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Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-Ticker: WHO: Corona-Fallzahl sinkt seit sieben Wochen – aber keine Entwarnung

04.06.2021 - aktualisiert vor 42 Minuten

Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 3 715 518 (+ 549 zum Vortag) Infektionen und 89 844 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz für Deutschland beträgt 16,6 (Stand: 14. Juni).

Inzidenzwerte laut des niedersächsischen Landesgesundheitsamts: Aurich 21,6 | Friesland 2,0 | Wilhelmshaven 6,6 | Wittmund 7,0 (14. Juni)

Landkreis Wittmund

Aktuell Infizierte: 8 (+ 2 neue Fälle)

Insgesamt: 1237 (1194 genesen, 35 Todesfälle)

(14. Juni)

Landkreis Aurich

Aktuell Infizierte: 75 (+ 4 neue Fälle)

Insgesamt: 3.707 (3.571 genesen, 61 Todesfälle)

(14. Juni)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuell Infizierte: 13 (+ 1 neue Fälle)

Insgesamt: 1937 (1869 genesen, 55 Todesfälle)

(14. Juni)

Landkreis Friesland

Aktuell Infizierte: 1 (+0 neue Fälle)

Insgesamt: 1626 (1583 genesen, 42 Todesfälle)

(14. Juni)

+++ Montag, 14. Juni +++

EU-Staaten einigen sich auf gemeinsame Corona-Reisebedingungen

Die EU-Länder haben sich darauf geeinigt, Reisebeschränkungen koordiniert und schrittweise zu lockern. „Mit Beginn des Sommers wird den Bürgerinnen und Bürgern das Reisen erleichtert - mit nur begrenzten und verhältnismäßigen Reisebeschränkungen, wenn überhaupt“, teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders am Montag mit. So sei vorgesehen, dass vollständig Geimpfte und Genesene keinen Reisebeschränkungen unterliegen sollen. Zudem sei vorgesehen, dass Menschen aus Regionen mit wenigen Infektionen ebenfalls ohne Beschränkungen reisen können.

Derzeit ist nur Mecklenburg-Vorpommern als einziges Bundesland ein grünes Gebiet nach den Maßstäben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Von Reisenden aus orangen Gebieten könne ein Test verlangt werden, heißt es in der Mitteilung der EU-Kommission. Wer aus einem roten Gebiet kommt, für den könne Quarantänepflicht gelten. Die ECDC-Einteilung der Gebiete in die Farben Grün, Orange, Rot und Dunkelrot erfolgt anhand der Fallzahlen und der Positivrate von Tests. Die EU-Länder haben sich darauf geeinigt, Reisebeschränkungen koordiniert und schrittweise zu lockern. „Mit Beginn des Sommers wird den Bürgerinnen und Bürgern das Reisen erleichtert - mit nur begrenzten und verhältnismäßigen Reisebeschränkungen, wenn überhaupt“, teilte EU-Justizkommissar Didier Reynders am Montag mit. So sei vorgesehen, dass vollständig Geimpfte und Genesene keinen Reisebeschränkungen unterliegen sollen. Zudem sei vorgesehen, dass Menschen aus Regionen mit wenigen Infektionen ebenfalls ohne Beschränkungen reisen können. (dpa)

WHO: Corona-Fallzahl sinkt seit sieben Wochen - aber keine Entwarnung

Die globale wöchentliche Zahl an Covid-Fällen ist sieben Wochen in Folgen gefallen - der längste Rückgang seit Beginn der Pandemie. Dieser Trend verdecke jedoch die beunruhigende Zunahme von Krankheits- und Todesfällen in vielen einzelnen Ländern, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Genf.

Der Anstieg in Afrika sei besonders alarmierend, da diese Region weltweit am wenigsten Impfdosen, Tests und Sauerstoff für Patienten zur Verfügung habe, sagte Tedros. Er nannte keine konkreten globalen oder regionalen Zahlen. Die WHO legt ihre Corona-Wochenstatistik meist am Dienstag oder Mittwoch vor.

Beim G7-Gipfel gaben führende Industrienationen am Wochenende Zusagen über 870 Millionen Impfdosen bekannt, die möglichst schnell und zur Hälfte bis Jahresende an die bedürftigsten Länder ausgeliefert werden sollen. Tedros forderte am Montag erneut noch raschere Hilfe in noch höheren Mengen. „Die Ausbreitung des Virus ist derzeit schneller als die globale Auslieferung von Impfstoffen“, sagte er. Laut Tedros sterben täglich mehr als 10 000 Menschen an Covid-19. (dpa)

Experten und Expertinnen warnen vor Aufhebung der Maskenpflicht

Eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht in Deutschland könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern ein Wiederaufflammen der Pandemie nach sich ziehen. „Wenn wir nach dem Wegfall der Testpflicht in vielen Situation nun auch noch die Maskenpflicht fallen lassen, sind wir im Grunde in einem ungestörten Leben wie vor der Pandemie“, sagte Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Virus aber sei noch da und wesentlich infektiöser durch Mutationen. „Warum soll die Pandemie dann nicht wiederkommen?“.

Auch die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, hält es vorerst für wichtig, zumindest drinnen weiterhin Maske zu tragen. „Masken sind ein einfacher und wirksamer Schutz, vor allem in Innenräumen“, so die Epidemiologin von der Ludwig-Maximilians-Universität in München. „Es geht hier auch um den Schutz vor ansteckenderen neuen Varianten des Virus.“ (Corona)

Corona-Zahlen in Indien gehen weiter zurück

In Indien gehen die Corona-Zahlen weiter zurück. Innerhalb von 24 Stunden wurden in dem südasiatischen Land mit mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern etwa 70 000 neue Infektionen im Zusammenhang mit der Pandemie gemeldet, die niedrigste Zahl seit Anfang April. Wie das Gesundheitsministerium am Montag in der Hauptstadt Neu Delhi weiter mitteilte, wurden zudem 3921 neue Todesfälle registriert.

In den vergangenen beiden Monaten hatte es an manchen Tagen mehr als 400 000 neue Infektionen gegeben. Dafür wurden auch Großveranstaltungen wie Wahlkampf-Auftritte und religiöse Feste verantwortlich gemacht. In Indien wurde die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Corona-Virus zuerst erkannt. Inzwischen werden Schutzmaßnahmen wieder gelockert, auch in Neu Delhi. Dort sind Läden wieder geöffnet. Restaurants dürfen 50 Prozent der Plätze wieder besetzen. (dpa)

Spahn für schrittweises Ende der Maskenpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für ein schrittweises Ende der Maskenpflicht ausgesprochen. „Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: in einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen entfallen“, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote nach und nach auch drinnen.“

Das Tragen von Masken sei aber auch ohne Pflicht weiter zu empfehlen, etwa bei Reisen oder Treffen in Innenräumen, fügte Spahn hinzu. Mehr Sicherheit gebe es nur, wenn alle Anwesenden geimpft oder regelmäßig getestet seien.

Am Wochenende hatte unter anderen Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) ein rasches Ende von Vorgaben zum Maskentragen gefordert. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte angesichts sinkender Inzidenzzahlen an die Bundesländer, die Verhältnismäßigkeit der Maskenpflicht zu überprüfen.

Maskenpflicht in Dänemark quasi beendet - Debatte auch in Deutschland

Die Däninnen und Dänen müssen von nun an kaum noch Mund-Nasen-Schutz tragen. Die seit Monaten im Kampf gegen das Coronavirus geltende Pflicht zum Tragen einer Maske oder eines Visiers ist zum Montag für fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens aufgehoben worden. Darauf hatten sich die Regierung und der Großteil der Parlamentsparteien geeinigt. Einen solchen Corona-Schutz muss man in Dänemark jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr tragen, wenn man dort nicht sitzt. Bis zum 1. September soll die Maske dann gänzlich verschwinden.

Dänemark hatte seinen schrittweisen Weg aus den Corona-Maßnahmen schon im Frühjahr eingeleitet. Seitdem sind zahlreiche Beschränkungen im Land zurückgefahren worden, so dass mittlerweile im Grunde alles wieder offen ist bis auf die Diskotheken, die nun voraussichtlich Anfang September öffnen dürfen.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Dänemark im Zuge der Lockerungen leicht gestiegen, allerdings nicht in die Höhe geschossen. Seit einigen Tagen sinkt die Inzidenz wieder: Am Sonntag wurden nur 315 nachgewiesene Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden gemeldet - das war der niedrigste Wert seit Mitte Februar. Allerdings wurden auch weniger Menschen als normalerweise getestet. Bei den jüngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC lag Dänemark bei einer 14-Tages-Inzidenz von rund 215, was dem höchsten Wert im Europäischen Wirtschaftsraum entsprach. Allerdings sind die Werte in zahlreichen weiteren Ländern auch zuletzt rapide gesunken.

Angesichts der abflauenden Coronavirus-Pandemie forderte am Wochenende auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht die Länder auf, die weitere Fortdauer der Maskenpflicht hierzulande zu überprüfen. Die Länder müssten klären, „ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig ist, wenn die Inzidenzzahlen niedrig sind und weiter sinken“, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“. „Das gilt auch für die Schulen, denn Schülerinnen und Schüler sind von der Maskenpflicht besonders betroffen.“

Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) forderte gar ein komplettes Ende der Maskenpflicht. „Bei einer klaren Inzidenz unter 35 darf der Staat gar keine Grundrechte pauschal für alle Bürger einschränken. Die allgemeine Maskenpflicht müsste daher bei strenger Auslegung des Infektionsschutzgesetzes aufgehoben werden, erst recht draußen“, sagt Kubicki dem Blatt.

Ein Jahr Corona-Warn-App: Vertrauen der Bevölkerung steigt

Ein Jahr nach der Vorstellung der offiziellen Corona-Warn-App können sich immer mehr Menschen in Deutschland vorstellen, der Anwendung auch ein positives Testergebnis anzuvertrauen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Digitalverbandes Bitkom, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

72 Prozent derjenigen, die die App installiert haben oder dies planen, würden ein positives Ergebnis in der App teilen. Im Januar 2021 waren es nur 62 Prozent. 33 Prozent hatten zum Jahresbeginn eingeräumt, andere App-Anwender im Falle einer eigenen Infektion trotz der durch die App gesicherten Anonymität nicht warnen zu wollen. Dieser Anteil sank nun auf nur noch 22 Prozent.

Eine Mehrheit derjenigen, die ein positives Ergebnis nicht teilen würden, sorgt sich, dass die eigenen Daten nicht anonym sind (79 Prozent). 35 Prozent aus dieser Gruppe wollen grundsätzlich keine Gesundheitsdaten teilen. Fünf Prozent sehen sich technisch außerstande.

Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes war am 16. Juni 2020 in den App-Stores von Apple und Google veröffentlicht worden. Seit dem vergangenen Dezember ist auch eine inoffizielle Version („Corona Contact Tracing Germany (CCTG)“) verfügbar, die auch auf Android-Smartphones läuft, die nicht über Google-Dienste verfügen.

In den ersten Monaten entwickelte sich die Verbreitung sehr dynamisch. Im September 2020 hatte das Robert Koch-Institut (RKI) über 18 Millionen Downloads in den Stores von Google und Apple registriert. Danach flachte die Kurve deutlich ab. Zuletzt verzeichnete das RKI 28,3 Millionen Downloads.

Bei der Bitkom-Umfrage sagten 36 Prozent der Menschen, sie hätten die App installiert. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung wären das über 29 Millionen. Weitere sechs Prozent planen demnach, dies künftig zu tun. Insgesamt 55 Prozent der Befragten nutzen die Corona-Warn-App nicht, wovon 22 Prozent kein Smartphone besitzen. Acht Prozent haben die Corona-Warn-App bereits wieder deinstalliert, 25 Prozent haben generell kein Interesse.

Bitkom-Präsident Achim Berg sagte, die App habe sehr wertvolle Dienste geleistet: „Sie funktioniert, sie ist kostenlos und sie schützt die persönlichen Daten optimal.“ Die Anwendung habe Menschenleben gerettet. Berg betonte, entscheidend sei, dass wirklich alle Nutzerinnen und Nutzer ihre Testergebnisse über die App teilen. „Wir schlagen daher bei einem positiven Testergebnis eine automatische Warnmeldung mit Widerspruchsmöglichkeit vor. Das würde die Hürden für jeden Einzelnen senken und die Wirksamkeit der App weiter steigern.“

RKI registriert 549 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 16,6

Erstmals seit mehr als acht Monaten haben die Gesundheitsämter in Deutschland weniger als 1000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI 549 neue Fälle, wie aus Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 21. September mit 922 dreistellig.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 1117 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 16,6 an (Vortag: 17,3, Vorwoche: 24,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 10 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 715 518 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 580 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 844 angegeben.

