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Lokal26.de Wilhelmshaven

Coronavirus-Ticker: Finanzminister Olaf Scholz will Krise für Neustart nutzen

07.07.2020

Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Zahlen der Corona-Infizierten:

In Wilhelmshaven ist eine Person infiziert. Die Gesamtzahl der bisherigen Infizierten lag bei 28. Eine Person ist verstorben. Die Stadt Wilhelmshaven hat angekündigt, nicht mehr täglich über die Infektionszahlen zu berichten – es sei denn, es gibt eine Neuinfektion. (Stand: 30. Juni, 20.54 Uhr)

Derzeit sind vier Personen aus dem Landkreis Friesland nachgewiesen mit dem Coronavirus infiziert. Drei dieser Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne. Eine Person wird außerhalb des Kreisgebiets stationär behandelt. 33 Patienten sind mittlerweile genesen, zwei Menschen sind gestorben. Insgesamt gab es bislang 39 Menschen aus dem Kreisgebiet, bei denen das Virus nachgewiesen wurde. (Stand: 9. Juli, 17.41 Uhr)

Der Landkreis Wittmund hat seine täglich Information zu Corona-Infektionen im Juni eingestellt. Zuletzt gab es dort keine Infektionen (Stand 19. Juni). 41 Personen gelten als geheilt. Insgesamt waren bisher 41 Menschen infiziert. Der Landkreis informiert erst wieder, wenn es eine Neuinfektion geben sollte.

Derzeit ist im Landkreis Aurich eine Person an Corona erkrankt. Insgesamt waren 135 Personen infiziert, 126 gelten als geheilt. Acht infizierte Personen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. (Stand: 7. Juli, 15.10 Uhr)

Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland 197.783 Infektionen und 9048 Todesfälle. In Niedersachsen gab es demnach bislang 13.754 Fälle und 640 Todesfälle (Stand: 9. Juli, 15.10 Uhr).

+++Ticker von Freitag, 10. Juli +++

Neuinfektionen in Israel steigen auf Rekordwert

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden für Donnerstag 1464 Fälle gemeldet - so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35 500 Infizierte registriert. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neun Mal mehr Einwohner als Israel.

Tönnies und Subunternehmer beantragen Lohnkostenerstattung

Der Schlachtbetrieb Tönnies und weitere Subunternehmer haben beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Anträge auf Erstattung von Lohnkosten durch das Land Nordrhein-Westfalen gestellt. Hintergrund sind Quarantäne-Maßnahmen nach dem massenhaften Fund von positiven Corona-Infektionen bei Tönnies-Arbeitern am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück.

Nach Angaben eines Sprechers des LWL werden die Anträge jetzt nach Eingang abgearbeitet. Um welche Summen es sich handelt und wann die Anträge bearbeitet werden, sei völlig offen, sagte Sprecher Markus Fischer der Deutschen Presse-Agentur. Das Infektionsschutzgesetz sieht die Erstattung vor, wenn Gesundheitsämter einen Betrieb schließen und Quarantäne anordnen. Über die Anträge von Tönnies hatte zuvor die „Neue Westfälische“ online berichtet. Die Löhne müssen vorerst von den Unternehmen bezahlt werden und können mit bis zu einem Jahr rückwirkend erstattet werden.

EU-Ratschef Michel schlägt Kompromiss im Finanzstreit vor

Im Streit über das milliardenschwere Corona-Aufbauprogramm der Europäischen Union hat Ratschef Charles Michel einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Dieser soll den Bedenken gegen die bisherigen Vorschläge Rechnung tragen und den Weg zu einer Einigung der 27 Staaten beim EU-Gipfel nächste Woche ebnen, wie Michel am Freitag in Brüssel sagte. Michel schlägt einen etwas kleineren siebenjährigen EU-Haushaltsrahmen vor als bisher in der Debatte: 1,074 Billionen Euro statt rund 1,1 Billionen. Das Aufbauprogramm, das diesen Haushaltsplan ergänzen soll, will Michel jedoch wie geplant bei 750 Milliarden Euro halten, davon 500 Milliarden als Zuschüsse an Krisenstaaten.

