für Aufsehen gesorgt. Der Entwurf für eine kurzfristige Lockerung der Corona-Regeln sah vor, in Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 die Maskenpflicht ab Dienstag nach Pfingsten aufzuheben. Nach vielfältiger Kritik entschied die niedersächsische Landesregierung allerdings am Freitagnachmittag, doch nicht die Maskenpflicht im Einzelhandel kurzfristig aufzuheben. (dpa)

Neue Anreize auf Dating-Plattformen in USA sollen zu Impfung bewegen

Neue Funktionen auf mehreren großen Dating-Plattformen sollen in den USA vor allem jüngere Leute zu einer Corona-Impfung bewegen. Das Weiße Haus teilte am Freitag in Washington mit, neun große Anbieter wie Tinder, Hinge und OkCupid wollten Anreize für Geimpfte einführen, um die Impfziele der Regierung zu unterstützen. Nutzer sollen in ihren Profilen angeben können, wenn sie bereits eine Impfung erhalten haben, oder gezielt nach geimpften Partnern suchen können. Tinder will auch Informationen zu nahe gelegenen Impfzentren anbieten.

Das Weiße Haus erklärte, nach einer Untersuchung der Plattform OkCupid bekämen Nutzer, die bereits geimpft seien oder dies vorhätten, 14 Prozent mehr positive Dating-Rückmeldungen („Matches“). Insgesamt haben die USA in den vergangenen Monaten in rasantem Tempo geimpft. Knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung (gut 48 Prozent) hat inzwischen mindestens eine Spritze bekommen, gut 38 Prozent sind voll geimpft. Unter Älteren sind die Zahlen deutlich höher.

Angesichts verbreiteter Impfskepsis ging das Tempo der Kampagne zuletzt aber zurück. Die Regierung nimmt nun jüngere Leute in den Blick: Die nationale Gesundheitsbehörde CDC hatte kürzlich mitgeteilt, in den Altersgruppen der 18- bis 29-Jährigen und der 30- und 39-Jährigen gebe es noch viele Ungeimpfte. Präsident Joe Biden hatte zuletzt ein neues Impfziel ausgegeben: Bis zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli sollen nach seinem Willen rund 70 Prozent aller rund 260 Millionen Erwachsenen mindestens die erste Impfung erhalten haben. (dpa)

Impfstoffhersteller sagen ärmeren Ländern 1,3 Milliarden Dosen zu

Mehrere Hersteller von Corona-Impfstoffen haben ärmeren Ländern am Freitag die Lieferung von mehr als einer Milliarde Impfdosen bis zum Jahresende zugesagt. Die Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna sowie Johnson & Johnson versprachen bei einem „Welt-Gesundheitsgipfel“ in Rom insgesamt rund 1,3 Milliarden Einheiten. Die Lieferungen für Entwicklungs- und Schwellenländer sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen. 2022 sollen ebenfalls mehr als eine Milliarde Dosen zur Verfügung gestellt werden.

Die ärmsten Staaten sollen nur die Herstellungskosten bezahlen müssen, für Entwicklungsländer soll ein „Niedrigkostenpreis“ gelten. Biontech/Pfizer will ungefähr eine Milliarde Dosen liefern, Johnson & Johnson circa 200 Millionen Dosen und Moderna etwa 95 Millionen. Die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen habe sich im Vorfeld des Gipfels mit den Herstellern, mit denen die EU gute Erfahrungen gemacht habe, dazu in Verbindung gesetzt, hieß es aus Kommissionskreisen.

Wilhelmshaven meldet 50. Corona-Todesfall

Die Stadt Wilhelmshaven hat heute einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion bekanntgegeben. Damit steigt die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle im Stadtgebiet auf 50.

Bundesbank: Wirtschaft könnte im Herbst Vorkrisenniveau überschreiten

Nach dem Konjunktureinbruch zu Jahresbeginn rechnet die Bundesbank mit einer raschen Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf Wachstumskurs. „Die Wirtschaftsleistung dürfte im zweiten Quartal 2021 wieder deutlich zulegen“, hieß es im am Freitag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank. Bei schnellen Impf-Fortschritten in der Corona-Pandemie bestehe die Aussicht, dass die Eindämmungsmaßnahmen in den kommenden Monaten erheblich gelockert werden könnten. Bereits im Herbst könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sein Vorkrisenniveau wieder überschreiten. Im ersten Quartal 2021 war das BIP nach vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorquartal um 1,7 Prozent eingebrochen.

„Der Rückschlag lässt sich zu einem erheblichen Teil darauf zurückführen, dass die Corona-Schutzmaßnahmen strikter ausfielen und länger andauerten als im Vorquartal“, erläuterte die Bundesbank. Vor allem Dienstleister wie Gastronomen, Einzelhändler oder Hoteliers leiden unter den Corona-Beschränkungen. Die deutsche Industrie profitiert dagegen bereits seit geraumer Zeit von einer starken Nachfrage im Zuge der weltweiten Konjunkturerholung. Allerdings werde die Produktion in der Industrie wohl auch in nächster Zeit noch durch Engpässe bei Vorprodukten gebremst werden, hieß im Monatsbericht.

Der Staat versucht, das Corona-Tief mit Hilfsmilliarden abzufedern. Nach Einschätzung der Bundesbank könnte sich das deutsche Staatsdefizit im laufenden Jahr „auf eine Größenordnung von sechs Prozent des BIP zubewegen“ nach gut vier Prozent im Jahr 2020. „Solange die pandemiebedingten Einschränkungen anhalten, bleiben gezielte fiskalische Hilfen wichtig“, hieß es im Monatsbericht. (dpa)

WHO: Pandemie-Todesrate zwei bis drei mal höher als offizielle Zahlen

Die Corona-Pandemie hat nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens zwei bis drei Mal so viele Leben gekostet wie offiziell gemeldet. Bisher wurden weltweit rund 3.4 Millionen Todesfälle an die WHO übermittelt. Zusätzlich gebe es viele nicht registrierte Tote sowie Menschen, die an indirekten Folgen der Pandemie gestorben seien, sagten Experten der UN-Behörde am Freitag in Genf.

Die WHO veröffentlichte auch ihre erste Schätzung der Übersterblichkeit für das Jahr 2020, die der Pandemie zugerechnet werden kann. Demnach starben 3 Millionen Menschen - 1.2 Millionen mehr als die offizielle Statistik. Die Schätzung enthält auch diejenigen, die wegen der Überlastung der Gesundheitssysteme, wegen sozioökonomischer Folgen der Corona-Krise oder wegen psychischen Problemen im Zusammenhang mit der Pandemie verstarben. (dpa)

Spahn mahnt zur Vorsicht an Pfingsten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, sich trotz sinkender Corona-Zahlen an Pfingsten weiter vor Ansteckungen zu schützen. „Genießen Sie die Feiertage, genießen wir gemeinsam die Feiertage, aber bleiben wir dabei vorsichtig“, sagte Spahn am Freitag in Berlin. Es gelte, sich vor allem draußen zu treffen und sich regelmäßig testen zu lassen. Wenn die Infektionszahlen weiter herunter- und die Impfzahlen hochgingen, „dann haben wir Aussicht auf einen guten Sommer“.

Spahn wies auf größere Fortschritte der Impfkampagne als von der Regierung angekündigt hin. Er mahnte zu Geduld, nachdem Ärztefunktionäre berichtet hatten, dass viele Patientinnen und Patienten bei der oft kurzfristigen Terminvergabe ungeduldig reagierten. Spahn erläuterte, derzeit gebe es rund eine Million Impfungen jeden Tag. An Weihnachten seien null Prozent aller Deutschen mindestens einmal geimpft gewesen. An Ostern seien es 12 Prozent gewesen. „Zu Pfingsten werden es 40 Prozent sein, und zum Start in das Sommerquartal werden aus heutiger Sicht mindestens 50 Prozent einmal geimpft sein.“

Rechne man ein, dass nicht alle Erwachsenen als impfwillig gelten und für Minderjährige unter 16 noch kein Impfstoff zugelassen sei, dann ergebe sich, dass nun zwei Drittel aller Impfwilligen und Impfbaren eine erste Impfung bekommen haben. „Wunder sind nicht zu erwarten“, sagte Spahn. Aber die Entwicklung zeige eine deutliche Dynamik.

„Dass wir nach jetzigem Stand noch deutlich vor Ende des Sommers, noch vor Ende September jedem in Deutschland, der will, ein Impfangebot werden gemacht haben können, das jedenfalls hätte vor zwei Monaten noch kaum jemand erwartet“, betonte Spahn. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dies für Ende des Sommers angekündigt. Bei allem Ärger über das Warten auf einen Termin könne man sich vor Augen halten: „Es geht jetzt um Wochen, nicht um Monate.“ (dpa)

Debatte über Maskenpflicht beim Einkauf: Handel für Erleichterungen

In der Debatte über weitreichende Corona-Lockerungen angesichts sinkender Infektionszahlen begrüßt der Handel in Niedersachsen „alles, was den Zugang zu den Geschäften erleichtert“. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

In Niedersachsen können die Menschen darauf hoffen, dass sie nach Pfingsten ohne Maske einkaufen gehen dürfen. Die Landesregierung will die Maskenpflicht im Einzelhandel in Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 dann aufheben, wie aus dem Entwurf für eine kurzfristige Lockerung der Corona-Regeln hervorgeht. (dpa)

RKI registriert 8769 Corona-Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8769 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.08 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 11 336 Ansteckungen gelegen. Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 67,3 an (Vortag: 68,0; Vorwoche: 96,5).