+++ Sonntag, 13. Juni +++

Betriebsärzte bekommen zweiten Corona-Impfstoff

Für die Corona-Impfungen über Betriebsärzte soll erstmals das Präparat von Johnson & Johnson als zweiter Impfstoff zur Verfügung stehen. In der Woche ab 21. Juni sollen 192 000 Dosen davon geliefert werden, wie es am Samstag vom Bundesgesundheitsministerium hieß. Hinzu kommen dann 602 550 Dosen von Biontech, so dass insgesamt 794 550 Dosen zusammenkommen. Zum Start hatten die Betriebsärzte in der ersten Woche ab 7. Juni zunächst 702 000 Dosen von Biontech bekommen, in der kommenden Woche ab 14. Juni sollen es 602 550 sein.

Die Arztpraxen sollen in der Woche vom 21. Juni rund 3,3 Millionen Impfdosen erhalten, nämlich 2,84 Millionen Dosen von Biontech und 504 000 von Astrazeneca. Die Länder sollen nach neuen Lieferdaten noch im Juni rund 700 000 Dosen mehr für die Impfzentren bekommen als zunächst geplant, wie es vom Gesundheitsministerium weiter hieß. In der kommenden Woche seien es 400 000 Dosen von Astrazeneca extra. Mehrere Länder wollten dies für Erstimpfungen verwenden. (dpa)

Merkel: „Erheblicher Beitrag“ zur Impfstoffverteilung aus Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen „erheblichen Beitrag“ aus Deutschland bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen zugesichert. „Deutschland zeichnet verantwortlich für 350 Millionen Dosen“, sagte Merkel am Sonntag zum Abschluss des G7-Gipfels im südwestenglischen Cornwall. Dazu gehörten 30 Millionen Dosen, die Deutschland bestellt habe und weitergeben werde. „Das werden vermutlich im Laufe der Zeit noch mehr“, sagte Merkel. Sie verwies auf Lieferprobleme der Impfstoffhersteller.

Der größte Teil des deutschen Beitrags laufe über das Impfprogramm Covax. Dort sei Deutschland der zweitgrößte Geber. Covax finanziert mit dem Geld etwa die Herstellung von Impfstoffen und den Aufbau von Produktionsstätten.

Ziel sei, den Zugang aller Menschen zu Impfstoffen sicherzustellen, sagte Merkel. Die G7-Gruppe sei sich „einig, dass die Pandemie nur global besiegt werden kann. Der Weg aus der Pandemie sind Impfstoffe“, sagte Merkel. Die Kanzlerin bekräftigte, dass die G7-Gruppe bis Ende 2022 insgesamt 2,3 Milliarden Impfdosen verteilen wolle. „Deutschland beteiligt sich in erheblichem Maße.“

Es gehe zudem darum, die globale Impfstoffproduktion zu fördern. Die G7-Gruppe wolle, dass die Mittel nicht mehr nur in Europa oder Asien hergestellt werden, sondern auch in Afrika. Hier engagiere sich vor allem das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech, sagte Merkel, ohne weitere Details zu nennen. (dpa)

Zeitung: Rund 20 Millionen Masken in Baden-Württemberg nicht nutzbar

Fast 20 Millionen Masken in den Beständen des Landes Baden-Württemberg sind einem Zeitungsbericht zufolge derzeit nicht nutzbar, weil sie nicht ganz den Normen entsprechen. „Insgesamt sind 15,2 Millionen Masken aus Landesbeschaffungen aus den Jahren 2020 und 2021 im Lager gesperrt“, teilte das Sozialministerium den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montag) mit. Hinzu kämen rund 4,6 Millionen vom Bund gelieferte mangelhafte Masken. „Trotz sorgfältiger Auswahl der Lieferanten und der Vorgabe einer Herstellung in Deutschland waren zum Teil Masken nicht normentsprechend“, hieß es.

Bis Ansprüche auf Schadenersatz mit den Herstellern geklärt seien, blieben die Masken zur Beweissicherung im Lager. Mit dem Bund stehe das Land ebenfalls in Verhandlung über eine Kostenerstattung.

Dass das Land mangelhafte Masken bekommen hatte, ist bekannt. Bislang war aber von geringeren Mengen die Rede. Inzwischen lässt das Land selbst beschaffte FFP2-Masken von der Prüforganisation Dekra checken. (dpa)

Entwicklungsorganisationen fordern Klarheit über Impfspenden der G7

Entwicklungsorganisationen haben „mehr Klarheit“ über die versprochenen Impfstoffspenden der G7 für ärmere Länder gefordert. Auf dem Gipfel der großen Industrienationen (G7) im englischen Carbis Bay sprach Romilly Greenhill von der Organisation One am Sonntag von einem „geheimnisvollen Nebel“, der die genannten Zahlen umhülle. „Die Welt muss einen klaren Fahrplan sehen.“

Fraglich sei, wo die Impfstoffe herkommen sollen. Auch sei unklar, was wirklich neu oder von früheren Zusagen erneuert worden sei. So hatte Gastgeber Großbritannien von einer Milliarde Impfspenden bis Ende nächsten Jahres gesprochen - Kanzlerin Angela Merkel eher vage von der Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen.

Greenhill fragte auch, wie die G7 die Versorgungskrise durch den Exportstopp Indiens auffangen wolle, das als Hauptlieferant für die Impfplattform Covax dienen sollte. Wegen der schweren Infektionswelle im eigenen Land hatte Neu Delhi im April die Ausfuhren eingestellt.

Das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierte Impfprogramm Covax hatte bis Sonntag erst 83 Millionen Impfdosen an 131 Länder ausgeliefert. Geplant war deutlich mehr. Das liegt nicht nur am Exportstopp Indiens, sondern auch daran, dass die reichen Länder den Impfstoff zum Großteil zunächst für sich selbst aufgekauft haben. So ist das dringendste Problem der Mangel an Impfstoff.

Die WHO dringt seit Wochen darauf, dass reiche Länder statt gesunde Jüngere zu impfen Impfstoffdosen spenden, damit in ärmeren Ländern wenigstens Pflegepersonal und die gefährdetsten Menschen geimpft werden können.

Bisher haben Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Belgien, Schweden, Dänemark, die USA, Japan, Norwegen, Neuseeland und die Vereinigten Arabischen Emirate 180 Millionen Impfdosen als Spende an Covax zugesagt. Das meiste davon - wie 30 Millionen Impfdosen aus Deutschland - soll „bis Ende des Jahres“ geliefert werden. Viel zu spät, sagt die WHO. Covax braucht bis September 250 Millionen Dosen.

Das Covax-Ziel, bis Ende des Jahres rund zwei Milliarden Impfdosen auszuliefern, wurde inzwischen auf „bis Anfang 2022“ verschoben. Rund 1,8 Milliarden sollen an 91 ärmere Länder gehen, die selbst keinen finanziellen Beitrag leisten können. Dort sollen damit jeweils rund 30 Prozent der Erwachsenen geimpft werden. (dpa)

Kubicki kündigt Corona-Untersuchungsausschuss nach Wahl an

Der Vize-Vorsitzende der Liberalen, Wolfgang Kubicki, hat einen von der FDP beantragten Bundestagsuntersuchungsausschuss zum Corona-Management der Regierung nach der Bundestagswahl in Aussicht gestellt. „Es bedarf einer parlamentarischen Aufarbeitung dazu nach der Wahl“, sagte Kubicki am Samstag auf einem Parteitag der Thüringer FDP in Erfurt. „Das war die Ankündigung eines Untersuchungsausschusses“, erklärte der FDP-Politiker nach seiner Rede auf Anfrage.

Kubicki, der auch Vizepräsident des Bundestags ist, kritisierte unter anderem den Einkauf „untauglicher Masken“ durch das Ministerium von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Bei deren Prüfung seien zwei von acht Kriterien gestrichen worden. „Es ist eine menschliche und rechtliche Sauerei, wenn man Menschen Sicherheit vorgaukelt, die es nicht gibt.“ Auch die Teststrategie und die Behauptung, die Intensivstationen seien bundesweit wegen der Pandemie an der Belastungsgrenze gewesen, seien zu untersuchen.

Der Vizechef bekräftigte die Haltung der FDP in der Steuerpolitik: „Wir garantieren, dass es mit uns Steuererhöhungen nach der Bundestagswahl nicht geben wird.“ Ziel sei es, nach der Wahl am 26. September so stark zu werden, „dass ohne die Freien Demokraten eine vernünftige Regierung nicht gebildet werden kann“. (dpa)

Mallorca will Öffnung der Discos ab Mitte Juli zulassen

Auf der Party-Insel Mallorca normalisiert sich das Leben zunehmend: Diskotheken, Pubs und andere Nachtlokale sollen gegen Mitte Juli im Zuge der guten Entwicklung der Corona-Lage sowohl auf der liebsten Insel der Deutschen als auch auf den anderen Balearen wieder öffnen dürfen, wie die Zeitung „Diario de Mallorca“ am Samstag unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma berichtete.

Die Wiedereröffnung der Vergnügungslokale solle nach den Plänen Palmas um den 17. Juli herum passieren. Die endgültige Entscheidung solle aber erst nach einem siebentägigen Pilotprojekt Anfang Juli fallen. „Diario de Mallorca“ zitierte Regionalpräsidentin Francina Armengol mit den Worten, das Nachtleben solle auf den spanischen Mittelmeer-Inseln „eher früher denn später“ reaktiviert werden.

Diese Pläne seien das Ergebnis eines Treffens von Armengol und anderen Politikern mit Vertretern der Branche. Es sei relativ sicher, dass das Tanzen im Inneren der Lokale prinzipiell gestattet werden solle. In einer ersten Etappe würden alle Lokale allerdings spätestens um 3.00 Uhr schließen müssen. Zudem werde es mehrere Regeln geben, etwa die Beachtung eines Sicherheitsabstandes zu fremden Personen und der Maskenpflicht in bestimmten Situationen.

Tanz- und andere nächtliche Vergnügungslokale bleiben in Spanien zum größten Teil bereits seit dem Corona-Lockdown von März 2020 geschlossen. Aufgrund der Einschränkungen warfen allein auf den Balearen laut Studien die Betreiber von mindestens 500 der insgesamt 1500 Geschäfte des Sektors endgültig das Handtuch.

Die Corona-Zahlen gehen in Spanien seit Monaten kontinuierlich zurück. Zuletzt wurden landesweit 46 Infektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen erfasst. Diese Sieben-Tage-Inzidenz beträgt auf den Balearen derzeit sogar nur gut 20. Damit liegt die Region in Spanien nur knapp schlechter als Valencia (ca. 18) sowie Murcia und Galicien (je ca. 19). (dpa)

Neue Impfpläne der G7-Staaten als „Ablenkungsmanöver“ kritisiert

Die Überlegungen der reichen Industrienationen (G7) für eine Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen an ärmere Länder bis Ende nächsten Jahres sind als „Ablenkungsmanöver“ und unzureichend kritisiert worden. Entwicklungsorganisationen sprachen am Sonntag auf dem G7-Gipfel im englischen Carbis Bay in Cornwall von einem „Verwirrspiel mit Zahlen“. Auch die neuen Pläne gingen angesichts der benötigten elf Milliarden Impfdosen nicht weit genug.

„Das hört sich besser an, als es ist“, sagte Fiona Uellendahl vom Kinderhilfswerk World Vision. Es reiche bei weitem nicht. „Die G7 werfen eine Nebelkerze.“ Sie wollten davon ablenken, dass sie gegen eine Freigabe des Patentschutzes seien. „Ein globaler Plan zur Bekämpfung der Pandemie sieht anders aus.“ Langfristig müsse in Forschung und Produktion in den ärmeren Ländern investiert werden.

„Dass Kanzlerin Angela Merkel nach wie vor eine Aussetzung des Patentschutzes blockiert, ist unverständlich und empörend“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam International. In allen Regionen der Welt müsse die Produktion von Impfstoffen aufgebaut werden, um die strukturellen Ursachen für die ungerechte Verteilung zu beseitigen.

„Dazu sind die Aussetzung des Patentschutzes, der Technologie- und Know-how-Transfer und Investitionen in Produktionskapazität nötig“, sagte Kalinski. „Die Menschen in armen Länder dürfen nicht vom Wohlwollen der Politiker und profitorientierte Pharmaunternehmen abhängig sein.“ Obwohl die Entwicklung der lebensrettenden Impfstoffe mit Steuergeldern unterstützt worden sei, behandele die Kanzlerin die Vakzine als Privateigentum einiger weniger Unternehmen.