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Nur 25 Infektionen in Euskirchen – keine Einschränkungen

Nach weiter niedrigen Infektionszahlen aus einer freikirchlichen Gemeinde sind die befürchteten Einschränkungen im Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen vom Tisch: Von den neuen rund 220 Corona-Testergebnissen waren nach Angaben des Kreises von Freitag elf positiv. Die Quarantäne für alle negativ Getesteten werde damit aufgehoben, sagte der Sprecher des Kreises Euskirchen Wolfgang Andres.

Insgesamt seien 870 Mitglieder der mennonitischen Gemeinde getestet worden sowie Menschen aus dem direkten Umfeld. Davon seien insgesamt 25 positiv getestet worden. Damit seien die Tests abgeschlossen. Der knapp 200.000 Einwohner zählende Kreis Euskirchen hätte bei fast 100 Infizierten eine entscheidende Marke erreicht: Ab dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen müssen Einschränkungen im öffentlichen Leben für einen Kreis in Betracht gezogen werden. Die „Kölnische Rundschau“ hatte zuvor berichtet.

Deutsche befürchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

Die Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-„Politbarometer“ hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben. Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fünf Bürgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem für Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent).

DRK zur Syrien-Hilfe: „Not der Menschen ist Spielball der Politik“

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat die derzeit laufenden Verhandlungen über eine Verlängerung der Syrien-Hilfe im UN-Sicherheitsrat scharf kritisiert. Es sei „beschämend“, die Not von Millionen von Menschen zum Spielball der Politik zu machen, sagte der stellvertretende DRK-Generalsekretär Johannes Richert am Freitag dem Südwestrundfunk (SWR). Er forderte, den Zugang für humanitäre Akteure nach Syrien möglich zu machen. „Ein humanitäres Hilfssystem müsste zumindest so aussehen, dass die humanitären Lieferungen nicht tangiert werden von politischen Diskussionen.“

Finanzminister Olaf Scholz: Krise zum Neustart für Europa nutzen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat dazu aufgerufen, die Coronakrise als Chance für einen Neustart Europas zu sehen. „Wir haben jetzt eine historische Gelegenheit, und die möchte ich nutzen“, sagte der SPD-Politiker vor der ersten Sitzung der EU-Wirtschafts- und Finanzminister unter deutscher Ratspräsidentschaft.Die Rezession wegen der Pandemie sei die schwerste seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Gleichzeitig blieben die Herausforderungen Klimaschutz und Digitalisierung, sagte Scholz. „Wir wollen dies zu einem Wendepunkt für die Europäische Union machen.“ Das erfordere mehr als die sechs Monate der deutschen Ratspräsidentschaft - doch wichtig sei es, jetzt zu beginnen. Die Coronakrise war eines der Themen der Videoschalte der Minister, die auch über die Umsetzung der bisher beschlossenen Gegenmaßnahmen beraten wollten. Dazu gehört das im April verabredete Paket mit Kredithilfen im Umfang von 540 Milliarden Euro. Ein Teil ist bereits verfügbar, allerdings wurde bisher noch nichts abgerufen.

Daneben wird im Kreis der Staats- und Regierungschefs derzeit um ein weiteres Paket im Zusammenhang mit dem nächsten siebenjährigen EU-Haushalt gerungen: Bis zu 750 Milliarden Euro sollen nach einem Vorschlag der EU-Kommission als Krisenhilfen bereit gestellt werden, zwei Drittel davon als Zuschüsse. Finanziert werden soll dies über gemeinsame Schulden der EU, die über Jahrzehnte von den 27 Staaten abbezahlt werden. Doch herrscht bei diesem Thema noch Streit.

Hongkong schließt Schulen nach neuem Coronavirus-Ausbruch

Als Reaktion auf einen neuen Coronavirus-Ausbruch werden Schulen und Kindergärten in Hongkong wieder geschlossen. Die Sommerferien beginnen damit am Montag eine Woche früher als geplant. Die Behörden der chinesischen Sonderverwaltungsregion kündigten die Maßnahme am Freitag an, nachdem am Donnerstag 34 lokale Erkrankungen gemeldet wurden - so viele wie noch nie an einem Tag. Weitere 32 lokale Infektionen kamen am Freitag hinzu. Auch Abstands- und Hygieneregeln etwa in Bars, Restaurants und Fitnessstudios wurden wieder verschärft.