Allerdings könnte die Inzidenz ein besseres Bild der Infektionslage zeichnen, als sie tatsächlich ist. Denn aufgrund von Feier- und Brückentagen wie in der vergangenen Woche suchen dem RKI zufolge weniger Personen einen Arzt auf, wodurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die Gesundheitsämter gemeldet werden.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 226 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 190 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 635 162 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 374 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 87 128 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,82 (Vortag: 0,76). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Wegen Corona: UEFA erwartet Einnahmeausfälle von über 8 Milliarden

Die Europäische Fußball-Union rechnet für den Zeitraum von 2019 bis 2021 aufgrund der Coronavirus-Pandemie mit Einnahmeausfällen von 7,2 Milliarden Euro in den obersten Spielklassen des Profifußballs und 1,5 Milliarden in den unteren Ligen. Das geht aus dem zwölften UEFA-Bericht hervor. Allein der Verlust aus dem Eintrittskartenverkauf soll sich auf vier Milliarden Euro belaufen.

2,7 Milliarden Euro Verluste werden im Bereich „Sponsoring und kommerzielle Einnahmen“ erwartet. Immerhin wurden weitere Einnahme-Ausfälle in Höhe von zwei Milliarden Euro verhindert, indem in 38 Topligen die Saison 2019/20 noch zu Ende gespielt werden konnte.

Entsprechend sind die Transferausgaben im Sommer 2020 um 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. In der Transferperiode im Januar 2021 sanken die Ausgaben gar um 56 Prozent gemessen an den Vergleichswerten im Jahr davor. Einsparungen bei Gehältern und Betriebskosten konnten die Verlust demnach nur teilweise kompensieren. Entsprechend waren seit Anfang 2020 bei 15 Erstliga- und 37 Zweitligaclubs aus 24 verschiedenen Ländern die finanziellen Verhältnisse so gravierend, dass sie ihre Ligen verlassen mussten oder von einem Insolvenzverfahren konfrontiert wurden. Damit wurde der Negativrekord aus dem Jahr 2011 (34 Fälle) übertroffen.

Auch die Durchführung des Spielbetriebs zu Corona-Zeiten bedurfte großer Anstrengungen. Seit August 2020 wurden 1432 Spiele in den UEFA-Club- und Nationalmannschaftswettbewerben ausgetragen und dabei insgesamt 163 844 Covid-19-Tests durchgeführt. Lediglich ein Prozent der geplanten Spiele musste abgesagt werden. (dpa)

Britische Pflegekräfte verletzen sich häufiger bei der Arbeit

Überarbeitung in der Corona-Pandemie, zu wenig Personal: Britische Pflegekräfte verletzen sich bei der Arbeit häufiger mit spitzen oder scharfen Gegenständen wie Nadeln oder Skalpellen als noch vor einigen Jahren. Das geht aus einer Umfrage der britischen Gewerkschaft der Krankenschwestern und Pfleger (Royal College of Nursing) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Demnach gaben 15 Prozent der rund 7500 befragten Mitglieder an, sich im vergangenen Jahr sogenannte Nadelstichverletzungen zugezogen zu haben. Im Jahr 2008 waren es nur zehn Prozent.

Als mögliche Gründe für den Anstieg nannte die Gewerkschaft unter anderem Übermüdung in der Pandemie, Personalengpässe, einen Mangel an Übung und fehlende Mülleimer für die scharfen Objekte. Nach Ansicht eines Zehntels der Befragten erhöhte auch das Tragen von Corona-Schutzkleidung die Gefahr von Verletzungen.

Es handle sich um ein Problem, das noch nicht ausreichend angegangen werde, sagte Jude Diggins vom Royal College of Nursing einer Mitteilung zufolge. Sie fügte hinzu: „Die meisten Verletzungen mit scharfen Gegenständen können verhindert werden und es gibt rechtliche Vorgaben für Arbeitgeber, Schritte einzuleiten, um das Pflegepersonal vor der Gefahr von Krankheitserregern durch scharfe Objekte zu schützen.“ (dpa)

Umfrage: Immer mehr Menschen zu Videosprechstunde beim Arzt bereit

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten, die sich in einer Video-Sprechstunde mit ihrem Arzt beraten würden. Laut einer repräsentativen Allensbach-Umfrage im Auftrag des Medizintechnikkonzerns Fresenius zeigten sich Ende vergangenen Jahres 46 Prozent der Befragten dafür offen, während es vier Jahre zuvor erst 22 Prozent gewesen waren. Im gleichen Zeitraum ging der Anteil derer, die Videosprechstunden mit ihrem behandelnden Arzt ausschließen, von 70 auf 41 Prozent zurück.

Eigene Erfahrungen mit Videosprechstunden haben aber erst zwei Prozent der Befragten in Deutschland gemacht, im Gegensatz zu 22 Prozent in den USA und 6 Prozent in Spanien. Ohnehin scheint Deutschland in dem Drei-Länder-Vergleich bei der Digitalisierung des Gesundheitsbereichs hinterher zu hinken. So berichteten nur 15 Prozent der deutschen Patienten, dass man bei ihrem Hausarzt auch online Termine vereinbaren könne, was in Spanien und den USA schon bei 55 Prozent der Befragten möglich ist und auch deutlich stärker genutzt wird.

Dabei sind die positiven Erwartungen an die Digitalisierung des Gesundheitswesens erheblich, die nach Auffassung einer Mehrheit durch die Corona-Krise stark beschleunigt worden ist. Gerade jüngere Menschen hoffen unter anderem auf die unmittelbare Verfügbarkeit ihrer Patientendaten in digitalen Krankenakten, auf digitale Hilfestellungen bei der Therapie oder mehr telemedizinische Angebote. Etwas skeptischer als die Spanier sind die Deutschen beim Potenzial großangelegter Datenabgleiche, um Diagnose und Therapie zu verbessern. Hier erwartet aber auch eine Mehrheit von 63 Prozent Verbesserungen im Gegensatz zu 72 Prozent in Spanien.

Fresenius-Chef Stephan Sturm begrüßte die Ergebnisse. Der Erfolg digitaler Anwendungen hänge maßgeblich von ihrer Akzeptanz ab. Der Fresenius-Konzern, der unter anderem die Krankenhauskette Helios betreibt, sieht digitale medizinische Angebote als wesentliches Wachstumsfeld und Strategiebestandteil für die nächsten Jahre. (dpa)

Patientenschützer warnen vor Problemen in Praxen wegen Impf-Andrangs

Angesichts des großen Andrangs auf Corona-Impfungen in vielen Arztpraxen warnen Patientenschützer vor Problemen bei anderen wichtigen Anliegen. „Es darf nicht sein, dass Patienten mit Arthrose, Diabetes, Asthma oder Herzinsuffizienz Abstriche bei ihrer Therapie hinnehmen müssen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Praxen hätten mittlerweile die telefonische Erreichbarkeit eingestellt. „Oft gibt es lediglich einen Hinweis, dass der Kontakt nur per E-Mail erfolgen kann. So werden ganze Patientengruppen ausgeschlossen. Das ist unzumutbar.“

Die Kassenärztlichen Vereinigungen seien verpflichtet, für ein qualitativ angemessenes, örtliches und jederzeit bedarfsdeckendes Angebot zu sorgen, sagte Brysch. Eine massive Störung der Regelversorgung sei schon am Patientenschutztelefon spürbar, auch wenn erst einzelne Länder die Impfpriorisierung aufgegeben haben.

Ärztevertreter hatten ebenfalls von einem großen Ansturm Impfwilliger berichtet, der teils den Praxisbetrieb behindere. Sie baten um Geduld beim Vereinbaren von Impfterminen. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern soll die noch geltende Priorisierung mit einer festgelegten Impf-Reihenfolge am 7. Juni enden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte mehrfach deutlich gemacht, dass dann nicht in kurzer Zeit Impfungen für alle möglich sind - dies soll den Sommer über dauern. (dpa)

+++ Ticker von Donnerstag, 20. Mai +++

EU-Parlament und EU-Länder einigen sich auf Covid-19-Zertifikat

Rechtzeitig vor der Sommersaison haben sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen, -Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Donnerstagabend in Brüssel mit. Damit wächst die Chance auf weitere Reiseerleichterungen in der EU. Portugal hat derzeit turnusgemäß den Vorsitz der EU-Länder inne.

Bis zuletzt war darüber gestritten worden, in welchem Maß EU-Länder Reiseerleichterungen und Restriktionen selbst bestimmen können. Der Kompromiss sieht nun vor, dass nicht in die Hoheit der Mitgliedsstaaten eingegriffen wird, aber zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Geheilte nur eingeführt werden sollen, wenn es etwa die Infektionslage erfordere.

Noch ist unklar, wann genau das europäische Zertifikat in den einzelnen Ländern eingeführt werden soll. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es noch am Anfang der Woche, man gehe aktuell davon aus, ein elektronischer Impfnachweis könne „in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals“, also bis spätestens zum 30. Juni, bereitgestellt werden.

In vielen Ländern ist es bereits jetzt schon möglich einzureisen, ohne in Quarantäne zu müssen. In Griechenland etwa muss lediglich eine abgeschlossene Impfung oder ein höchstens 72 Stunden alter PCR-Test vorgewiesen werden. Für die Einreise nach Österreich entfällt für die Deutschen seit Mittwoch die Quarantänepflicht, allerdings muss zumindest ein Test mit negativem Ergebnis gemacht worden sein. Auch in Italien besteht keine Pflicht zur Isolation mehr - die Behörden verlangen aber weiterhin ein negatives Corona-Testergebnis bei Ankunft. (dpa)

Niedersachsen hebt Testpflicht für Einzelhandel ab Dienstag auf

Niedersachsen hebt die Testpflicht für den Einzelhandel in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 ab Dienstag nach Pfingsten auf. Dies geht aus dem Entwurf einer kurzfristigen Lockerung der Corona-Beschränkungen des Landes hervor.