Merkel hatte am Samstag angekündigt, dass die G7-Gruppe die Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen wolle. Ob es sich dabei nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar. Ein finaler Beschluss lag auch noch nicht vor. (dpa)

Mehr deutsche Brauereien unter den größten der Welt

Die größten deutschen Brauereien haben sich im internationalen Vergleich während der Corona-Krise relativ gut geschlagen. Im neuen Ranking des weltgrößten Hopfenhändlers BarthHaas für 2020 sind acht deutsche Unternehmen unter den 40 größten Brauereien der Welt. Im Jahr zuvor waren es sieben. Kein anderes Land ist so oft im Top-40-Ranking vertreten.

Veltins schafft es trotz eines Ausstoßrückgangs erstmals in das Ranking und belegt den 40. Platz. Zusammengenommen stehen die deutschen Brauer den Zahlen zufolge mit einem Produktionsrückgang von 5 Prozent auch ein bisschen besser da als die 40 insgesamt mit einem durchschnittlichen Minus von 6 Prozent.

Größter deutscher Bierhersteller ist der Liste zufolge weiter die Oetker-Tochter Radeberger-Gruppe. Weltweit betrachtet steigt sie um einen Rang auf Platz 22. Dahinter folgt stabil auf Rang 24 die TCB Beteiligungsgesellschaft, zu der unter anderem die Gilde Brauerei, das Frankfurter Brauhaus und Feldschlößchen gehören. Die Oettinger-Gruppe belegt Rang 25. Das ist ein Aufstieg gleich um drei Plätze.

Oettinger ist den Zahlen zufolge auch die einzige der deutschen Brauereien in dem Ranking, die beim Ausstoß deutlich zulegte. Auf den internationalen Plätzen 31 bis 33 folgen Krombacher, die Bitburger-Braugruppe und Paulaner. Die Warsteiner-Gruppe steigt mit einem deutlichen Ausstoßrückgang um einen Rang auf Platz 39 ab. (dpa)

RKI registriert 1489 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 17,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1489 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.58 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 17,3 an (Vortag: 18,3; Vorwoche: 24,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 18 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 74 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 714 969 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 576 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 834 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,85 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 85 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

+++ Samstag, 12. Juni +++

WHO-Chef: Bis nächstes Jahr 70 Prozent der Weltbevölkerung impfen

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, will mit Hilfe der G7-Staaten innerhalb eines Jahres mindestens 70 Prozent der Weltbevölkerung zu einer Corona-Impfung verhelfen. Dieses Ziel solle bis zum nächsten G7-Gipfel in Deutschland 2022 erreicht werden, sagte der WHO-Chef beim Treffen der führenden westlichen Wirtschaftsmächte im englischen Cornwall bei einer virtuellen Pressekonferenz am Samstag. Dazu seien jedoch weit größere Anstrengungen notwendig als bislang geplant. Er sei aber überzeugt, dass dieses Ziel erreichbar sei, so Tedros weiter. Die Produktionskapazitäten könnten bis dahin entsprechend erhöht werden.

Die G7-Staaten zu denen die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada gehören, hatten sich bei der Konferenz zum Ziel gesetzt, bis zum nächsten Jahr mindestens eine Milliarde Impfstoffdosen zu spenden. Nach Angaben der WHO sind jedoch elf Milliarden notwendig. Die Zahl müsse jedoch nicht vollständig durch Spenden erreicht werden, sagte Tedros. Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel will die G7-Gruppe die Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen. Ob es sich dabei nur um Spenden oder auch um Exporte oder die Finanzierung der internationalen Impfinitiative Covax handelt, blieb zunächst unklar. Ein finaler Beschluss lag am Samstagabend noch nicht vor.

Von den reichen Ländern forderte der WHO-Generaldirektor mehr Solidarität. Dazu gehörten auch Technologietransfer und die Aussetzung von Impfstoff-Patenten. „Wir laufen das Rennen unseres Lebens, aber das ist kein faires Rennen und die meisten Länder haben kaum die Startlinie überschritten“, sagte der WHO-Chef. Er forderte einen internationalen Vertrag, um die notwendige Zusammenarbeit in einer Krise wie der Corona-Pandemie festzulegen. (dpa)

Laschet und Merz werben gemeinsam für Innovationen nach Corona-Krise

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz haben gemeinsam für eine stärkere Innovations- und Gründerkultur als Konsequenz aus der Corona-Pandemie geworben. Man werde nach der Pandemie sehen, welche Schäden durch die notwendigen Maßnahmen angerichtet worden seien, sagte Laschet am Samstag beim Abschluss der Beteiligungskampagne für das CDU-Wahlprogramm. Man wisse noch nicht, wie sich die Wirtschaft danach entwickele. Ziel der CDU sei es, die 20er Jahre des Jahrhunderts zum „Modernisierungsjahrzehnt“ zu machen - „auf dem Weg zum klimaneutralen Industrieland“, betonte er.

Laschet nannte als Unterschied zu den Grünen, die Union wolle die Arbeitsplätze in der Chemie-, Automobil- und Stahlindustrie sowie die Aluminiumproduktion auch in Zukunft im Land haben, aber klimaneutral. Nötig seien dafür unter anderem Unternehmensgründer. Laschet hatte Merz in sein Wahlkampfteam geholt, nachdem er den Machtkampf um die Kanzlerkandidatur mit CSU-Chef Markus Söder für sich entschieden hatte. Begründet hatte Laschet den Schritt mit der Wirtschafts- und Finanzkompetenz seines früheren Rivalen im Kampf um den CDU-Vorsitz.

Merz sagte, nötig sei ein Kapitalmarkt, der neu gegründete Unternehmen im Land halte. Es dürfe nicht noch einmal passieren, dass Unternehmen wie die Impfstoffhersteller Curevac und Biontech in Deutschland gegründet würden, aber in den USA an den Kapitalmarkt gehen müssten. Wenn dafür die Voraussetzungen geschaffen würden, könne ein „drittes Wirtschaftswunder“ ausgelöst werden - nach dem ersten nach dem Zweiten Weltkrieg und dem zweiten nach der deutschen Einheit.

Nach Angaben der CDU gingen im Rahmen der Ende März von Laschet gestarteten Beteiligungskampagne knapp 9500 Ideen ein. Es habe mehr als eine halbe Million Abstimmungen über Themen gegeben, mehr als 5000 Teilnehmer seien bei Online-Diskussionen an 11 runden Tischen dabei gewesen. Laschet sagte, die Zahlen zeigten, wie Mitglieder und Nichtmitglieder digital mitreden könnten. (dpa)

Ohne Maske auf dem Motorrad: Wieder Geldstrafe für Bolsonaro

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist wegen der Teilnahme an einer Veranstaltung ohne Maske erneut von der Landesregierung eines politischen Widersachers mit einer Geldbuße bestraft worden.

Auch gegen Eduardo Bolsonaro, Abgeordneter und Sohn des Präsidenten, sowie Infrastrukturminister Tarcísio Gomes, seien Geldstrafen von jeweils 552,71 Reais, umgerechnet 90 Euro, verhängt worden, wie die Zeitung „Folha de S. Paulo“ am Samstag berichtete.

Demnach trugen die drei bei einer Motorradrallye mit Tausenden Anhängern in der Millionenmetropole São Paulo keine Maske und verstießen damit gegen die Gesundheitsvorschriften des Bundesstaates.

Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, João Doria, ist einer der Konkurrenten von Präsident Jair Bolsonaro und möglicher Gegner bei den Wahlen 2022.

Erst vor drei Wochen hatte Bolsonaro ohne Mund-Nasen-Schutz an einer Motorradrundfahrt durch die Millionenmetropole Rio de Janeiro teilgenommen und eine Rede vor seinen Anhängern gehalten.

Zwei Tage zuvor hatte die Regierung des Bundesstaats Maranhão eine Geldbuße gegen Bolsonaro verhängt, weil der Rechtspopulist in der Ortschaft Açailândia einen Massenauflauf seiner Anhänger provoziert und gegen geltendes Recht keine Maske getragen hatte. Der Gouverneur des Maranhão, Flávio Dino, gehört der Kommunistischen Partei Brasiliens an. (dpa)

Merkel: G7 will Verteilung von 2,3 Milliarden Impfdosen ermöglichen

Deutschland und die anderen G7-Staaten wollen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2022 die Verteilung von insgesamt 2,3 Milliarden Dosen Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer ermöglichen. Die G7-Gruppe habe eine globale Verantwortung, sagte Merkel am Samstag am Rande des G7-Gipfels im südwestenglischen Carbis Bay. Ein finaler Beschluss des Gipfels lag aber zunächst noch nicht vor. (dpa)

Partyvolk gegen Polizei - Randale in Berliner Parks

In mehreren Berliner Parks haben große Partys in der Nacht zum Samstag die Polizei auf den Plan gerufen. Anwohner waren gegen Mitternacht vom Lärm genervt. Auch wegen Verstößen gegen die Hygieneauflagen in der Pandemie räumte die Polizei einige Grünanlagen, teilte die Behörde am Samstag mit. Dabei kam es mitunter zu Randale.

Im Mauerpark an der Grenze der Berliner Ortsteile Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen feierten rund 1500 Menschen. Nach Beschwerden von Anwohnern über den Krach in der dicht besiedelten Gegend kam die Polizei und versuchte, die Lage zu beruhigen. Dabei seien Beamte auch von Feiernden angegriffen und mit Flaschen beworfen worden, sagte eine Sprecherin. Zwei Polizisten seien leicht verletzt worden. Es gebe nun Strafermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung sowie tätlichen Angriffs.

Mit dem EM-Fußballspiel Italien gegen die Türkei hätten die Zusammenstöße auch in anderen Parks nichts zu tun gehabt, ergänzte die Polizeisprecherin. Es sei immer um zu laute Musik gegangen. Einige Feiernde seien nach Alkoholgenuss weniger bereit gewesen, die Parks zu verlassen, als andere. Dazu kämen die strengen Pandemie-Auflagen, die auch bei sinkenden Corona-Inzidenzen weiter gelten. Solche Einsätze in lauen Sommernächten seien zurzeit eine Herausforderung für die Polizei, sagte die Sprecherin.

Im James-Simon-Park und benachbarten Monbijoupark nahe der berühmten Museumsinsel in der Mitte Berlins feierten nach Polizeiangaben gegen 23.30 Uhr rund 2000 Menschen. Es sei an manchen Stellen zu dichtem Gedränge gekommen, hieß es. Ein Besucher soll Reizgas in die Menge gesprüht haben. Nach Angaben der Polizei gab es bei der Räumung dieser Parks aber keine Verletzen.

Im Bürgerpark Pankow trafen sich gegen 23.00 Uhr rund 200 Feierlaunige. Da es aus der Gruppe heraus auch hier zu Gewalt gekommen sei, hätten Einsatzkräfte die Grünfläche geräumt und Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Auch den Park Hasenheide im Szenebezirk Neukölln ließ die Polizei räumen, weil sich dort größere Gruppen aufhielten, laute Musik hörten und Hygieneregeln missachteten. Ein Ärgernis für Anwohner sind nicht nur hier die Müllberge am Morgen danach. (dpa)

RKI registriert 1911 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 18,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1911 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2294 Corona-Neuinfektionen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Samstagmorgen mit bundesweit 18,3 an (Vortag: 18,6; Vorwoche: 26,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 129 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 122 Tote.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 713 480 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 573 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 816 angegeben.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,83 (Vortag: 0,79). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Buchungsportal: Flugreisen und Mietwagen teils deutlich teurer

Reisende, die es nach der Corona-Zwangspause in die Ferne zieht, müssen in vielen Fällen mit steigenden Preisen kalkulieren. Einer Auswertung des Buchungsportals Check24 zufolge kosteten Hin- und Rückflug für die zehn am häufigsten im Mai gebuchten Ziele im Schnitt 16 Prozent mehr als 2019.

Besonders stark zogen demzufolge die Preise für Flüge in die Niederlande (plus 114 Prozent), in die Schweiz (101 Prozent) und nach Österreich (81 Prozent) an. Aber auch bei Verbindungen zum Beispiel nach Spanien schlugen Fluggesellschaften im Schnitt 22 Prozent auf.

„Ein Hauptgrund für die steigenden Flugpreise ist, dass die Fluggesellschaften in der Corona-Pandemie vorsichtiger geplant haben“, erklärte Sebastian Sager, Geschäftsführer Flüge bei Check24. „Dadurch stehen generell geringere Kapazitäten zur Verfügung als in den Vorjahren. Gleichzeitig sind Anbieter bei steigender Nachfrage weniger gezwungen, Rabatte zu gewähren.“

Ein Hin- und Rückflug nach Griechenland in den Sommermonaten 2021 unterdessen kostete im Mai im Schnitt gerade einmal zwei Prozent mehr als 2019. Flüge in die Türkei (minus 9 Prozent) und nach Italien (minus 2 Prozent) waren zuletzt sogar günstiger zu haben als damals.