Die Metropole mit ihren mehr als sieben Millionen Einwohnern gilt bislang als äußerst erfolgreich im Kampf gegen das Virus: Seit Januar gab es 1404 Infektionen und sieben Todesfälle. Zuletzt war über einen Zeitraum von drei Wochen keine lokale Infektion mehr gemeldet worden.

Industrie in Frankreich und Italien erholt sich

In Frankreich und Italien hat sich die Produktion in der Industrie kräftig vom Einbruch in der Coronakrise erholt. Im Mai sei die Fertigung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone im Monatsvergleich um 19,6 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das französische Statistikamt am Freitag in Paris mit. Die italienischen Industrieunternehmen meldeten gegenüber dem April sogar einen Anstieg der Gesamtproduktion um 42,1 Prozent.

Volkswirte hatten im Fall Frankreichs zwar mit einer deutlichen Besserung gerechnet, waren aber im Schnitt nur von einem Plus von 15,4 Prozent ausgegangen. Im März und April war die Industrieproduktion dort wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie noch stark gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich jedoch auch im Mai weiter das Ausmaß des konjunkturellen Einbruchs. In dieser Betrachtung fiel die Produktion um 23,4 Prozent. Auch in Italien wurde die Markterwartung von durchschnittlich 24 Prozent Steigerung im Mai klar übertroffen. Im Jahresvergleich machte sich die Corona-Krise aber immer noch stark bemerkbar: Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel das Herstellungsvolumen um 20,3 Prozent.

Test in Koblenzer Studentenwohnheimen ist negativ

Aufatmen in Koblenz: Die zahlreichen neuen Corona-Tests bei Bewohnern mehrerer Studentenwohnheime nach drei bestätigten Fällen sind alle negativ ausgefallen. „Die Quarantäne-Maßnahmen werden aufgehoben“, teilte die Stadt Koblenz in Rheinland-Pfalz am Freitag mit. Laut dem Kreis Mayen-Koblenz waren bei 281 Menschen Abstriche genommen worden. „Eine Kontaktperson aus Koblenz, welche allerdings nicht in einem der Wohnheime lebt, ist ebenfalls infiziert“, teilte die Kreisverwaltung weiter mit. Drei Wohnheime waren am Mittwoch nach Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor hatten drei Bewohner Symptome gespürt und waren ins Krankenhaus gegangen. Ein Schnelltest am Dienstagabend war positiv. Daraufhin wurden Kontaktpersonen getestet.

Baubranche steigert im April Umsätze

Die Bauindustrie in Deutschland hat in der Corona-Krise ihr Umsatzwachstum fortgesetzt. Im vom Stillstand der Wirtschaft voll getroffenen Monat April erhöhten sich die Erlöse im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche stieg nach vorläufigen Zahlen in dem Monat um 1,0 Prozent. „Wie schon im März zeigten sich somit auch im April 2020 noch keine erkennbaren Effekte der Corona-Pandemie auf Umsatz und Beschäftigung im Bauhauptgewerbe“, stellte die Wiesbadener Behörde am Freitag fest.

Ronan Keating sorgt sich um die menschliche Nähe

Der irische Popsänger Ronan Keating („Life Is A Rollercoaster“) fürchtet, dass die Coronavirus-Krise den Umgang der Menschen miteinander nachhaltig verändert. „Ich glaube, wir werden alle ein bisschen anders zueinander sein“, sagte der 43-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Ich fürchte, wir werden uns weniger berühren, es wird vielleicht auch weniger Wärme geben.“

395 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen meldete (Datenstand 10.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben

9054 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Bis Freitagmorgen hatten 184.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Dr. Motte feiert mit Streaming-Festival aus Gärten der Welt

Loveparade-Gründer Dr. Motte feiert seinen 60. Geburtstag mit einem Streaming-Festival aus den Berliner Gärten der Welt. An diesem Samstag will der legendäre DJ ab 16.00 Uhr aus sechs der neun Themengärten und elf Gartenkabinetten den Auftritt seiner Gäste streamen. Wegen der Corona-Einschränkungen war ein Publikumsfestival zum runden Geburtstag des DJs (bürgerlich: Matthias Roeingh) auf kommendes Jahr verschoben worden. Vier Kameras, drei Drohnen und Videokunst sollen nun die Auftritte von Mottes Gästen in ein „Augenfeuerwerk“ verwandeln, wie die Veranstalter mitteilten. Zum Line-up gehören Anahit Vardanyan, Felix Kröcher, Franca, Torsten Kanzler und Westbam. Zum großen Finale werde das Geburtstagskind selbst auftreten. Der Künstler wurde am Donnerstag (9. Juli) 60 Jahre alt.