Innerhalb der Landesregierung ist damit nach zähem Ringen am Donnerstag ein Kompromiss erzielt worden, auf das Drängen des Einzelhandels nach weiteren Lockerungen einzugehen. Für den Besuch der Außengastronomie bleibt die Testpflicht zunächst bestehen. (dpa)

Maskenpflicht für vollständig Geimpfte: Lauterbach lehnt Aufhebung ab

Gesundheitspolitiker von SPD und Grünen lehnen die Forderung nach einer Aufhebung der Maskenpflicht für vollständig Geimpfte ab. „Der Vorschlag geht in eine völlig falsche Richtung“, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ab. Neben dem Restrisiko einer Corona-Infektion oder Weitergabe lasse sich die generelle Maskenpflicht in diesem Fall kaum noch wirksam durchsetzen. Auch der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen bezeichnete den Vorschlag im RND-Interview als „äußerst riskant“.

Gefordert hatte dies der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Peter Heinz. Ohne einen solchen Anreiz „bleiben wir irgendwann mit dem Impfen stecken“, sagte er. Lauterbach entgegnete, dass in den USA - wo Maskentragen für vollständig Geimpfte in vielen Fällen nicht mehr nötig ist - eine andere Lage vorherrsche. Während in Amerika die Impfbereitschaft in der breiten Bevölkerung zu gering sei, gebe es in Deutschland dagegen eine hohe Impfbereitschaft, aber noch zu wenig Impfstoff, sagte der SPD-Politiker. (dpa)

Friesland meldet 41. Corona-Todesfall

Der Landkreis Friesland hat heute einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion bekanntgegeben. Damit steigt die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle im Kreisgebiet auf 41.

Landrat Sven Ambrosy sagte hierzu: „Nach über einem Monat ohne Corona-Todesfall in unserem Landkreis, muss ich Ihnen heute leider erneut mitteilen, dass eine Person im Zusammenhang mit dem SARS-CoV-2-Virus verstorben ist. Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt den Angehörigen und Freunden.“

Mehr als 5155 Wilhelmshavener auf Warteliste

Bis zum 2. Juni erwartet die Stadtverwaltung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie 500 Impfdosen für die Erst- sowie weitere 800 Dosen für die Zweitimpfung zur Verwendung im Impfzentrum an der Güterstraße. Dies teilte Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist im Rat der Stadt mit. Mit dieser Menge sei es schwierig, die durch Bund und das Land Niedersachsen erweckten Erwartungen in Sachen Impfung zu erfüllen, so Feist.

Bis zum Sonntag standen bereits 5155 Personen auf der Warteliste. Seit Montag seien durch Änderungen bei der Prioritätsgruppe 3 weitere Personen impfberechtigt. Aktuell stünden 3100 Dosen als Vorrat für Zweitimpfungen zur Verfügung, dafür seien 3600 Termine vereinbart worden. Insgesamt seien in Wilhelmshaven 34 051 Impfungen erfolgt, 23 507 im Impfzentrum sowie 10 544 bei Ärzten. Zu den Impfdosen, die die Ärzte bekommen sollen, machte er keine Angaben

Inzidenz der Stadt Emden steigt über Nacht auf 160,3

Nur einen Tag lang konnten sich die Emder darüber freuen, endlich wieder einen Inzidenzwert unter 100 zu haben. Donnerstag stieg die 7-Tages-Inzidenz dann auf einen Schlag von 98,2 am Mittwoch auf 160,3. Der Grund: 39 Neuinfektionen.

Allein 18 dieser Fälle seien auf das Ausbruchsgeschehen in einer Altenwohnanlage zurückzuführen, teilt die Pressestelle der Stadt mit. Diese Fälle wurden durch eine zweite Reihentestung am Dienstag ermittelt. Insgesamt wurden dort nunmehr bei 39 Bewohnern, Mitarbeitern, Angehörigen und Besuchern 39 Infektionen nachgewiesen.

Zwölf weitere Infektionen wurden durch PCR-Tests nach positiven Antigentests am Wochenende festgestellt. Die übrigen Infektionsnachweise verteilen sich auf das Klinikum, Co-Infektionen in bekannten Clustern und Meldungen aus Hausarztpraxen. Zudem ist eine Frau im Alter von 87 Jahren im Zusammenhang mit einer Coronainfektion verstorben. Es ist der neunte Todesfall in der Stadt Emden.

Im Landkreis Wittmund hingegen ist der Inzidenzwert wieder auf unter 50 gesunken und liegt bei 45,7. Bei 24 der aktuell 42 Infizierten wurde die britische Mutation B1.1.7 nachgewiesen.

Österreich hebt Priorisierung bei Corona-Impfungen auf

Auch in Österreich wird die Priorisierung nach Altersgruppen bei der Corona-Impfung aufgehoben. Die Hausärzte könnten nun nach ihrem Ermessen frei entscheiden, wen sie impfen wollten, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Donnerstag in Wien. „Jetzt geht es mit dem Impfen tatsächlich voll los“, sagte er angesichts der nun zur Verfügung stehenden Mengen an Vakzinen. Er rechne auch damit, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Impfstoff von Biontech/Pfizer in Kürze für die 12- bis 15-Jährigen zulassen werde. In Österreich hat bisher etwa 40 Prozent der aktuell impfbaren Bevölkerung ab 16 Jahren eine erste Impfung erhalten. (dpa)

Betriebsärzte müssen bis Freitag Corona-Impfstoff bestellen

Die geplanten Corona-Impfungen für Beschäftigte über ihre Firmen nehmen konkretere Formen an. Für den vorgesehenen Start ab dem 7. Juni müssen Betriebsärzte bis diesen Freitag Impfstoff bei Apotheken bestellen - für die erste Woche zunächst begrenzt auf jeweils höchstens 804 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer. Das geht aus einer Handreichung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervor, über die zuerst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstag) berichtete.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Zeitung: „Je mehr Ärzte impfen, desto schneller läuft die Impfkampagne.“ Außerdem komme bald eine Phase, in der jene zu überzeugen seien, denen der Weg zum Arzt oder ins Impfzentrum zu weit sei. „Gelegenheit macht Impfung“, sagte Spahn mit Blick auf Angebote direkt über Betriebe.

Anspruch auf eine Corona-Impfung über Betriebsärzte sollen „alle Betriebsangehörigen“ haben. Dies soll unabhängig vom Wohnsitz oder dem gewöhnlichen Aufenthaltsort gelten - also auch für Grenzpendler und Saisonarbeiter, heißt es im Entwurf für eine erneute Änderung der Impfverordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Auch wenn Impfungen in Betrieben gemacht werden, sollen sie demnach bei Haftungsfragen nicht als betrieblich veranlasst gelten, sondern sind Teil der staatlichen Impfkampagne. Festgehalten wird zudem, dass die Impfungen freiwillig sind und ein „Erfüllungsverhältnis“ allein zwischen dem Betriebsarzt und den Anspruchsberechtigten bestehe. Voraussetzung für Betriebsärzte soll sein, dass sie sich an das zentrale System zur Meldung von Impfdaten anbinden. (dpa)

Hacker verschafft sich Personendaten von Niedersachsens Impfportal

Ein Hacker hat sich Zugriff auf Personendaten des niedersächsischen Corona-Impfportals verschafft und danach das Gesundheitsministerium selber auf die Sicherheitslücke hingewiesen. Die Panne habe frühzeitig behoben werden können, bevor sie von weiteren Personen ausgenutzt werden konnte, teilte das Ministerium am Donnerstag in Hannover mit. Der sogenannte freundliche Hacker habe sich am 7. Mai per Mail mit dem Hinweis gemeldet, dass es ihm gelungen sei, über das Impfportal Zugriff auf Namen und Adressen von registrierten impfwilligen Personen zu erhalten. Er habe keine Daten ausgespäht und wolle, dass die Lücke schnell geschlossen werde.

Eine Überprüfung durch den Betreiber des Impfportals habe ergeben, dass die Datensätze von insgesamt 1258 registrierten Personen abgerufen oder angezeigt wurden, erklärte das Ministerium. Dies sei ausschließlich kurz vor der Meldung des Hinweisgebers erfolgt, so dass man davon ausgeht, dass alle Zugriffe dem „Friendly Hacker“ zuzurechnen sind. Die Betroffenen Menschen sollen in Kürze angeschrieben und informiert werden. (dpa)

Demo-Verbot in Berlin: Veranstalter kündigen juristische Schritte

Nach dem Verbot von Demonstrationen in Berlin gegen die Corona-Politik an diesem Pfingstwochenende haben die Organisatoren angekündigt, rechtlich dagegen vorzugehen. „Wir bestreiten den vollen Rechtsweg (...) “, teilten sie auf ihrer Internet-Seite mit. Am Verwaltungsgericht Berlin sei dazu bislang nichts eingegangen, sagte eine Sprecherin des Gerichts am Donnerstagvormittag.

Mehrere Protestkundgebungen wurden von der Versammlungsbehörde verboten - darunter zwei Demonstrationen von Kritikern der staatlichen Corona-Beschränkungen mit jeweils 16 000 angemeldeten Teilnehmern unter dem Motto „Pfingsten in Berlin“.

Ein Polizeisprecher sagte am Mittwochabend, die Verbote fußten „primär auf dem Infektionsschutz und der prognostizierten Versammlungslage“.

Auf Nachfrage bei den Initiatoren der Demonstrationen mit dem Titel „Pfingsten in Berlin“ hieß es, man werde juristisch dagegen vorgehen. „Wir hoffen, dass die Grundrechte auf Versammlungsfreiheit weiterhin zur Anwendung kommen und setzen unser volles Vertrauen in die Justiz“, hieß es vom Organisationsteam. (dpa)

EU-Vertrag über Riesenmenge Biontech-Impfstoff unterzeichnet

Der angekündigte EU-Vertrag mit Biontech/Pfizer über den Kauf von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff ist unterzeichnet und damit in Kraft. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag in Brüssel mit. Sie hatte schon vor knapp zwei Wochen erklärt, dass die Verhandlungen abgeschlossen seien. Danach liefen noch Einspruchsfristen, die nun verstrichen sind.