Wer sich am Urlaubsort ein Auto mieten will, muss dafür zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen als im Jahr vor der Pandemie. Vor allem auf beliebten Urlaubsinseln zogen die Preise für Mietwagen nach Beobachtung von Check24 in jüngerer Zeit kräftig an - im Durchschnitt um etwa ein Viertel (23 Prozent). Auf Ibiza beispielsweise zahlten Reisende im Schnitt pro Tag mehr als dreimal so viel wie 2019. Auf Mallorca kostet der Leihwagen fast 200 Prozent mehr als vor der Pandemie, auf Sizilien ist gut das Doppelte fällig.

Ein Grund für die Preissprünge nach Einschätzung des Buchungsportals: Viele Vermieter sind nicht in der Lage, ihre während der Pandemie verkleinerten Mietwagenflotten kurzfristig wieder aufzustocken. (dpa)

Städtetag betont Rolle der Impfzentren – Hausärzte: sind zu teuer

Die Corona-Impfzentren sollten aus Sicht des Deutschen Städtetags längerfristig weiter betrieben werden. „Bei dem zu erwartenden Andrang sind die Impfzentren mit ihren großen Kapazitäten, etwa in Messehallen, zu wichtig, um sie einfach abzuwickeln“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag) mit Blick auf steigende Impfstofflieferungen. „Außerdem starten aus den Impfzentren die mobilen Impfteams in Pflegeeinrichtungen und soziale Brennpunkte. Wir brauchen leistungsstarke Strukturen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Der Chef des Hausärzteverbandes Ulrich Weigeldt argumentierte hingegen mit zu hohen Kosten. Es sei „mehr als fraglich, Strukturen aufrechtzuerhalten, von denen man immer wieder hört, dass die Kosten pro Impfung etwa zehnmal so teuer sind wie in den Praxen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). „Anstatt die Impfzentren künstlich am Leben zu erhalten, sollte die Politik ihre Energie lieber in eine sinnvolle Planung der Impfstoffbereitstellung für die Auffrischungsimpfungen stecken.“ (dpa)

Meuthen gegen Covid-19 geimpft: Niemand soll Druck ausüben

Der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat sich gegen Covid-19 impfen lassen. Eine Empfehlung an Parteifreunde, dies ebenso zu tun, will der 59-Jährige aber nicht aussprechen. Er habe sich „nach reiflicher Abwägung“ entschlossen, sich mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen zu lassen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Seine erste Impfung liege noch nicht lange zurück.

Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland (80), hatte sich bereits im April impfen lassen und war dafür nach Informationen aus AfD-Kreisen von einigen Parteimitgliedern kritisiert worden. Meuthen sagte: „Ich lege sehr großen Wert darauf, dass weder ein Druck in die eine noch in die andere Richtung ausgeübt wird. Das müssen die Menschen frei selbst entscheiden können.“ Im Programm der AfD für die Bundestagswahl im September heißt es: „Impfen muss freiwillig bleiben.“ (dpa)

+++ Freitag, 11. Juni +++

Bierhoff: Kein deutscher Spieler zweimal geimpft

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat sich insgesamt zufrieden mit dem Stand der Corona-Impfungen rings um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor dem EM-Start geäußert. Von den Spielern ist allerdings bislang noch keiner zweimal geimpft, wie Bierhoff am Freitagabend bei Magenta TV sagte. Teilweise seien die Spieler einmal geimpft, bei einigen Genesenen sei keine Impfung mehr notwendig. Viele Betreuer seien zweimal geimpft worden.

Die DFB-Auswahl startet am Dienstag in München gegen Weltmeister Frankreich in das paneuropäische Turnier. Weitere Gegner in der schweren deutschen Vorrundengruppe sind Titelverteidiger Portugal und Außenseiter Ungarn.

Zur Stimmung im Team vor dem letzten Turnier unter Bundestrainer Joachim Löw bemerkte Bierhoff: „Hier merkt man einfach die große Freude, die Begeisterung, etwas zu leisten und mit der Nationalmannschaft ein neues Bild abzugeben.“ Drei Jahre nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland wüssten die Spieler auch, dass die Erwartungshaltung nicht ganz so hoch sei und kritisch hingeschaut werde. Grundsätzlich gebe es vor jedem Turnier eine Unsicherheit. „Die hat man auch jetzt“, sagte der 53-jährige Bierhoff.

Bei Löw sei in den Tagen nach der Entscheidung über den Abschied nach dieser EM zu merken gewesen, dass eine Last abgefallen sei, danach sei er relativ schnell in den normalen Rhythmus übergegangen. „Dass er ein Weltklassetrainer ist, hat er bewiesen“, sagte der Europameister von 1996. Der 61-jährige Löw hat für diese Endrunde Thomas Müller und Mats Hummels in die Nationalmannschaft zurückgeholt. „Ich gehe auch davon aus, dass sie gesetzt sind“, sagte Bierhoff zur Rolle der beiden 2014-Weltmeister in der Mannschaft. (dpa)

UN-Generalsekretär begrüßt G7-Impfspenden - „Aber wir brauchen mehr“

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Ankündigung von Impfspenden der G7 begrüßt, aber deutlich mehr Einsatz angemahnt. Die Gruppe sieben wirtschaftsstarker Demokratien hatte angekündigt, mindestens eine Milliarde Dosen zu spenden. „Eine Milliarde ist sehr willkommen. Aber offensichtlich benötigen wir mehr als das“, sagte Guterres am Freitag am Rande des G7-Gipfels vor Journalisten.

Die Impfungen seien bisher sehr ungleich und unfair verteilt gewesen, rügte Guterres. Dabei sollten Impfstoffe öffentliche Güter sein. Gerade in Entwicklungsländern breite sich das Coronavirus wie ein Flächenbrand aus. Es gelte, schnell zu handeln und so viele Menschen weltweit wie möglich zu schützen, bevor das Virus immun gegen Impfstoffe werde, sagte Guterres. „Wir sind im Krieg mit dem Virus.“

Nötig sei ein globaler Impfplan, sagte Guterres. Regierungen, globale Organisationen und Finanzinstitutionen müssten sich mit der Pharmaindustrie zusammenschließen, um die Produktion von Impfstoffen zu verdoppeln, so der UN-Generalsekretär. Er mahnte Regelungen an, mit denen sowohl der Profit der Impfstoffproduzenten gewahrt werde, aber zugleich eine flächendeckende Produktion garantiere und die Herstellungskapazitäten verdoppele.

Guterres forderte die G7 zudem auf, ihre Zusagen einzuhalten und den Entwicklungsländern rund 100 Milliarden US-Dollar im Jahr an Unterstützung im Klimawandel bereitzustellen. „Sie haben noch nicht geliefert.“ Dies müsse von 2021 an gesichert sein. Die UN-Klimakonferenz in Glasgow im November biete in vielen Punkten eine letzte große Chance auf dem Weg, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. „Wir stehen am Abgrund“, sagte Guterres. Nur eine gemeinsame Kraftanstrengung könne schlimme und unumkehrbare Folgen verhindern.

Der UN-Generalsekretär sprach von London aus. An diesem Samstag wird er beim G7-Gipfel im südwestenglischen Carbis Bay erwartet. Zu der G7-Gruppe gehören Gastgeber Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada und die USA. (dpa)

Heil wirft Teilen der Union im Maskenstreit Ablenkungsmanöver vor

Im Koalitionsstreit um möglicherweise minderwertige Corona-Schutzmasken hat Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) Teilen der Union ein Ablenkungsmanöver vorgeworfen. „Man muss aufpassen, dass eine Sachdebatte nicht vernebelt wird. Und ich erlebe schon, dass einige auf Unionsseite versuchen, das Ganze zu einer rein parteipolitischen Auseinandersetzung zu erklären, um nicht über die Sache sprechen zu müssen“, sagte Heil dem „Spiegel“ (Online: Freitag). „Und es gibt den Versuch, über technische Fragen die Öffentlichkeit so zu verwirren, dass die Leute nicht mehr verstehen, worum es wirklich geht.“

Hintergrund der Debatte, die die schwarz-rote Koalition belastet, ist ein „Spiegel“-Bericht über den Umgang mit angeblich minderwertigen, in China bestellten Corona-Masken. Demnach sollten nach Plänen des Gesundheitsministeriums Masken, die nicht nach hohen Standards getestet worden seien, an Einrichtungen für Menschen mit Behinderung oder für Obdachlose gehen. Nach einer Intervention des SPD-geführten Arbeitsministeriums sei davon Abstand genommen worden. Spahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, aus der SPD-Spitze kamen Rücktrittsforderungen.

Es habe mehrere Versuche des Bundesgesundheitsministeriums gegeben, „Prüfstandards abzusenken, um anderweitig beschaffte Masken bei den Verteilaktionen auch in den Verkehr bringen zu können“, betonte Heil am Freitag erneut. „Das haben meine Fachleute im Ministerium abgelehnt, weil die Sicherheit dieser Masken aus unserer Sicht nicht zu gewährleisten war. Und wir haben uns durchgesetzt.“

Damit sei die Debatte für ihn eigentlich erledigt gewesen. „Nun gab es aber Berichterstattung darüber. Und wenn die Öffentlichkeit über ein solches Thema diskutiert, ist es Aufgabe von Bundesministern, auch wahrheitsgemäß über Abläufe zu informieren. Das haben wir als Bundesarbeitsministerium getan“, so Heil.

Unionsvertreter hatten mehrfach zurückgewiesen, dass die Masken zu wenig gegen eine Infektion mit dem Coronavirus schützen würden. „Das stimmt einfach nicht“, hatte zum Beispiel CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gesagt. (dpa)

Italien lockert Corona-Regeln – Astrazeneca nur an Menschen über 60

Italien lockert in vielen Landesteilen weiter die Corona-Beschränkungen und hat die Regeln für die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geändert. Ab kommender Woche sollen weitere Regionen in die sogenannte Weiße Zone mit den lockersten Corona-Regeln fallen, wie Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag in Rom sagte. Dazu gehören ihm zufolge unter anderem die norditalienischen Regionen Emilia-Romagna und Piemont, die Lombardei mit der Metropole Mailand, die Autonome Provinz Trient, Latium mit der Hauptstadt Rom und Apulien.

Dort entfallen unter anderem die nächtliche Ausgangssperre und die Beschränkungen in der Außengastronomie. Damit gelten für den überwiegenden Teil der Menschen in Italien die lockersten Corona-Regeln.

Italien will Speranza zufolge außerdem in der Covid-19-Impfkampagne das Vakzin von Astrazeneca nur noch an Menschen über 60 Jahre verabreichen. Für jüngere Leute sollen die mRNA-Impfstoffe bereit stehen. Man folge damit der Empfehlung der italienischen Gesundheitsexperten. Für Aufregung hatte unter anderem der Fall einer jungen Frau gesorgt, die sich laut Medienberichten mit Astrazeneca hatte impfen lassen und wenige Tage später in einem Krankenhaus starb. In ihrem Körper sollen sich Thrombosen gebildet haben. Der Fall wird den Berichten nach untersucht. Die Gesundheitsexperten wiesen darauf hin, dass so etwas äußerst selten vorkomme.

Die Infektionslage in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern verbesserte sich seit der vergangenen Woche weiter. Der landesweite Sieben-Tage-Inzidenzwert seit dem vergangenen Freitag sank auf durchschnittlich 26 Fälle je 100 000 Einwohner. In der Vorwoche lag er noch bei 32. (dpa)

Rückkehr der Kondensstreifen: Reisebranche bietet mehr Flüge an

Am blauen Sommerhimmel dürften in den kommenden Monaten wieder häufiger Kondensstreifen von Urlaubsfliegern zu sehen sein: Der zweite Corona-Sommer verspricht deutlich mehr Reisemöglichkeiten innerhalb Europas. Ab Juli sollen von Deutschland aus wieder 217 Orte in 38 Ländern angeflogen werden, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Freitag mitteilte. Das sind demnach fast so viele Ziele wie vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals standen von Deutschland aus 226 Destinationen auf dem Flugplan.

„Die Welt ist wieder deutlich erreichbarer als in den letzten 15 Monaten“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow in Berlin. Für manche Länder übersteige das Angebot sogar das Niveau von 2019, etwa für Griechenland und die Türkei. (dpa)

Twister in Sande darf am Samstag wieder öffnen

Das Twister darf an diesem Samstag wieder öffnen. Das sagte der Leiter des Dezernats Recht und Ordnung beim Landkreis Friesland, Bernd Niebuhr am Freitagmittag. Demnach gab es einen vor Ort Termin gemeinsam mit dem Betreiber, der Polizei und dem Gesundheitsamt. „Wir haben aus infektionsrechtlichen Gründen keine Bedenken mehr, dass das Twister öffnen darf“, so Niebuhr. Der Zutritt ist allerdings ausdrücklich nur mit einem aktuellen Negativtest erlaubt. Zudem müssen Besucher wegen der Datenverfolgung die Luca-App nutzen. Vollständig geimpfte benötigen den Impfpass (oder Ersatz-Dokument) und vollständig Genesene müssen die Bestätigung des Gesundheitsamt bei sich führen.