Corona-Pause könnte Serena Williams helfen

Die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams könnte nach Ansicht von Tennis-Idol Chris Evert gestärkt aus der Zwangspause wegen der Corona-Pandemie hervorgehen. „Sie wirkt richtig fit und in guter Form, und sie scheint richtig heiß darauf, wieder zurückzukehren“, sagte die einstige Nummer eins aus den USA dem britischen Sender BBC. „Wenn irgendjemand durch diese schwierigen Zeiten und Herausforderungen kommen kann, dann ist es Serena Williams, angesichts dessen, was sie in ihrem Leben durchgemacht hat“, fügte die 65 Jahre alte Amerikanerin hinzu.

US-Experte Fauci: Einige Bundesstaaten haben sich zu früh geöffnet

Nach Einschätzung von US-Immunologe Anthony Fauci sind die aktuellen Corona-Ausbrüche in vielen Teilen der Vereinigten Staaten auf die zu frühe Wiedereröffnung einiger Bundesstaaten zurückzuführen. „In einigen Staaten sprangen die Gouverneure und Bürgermeister im wesentlichen über die Richtlinien und Kontrollpunkte und öffneten etwas zu früh“, sagte Fauci dem Podcast „FiveThirtyEight“, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der Experte und Regierungsberater nannte Florida als Beispiel, das einige Richtlinien außer Acht gelassen habe.

„One Love“: Marley-Familie will mit Neuauflage Spenden sammeln

Mit einer Neuauflage des Hits „One Love“ will die Familie der jamaikanischen Reggae-Legende Bob Marley (1945-1981) Spenden zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sammeln. Der Song solle am 17. Juli neu veröffentlicht werden, teilte das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag (Ortszeit) in New York mit. Alle Einnahmen würden an Unicef gespendet und zur Bekämpfung der Pandemie und Unterstützung der deswegen notleidenden Kinder verwendet.

„Vor mehr als 40 Jahren hat mein Vater „One Love“ über Einheit, Frieden und universelle Liebe geschrieben in einer Zeit, als es in der Welt viele Probleme gab“, wurde Marley-Tochter Cedella zitiert. „Auch in einer Zeit, in der wir nicht zusammen kommen können, bleibt seine Botschaft wahr: Wir können durch diese globale Krise kommen, wenn wir mit einer Liebe und einem Herz zusammenkommen.“ er Song „One Love“ war ursprünglich 1977 von Bob Marley and the Wailers aufgenommen worden.

Giffey gegen neuerlichen Lockdown im Fall einer zweiter Corona-Welle

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich dagegen ausgesprochen, das öffentliche Leben im Fall einer zweiten Corona-Welle erneut auf breiter Front einzuschränken. „Stattdessen müssen wir punktuell und regional auf die jeweilige Entwicklung reagieren“, sagte die SPD-Politikerin dem „Focus“. Die Kita- und Schulschließungen zu Beginn der Pandemie bezeichnete sie als richtig: „Wir mussten ein Szenario wie in Italien verhindern und dafür sorgen, dass unser Gesundheitssystem nicht überlastet wird.“ Das sei gelungen.

Mit Blick auf das neue Schuljahr forderte sie Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien, damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. „Kitakinder und Schulkinder sollten möglichst immer in ihren Gruppen und Klassenverbänden bleiben, damit sie sich nicht so sehr durchmischen. So können wir die Infektionswege begrenzen“, sagte sie. „Zudem müssen wir uns auf hybriden Unterricht vorbereiten. Präsenzunterricht und digitales Lernen sollten mehr verbunden werden.“

Biden will US-Mittelschicht stärken - 700-Milliarden-Plan

Der designierte demokratische US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Bedeutung der Mittelschicht für die amerikanische Wirtschaft betont. „Wir müssen Arbeit genauso belohnen, wie wir Wohlstand belohnt haben“, sagte Biden am Donnerstag bei einer Rede in Dunmore (Pennsylvania) zu seinen Plänen für die Wirtschaft. Er bekräftigte seine Unterstützung für eine Verdopplung des Mindestlohns auf 15 US-Dollar pro Stunde sowie einen besonderen Fokus auf systematisch benachteiligte Gesellschaftsschichten wie zum Beispiel Afroamerikaner.