Der Vertrag läuft bis 2023. 900 Millionen Dosen sind fest bestellt, weitere 900 Millionen eine Option. So sollen die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU gegen Covid-19 geschützt und Impfungen von Erwachsenen aufgefrischt werden. Das Vertragsvolumen wird auf bis zu 35 Milliarden Euro geschätzt. Für die laufende Impfkampagne hat die EU bereits zwei Rahmenverträge mit Biontech/Pfizer über 600 Millionen Impfdosen geschlossen, die seit Ende 2020 ausgeliefert werden. (dpa)

Easyjet setzt nach hohem Winterverlust auf Erholung im Sommer

Der britische Billigflieger Easyjet rüstet sich nach einem tiefroten Winterhalbjahr für eine Lockerung der Reisebeschränkungen im Sommer. Unternehmenschef Johan Lundgren erwartet, das Flugangebot ab Juni wieder stärker hochfahren zu können, wie Easyjet am Donnerstag in Luton bei London mitteilte. Derzeit hole man Piloten und Flugbegleiter aus der Kurzarbeit zurück, um auf eine stärkere Nachfrage nach Flugtickets reagieren zu können.

Im laufenden Geschäftsquartal bis Ende Juni bleibt der Großteil der Easyjet-Maschinen jedoch am Boden: Das Flugangebot werde wohl nur 15 Prozent des Niveaus aus dem entsprechenden Quartal des Vor-Corona-Jahrs 2019 erreichen.

Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September traut sich das Management weiterhin keine Finanzprognose zu. Die kurzfristigen Unsicherheiten seien zu groß, hieß es zur Begründung. So dürfte eine späte Veränderung der Reisebeschränkungen kurzfristige Änderungen bei Ticketnachfrage und Flugangebot nach sich ziehen. Dies werde sich auch auf die Auslastung der Flugzeuge auswirken.

Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März flog Easyjet wegen der anhaltenden Reisebeschränkungen wie erwartet noch tiefer in die roten Zahlen. Mit 549 Millionen britischen Pfund (637 Mio Euro) lag der Nettoverlust fast 70 Prozent höher als ein Jahr zuvor, als die Corona-Pandemie den Flugverkehr erst im März fast zum Stillstand gebracht hatte. Diesmal beförderte Easyjet nur rund vier Millionen Passagiere, gerade einmal ein Zehntel des Aufkommens aus dem Vorjahr. Der Umsatz brach ähnlich stark auf 240 Millionen Pfund ein. (dpa)

Umsatzeinbruch im Gastgewerbe in Folge der Corona-Einschränkungen

Die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben Deutschlands Gastwirten das erste Quartal verhagelt. Obwohl die Geschäfte im März wieder etwas besser liefen, lagen die Umsätze von Hotels, Restaurants und Cafés in den drei Monaten preisbereinigt um fast zwei Drittel (62,2 Prozent) unter dem Vorjahresniveau, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Überdurchschnittlich hart traf es nach Angaben der Wiesbadener Behörde vom Donnerstag Hotels und Pensionen, die im Vergleich zum nur teilweise von der Pandemie betroffenen Vorjahreszeitraum real 77,2 Prozent ihrer Erlöse einbüßten. Touristische Übernachtungen waren im März 2021 wie schon in den Vormonaten verboten. Hotels, Pensionen oder Gasthöfe durften nur noch Geschäftsreisende aufnehmen.

Von Februar auf März erholten sich die Umsätze in der Branche leicht. Das Gastgewerbe verbuchte real und nominal ein Plus von 4,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat allerdings waren die Rückgänge immens: Die Umsätze waren im März 2021 real wie nominal etwa 40 Prozent geringer als im März 2020.

Wie groß das Loch in den Kassen vieler Betriebe ist, zeigt sich im Vergleich mit dem Vorkrisenniveau: Nach Berechnungen der Statistiker lagen die Erlöse im Gastgewerbe im März des laufenden Jahres um fast 67 Prozent unter dem Niveau von Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Pandemie in Deutschland. (dpa)

Bildungsgewerkschaft gegen Impfpflicht für Lehrer

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, hat sich gegen eine Corona-Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer ausgesprochen. „Wir halten viel davon, ein Impfangebot für alle Lehrerinnen und Lehrer zu machen“, sagte Tepe am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Eine Impfpflicht lehne sie jedoch ab. Es sei auch gut verständlich, dass für Kinder in den Schulen keine Impfpflicht vorgesehen werde.

Vor wenigen Tagen hatte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, eine Impfpflicht für verbeamtete Lehrer ins Spiel gebracht. Er rechne mit einer politischen Debatte über das Thema, sagte Meidinger der „Welt“. Seiner Ansicht nach hätte der Staat bei entsprechender gesetzlicher Regelung die Handhabe dazu. (dpa)

RKI registriert 12 298 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 68,0

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12 298 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 7.20 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 17 419 Ansteckungen gelegen. Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 68,0 an (Vortag: 72,8; Vorwoche: 103,6).

Allerdings könnte die Inzidenz ein besseres Bild der Infektionslage zeichnen, als sie tatsächlich ist. Denn aufgrund von Feier- und Brückentagen wie in der vergangenen Woche suchen dem RKI zufolge weniger Personen einen Arzt auf, wodurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die Gesundheitsämter gemeldet werden.

Laut dem Labor-Verband ALM ging die Zahl der Labortests im Vergleich zu den Vorwochen deutlich zurück: Vom 10. bis 16. Mai seien etwa 933 000 PCR-Tests erfasst worden, rund 160 000 weniger als in der Woche zuvor, hieß es am Dienstag vom Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM). Es ist denkbar, dass die stark gesunkene Zahl an Tests zum Rückgang der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz beigetragen hat.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 237 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 278 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 626 393 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 358 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 86 902 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,76 (Vortag: 0,73). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Deutsche Bahn rechnet Pfingsten mit mehr Reisenden als zu Ostern

Über die Pfingsttage dürfte es in den Fernzügen der Deutschen Bahn wieder voller werden. Der Konzern geht davon aus, dass am bevorstehenden verlängerten Wochenende mehr Reisende unterwegs sein werden als noch zu Ostern, wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilte. Genaue Buchungszahlen nannte er nicht.

Über die Osterfeiertage hatte die Bahn eine Auslastung in den Zügen von 25 bis 30 Prozent verzeichnet. Das entsprach demnach etwa 40 bis 45 Prozent des Nachfrage-Niveaus, das zu normalen Osterzeiten anfiel.

Aktuell seien die Züge zu rund 20 Prozent ausgelastet. „Für das kommende Wochenende erwarten wir mehr Reisende“, hieß es. „Auf stark nachgefragten Strecken setzen wir auch über das Pfingstwochenende zusätzliche Züge ein, um unseren Kunden weiterhin einen ausreichenden Platz bieten zu können.“ Wie schon am vergangenen Christi-Himmelfahrts-Wochenende will der Konzern zur Durchsetzung der Corona-Regeln die Zahl der Sicherheitskräfte im Fernverkehr vor allem auf besonders nachgefragten Verbindungen verdoppeln.

Während die Bahn auf rege Nachfrage setzt, sind Warnstreiks an Pfingsten nicht ganz auszuschließen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte am Dienstag im Tarifstreit ein erstes Angebot der Arbeitgeberseite zurückgewiesen. Die Wahrscheinlichkeit von Arbeitskämpfen sei gestiegen, hieß es von GDL-Chef Claus Weselsky. Konkrete Ankündigungen machte er zwar nicht. Allerdings schloss er für mögliche Warnstreiks keinen Zeitraum aus, auch nicht Pfingsten (23./24. Mai).

Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert die GDL auf, an Pfingsten auf Warnstreiks zu verzichten. „Ein Streik ist immer auch ein Streik gegen die Fahrgäste“, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Jede Gewerkschaft habe das Recht zum Streiken, doch die Reisenden müssten sich darauf einstellen können. „Wir erwarten, dass Gewerkschaften und Verkehrsunternehmen in Friedenszeiten Streikfahrpläne beschließen“, forderte Naumann. (dpa)

„Sterbe lieber Zuhause“: Salma Hayek spricht über Covid-19-Erkrankung

Die Schauspielerin Salma Hayek (54, „Frida“) hat in einem Interview mit dem US-Filmblatt „Variety“ erstmals öffentlich über eine zurückliegende schwere Covid-19-Erkrankung gesprochen. „Mein Arzt flehte mich an, in ein Krankenhaus zu gehen, weil es so schlimm war“, erzählt Hayek in dem am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichten Gespräch. „Nein, danke. Ich sterbe lieber Zuhause“, habe sie geantwortet.

Die gebürtige Mexikanerin, die mit Ehemann François-Henri Pinault und der gemeinsamen 13-jährigen Tochter Valentina in London lebt, hatte sich voriges Jahr zu Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert. Dem Bericht zufolge verbrachte sie sieben Wochen isoliert in einem Zimmer und musste auch mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden. Noch immer habe sie weniger Energie als früher, erzählt Hayek.

Im April kehrte sie für Regisseur Ridley Scott für den Film „House of Gucci“ in einer kleinen Rolle an der Seite von Lady Gaga und Adam Driver vor die Kamera zurück. Im Juni soll ihr 2019 gedrehter Film „The Hitman’s Wife’s Bodyguard“ in die Kinos kommen. In dem Action-Streifen spielen auch Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson mit. (dpa)

FDP-Abgeordneter: PCR-Test vor Urlaubssaison kostenlos machen

Der FDP-Wirtschaftspolitiker Gerald Ullrich hat gefordert, Urlaubern ohne Impfangebot vor der Sommerferien einen kostenlosen Corona-PCR-Test zu ermöglichen. Vor allem Familien mit Kindern seien durch die Corona-Krise seit über einem Jahr hart belastet, sagte Ullrich der Deutschen Presse-Agentur.