Im gesamten Bereich der Diskothek, auch beim Tanzen, gilt Maskenpflicht. Diese darf nur am Sitzen abgenommen werden. Eintrittskarten sind ausschließlich online unter twister-dance.de erhältlich.

Landkreis Friesland meldet den 42. Corona-Todesfall

Eine weitere Person aus dem Landkreis Friesland, die positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet war, ist verstorben.

Landrat Sven Ambrosy wird dazu in einer Pressemitteilung zitiert: „Nach einigen Wochen ohne Todesfall muss ich Ihnen heute leider wieder von einer Person berichten, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben ist. Unser herzliches Beileid und unsere aufrichtige Anteilnahme gelten den Angehörigen und Freunden. Dieser Todesfall sollte uns allen in Erinnerung rufen, dass wir bei allen wiedererlangten Freiheiten auch weiterhin angreifbar sind. Deswegen ist es umso wichtiger, dass wir weiterhin unser Bestmögliches tun, um Infektionen zu vermeiden und damit auch mögliche weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus.“

Fast jeder Vierte vollständig gegen Corona geimpft

In Deutschland ist nahezu jeder vierte Mensch vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 10.10 Uhr) sind 24,8 Prozent der Gesamtbevölkerung (20,6 Millionen Menschen) bereits vollständig geimpft, 47,5 Prozent (39,5 Millionen Menschen) haben mindestens eine Impfung erhalten. Insgesamt wurden laut RKI bislang 59 Millionen Impfdosen verabreicht. Am Donnerstag wurden demnach 1 096 521 Impfdosen gespritzt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) schrieb bei Twitter, damit habe es zum zweiten Mal in dieser Woche mehr als eine Millionen Erst- und Zweitimpfungen an einem Tag gegeben.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an Menschen, die mindestens einmal geimpft sind, verzeichnet Bremen mit 52,1 Prozent. Sachsen bleibt mit 42,7 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Hamburg am langsamsten läuft. Hamburg gehört aber auch zu den Ländern, die bislang die wenigsten Impfdosen erhalten haben. (dpa)

Umfrage: 38 Prozent der Start-ups bekamen Corona-Hilfen

In der Corona-Pandemie haben einer Umfrage zufolge 38 Prozent der Technologie-Start-ups in Deutschland Hilfen erhalten. Weitere 4 Prozent warten noch auf beantragte finanzielle Unterstützung, bei noch einmal 4 Prozent wurden die Anträge abgelehnt, wie der Digitalverband Bitkom am Freitag berichtete. Dabei habe gut jedes fünfte Start-up keine Hilfen benötigt. Knapp jedes Dritte hatte den Angaben nach keine beantragt, da es die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt hätten.

Zugleich sind der Umfrage zufolge nur 5 Prozent der Start-ups zufrieden mit den staatlichen Hilfsangeboten. Neun von zehn Gründern kritisierten, dass sich die Maßnahmen zu sehr an den Bedürfnissen der Konzerne und Mittelständler orientierten.

Für gut jedes zweite Start-up wurde es demnach in der Krise schwieriger, neue Investoren zu gewinnen. Zugleich gaben aber 40 Prozent an, dass sie von der Krise profitiert hätten. „Was die Effekte der Corona-Pandemie und die Hilfsmaßnahmen der Politik angeht, so scheiden sich in der Start-up-Szene die Geister. Selten sieht man auf der einen Seite so viel Licht und auf der anderen Seite so viel Schatten“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. (dpa)

Weniger Umsatz - Handwerk spürt Materialmangel und Corona-Maßnahmen

Materialmangel und Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte der Handwerker in Deutschland zu Jahresbeginn belastet. Zum ersten Mal seit 2013 sanken die Umsätze im zulassungspflichtigen Handwerk in einem ersten Quartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bezifferte den Rückgang der Erlöse in den ersten drei Monaten 2021 auf 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der Beschäftigten sank um 1,7 Prozent.

Alle sieben Gewerbegruppen des zulassungspflichtigen Handwerks erwirtschafteten weniger Umsatz als im Vorjahresquartal, das erst am Ende von den Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie betroffen war. Besonders hart traf es die Handwerke für den privaten Bedarf, allen voran Friseurbetriebe, deren Erlöse infolge der Corona-Maßnahmen um 37,4 Prozent einbrachen. Dort sank die Zahl der Beschäftigten auch besonders stark (minus 9,2 Prozent). (dpa)

Bundesbank erwartet kräftigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft

Nach dem coronabedingten Konjunktureinbruch zu Jahresbeginn erwartet die Bundesbank einen kräftigen Aufschwung der deutschen Wirtschaft im laufenden Jahr. 3,7 Prozent Wirtschaftswachstum prognostiziert die Notenbank für 2021. „Die deutsche Wirtschaft überwindet die pandemiebedingte Krise“, begründete Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Freitag die wachsende Zuversicht. Im Dezember hatten die Bundesbank-Ökonomen für 2021 ein Wachstum von 3,0 Prozent vorhergesagt.

Inzwischen geht die Notenbank davon aus, dass durch das Fortschreiten der Impfungen die Corona-Pandemie „rasch und nachhaltig zurückgedrängt“ werden könne und deswegen Einschränkungen für Wirtschaft und Bevölkerung „zügig gelockert“ würden. „Schon in diesem Sommer könnte die Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau erreichen“, erklärte Weidmann.

Auch für 2022 ist die Bundesbank deutlich optimistischer als vor sechs Monaten: Statt 4,5 Prozent Wachstum trauen die Ökonomen der Notenbank Europas größer Volkswirtschaft im nächsten Jahr nun ein Plus von 5,2 Prozent zu. Im Jahr 2023 schwächt sich der Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) demnach ab, beträgt aber immer noch 1,7 Prozent. (dpa)

Baerbock fordert von Merkel mehr Impfstoff-Hilfe für arme Länder

Vor dem G7-Gipfel in Großbritannien wirft Grünen-Chefin Annalena Baerbock Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu wenig für die Versorgung armer Länder mit Corona-Impfstoffen zu tun. „Es ist Aufgabe der Bundesrepublik Deutschland, weltweit mehr Solidarität zu zeigen, vor allen Dingen für die Schwächsten dieser Welt, die bisher noch gar kein Impfangebot bekommen haben“, sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es muss alles dafür getan werden, die Produktionskapazitäten zu steigern, die Angebote vor Ort auszubauen und alle Lieferketten sicherzustellen.“

Die G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte will am Freitag im südwestenglischen Carbis Bay über die Bereitstellung von einer Milliarde Impfdosen für arme Länder beraten. Wie viel Deutschland dazu beitragen wird, ist noch unklar. Merkel steht international unter Druck, weil sie eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ablehnt, die von den USA und anderen Ländern gefordert wird. (dpa)

RKI registriert 2440 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 18,6

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3165 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 18,6 an (Vortag: 19,3; Vorwoche: 29,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 102 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 711 569 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 569 000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, beträgt nun 89 687. (dpa)

Kritik an G7: Eine Milliarde Impfdosen nicht genug - Patente aufheben

Entwicklungsorganisationen haben die Pläne der großen Industrienationen (G7), bedürftigen Ländern mit einer Milliarde Impfdosen helfen zu wollen, als unzureichend kritisiert. Zum Beginn des G7-Gipfels an diesem Freitag im englischen Carbis Bay forderten sie darüber hinaus eine Aufhebung des Patentschutzes für Impfstoffe, die Weitergabe von Technologie zur Impfstoffproduktion und Investitionen in regionale Produktion weltweit.

„Eine sofortige Weitergabe von Impfdosen ist momentan dringend erforderlich und die Milliarde Impfdosen sind daher willkommen“, sagte Jörn Kalinski von Oxfam. Aber wenn das alles sei, „muss dies als Fehlschlag gewertet werden“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) halte 11 Milliarden Impfdosen für nötig - oder zumindest acht Milliarden, um für eine Herdenimmunität 80 Prozent der Bevölkerung in Ländern mit geringem oder mittleren Einkommen zu impfen.

„Wohltätigkeitsaktionen werden die kolossale strukturelle Krise der weltweiten Impfstoffversorgung nicht beheben“, sagte Kalinski. „Die G7 muss dafür sorgen, dass die Monopole einiger Pharmaunternehmen gebrochen werden und darauf bestehen, dass qualifizierte Hersteller auf der ganzen Welt die Produktion hochfahren können.“ Das Leben von Millionen Menschen sollte „niemals vom ungewissen Wohlwollen reicher Nationen und profitorientierter Pharmakonzerne abhängen“. (dpa)

+++ Ticker von Donnerstag, 10. Juni +++

„Dauerhafter Regelbetrieb“ in Schulen nach den Sommerferien

Monatelange Schulschließungen wie in diesem Jahr soll es im nächsten Schuljahr nicht mehr geben. Die Kultusminister der Länder vereinbarten am Donnerstag bei einer Videoschalte, dass alle Schulen nach den Sommerferien „dauerhaft im Regelbetrieb (...) mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden“ besucht werden sollen. Das geht aus einem Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Regelbetrieb bedeute, dass Unterricht in der Schule ohne weitere Einschränkungen erteilt und das schulische Leben wieder ermöglicht werde. Auch außerschulische Angebote, wie Schulfahrten, würden wieder in „vollem Umfang“ ermöglicht, heißt es in dem Beschluss weiter. „Wir werden alle für einen dauerhaften Regelbetrieb und die Vermeidung weiterer Schulschließungen kämpfen“, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Der Schulbetrieb soll dabei nicht daran geknüpft werden, ob Schülerinnen und Schüler geimpft sind oder nicht.

Eine mögliche Maskenpflicht in den Schulen auch im neuen Schuljahr schließen die Kultusminister nicht aus. Grundsätzlich müsse der Einsatz von Mitteln zur Eindämmung der Pandemie, wie Tests und Masken, weiter in Betracht gezogen werden, da die weitere Entwicklung unklar sei. „Aber auch eine Maskenpflicht ist immer noch absolut vorzugswürdig gegenüber einer neuerlichen Schulschließung“, sagte ein Teilnehmer der Beratungen. (dpa)

Spahn zurückhaltend bei Debatte um Volksfeste im Herbst

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich zurückhaltend zu der Debatte geäußert, ob wegen der entspannteren Corona-Lage im Herbst wieder Volksfeste möglich sein sollten. Er finde es schwer, dies jetzt schon „so rum oder so rum“ entscheiden zu können, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. „Eins haben wir immer gesagt: Das, was als letztes wieder gehen können wird, ist Party.“

Partys, Großveranstaltungen, Feiern, Karaneval, Wiesn, Schützenfest seien „leider genau das, wo dieses Virus sich am schnellsten ausbreitet“. Es werde auch wieder dazu kommen, dass Menschen sich ausgelassen in den Armen lägen - besonders bei hoher Impfquote und wenn die Lage insgesamt unter Kontrolle sei. „Aber ich traue mir nicht zu, heute zu sagen, dass das im Herbst schon wieder so voll geht“, sagte der Minister. (dpa)

Spannungen in Nordirland: Behörde bestätigt umstrittene Entscheidung

Die Behörden in Nordirland haben eine umstrittene Entscheidung im Umgang mit führenden Vertretern der Katholikenpartei Sinn Fein wegen Missachtung von Corona-Regeln bestätigt. Die 24 Politiker der Partei, darunter Vize-Regierungschefin Michelle O’Neill, würden wegen ihrer Teilnahme an einer Beerdigungszeremonie, die gegen Corona-Regeln verstoßen hatte, nicht strafrechtlich belangt, teilte der Public Prosecution Service am Donnerstag mit.

Damit bestätigte die Behörde ihre vorherige Entscheidung, die für viel Kritik gesorgt hatte. Grund sei, dass sich die Corona-Regeln zum damaligen Zeitpunkt oft geändert hätten und teilweise verwirrend gewesen seien, hieß es.

Konkret geht es um die Beerdigungszeremonie eines früheren IRA-Terroristen im vergangenen Sommer, an der trotz strenger Corona-Regeln rund 2000 Menschen teilgenommen hatten. Die Entscheidung der Polizei, diese Verstöße nicht zu belangen, hatte im April für Wut im unionistischen Lager Nordirlands gesorgt. Es kam zu Krawallen und Zusammenstößen mit der Polizei.