„Nun können sie den lang ersehnten Sommerurlaub nicht flexibel nach eigenen Bedürfnissen planen und gestalten. Denn aufgrund von Impfstoffmangel, den es in den nächsten Wochen in Deutschland noch geben wird, erhalten sie bis zum Start der Sommerferien kein Impfangebot“, sagte Ullrich.

Wenn ein PCR-Test gefordert wird, könnten bei einer vierköpfigen Familie nach jetzigem Stand 800 Euro auf das Urlaubsbudget obendrauf kommen. Die Bundesregierung sollte unkompliziert einen Weg finden, dass Urlaubsreisende vor Abreise aus Deutschland pro Person einen der oftmals geforderten PCR-Tests kostenlos erhalten können, forderte er. Auch bei der Heimreise sollte es möglich gemacht werden, beispielsweise mit einer Abrechnung über die Krankenkassen. (dpa)

+++ Ticker von Mittwoch, 19. Mai +++

Hamburg bleibt bei Impfpriorisierung im Impfzentrum auch nach 7. Juni

Hamburg wird die Impfpriorisierung auch über die vom Bund zum 7. Juni angekündigte Aufhebung hinaus im zentralen Impfzentrum beibehalten. Dort würden kurzfristig nur noch Termine an Menschen vergeben, „die gemäß der Impfpriorisierung einen Anspruch auf eine bevorzugte Schutzimpfung haben und bereits zur Terminvereinbarung aufgerufen wurden“, sagte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Mittwochabend der Deutschen Presse-Agentur. Dort stünden aber vor allem Zweitimpfungen an. „Unsere Spielräume für Erstimpfungen sind begrenzt.“

Viele Menschen hätten bisher noch gar keine Chance gehabt, einen Termin zu vereinbaren, „weil wir schlicht nicht genug Impfstoff haben“, sagte Leonhard. „Wir wollen diesen Menschen weiterhin einen bevorzugten Zugang bieten, soweit möglich.“ Für Schutzimpfungen in den Arztpraxen gelte ab dem 7. Juni die Priorisierung hingegen nicht mehr. (dpa)

RKI: Indische Variante mit Anteil von zwei Prozent

Bei der Verbreitung der als besorgniserregend eingestuften Coronavirus-Varianten in Deutschland hat es mehrere leichte Verschiebungen gegeben. Nach einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch ist die schon länger dominierende Variante B.1.1.7 mit einem Anteil von nun 87 Prozent an den untersuchten Proben im Vergleich zu den Vorwochen leicht zurückgegangen. Die Angabe bezieht sich auf die Woche vom 3. bis 9. Mai. Zeitweise hatte diese deutlich ansteckendere, zuerst in Großbritannien entdeckte Mutante mehr als 90 Prozent ausgemacht. Die in Indien entdeckte Variante B.1.617 wird laut Bericht in Deutschland zunehmend nachgewiesen, aber auf weiterhin niedrigem Niveau: Das RKI schreibt von einem geringen Anteil von 2 Prozent, in der Woche zuvor waren es 1,5 Prozent. (dpa)

Stadt Wilhelmshaven verschickt Nachweise über Genesung nach Corona-Infektion

Wer innerhalb der vergangenen sechs Monate eine Corona-Infektion überstanden hat, gilt entsprechend der aktuellen Corona-Regelungen als Genesener.

Er oder sie darf also beispielsweise die Außengastronomie, Museen oder Einzelhandelsgeschäfte besuchen, ohne einen Impf- oder aktuellen Testnachweis vorlegen zu müssen. Stattdessen muss in solchen Fällen ein sogenannter Genesenennachweis vorgezeigt werden.

Eine entsprechende Vorlage dafür hat das Land Niedersachsen nun zur Verfügung gestellt, sodass das Wilhelmshavener Gesundheitsamt die Nachweise am Mittwoch, 19. Mai, in den Versand gegeben hat.

Post bekommen – so wie es vom Land vorgesehen ist – alle rund 1700 Personen mit Erstwohnsitz in Wilhelmshaven, bei denen seit März 2020 das Coronavirus vom Labor (mittels PCR-Test) nachgewiesen wurde. In dem Genesenennachweis wird ihnen der sechsmonatige Zeitraum, in dem sie per Definition als „genesene Person“ gelten, bescheinigt.

Das heißt jedoch, dass bei all denjenigen, bei denen dieser Sechmonats-Zeitraum bereits verstrichen ist, dieser Nachweis nicht mehr ausreicht, um die Vorgaben der aktuellen Corona-Regelungen einzuhalten. Sie benötigen zusätzlich den Nachweis einer Impfung oder alternativ einen tagesaktuellen Testnachweis, wenn sie entsprechende Geschäfte oder Einrichtungen besuchen wollen.

Knapp 3000 Fälle von „indischer“ Corona-Variante in Großbritannien

Die zunächst in Indien entdeckte Corona-Variante breitet sich in Großbritannien rasch aus. Es gebe 2967 bestätigte Fälle im Land, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Mittwoch im Unterhaus in London. Das ist ein deutlicher Sprung von 28 Prozent im Vergleich zum Montag, als die Regierung 2323 Fälle gemeldet hatte.

Betroffen sind vor allem mehrere Städte in Mittelengland, aber auch der Westlondoner Bezirk Hounslow sowie die schottische Großstadt Glasgow. Hancock kündigte in diesen Gegenden mehr Corona-Tests und Testzentren an. Zudem soll dort die Impfkampagne forciert werden.

Premierminister Boris Johnson hatte eingeräumt, dass wegen der Ausbreitung der Variante B.1.617.2 die für den 21. Juni geplante Aufhebung aller Corona-Restriktionen im größten Landesteil England verschoben werden könnte.

Die Regierung betont, bisher gebe es keine Hinweise, dass Impfstoffe nicht gegen die „indische“ Variante schützen. Bisher haben mehr als 70 Prozent der Erwachsenen eine erste Dosis erhalten, fast 40 Prozent - 20,8 Millionen Menschen - sind demnach komplett geimpft. Bis Ende Juli soll allen Erwachsenen eine erste Impfung angeboten werden. (dpa)

Malawi zerstört knapp 20 000 Dosen des Astra Zeneca Corona-Impfstoffs

Malawi hat fast 20 000 abgelaufene Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Astra Zeneca zerstört. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Das Land im südlichen Afrika habe 102 000 Dosen des Impfstoffs von der Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) erhalten, sagte Gesundheitsministerin Khumbize Chiponda der Deutschen Presse-Agentur. Davon seien 19 610 Dosen abgelaufen, bevor sie verabreicht werden konnten, so Chiponda.

Malawi, ein von Armut betroffenes Land mit knapp 20 Millionen Einwohnern, hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums insgesamt rund 335 000 Dosen des Astra Zeneca Präparats verabreicht. Das Land hat mehr als 34 000 Corona-Fälle gemeldet, von denen 1153 Patienten verstorben sind. (dpa)

Politik erlaubt 250 Zuschauer: Jahn Regensburg verzichtet

Der SSV Jahn Regensburg verzichtet auf die Möglichkeit, das letzte Heimspiel der Saison vor 250 Zuschauern auszutragen. „Nach eingehender Prüfung und Diskussion verschiedener Optionen hat der SSV Jahn diesen Ansatz jedoch im Sinne seiner gesellschaftlichen Verantwortung verworfen“, teilte der Fußball-Zweitligist am Mittwoch mit.

Als Profifußballvertreter der Region Ostbayern sei man sich einer „exponierten Stellung bewusst und möchte in Bezug auf die aktuell nach wie vor bestehenden Einschränkungen in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen keine Bevorzugung beanspruchen“, hieß es in der Mitteilung. Zudem sei es angesichts der stark begrenzten Zahl von Zuschauern nicht möglich, die Tickets angemessen und ausgewogen zu vergeben.

Der Verein appellierte an alle Fans, Ansammlungen vor dem Stadion am Sonntag zu vermeiden. Dann will der Jahn gegen den FC St. Pauli den Klassenerhalt endgültig fix machen.

Laut der neuen Corona-Regeln, die das Kabinett in Bayern am Dienstag beschloss, gibt es die Möglichkeit von Publikumsbesuch. In Landkreisen und Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 können demnach von Freitag an wieder bis zu 250 Zuschauer bei Sportevents im Freien dabei sein. Diese wäre etwa in München oder Regensburg der Fall. (dpa)

Im Freien oder mit Zeittickets: Theater und Museen öffnen wieder

Dank sinkender Corona-Werte öffnen um Pfingsten quer durch Deutschland wieder erste Ausstellungen, Theater und Konzerthäuser. In Regionen mit stabilen Sieben-Tage-Inzidenzen unter 100 entscheiden die Länder über die Corona-Maßnahmen und damit auch über die Möglichkeiten für die Kulturbranche.

Einige Theater setzen auf Veranstaltungen unter freiem Himmel, etwa in Nordrhein-Westfalen: Dort zeigt das Düsseldorfer Schauspielhaus als Open-Air-Theater das Stück „Rheingold. Eine andere Geschichte“ von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel nach Richard Wagner. Der Vorverkauf startete am Mittwoch, Regie führt Roger Vontobel. Die Zuschauer sitzen mit Abstand auf einer Tribüne. Die Premiere ist am 27. Mai geplant. An Pfingsten soll es zwei Voraufführungen geben.

Auch viele Museen öffnen wieder fürs Publikum. In der Regel ist für den Besuch ein Zeitticket und ein tagesaktueller amtlicher Corona-Schnelltest nötig. Vollständig Geimpfte und kürzlich Genesene sind ausgenommen. In Dresden etwa sind ab Freitag mit der Gemäldegalerie Alte Meister und Skulpturensammlung bis 1800 sowie dem Historischen Grünen Gewölbe zwei der berühmtesten Häuser wieder zugänglich, wie der Museumsverbund am Mittwoch mitteilte. (dpa)

Ungarn verlängert Corona-Notstand

Ungarn verlängert den Corona-Notstand offiziell bis zur neuen Sitzungsperiode des Parlaments im Herbst. Das beschloss die Volksvertretung in Budapest am Dienstag auf Antrag der rechtsnationalen Regierung von Viktor Orban. Das Notstandsgesetz schafft den Rahmen dafür, dass die Regierung Verordnungen erlassen darf, die unter normalen Umständen vom Parlament gebilligt werden müssten.

Die Regierung begründete die Maßnahme damit, dass sichergestellt werde, dass bereits geltende Verordnungen mit Ablauf des aktuellen Notstands am 22. Mai nicht ungültig werden. Die Opposition wiederum beanstandete, dass die Regierung den mit der Pandemie begründeten Notstand für Verordnungen missbrauche, die nichts mit der Seuchenbekämpfung zu tun hätten. (dpa)

Stadt Wilhelmshaven hebt Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht auf

Die Stadt Wilhelmshaven hebt ihre Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht an verschiedenen öffentlichen Orten auf. Somit gilt auf der Kaiser-Wilhelm-Brücke, auf Spielplätzen, in der Fußgängerzone Marktstraße und auf allen Schulhöfen außerhalb der Schulzeit keine allgemeine Maskenpflicht mehr.

Gleichwohl müssen weiterhin an den Orten, in der diese Pflicht per Corona-Verordnung des Landes geregelt ist, Masken getragen werden – also zum Beispiel an den Haltestellenbereichen von Bussen, auf Supermarktparkplätzen oder auf Wochenmärkten.

Außerdem gilt – und auch das ist in der Corona-Verordnung festgelegt – das immer dann eine Maske getragen werden muss, wenn das Abstandsgebot in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel nicht nur vorübergehend nicht eingehalten kann. Sprich: Überall dort, wo viele Menschen unterwegs sind und es eng wird, muss eine Maske aufgesetzt werden.

Die Aufhebung der Allgemeinverfügung wird am morgigen Donnerstag, 20. Mai, veröffentlicht.

EU will Geimpfte grundsätzlich wieder einreisen lassen

Die EU-Staaten wollen vollständig gegen das Coronavirus Geimpfte aus aller Welt wieder einreisen lassen. Die zu Beginn der Pandemie verhängten Einschränkungen für nicht zwingend notwendige Einreisen sollen nach einer Einigung der EU-Botschafter vom Mittwoch aufgehoben werden, wie die Deutsche Presse-Agentur in Brüssel von mehreren EU-Diplomaten erfuhr. Dies solle dann gelten, wenn die EU-Staaten einen Impfnachweis auch für das Reisen innerhalb der EU akzeptierten.

Zudem sollen künftig auch wieder mehr Menschen unabhängig von der Impfung einreisen können. Derzeit ist die Einreise von Touristen ohne zwingenden Grund nur aus sieben Ländern problemlos möglich, in denen die Viruslage gut ist. Die Kriterien dafür werden nun gelockert. Ausnahmen gelten bereits etwa für Familienmitglieder, Diplomaten oder medizinisches Personal.

Zu Beginn der Pandemie hatten sich alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island auf einen weitgehenden Einreisestopp für nicht zwingend notwendige Reisen geeinigt. Rechtlich bindend ist dies jedoch nicht. Die Entscheidung vom Mittwoch muss noch formell von den EU-Staaten bestätigt werden.

Verwirrung in Großbritannien über neue Corona-Reiseregeln

Nach der Aufhebung eines generellen Verbots von Freizeitreisen in Großbritannien wächst der Unmut über die Regierung wegen widersprüchlicher Botschaften. Kritik kam unter anderem vom Verband der Fluggesellschaften Airlines UK, wie die britische Nachrichtenagentur PA am Mittwoch berichtete. Geschäftsführer Tim Alderslade warnte vor „echtem Ärger“ bei den Mitarbeitern in der Tourismus-Branche und Verwirrung bei Urlaubern, die nach Ankündigung der Lockerungspläne bereits einen Urlaub gebucht hatten.

Seit diesem Montag sind Auslandsreisen aus nicht zwingenden Gründen in den meisten Teilen Großbritanniens wieder erlaubt. Trotzdem warnen nun Premierminister Boris Johnson und andere Regierungsmitglieder eindringlich vor Freizeitreisen.

In Großbritannien gilt ein Ampelsystem mit unterschiedlichen Regeln zur Quarantänepflicht bei der Rückkehr. Portugal steht als einziges EU-Land auf einer sehr überschaubaren grünen Liste von Ländern, bei denen Rückkehrer nicht in Quarantäne müssen. Die anderen beliebten Reiseziele in Europa wie Spanien, Italien und Griechenland stehen genauso wie Deutschland auf einer gelben Liste. Wer aus diesen Ländern zurückkehrt, muss mindestens fünf Tage in Quarantäne.

Nachdem Umweltminister George Eustice am Dienstag im BBC Radio gesagt hatte, dass auch Besuche von Familie und Freunden berechtigte Gründe für die Reise in Länder auf der gelben Liste seien, machte Johnson deutlich, nur dringende Gründe seien akzeptabel. Was genau er unter „dringend“ versteht, sagte der konservative Politiker aber nicht.

Thüringen als einziges Bundesland noch mit Inzidenz über 100

Thüringen ist in Deutschland das einzige Bundesland mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Institutes vom Mittwoch hervor. Demnach lag die Inzidenz im Freistaat am Mittwoch bei 115,3 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche.

Alle anderen Länder liegen bereits unter der 100er-Schwelle, auch Sachsen, das am Dienstag noch darüber gelegen hatte. Doch auch in Thüringen geht das Infektionsgeschehen kontinuierlich zurück: Die Inzidenz hatte dort am Dienstag noch bei 118,5 gelegen.

Inzwischen haben mit Stand vom Mittwoch acht Landkreise und kreisfreie Städte in Thüringen den Schritt unter die 100er-Marke geschafft. Sie gilt als wichtiger Grenzwert für Lockerungen. In Weimar etwa kann voraussichtlich bereits am Donnerstag die Außengastronomie öffnen. Voraussetzung dafür wird eine Terminbuchung sein. Die Städte Erfurt und Jena könnten am Mittwoch folgen. Auch Camping und das Buchen von Ferienwohnungen oder -häuser soll dann wieder möglich sein.

Hilfsorganisationen: Rückschläge beim Kampf gegen Hunger

Im Kampf gegen die Corona-Krise befürwortet die Europäische Kommission den Einsatz von Zwangslizenzen. „Während freiwillige Lizenzen ein effektiveres Instrument sind, um den Ausbau der Produktion und das Teilen von Sachkenntnis zu ermöglichen, sind Zwangslizenzen im Kontext einer Pandemie ein vollkommen legitimes Mittel“, sagte EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis am Mittwoch in Brüssel. Es sei daher wichtig, dass die Mitglieder der Welthandelsorganisation WTO sicherstellten, dass ihr Rechtsrahmen zu Zwangslizenzen wirksam sei.

Mit Zwangslizenzen können Regierungen die Produktion eines patentierten Produkts auch ohne die Genehmigung des Patentbesitzers erlauben. Einer Aussetzung des Patents kommt dies aber nicht gleich. Das Patent liegt bei Zwangslizenzen weiterhin bei seinem Besitzer. Dieser hat deshalb dann auch Anspruch auf Entschädigungszahlungen.

Während sich ärmere Länder und auch US-Präsident Joe Biden für die Aussetzung von Patenten auf Corona-Impfstoffe aussprechen, ist die EU skeptisch. Kurz- und mittelfristig werde eine Freigabe von Patenten keine zusätzliche Impfstoffdosis bringen, hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gesagt.

Mit einer vorübergehenden Aufhebung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe könnten Hersteller in aller Welt die Impfstoffe ohne Lizenzgebühren produzieren. Kritiker wenden ein, nicht die Patente seien das Hindernis, sondern Produktionskapazität, Kenntnisse und Rohstoffnachschub.

Das Europaparlament zeigte sich bei dem Thema gespalten. Linke, Grüne und Sozialdemokraten forderten, dass sich die EU für das Aussetzen der Patente einsetzen solle. Es sei unwürdig, dies auf globaler Ebene zu blockieren, sagte Grünenfraktionschef Philippe Lamberts. Liberale, Christdemokraten und Rechtskonservative betonten hingegen, dass vor allem eine Steigerung der Produktionskapazitäten helfen würde, die Impfkampagnen weltweit voran zu bringen.

EU-Kommissar: Zwangslizenzen in Pandemie legitimes Mittel

Europas Währungshüter sehen auch für die Zeit nach der Corona-Krise erhöhte Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum. Insbesondere in einigen Ländern des Währungsgebiets seien „deutlich höhere Insolvenzquoten als vor der Pandemie nicht auszuschließen“, konstatierte die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung ihres Finanzstabilitätsberichts. Das könnte wiederum Staaten und Banken belasten, welche die Unternehmen während der Pandemie unterstützten.

„Eine höhere Schuldenlast der Unternehmen in Ländern mit größeren Dienstleistungssektoren könnte den Druck auf Regierungen und Banken in diesen Ländern erhöhen“, erläuterte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des Berichts, den die Notenbank halbjährlich vorlegt.