Die Spannungen zwischen den mehrheitlich protestantischen Unionisten, die sich eine möglichste enge Bindung der britischen Provinz an Großbritannien wünschen, und den überwiegend katholischen Republikanern, die eine Wiedervereinigung mit Irland anstreben, haben in den vergangenen Monaten zugenommen. Grund dafür ist auch der Brexit, durch den in Nordirland besondere Regeln beim Handel gelten. (dpa)

Passende Nachsorge für Covid-Langzeiterkrankte

Viele Patienten klagen nach einer durchgemachten Corona-Infektion über vielseitige Beschwerden. Deshalb hat die CDU/WBV-Gruppe im Rat der Stadt Wilhelmshaven beantragt, eine Post-Covid-Ambulanz einzurichten – am besten am Klinikum. OB Carsten Feist (parteilos) sagte im Rat, dass die Stadt mit dem Klinikum, dem Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch, der Kassenärztlichen Vereinigung und dem Sozialministerium in Hannover gesprochen hat. Dort werde regionaler Bedarf gesehen. Auch die niedergelassenen Ärzte sollen nicht außen vor bleiben. Ungeklärt sei unter anderem, wie Leistungen einer solchen Ambulanz erfasst und abgerechnet werden können. Die Mehrheit des Rates sah noch Diskussionsbedarf; der Antrag wurde in den Sozialausschuss zurückverwiesen.

Das Wilhelmshavener Interessen-Netzwerk WIN@WBV hat sich nach eigenen Angaben mit dem Leiter der Post-Covid-Ambulanz in Emden, PD Dr. Jens Bräunlich, und der Vareler Radiologin und Long-Covid-Patientin, Dr. Brigitte Redeker-Standke, zu den medizinischen und organisatorischen Aspekten der Errichtung einer Ambulanz ausgetauscht. Dabei wurden auch Abrechnungsmodalitäten erörtert, die in Emden bereits praktiziert werden, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Wählergruppe findet den Umweg über den Sozialausschuss „unverständlich“. Die zweiköpfige WBV-Fraktion und der Arbeitskreis Gesundheit der WIN@WBV, vertreten durch Dr. Angela Kirstges und Caroline Wölfinger, hoffen jetzt auf eine positive Stellungnahme des Ausschusses und einen Ratsbeschluss in der kommenden Sitzung.

Spahn verteidigt teure Maskenverteilung durch Apotheken

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Verteilung von Millionen kostenloser Corona-Masken an Schutzbedürftige im vergangenen Winter gegen Kritik verteidigt. Als über die Masken für die Über-60-Jährigen und Menschen mit Vorerkrankungen entschieden wurde, herrschte laut Spahn noch Maskenmangel. Deshalb wären niedrigere Erstattungspreise damals mit dem „hohen Risiko“ verbunden gewesen, „dass dann die Masken nicht vollumfänglich verfügbar sind“, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin. Das habe er verhindern wollen. Der Bundesrechnungshof hatte in einem Prüfbericht festgestellt, dass die vom Gesundheitsministerium gewährte Erstattung für die Masken die Ausgaben der Apotheker überkompensiert hätten. (dpa)

„Welcome Back“: Phantasialand begrüßt erste Besucher nach Öffnung

Nach der Corona-Zwangspause sind in das Phantasialand in Brühl die ersten Besucher zurückgekehrt. „Welcome Back“, schrieb der nahe Köln gelegene Freizeitpark am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite. Für den Besuch vor Ort gelten allerdings strenge Regeln: Gäste müssen vorher Tickets buchen und im Park weitgehend eine Maske tragen. Hereingelassen wird nur, wer getestet, geimpft oder genesen ist. Das Phantasialand zählt mit knapp zwei Millionen Besuchern zu den meistbesuchten Freizeitparks in Deutschland.

Vergangene Woche waren zudem der Familienpark Schloss Beck und das Wunderland Kalkar wieder in die Saison gestartet. Die Öffnungen waren möglich geworden, weil die landesweite Inzidenz - also die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen - in Nordrhein-Westfalen nicht höher als 50 lag. (dpa)

Zahl der Corona-Toten korrigiert – Indien meldet neuen Höchstwert

Indien hat am Donnerstag 6148 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Tageshöchstwert. Der Anstieg geht allerdings in erster Linie darauf zurück, dass der Bundesstaat Bihar die Zahl der seit März registrierten Corona-Toten um fast 4000 nach oben korrigiert hat. Diese Zahlen flossen in den Tageswert mit ein.

Zunächst hatten die Behörden in dem armen Bundesstaat gemeldet, seit März seien in Bihar knapp 5500 Menschen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Nach einer Prüfung gehe man aber nun von mehr als 9400 Opfern aus, teilten die zuständigen Behörden am Donnerstag mit. Dies nährt den Verdacht, dass die offiziellen Corona-Todeszahlen in dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt bislang insgesamt zu niedrig angegeben wurden.

Die Untersuchung in Bihar war in Gang gekommen, nachdem ein Gericht in dem Bundesstaat auf Unregelmäßigkeiten bei den Zahlen hingewiesen hatte. Danach hatte die Regierung Überprüfungen angestellt.

Vor der heftigen zweiten Infektionswelle im Februar gab es in Indien mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern rund 10 Millionen bekannte Corona-Infektionen, inzwischen sind es 29 Millionen. In absoluten Zahlen gibt es nur in den USA mehr erfasste Fälle. Zuletzt ist die Zahl der Neuinfektionen in Indien deutlich zurückgegangen. (dpa)

Schwedisches Nationalteam holt sechs Spieler in EM-Reserveblase

Nach zwei nachgewiesenen Corona-Fällen im EM-Kader beruft Schwedens Fußball-Nationaltrainer Janne Andersson sechs Spieler in eine Art Parallelkader. Die sechs Profis sollten eine „Reserveblase“ bilden und im schwedischen Vorbereitungslager in Göteborg völlig isoliert von allen anderen sein und trainieren, sagte Andersson am Donnerstag während einer Pressekonferenz. Dazu zählten Isaac Kiese Thelin, Jesper Karlsson, Joakim Nilsson, Jacob Rinne, Mattias Johansson und Niclas Hult. Sie werden demnach von U21-Coach Poya Asbaghi betreut und zunächst bis Sonntagabend bleiben - wenn sie letztlich nicht gebraucht werden, fahren sie dann wieder heim.

Die EM-Vorbereitung der Schweden war am Dienstag von zwei positiven Corona-Fällen bei Dejan Kulusevski (Juventus Turin) und Mattias Svanberg (FC Bologna) durcheinandergewirbelt worden. Auch beim Auftaktgegner Spanien gab es zwei positive Tests. Im Zuge der beiden Befunde hat Spanien-Coach Luis Enrique bereits einen Parallelkader mit 17 weiteren Spielern neben dem EM-Aufgebot zusammengestellt.

Auch mit dem verletzten Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic hatte Andersson Kontakt, wie er auf Nachfrage sagte. Angesichts der Reha des Stürmers von AC Mailand sei es aber nicht aktuell gewesen, dass Ibrahimovic in der Reserveblase dabei sei.

Mitte Mai war bekannt geworden, dass Ibrahimovic die EM wegen einer Knieverletzung verpassen wird. Die erhoffte Teilnahme des zwölffachen schwedischen Fußballers des Jahres war mit großer Spannung erwartet worden. Nach fünfjähriger Pause war der 39-Jährige erst im März ins Nationalteam zurückgekehrt. (dpa)

Kreise: Arbeitsgruppe soll Regeln für Großveranstaltungen erarbeiten

Der Streit unter den Bundesländern über den Umgang mit Großveranstaltungen in der Corona-Lage ist zunächst vertagt. Die Ministerpräsidenten einigten sich am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf, dass sich eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien über die Frage des einheitlichen Umgangs von Großveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter verständigen solle. Diese sollen dann auch einen Beschluss fassen. Damit ist der wohl größte Streitpunkt bei der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag vorerst abgeräumt. Seit 13.15 Uhr verhandeln die Länderchefs, ab 15.00 Uhr soll auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazukommen. Dabei sollen aber eigentlich Corona-Themen gar nicht im Mittelpunkt stehen. Geplante Themen sind vielmehr der Stand der Digitalisierung der Verwaltung und die Energiewende in Deutschland. (dpa)

Trotz steigender Corona-Zahlen: Mehrere EM-Fanzonen in Russland

Trotz wieder rasant steigender Corona-Zahlen soll pünktlich zum Start der Fußball-Europameisterschaft in der russischen Hauptstadt Moskau eine Fanzone öffnen. Am Olympiastadion Luschniki können nach Angaben der Veranstalter sämtliche Spiele live verfolgt werden. Wegen der Pandemie seien die Plätze aber begrenzt, deshalb sei vorher eine Online-Anmeldung erforderlich.

Nach Angaben der Behörden in Moskau wurden am Donnerstag mit mehr als 5000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages so viele neue Fälle gemeldet wie seit Januar nicht mehr. Landesweit steigen seit Tagen die Infektionszahlen deutlich, obwohl das Riesenreich über drei eigene Impfstoffe verfügt. Die Impfbereitschaft hält sich in Grenzen.

Trotz der Pandemie wollen die Menschen in Russland bei der EM mitfiebern und ihrer Mannschaft in großer Runde die Daumen drücken. In mehreren Städten gibt es Fanzonen - neben der EM-Spielstadt St. Petersburg auch in Sotschi am Schwarzen Meer oder Samara südöstlich von Moskau. Wer Menschenmassen scheut wegen Corona: Drei TV-Sender wollen die Spiele mit russischer Beteiligung live übertragen. (dpa)

Spahn rät zu Vorsicht beim gemeinsamen Fußball-EM-Schauen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät beim gemeinsamen Anschauen von Spielen der Fußball-EM in größeren Gruppen trotz der entspannteren Corona-Lage zu weiter wichtiger Vorsicht. Entscheidend seien am Ende Abstand, dass Teilnehmer idealerweise getestet oder geimpft seien und „vielleicht etwas weniger Alkohol“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Alkohol mache generell nachlässiger, was Schutzvorkehrungen angehe.

Mit Blick auf größere Public-Viewing-Veranstaltungen sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, unter bestimmten Voraussetzungen könnten solche Events möglich sein. Abhängig von Indikatoren wie den Neuansteckungen und der Belegung von Intensivstationen könne man dies mit bestimmten Zahlen von Menschen stattfinden lassen, was aber in der Verantwortung der lokalen Behörden liege. Wichtig sei, dass man Basismaßnahmen wie Abstand, Hygiene und Masken weiter einhalte. Das Virus werde durch Mobilität getragen. Mit solchen Events sollten die Zahlen nicht wieder steigen. (dpa)

Vermieter: Mieter zahlen trotz Coronakrise

Mieterhaushalte in Deutschland zahlen nach Angaben von Eigentümerverbänden trotz der Corona-Krise weiter verlässlich ihre Miete. Es gebe keine vermehrten Kündigungen oder gar Zwangsräumungen, sagte Haus-und-Grund-Präsident Kai Warnecke am Donnerstag. „Die Sicherungssysteme in unserem Land, sie funktionieren.“

Mehrere Millionen Deutsche haben im Verlauf der Krise Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Ihr Einkommen war dann geringer, aber die Hilfe bewahrte sie möglicherweise vor Arbeitslosigkeit.

Auch regionale Vermieterverbände und der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) registrierten keinen Anstieg der Kündigungen wegen Mietrückständen. Bei seinen Bestandshaltern machten diese wie vor der Krise zwischen null und zwei Prozent der Kündigungen aus, hieß es beim ZIA.

Der Immobilienexperte des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Voigtländer, bilanzierte, Mieter hätten im vergangenen Sommer auch nicht verstärkt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Miete zu stunden. Einen Grund sieht er darin, dass die Haushalte an anderer Stelle weniger Geld ausgaben, etwa beim Urlaub, beim Ausgehen und anderen Freizeitangeboten. Monatelang gab es wegen der Corona-Beschränkungen dazu auch wenig Angebote. (dpa)

Jeder zweite Erwachsene in der EU einmal gegen Corona geimpft

Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Donnerstag. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Knapp 26 Prozent der Erwachsenen - rund 94,8 Millionen - haben demnach den vollen Impfschutz, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind. Von der Leyen schrieb auf Twitter, die EU sei auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass dieses Ziel gelte, auch wenn sich die Zulassung für den deutschen Hersteller Curevac verzögern sollte. Zuletzt hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärt, eine Zulassung des Curevac-Impfstoffs sei statt im Juni realistisch erst im August zu erwarten. (dpa)

Spahn: Digitaler Corona-Impfnachweis startet nun schrittweise

Der neue digitale Corona-Impfnachweis soll jetzt in Deutschland schrittweise starten. Nach einer Testphase werden sich nun nach und nach Impfzentren, Praxen und Apotheken anschließen, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag in Berlin sagte. „Aber nicht alle sind heute oder morgen schon angeschlossen.“ Ziel sei, dass bis Ende Juni die Anwendung namens „CovPass“ für alle Interessenten zu Verfügung stehe. Für das nachträgliche Erstellen eines digitalen Nachweises hätten viele Bundesländer in diesen Tagen damit begonnen, per Post einen QR-Code nach Impfungen in Impfzentren zu verschicken. Den Code kann man dann mit dem Smartphone einscannen.