Für Banken könnten sich mögliche Kreditrisiken erst mit Zeitverzug materialisieren, warnte die EZB. Die Institute sollten sich mit einer erhöhten Vorsorge für mögliche Ausfälle rüsten. Die Profitabilität der Geldhäuser im Euroraum wird nach Einschätzung der Notenbank, die die größten Finanzinstitute im Währungsraum direkt überwacht, vergleichsweise schwach bleiben. Eine wachsende Herausforderung für Banken ist nach Ansicht der EZB der Klimawandel - sowohl bei der Kreditvergabe als auch der Besicherung von Finanzierungen.

Hilfsorganisationen: Rückschläge beim Kampf gegen Hunger

Die Folgen der Corona-Pandemie und der Klimawandel machen nach Einschätzungen von Hilfsorganisationen verstärkte Anstrengungen gegen Hunger und für die unter Druck geratenen Kinderrechte nötig. Die Corona-Pandemie habe wie unter einem Brennglas gezeigt, wie wichtig soziale Sicherungssysteme und Investitionen in Gesundheit sowie Ernährungssicherung seien, erklärten die Welthungerhilfe und die Kinderhilfsorganisation terre des hommes Deutschland am Mittwoch zur Vorstellung ihres Jahresberichts „Kompass 2021“. Frauen und Kinder seien besonders betroffen und in einigen Regionen wieder vom Hungertod bedroht. Kinder müssten arbeiten und könnten nicht zur Schule gehen, die Zahl der Kinder auf der Straße nehme zu.

„Im letzten Jahr ist die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden, auf 155 Millionen Menschen in 55 Ländern gestiegen. In Krisengebieten wie Syrien und dem Südsudan hungert mehr als die Hälfte der Bevölkerung“, so Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. Der Süden von Madagaskar erlebe in Folge des Klimawandels die schlimmste Dürre seit 40 Jahren und in einigen Gebieten herrsche bereits eine lebensbedrohliche Hungersnot.

Als Folge der Corona-Pandemie gebe es einen „dramatischen Rückfall der Errungenschaften der Kinderrechte um Jahrzehnte“, beklagte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes. „Millionen Kinder leiden an Hunger, landen auf der Straße oder müssen zum Überleben ihrer Familien arbeiten oder betteln“, sagte sie. „Jugendliche aus unseren Projekten erzählen uns, dass sie seit über einem Jahr nicht mehr zur Schule gehen und für sich keine Zukunft sehen.“ Sie forderte humanitäre Hilfslieferungen wie Impfstoffdosen und Sauerstoffanlagen, aber auch einen solidarischen Umgang mit wissenschaftlichen Forschungsergebnissen und Technologien zur Pandemiebekämpfung. (dpa)

EZB: Erhöhte Risiken für Finanzstabilität nach der Pandemie

Europas Währungshüter sehen auch für die Zeit nach der Corona-Krise erhöhte Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum. Insbesondere in einigen Ländern des Währungsgebiets seien „deutlich höhere Insolvenzquoten als vor der Pandemie nicht auszuschließen“, konstatierte die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung ihres Finanzstabilitätsberichts. Das könnte wiederum Staaten und Banken belasten, welche die Unternehmen während der Pandemie unterstützten.

„Eine höhere Schuldenlast der Unternehmen in Ländern mit größeren Dienstleistungssektoren könnte den Druck auf Regierungen und Banken in diesen Ländern erhöhen“, erläuterte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des Berichts, den die Notenbank halbjährlich vorlegt.

Für Banken könnten sich mögliche Kreditrisiken erst mit Zeitverzug materialisieren, warnte die EZB. Die Institute sollten sich mit einer erhöhten Vorsorge für mögliche Ausfälle rüsten. Die Profitabilität der Geldhäuser im Euroraum wird nach Einschätzung der Notenbank, die die größten Finanzinstitute im Währungsraum direkt überwacht, vergleichsweise schwach bleiben. Eine wachsende Herausforderung für Banken ist nach Ansicht der EZB der Klimawandel - sowohl bei der Kreditvergabe als auch der Besicherung von Finanzierungen. (dpa)

Europaparlament stimmt Bildungs- und Kulturförderungen zu

Das Europäische Parlament hat das Austauschprogramm Erasmus+ für die kommenden Jahre gebilligt. Auch ein Freiwilligen- und ein Kulturprogramm genehmigten die Abgeordneten in der Nacht auf Mittwoch in zweiter Lesung. Alle drei Verordnungen sind Teil des Haushaltspakets für die Jahre 2021 bis 2027.

Das Angebot von Erasmus+ soll künftig etwa für Menschen mit Behinderung, Menschen in Armut und Menschen mit Migrationsgeschichte leichter zugänglich sein. Auch für Auszubildende soll es mehr Möglichkeiten für Auslandserfahrungen geben. Es sei gelungen, die Programme diverser und inklusiver zu machen, lobte Martina Michels von der Linken, sie blieben aber weiterhin unterfinanziert.

Petra Kammerevert von der SPD betonte, dass auch das Programm „Kreatives Europa“ zum kulturellen Austausch erheblich mehr Geld zur Verfügung haben wird als bisher. Das Programm soll auch die Auswirkungen der Corona-Krise in der Kulturbranche abfedern. Hierfür reichten die Mittel aber bei weitem nicht aus, sagte Kammerevert. (dpa)

Österreichs Kultur meldet sich mit Premieren-Feuerwerk zurück

Mit einem randvollen Premierenkalender präsentieren sich Österreichs Bühnen nach monatelangem Corona-Lockdown. Gemeinsam mit dem Tourismus und der Gastronomie wird auch der Kulturbetrieb am Mittwoch wieder hochgefahren. Auch wenn nur wenige Wochen bis zum Ende der Saison verbleiben, sei es nicht in Frage gekommen, den Vorhang erst nach der Sommerpause wieder zu heben, sagte Burgtheater-Direktor Martin Kusej. „Viele unserer Zuschauerinnen und Zuschauer haben uns in den letzten Monaten geschrieben, was Theater für sie bedeutet“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Es war klar, dass wir baldmöglichst wieder spielen wollen.“

Auch wenn in Österreich wieder vor Publikum gespielt wird, ist nicht alles so wie früher. Die Säle dürfen nur zur Hälfte gefüllt werden. Besucher müssen Masken tragen und einen Nachweis mitbringen, dass sie negativ getestet, geimpft oder von Covid-19 genesen sind. Zudem bieten große Häuser wie das Burgtheater und die Staatsoper ihren Besuchern Virustests vor der Vorstellung an.

Kusej hat bis Ende Juni acht Premieren angesetzt, die allerdings auf kleineren Bühnen stattfinden, da das Burgtheater renoviert wird. Den Beginn macht am Mittwoch August Strindbergs „Fräulein Julie“ unter der Regie von Mateja Koleznik. Die Staatsoper zeigt sechs Neuproduktionen, darunter Charles Gounods „Faust“ in einer vielschichtigen Inszenierung von Frank Castorf, die in den vergangenen Wochen bereits in einer aufgezeichneten Version ohne Live-Publikum für Aufsehen sorgte. Auch der Musikverein geht aufs Ganze. Der Klassiktempel verlängert seine Saison bis Ende Juli und plant bis dahin mehr als 180 Konzerte. (dpa)

US-Festival Lollapalooza soll am ersten Augustwochenende stattfinden

Nach einem pandemiebedingten Ausfall 2020 findet das Festival Lollapalooza in Chicago am ersten Augustwochenende dieses Jahres wieder statt. Das teilten die Veranstalter am Dienstag (Ortszeit) mit. Um teilzunehmen, sei entweder eine vollständige Corona-Impfung oder ein negatives Testergebnis nötig, wie Chicagos Bürgermeisterin Lori Lightfoot auf Twitter mitteilte. Details zum Line-Up sollten am Mittwoch (Ortszeit) bekanntgegeben werden.

Im Zuge der Corona-Pandemie sind seit März 2020 zahlreiche Großveranstaltungen in den USA abgesagt oder verschoben worden. Zuletzt waren auch das für April 2021 geplante Coachella-Festival und das Burning-Man-Festival Anfang September erneut abgesagt worden.

Das Lollapalooza findet seit 1991 statt und zählt zu den populärsten und erfolgreichsten Festivals der USA. Ableger gibt es mittlerweile in der ganzen Welt, auch in Berlin. Im Februar hatten die Veranstalter mitgeteilt, dass das deutsche Lollapalooza im September wieder stattfinden soll. Man beobachte die Situation kontinuierlich, hieß es in einer Mitteilung. (dpa)

Weniger Kleinunternehmen gegründet

Unter den Bedingungen der Corona-Pandemie sind im ersten Quartal 2021 in Deutschland weniger Kleinunternehmen gegründet worden als ein Jahr zuvor. Die Zahl ging um 11,5 Prozent auf rund 34 500 zurück, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Gleichzeitig stieg aber die Zahl der neuen Nebenerwerbsbetriebe deutlich um 29,4 Prozent auf 94 900. Unter anderem gab es viele neue Post- und Kurierdienstleister.

Und auch bei Betrieben von größerer wirtschaftlicher Bedeutung wurden mehr Gründungen angemeldet als ein Jahr zuvor, nämlich rund 34 000 oder 5,9 Prozent mehr als im ersten Quartal 2020. Von größerer wirtschaftlicher Bedeutung gehen die Statistiker aus, wenn beispielsweise Arbeitnehmer eingestellt werden, der Chef einen Handwerksbrief besitzt oder ein Betrieb durch eine juristische Person gegründet wird.

Die staatlichen Stützungsmaßnahmen in der Pandemie haben nach Einschätzung der Statistikbehörde außerdem zu einem Rückgang der vollständigen Gewerbeaufgaben geführt: Ihre Zahl sank um 8,2 Prozent auf rund 114 400. (dpa)

IOC-Präsident Bach bietet Japan medizinisches Personal für Olympia an

Der Präsident des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC), Thomas Bach, hat Japan medizinisches Personal für die in zwei Monaten geplanten Olympischen Spiele und die Paralympics in Tokio angeboten. Das IOC habe dem japanischen Organisationskomitee zusätzliches medizinisches Personal als Teil der nationalen Delegationen angeboten, um den medizinischen Betrieb und „die strikte Implementierung der Covid-19-Maßnahmen im Olympischen Dorf und den Wettkampfstätten zu unterstützen“, sagte Bach am Mittwoch zum Auftakt einer dreitägigen letzten Sitzung der IOC-Koordinierungskommission.

Japans Organisationschefin Seiko Hashimoto begrüßte Bachs Angebot. Man werde jetzt besprechen, wie dies umgesetzt werden könne. In Japan mehrten sich zuletzt die Rufe nach Absage der Spiele. So erklärte der Ärzteverband in Tokio, Krankenhäuser hätten keine Kapazitäten mehr. „Wir halten es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte“, heißt es in einem Brief an Bach und Japans Verantwortliche.

Bach bekräftigte jedoch am Mittwoch erneut die Entschlossenheit des IOC, zusammen mit Japans Olympia-Machern „sichere Spiele für jeden“ zu veranstalten. So würden mehr als 80 Prozent der Bewohner des Olympischen Dorfes geimpft sein. Die Spiele und Paralympics waren wegen der weiter andauernden Pandemie um ein Jahr auf diesen Sommer verlegt worden. (dpa)

Montgomery: Ärzte haben Ende der Impfpriorisierung selbst gefordert

Angesichts der Diskussionen um die Aufhebung der Impfpriorisierung und überrannte Arztpraxen hat der Vorsitzende des Weltärztebundes die Beschwerden einiger Mediziner zurückgewiesen. „Die Hausärzte sind überfordert mit dem plötzlichen Abschaffen der Impfpriorisierung. Dabei haben sie das selber gefordert“, sagte Frank Ulrich Montgomery am Mittwoch im Deutschlandfunk. Da sei die Ärzteschaft „nicht ganz logisch“ in ihrer Argumentation. „Ich würde aber nicht schon wieder die große Katastrophe herbeibeschwören deswegen.“ Das zentrale Problem sei der Mangel an Impfstoff.

Montgomery verteidigte den Zeitpunkt der Aufhebung der Priorisierung. Früher oder später hätte man diesen Schritt ohnehin gehen müssen. Den vulnerablen Gruppen der obersten beiden Prioritätsstufen habe man bislang „mit Sicherheit“ ein Impfangebot machen können. Manche seien nicht erreichbar oder wollten schlicht nicht. „Jetzt muss doch nicht der ganze Rest der Gesellschaft darauf warten, dass auch der letzte Impf-Zauderer und Impf-Zögerer geimpft ist, bevor die anderen Gruppen geimpft werden dürfen.“

Ab dem 7. Juni sollen bei Corona-Impfungen die Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf wegfallen. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag an. Ärzteverbände befürchten große Herausforderungen für das Praxispersonal, das schon von Anfragen überrannt werde. (dpa)

Indien meldet weltweit höchste Zahl Corona-Toter an einem Tag

Indien hat mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Corona an einem Tag gemeldet als je ein anderes Land während der Pandemie. In den vergangenen 24 Stunden wurden 4529 Menschen erfasst, die in dem Land an oder mit Corona gestorben sind, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch zeigen. Nach Daten der Johns Hopkins Universität im US-amerikanischen Baltimore hat bislang kein Land so viele Corona-Todesfälle an einem Tag registriert. Demnach hielten die USA mit 4475 Fällen am 12. Januar 2021 den bisherigen Rekord.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Todeszahlen in Indien noch deutlich höher sein dürften. Zurzeit breitet sich die Pandemie zunehmend auf dem Land aus, wo mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt, aber die Gesundheitsversorgung schlecht ist und es deutliche weniger Corona-Testmöglichkeiten gibt. Viele Menschen sterben zu Hause.

In absoluten Zahlen hat Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als 25 Millionen Infektionen erfasst. Das Land ist damit in absoluten Zahlen hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Die USA haben insgesamt mehr als 32 Millionen Infektionen gemeldet. Die Dunkelziffer, also die Zahl nicht erfasster Fälle, unterscheidet sich von Land zu Land stark. (dpa)

Pkw-Neuzulassungen in der EU steigen im April deutlich

Die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union (EU) sind im April sprunghaft gestiegen. Allerdings war der Vorjahresmonat bereits durch das weitgehende Herunterfahren des öffentlichen Lebens im Zuge der Corona-Pandemie gekennzeichnet. So legten die Neuzulassungen in der EU um 218,6 Prozent auf 862 226 Fahrzeuge zu, wie der europäische Herstellerverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Allerdings lag das Volumen damit noch immer 300 000 Pkw unter dem Vorkrisennivau aus dem April 2019.

Unter den großen Märkten verzeichnete Italien das größte Wachstum, gefolgt von Spanien, Frankreich und Deutschland. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden damit rund 3,4 Millionen Pkw neu zugelassen, knapp ein Viertel mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. (dpa)

Umfrage: Corona hat das Leben der Jüngeren negativ beeinflusst

64 Prozent der unter 30-Jährigen finden ihr Leben nach einer Umfrage derzeit schlechter als noch vor 12 bis 14 Monaten. Frauen und Mädchen leiden demnach besonders stark unter der Corona-Pandemie - für 71 Prozent hat sich das Leben negativ verändert. Bei den jungen Männern sind das 58 Prozent. Unterschiede bestehen auch in den Altersgruppen: Unter den 16- bis 19-Jährigen sind 81 Prozent überzeugt, dass sich ihr Leben stark verschlechtert hat. Das ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „Generation Corona“ der pronova BKK, für die 1000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden.

Mehr als die Hälfte der unter 30-Jährigen fühlt sich demnach häufiger traurig oder depressiv als noch vor einem Jahr. 52 Prozent klagen über innere Unruhe. Vor allem junge Frauen sind demnach derzeit öfter traurig - 63 Prozent klagen darüber. Ihnen fehlt der persönliche Kontakt, die herzliche Umarmung. 60 Prozent der unter 30-Jährigen geben an, dass ihre körperliche Fitness während der Corona-Krise gelitten hat. 58 Prozent fehlen sportliche Aktivitäten in der Gruppe.

„Die 16- bis 29-Jährigen befinden sich während der Corona-Krise in entscheidenden Entwicklungsstufen“, sagte Beratungsarzt Gerd Herold nach einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. „Die gravierenden Einflüsse der Lockdowns treffen sie besonders stark, wenn sie erwachsen werden, ihren Abschluss machen, den Berufeinstieg planen.“ (dpa)

RKI registriert 11 040 Corona-Neuinfektionen – Inzidenzwert liegt bei 72,8

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11 040 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand der RKI-Fallzahlenseite von 05.02 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 14 909 Ansteckungen gelegen, in dem Datensatz waren allerdings Nachmeldungen aus Brandenburg enthalten. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 72,8 an (Vortag: 79,5; Vorwoche: 107,8).

Aufgrund von Feier- und Brückentagen wie in der vergangenen Woche suchen dem RKI zufolge weniger Personen einen Arzt auf, wodurch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die Gesundheitsämter gemeldet werden. Laut dem Labor-Verband ALM ging die Zahl der Labortests im Vergleich zu den Vorwochen deutlich zurück: Vom 10. bis 16. Mai seien etwa 933 000 PCR-Tests erfasst worden, rund 160 000 weniger als in der Woche zuvor, hieß es am Dienstag vom Verband Akkreditierter Labore in der Medizin (ALM). Es ist denkbar, dass die stark gesunkene Zahl an Tests zum Rückgang der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz beigetragen hat.

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 268 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3 614 095 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 340 400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 86 665 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Dienstagabend bei 0,73 (Vortag: 0,77). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 73 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Fast 1,7 Milliarden Überstunden im Pandemiejahr 2020

Trotz Pandemie haben die Beschäftigten in Deutschland im vergangenen Jahr 1,67 Milliarden Überstunden geleistet. Das geht aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Zwar ist die Zahl der Überstunden im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie aus den vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung stammenden Daten hervorgeht. Damals hatte sie sich auf 1,86 Milliarden summiert. Doch beim Anteil der Überstunden am Arbeitsvolumen hat sich wenig getan. Es betrug 3,2 Prozent. Das waren nur 0,3 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor.

Mehr als die Hälfte der Überstunden - 892 Millionen - waren unbezahlt. Während die bezahlten Überstunden im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Prozent abnahmen, waren es bei den unbezahlten Überstunden nur 5,8 Prozent. Den Zahlen zufolge ist der Anteil der Überstunden am Arbeitsvolumen bei Teilzeitbeschäftigten mit 3,6 Prozent höher als bei Vollzeitbeschäftigten mit 3,1 Prozent. (dpa)

Lauterbach: Es kommt jetzt darauf an, die Risiko-Gruppen zu erreichen

Vor dem bundesweiten Ende der Priorisierungen für Impfungen mit dem Coronavirus am 7. Juni fordert der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach einen Fokus auf Risiko- Patienten. „Jetzt kommt es darauf an, die vielen noch nicht Geimpften Risikoträger zu erreichen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Die Priorisierungen sollten bis zu diesem Zeitpunkt unbedingt eingehalten werden.

Ab dem 7. Juni sollen bei Corona-Impfungen die Vorranglisten nach Alter, Erkrankungen und Beruf wegfallen, wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag angekündigt hatte. (dpa)

Kostenlos abonnieren - Unser Newsletter für die Region