Der digitale Nachweis ist eine freiwillige Ergänzung des weiter gültigen gelben Impfheftes aus Papier. Deutschland setzt damit ein Vorhaben der Europäischen Union um. Dafür wurden einheitliche Details eines Zertifikats vereinbart, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die App soll als Beleg bei gelockerten Corona-Beschränkungen eingesetzt werden können und zur Sommerferienzeit Reisen in Europa erleichtern. (dpa)

Kreise: Länder uneins in Debatte zu Regeln für Großveranstaltungen

Der Umgang mit Großveranstaltungen in der aktuellen Corona-Lage sorgt unter den Ländern für teils massive Verstimmungen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sehen zumindest Teile der SPD-regierten Bundesländer an diesem Donnerstag bei der Ministerpräsidentenkonferenz Abstimmungsbedarf zum weiteren Vorgehen für allgemeine Großveranstaltungen, aber auch mit Blick auf die anstehende Fußball-Europameisterschaft.

Dagegen sieht die B-Seite, also die unionsregierten Länder plus das Grünen-geführte Baden-Württemberg, laut Informationen aus Teilnehmerkreisen das Thema genau wie das Kanzleramt zunächst nicht auf der Tagesordnung. Eine Einigung zu dem Punkt gilt daher als sehr unwahrscheinlich. (dpa)

Testanbieter bekommen ab Juli weniger Geld für Corona-Tests

Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber ab Juli weniger abrechnen können. Zudem sollen sie strenger kontrolliert werden. Das sieht eine geänderte Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die zwischen den Bundesministerien derzeit abgestimmt wird und die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Funke Mediengruppe hatte zuerst darüber berichtet.

Betreiber von Teststellen sollen für die Entnahme des Abstrichs ab 1. Juli nur noch 8 Euro abrechnen können. Bisher waren es 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit 4,50 statt mit bis zu 6 Euro abgerechnet werden können.

Der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil war durch eine Veröffentlichung von WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“ Ende Mai aufgekommen. Die abgerechneten Tests mehrerer von den Reportern beobachteter Stellen überstiegen demnach die Besucher an einzelnen Tagen deutlich. (dpa)

Zahl der Firmenpleiten im ersten Quartal gesunken

Corona-Ausnahmeregeln haben auch in den ersten drei Monaten 2021 die Zahl der Firmenpleiten vergleichsweise niedrig gehalten. Die Amtsgerichte erfassten im ersten Quartal 3762 Fälle und damit 19,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegele sich noch nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider, erläuterte die Wiesbadener Behörde. Pleiten gab es vor allem im Baugewerbe und Handel sowie in dem stark von den Corona-Einschränkungen betroffenen Gastgewerbe.

Um eine Pleitewelle in der Corona-Krise zu verhindern, hatte der Staat die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt eines Insolvenzgrundes wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. (dpa)

Zahl der britischen Covid-Patienten in Krankenhäusern steigt wieder

Die Zahl der Krankenhaus-Patienten mit Covid-19 ist in Großbritannien wieder deutlich angestiegen. Erstmals seit Mitte Mai liegt die Zahl wieder über 1000, wie die BBC am Donnerstag berichtete. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf rund 49, nachdem sie wochenlang knapp über 20 gelegen hatte. Wissenschaftler sprechen vom Beginn einer dritten Corona-Welle, die durch die Ausbreitung der wohl sehr ansteckenden, zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante verursacht wird.

Trotz der steigenden Zahlen wird in England weiter über die für den 21. Juni angepeilte Aufhebung aller Corona-Beschränkungen gestritten. Lobby-Verbände und Vertreter der Kulturbranche machen Druck auf die Regierung, auf den Schutz der Impfkampagne zu vertrauen und weiter zu lockern. Premier Boris Johnson äußerte sich zuletzt zurückhaltend. Eine Entscheidung soll am 14. Juni verkündet werden. (dpa)

Privatvermögen im Corona-Jahr auf Rekordhoch

Die Menschen rund um den Globus haben einer Studie zufolge im Corona-Krisenjahr 2020 in der Summe so viel Reichtum angehäuft wie nie. Das private Finanzvermögen stieg gegenüber dem Vorjahr um gut 8 Prozent auf den Rekordwert von 250 Billionen Dollar (rund 205 Billionen Euro), wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervorgeht. Dazu trugen steigende Börsenkurse und wachsende Ersparnisse bei.

Erstmals berücksichtigte BCG auch Sachwerte wie Grundbesitz oder Gold. Das Gesamtvermögen abzüglich Schulden belief sich so auf 431 Billionen Dollar. Das Vermögen ist jedoch ungleich verteilt. Vor allem der Club der Reichen und Superreichen wuchs kräftig.

In Deutschland stieg das private Finanzvermögen unter anderem aus Bargeld, Kontoguthaben, Aktien, Pensionen und Lebensversicherungen den Angaben zufolge um rund sechs Prozent auf rund 9 Billionen Dollar. Das Sachvermögen erhöhte sich um fünf Prozent auf 13 Billionen Dollar. Abzüglich der Schulden besaßen die privaten Haushalte in Deutschland insgesamt knapp 20 Billionen Dollar. (dpa)

RKI registriert 3187 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 19,3

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 709 129 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 563 800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 585 angegeben. (dpa)

Kultusminister beraten über neues Schuljahr

Die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) berät heute über das weitere Vorgehen an den Schulen nach den Sommerferien. Aktuell normalisiert sich der Schulbetrieb angesichts sinkender Corona-Zahlen zwar wieder, und einige Länder lockern auch die Maskenpflicht in den Einrichtungen.

Allerdings ist nicht absehbar, wie die Lage im Herbst sein wird. Die Ministerinnen und Minister wollen bei ihrer Videokonferenz außerdem eine Empfehlung für den Umgang mit Antisemitismus an Schulen verabschieden.

Die brandenburgische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Britta Ernst (SPD) hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Schulen nach dem Sommer in voller Präsenz zu öffnen - und zwar unabhängig davon, ob Kinder geimpft sind oder nicht. (dpa)

+++ Ticker von Mittwoch, 9. Juni +++

Impfzentrum in Wilhelmshaven richtet Spontan-Warteliste ein

Das Impfzentrum Wilhelmshaven sucht Impfwillige, die bereits auf der Warteliste des Landes-Impfportals stehen, 60 Jahre oder älter sind, mit Astrazeneca geimpft werden wollen und abends kurzfristig Zeit haben. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadt hervor.

Immer wieder würden am Ende eines Impftages geringe Restdosen übrig bleiben. Damit diese nicht verfallen, greife das Team des Impfzentrums zum Hörer und telefoniere Personen ab, die bereits auf der Warteliste des niedersächsischen Impfportals stehen. Da dieses Abtelefonieren jedoch aufgrund der Kurzfristigkeit häufig sehr mühselig sei und es lange dauere, bis genügend Spontan-Impflinge gefunden sind, soll mit einer zusätzlichen Warteliste jetzt Abhilfe geschaffen werden und künftig effektiver abtelefoniert werden.

Wer die Kriterien erfüllt und auf die Spontan-Warteliste möchte, soll eine E-Mail an corona-impfung@wilhelmshaven.de senden. Die Mail muss den vollständigen Namen, das Geburtsdatum, die Adresse und vor allem eine Telefonnummer enthalten, unter der die Impfwilligen abends erreichbar sind. Wichtig: Eine Garantie, kurzfristig eine Corona-Impfung zu erhalten, gäbe es nicht.

Nordseepassage an Sonntagen wieder geöffnet

Die Nordseepassage reagiert auf die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen. Wie das Center-Management gestern ankündigte, wird die Passage ab sofort an Sonn- und Feiertagen wieder für den Durchgangsverkehr geöffnet.

„Wir freuen uns über diesen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Normalität.“Einige Gastronomen und Geschäfte hätten angekündigt, sonntags wieder öffnen zu wollen. Aufgrund der aktuellen Allgemeinverfügung der Stadt Wilhelmshaven dürfen auch die Innenbereiche der Gastronomen in der Nordseepassage ohne Testpflicht für die Besucher öffnen.

Niederlande heben PCR-Testpflicht für Einreisen aus Deutschland auf

Die Niederlande nehmen die Einstufung Deutschlands als Corona-Hochrisikogebiet zurück. Damit entfällt von Donnerstag (10. Juni) an für Einreisende aus Deutschland mit einem Aufenthalt von mehr als zwölf Stunden die Pflicht eines negativen PCR-Testes. Das teilte das NRW-Europaministerium am Mittwoch mit.

NRW-Minister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) begrüßte die Entwicklung: „Die geforderten PCR-Tests waren für die Bürgerinnen und Bürger aufwendig und kostspielig. Das Grenzgebiet kehrt Schritt für Schritt zur Normalität zurück.“ Allerdings müssten Reisende und Pendler weiter vorsichtig sein, mahnte er. Deutschland gilt in den Niederlanden demnach nun als Risikogebiet.In Deutschland umgekehrt gelten die Niederlande vorerst weiter als Corona-Risikogebiet.

Wer nach mehr als 24 Stunden Aufenthalt in den Niederlanden etwa nach NRW einreist, muss sich deshalb über das Einreiseportal der Bundesregierung anmelden, einen negativen Test, Impfung oder Genesung nachweisen oder in eine zehntägige Quarantäne gehen. Für Berufspendler, Durchreisende oder Verwandtschaftsbesuche gelten Ausnahmen. (dpa)

Besorgniserregende Virusvariante Delta in Deutschland bei 2,5 Prozent

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta bleibt in Deutschland weiter relativ selten. Ihr Anteil an den untersuchten Proben betrage nun 2,5 Prozent, geht aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) zu den als besorgniserregend eingestuften Mutanten vom Mittwochabend hervor. Die Angabe bezieht sich auf Proben aus der Woche vom 24. bis 30. Mai. Die Entwicklung der Variante (B.1.617.2) der Wochen zuvor beschreibt das RKI in der Tendenz als ansteigend, auf bis zu 3,1 Prozent in der Woche vom 17. bis 23 Mai. In den RKI-Berichten der Vorwochen war der Anteil dieser Variante stets mit Werten um zwei Prozent beziffert worden, nun gab es aber rückwirkend Änderungen, die etwa mit Nachmeldungen begründet werden.

Mit einem Anteil von 94 Prozent an den untersuchten Proben löst die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) bundesweit weiter den Großteil der Infektionen aus. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor eine untergeordnete Rolle. (dpa)

Sachsens Innenminister will personalisierte Tickets im Fußball

Fußballfans sollten aus Sicht des sächsischen Innenministers Roland Wöller für Stadien nur noch Eintrittskarten erhalten, auf denen ihr Name vermerkt ist. „Ich möchte gerne personalisierte Tickets haben“, sagte der CDU-Politiker im neuen Podcast „Politik in Sachsen“ von „Sächsischer Zeitung“/„Sächsische.de“. „Ich werde mich einsetzen auf der Innenministerkonferenz, dass das kommt.“ Es gehe um ein deutliches Zeichen, wenn gewalttätige Besucher nicht mehr ins Stadion dürfen. Wöller sagte, er sei auch mit den Vereinen dazu im Gespräch.

Beim Heimspiel von Dynamo Dresden gegen Türkgücü München Mitte Mai hatten mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten mit Pyrotechnik, Flaschen und Steinen angegriffen. Nach Angaben der Polizei wurden 185 Einsatzkräfte verletzt.

Personalisierte Tickets kommen immer wieder nach Gewaltvorfällen in die Diskussion. „Seit Jahren wird mir gesagt, dass das nicht möglich ist. Es ist nicht gewollt“, sagte Wöller. Jetzt sei aber der Zeitpunkt gekommen. Denn in der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, dass vieles digitalisiert werden kann. Die Innenministerkonferenz tagt wieder in der nächsten Woche. (dpa)

IOC prüft Corona-Lehren aus Fußball-EM für Olympia in Tokio

Für die Organisation der Sommerspiele in Tokio unter Corona-Bedingungen will das Internationale Olympische Komitee auch die Lehren der Fußball-EM prüfen. „Wir sind in ständigem Kontakt mit den Sportorganisationen. Wenn wir etwas aus der EURO lernen können, dann werden wir das in Betracht ziehen“, sagte IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi am Mittwoch nach der Sitzung der Exekutive in Lausanne. Die Europameisterschaft wird in elf Spielorten von London bis Baku ausgetragen, je nach Gastgeber-Stadt gelten unterschiedliche Corona-Regeln.

Wie die EM war auch Olympia in Tokio wegen der Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Wegen des Corona-Notstands in Japan und der breiten Ablehnung in der Bevölkerung des Gastgeber-Landes wird auch sechs Wochen vor der geplanten Eröffnung über die Austragung der Spiele diskutiert. Dubi versicherte, man nehme jede Warnung, auch die von Ärzten und Wissenschaftlern, ernst. „Es gibt keine Kritik, die wir nicht prüfen und eine Antwort darauf finden“, sagte er.

Das IOC und Japans Regierung betonen immer wieder, die Sommerspiele „sicher und geschützt“ veranstalten zu können. Dafür gibt es strenge Hygieneregeln für alle Beteiligten, ausländischen Fans bleibt die Einreise verwehrt. Mehr als 80 Prozent der Athletinnen und Athleten werden bei ihrer Ankunft in Tokio geimpft sein, bekräftigte Dubi. (dpa)

Mit Kaufmann, Levit und Mutter: Carnegie Hall kündigt Rückkehr an

Unter anderem mit den deutschen Klassik-Stars Jonas Kaufmann, Igor Levit und Anne-Sophie Mutter will die New Yorker Carnegie Hall im Oktober nach rund 18 Monaten Corona-Pause ihre Türen wieder öffnen. Für die Saison 2021/2022 seien mehr als 100 Veranstaltungen geplant, teilten die Betreiber mit. Neben Auftritten von Tenorsänger Kaufmann, Pianist Levit und Geigerin Mutter stehen unter anderem Konzerte von Cellist Yo-Yo Ma und Pianist Lang Lang auf dem Programm.

Die Millionenmetropole New York war im Frühjahr vorigen Jahres das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. Im März 2020 wurden deswegen weitreichende Einschränkungen verhängt, fast alle Kultureinrichtungen schlossen, darunter auch die Carnegie Hall. Inzwischen ist das Infektionsgeschehen unter Kontrolle, die Impfkampagne kommt rasch voran. Zahlreiche Kultureinrichtungen haben bereits wieder geöffnet, andere planen derzeit ihre Wiedereröffnung. (dpa)

Corona bei der EM: Dänemarks Trainer hat „verdammt große Sorgen“

Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand macht sich kurz vor dem Beginn der Fußball-EM „verdammt große Sorgen“ um die beiden Teams von Spanien und Schweden, bei denen zuletzt je zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. „Ich mache mir Sorgen, dass es bei den Spaniern und Schweden weitere Infektionsfälle geben wird“, sagte der frühere Bundesliga-Coach von Mainz 05 am Mittwoch im EM-Quartier der dänischen Mannschaft in Helsingör. Die Coronafälle bei diesen beiden Teams seien „eine Erinnerung daran, dass es noch nicht vorbei ist und wie zerbrechlich die Dinge sind“.

Der 49 Jahre alte Hjulmand hatte den europäischen Dachverband UEFA schon vor mehreren Wochen dafür kritisiert, dass nicht alle EM-Teilnehmer rechtzeitig vor Turnierbeginn mit Impfstoff versorgt wurden. „Es gibt einige Spieler, die geimpft sind: Die müssen sich weniger Sorgen machen. Ich mache mir aber verdammt große Sorgen um die Mannschaften, bei denen es mit neuen Fällen losgehen kann oder schon passiert ist“, sagte Hjulmand. „Es ist ein Wettbewerbselement bei dieser Endrunde, ob man von dem Virus getroffen wird oder nicht.“ (dpa)

Cannstatter Volksfest findet erneut nicht statt

Nach der Absage des Münchner Oktoberfests wegen des Coronavirus findet auch das Cannstatter Volksfest in Stuttgart erneut nicht statt. Das teilte die Stadt am Mittwoch mit. Das zweitgrößte Volksfest in Deutschland war vom 24. September bis zum 10. Oktober 2021 geplant. Die „Bild“ hatte zuerst berichtet. (dpa)

Corona-Krise: Merkel sieht immer deutlichere Zeichen der Entspannung

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht immer deutlichere Zeichen der Entspannung in der Corona-Krise. Die CDU-Politikerin sagte am Mittwoch, die Zahl der Arbeitslosen sinke, ebenso wie die Zahl der Kurzarbeiter. Die Konjunkturerwartungen seien besser geworden, im Einzelhandel zum Beispiel stiegen die Umsätze wieder. „Die derzeit deutlich sinkenden Infektionsraten machen Mut und zeigen, wie sehr unsere Maßnahmen und Verhaltensregeln wirken.“

Merkel äußerte sich in einer Grußbotschaft bei einem Festakt für den im März aus dem Amt geschiedenen langjährigen Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer .

Merkel sagte, die Unternehmen hätten mit Homeoffice und regelmäßigem Testen zu dem Erfolg ganz wesentlich beitragen. Gerade flächendeckende Tests seien für eine vorzeitige Erkennung und Unterbrechung der Infektionsketten von entscheidender Bedeutung. Hinzu komme die Impfkampagne, bei der nun nach und nach die Betriebsärzte einbezogen seien.

Die Kanzlerin ging außerdem auf die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ein. Im vergangenen Ausbildungsjahr sei die Zahl der Ausbildungsverträge vor dem Hintergrund der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Es müsse so schnell wie möglich gelingen, aus dem Negativtrend bei den Ausbildungsverträgen einen positiven Trend zu machen. Die Sicherung von Fachkräften sei ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Wirtschaft. Staat und Sozialpartner seien gemeinsam gefordert, Betriebe und Auszubildende besser zusammenzubringen.

Der Berliner Unternehmer Schweitzer war von 2013 bis 2021 DIHK-Präsident. Er dankte Merkel und Ministern für eine verlässliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein Nachfolger ist seit Ende März der Unternehmer Peter Adrian. Adrian sagte, die Wirtschaft müsse Probleme ansprechen und dürfe Kontroversen nicht aussparen. Der DIHK sehe sich dem Bild des „ehrbaren Kaufmanns“ verpflichtet. (dpa)

Weiterer Corona-Todesfall im Landkreis Aurich

Der Landkreis Aurich teilte heute mit, dass es einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gibt. Dabei handelt es sich um eine 90-jährige Frau aus der Gemeinde Hinte. „Unsere Anteilnahme gilt den Angehörigen“, heißt es in der Mitteilung des Landkreises.

Zwei weitere Corona-Todesfälle in Wilhelmshaven

Die Stadt Wilhelmshaven teilte heute Mittag mit, dass zwei Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, verstorben sind. Insgesamt gibt es in der Jadestadt nun 54 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronainfektion.

Fast 47 Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

In Deutschland sind inzwischen 46,5 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch (Stand: 10.55 Uhr) haben 38,6 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,9 Millionen Menschen (22,8 Prozent) sind vollständig geimpft. Insgesamt sind demnach 56,6 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Am Dienstag wurden laut RKI 984 723 Dosen gespritzt.

Je nach Bundesland variiert laut RKI die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften verzeichnet Bremen mit 50,4 Prozent. Sachsen liegt mit 41,5 Prozent etwas hinter den anderen Bundesländern zurück. Das Saarland liegt bei der Berücksichtigung aller verabreichten Impfdosen beim Tempo an der Spitze, während die Kampagne dem RKI zufolge in Brandenburg am langsamsten läuft. Das östliche Bundesland hat aber von allen Ländern bislang auch mit die wenigsten Impfdosen erhalten. (dpa)

Kabinett verlängert Kurzarbeitsregeln

Für Unternehmen, die in der Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, wird der vereinfachte Zugang zu Kurzarbeit erneut verlängert. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Verordnung von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD).

Der Staat erstattet demnach auch über den 30. Juni hinaus die Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit vollständig. Ab Oktober werden die Beiträge dann noch zur Hälfte übernommen, wenn mit der Kurzarbeit bis zum 30. September begonnen wurde. Zudem soll es für die Anmeldung von Kurzarbeit weiter ausreichen, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sind und nicht wie sonst ein Drittel. Das galt zunächst nur für Unternehmen, die bis Ende dieses Monats Kurzarbeit anmelden. Auch hier wird die Frist bis Ende September verlängert.

Trotz sinkender Corona-Zahlen und steigender Impfquote gibt es nach Ansicht des Arbeitsministeriums noch Unsicherheiten. Es gehe darum, „Beschäftigungsverhältnisse auch über den 30. Juni 2021 hinaus zu stabilisieren und dadurch Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen möglichst zu vermeiden“. (dpa)

Sechs-Punkte-Plan bei den Schweden nach Corona-Fällen

Nach zwei Corona-Fällen in der unmittelbaren Vorbereitung verschärft Schweden die Maßnahmen um die Nationalmannschaft mit RB Leipzigs Mittelfeldstar Emil Forsberg. Täglich sollen Schnelltests bei den Spielern durchgeführt und die Anzahl von PCR-Tests soll erhöht werden. Taktische und sonstige Besprechungen mit der Mannschaften werden in Kleingruppen durchgeführt in den größtmöglichen Räumen.

Der Sechs-Punkte-Plan, der am Dienstagabend bei einer Krisensitzung von den Verantwortlichen der Nationalmannschaft und der medizinischen Abteilung verabschiedet wurde, sieht auch vor, dass die Spieler nur noch zeitlich begrenzt behandelt werden sollen und dies - soweit möglich - im Freien gemacht werden soll.

Geplante gemeinsame Aktivitäten in Innenräumen wurden abgesagt, die gemeinsamen Busreisen weiter reduziert. Zudem bleibt die Anzahl von Spielern, die sich in der Sporthalle oder anderen Einrichtungen aufhalten, reduziert. (dpa)

Kurzarbeitsregeln werden erneut verlängert

Die wegen der Corona-Pandemie vereinfachten Zugangsregeln zur Kurzarbeit sollen über Ende Juni hinaus um weitere drei Monate verlängert werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) legt dazu an diesem Mittwoch dem Bundeskabinett eine entsprechende Verordnung vor. In der Begründung heißt es, es gebe nach Ansicht der Bundesregierung trotz sinkender Corona-Zahlen und Impffortschritts weiterhin „Unsicherheiten“. Es gehe darum, „Beschäftigungsverhältnisse auch über den 30. Juni 2021 hinaus zu stabilisieren und dadurch Arbeitslosigkeit und gegebenenfalls Insolvenzen möglichst zu vermeiden“. (dpa) Mehr dazu lesen Sie hier.

Weiterer Corona-Fall im spanischen Team - Llorente positiv getestet

Nach Kapitän Sergio Busquets ist in der spanischen Fußball-Nationalmannschaft auch Diego Llorente positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verband in der Nacht zum Mittwoch mitteilte, werde der 27-Jährige von Leeds United das EM-Quartier des dreimaligen Europameisters in Las Rozas de Madrid verlassen. Die Vorbereitung des Teams auf die an diesem Freitag beginnende EM werde mit individuellem Training fortgesetzt.

Die Infektion von Busquets (32) war am Sonntag bekanntgegeben worden, seitdem können die Spanier nur unter erheblichen Einschränkungen trainieren. Luis Enrique hat inzwischen Torwart Kepa Arrizabalaga, Rodrigo Moreno, Pablo Fornals, Carlos Soler, Brais Méndez sowie Raúl Albiol nachnominiert. Diese Profis trainieren abgeschottet vom Team in einer eigenen sogenannten Blase und stünden bereit, in die Mannschaft zu rücken. (dpa)

RKI registriert 3254 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 20,8

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3254 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4917 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Mittwochmorgen mit bundesweit 20,8 an (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 107 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 705 942 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 557 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89 491 angegeben. (dpa)

Tierschutzbund: Corona-Ausbrüche auf 400 Nerzfarmen in der EU

Auf mehr als 400 Nerzfarmen in Ländern der Europäischen Union sind nach Angaben von Tierschützern Corona-Ausbrüche bekannt geworden. Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn waren dabei bis Mitte Mai in zehn EU-Staaten Millionen von Tieren betroffen.

Laut einer Aufstellung der Organisation wurde Sars-CoV-2 in Dänemark auf 290 Nerzfarmen nachgewiesen, in den Niederlanden waren es 69 und in Schweden 13. In Griechenland habe es in 22 von 91 Nerzfarmen positive Testungen gegeben. Weitere Nachweise gab es laut Tierschutzbund in Italien, Litauen, Polen, Spanien, Frankreich und Lettland. Die Tierschutz-Organisation forderte ein Verbot der Zucht und Haltung von Pelztieren.

Als Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie hatte Dänemark alle Nerze in den Nerzzuchtbetrieben des Landes töten lassen. Der radikale Schritt war damit begründet worden, dass das Coronavirus in den Tieren mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Die Nerzhaltung in Dänemark wurde bis zum 31. Dezember 2021 verboten. (dpa)

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