Biden stellte einen Investitionsplan mit einem Volumen von 700 Milliarden Dollar (etwa 620 Milliarden Euro) vor. Dieser sieht vor, die staatlichen Ausgaben für in den USA hergestellte Produkte um 400 Milliarden Dollar zu erhöhen. 300 Milliarden Dollar sollen zudem zusätzlich für Forschung und die Entwicklung von Technologien wie Elektrofahrzeuge oder 5G-Mobilfunknetzwerke ausgegeben werden, um die heimische Hightech-Branche zu stärken. Der Plan kann auch als Antwort auf Präsident Donald Trumps „America-First“-Politik gewertet werden.

Biden griff Trump bei seiner Rede auch direkt an. Zur Linderung der Corona-Krise, der wirtschaftlichen Turbulenzen und landesweiten Unruhen wegen systematischer Benachteiligung von Schwarzen brauche es Einigkeit im Land.

+++Ticker von Donnerstag, 9. Juli +++

Weitere Person aus dem Landkreis Friesland infiziert

Bei einer weiteren Person aus dem Landkreis Friesland wurde das Coronavirus nachgewiesen. Dies hat der Landkreis am Donnerstag mitgeteilt. Laut Mitteilung befindet sich die Person in einem Krankenhaus außerhalb des Landkreises Friesland in stationärer Behandlung. Die Infektionskette werde noch geprüft.

Am Mittwoch, 8. Juli, gab der Landkreis bekannt, dass sich derzeit drei Personen im Landkreis Friesland in häuslicher Quarantäne befinden, nachdem bei ihnen das Corona-Virus nachgewiesen wurde. Insgesamt waren seit Beginn der Krise 39 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Zwei Personen sind an der Erkrankung gestorben. 33 Personen gelten als genesen.

Der Landkreis Friesland hat außerdem die Allgemeinverfügung über die Nutzung von Gemeinschaftsräumen in Vereinen bzw. Vereinsheimen verlängert. Die derzeitige Verfügung behält bis zum 24. Juli 2020 ihre Gültigkeit.

So muss bei der Nutzung des Raumes der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Ausgenommen sind Gruppen, die einem oder zwei Haushalten angehören oder die nicht größer als 10 Personen sind. Zudem müssen Kontaktformulare geführt und für die Dauer von mindestens drei Wochen nach der Zusammenkunft aufbewahrt, spätestens nach einem Monat vernichtet werden. Für entsprechende Räume sollte eine gute Raumlüftung bzw. ein Reinigungsplan gewährleistet sein.

Die ausführliche Allgemeinverfügung gibt es auf der Internetseite des Landkreises.

Spahn: „Maskenpflicht lieber drei Wochen zu spät aufheben“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker am Abend in Berlin bei einer Online-Diskussion.

Dafür gelte aus seiner Sicht: „Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh.“ Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein „relatives mildes Mittel“. Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen.

Spahn rief mit Blick auf Herbst und Winter allgemein dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen - dies soll auch einem Zusammentreffen mit einem möglichen Wiederanstieg von Corona-Infektionen vorbeugen. In Praxen werde es dann erneut darauf ankommen, Patienten mit Erkältungssymptomen vom regulären Betrieb trennen zu können, erklärte Spahn. Bei der Versorgung mit Schutzmasken sei er optimistisch, dass es in den nächsten Monaten nicht erneut zu Engpässen kommen werde. Spahn wies erneut Spekulationen über eine mögliche Corona-Impfpflicht zurück, falls demnächst ein Impfstoff vorhanden sein sollte. (dpa)

Viel Schatten und wenig Licht für deutschen Exporthandel

Kleiner Hoffnungsschimmer für Deutschlands Exportunternehmen in der Corona-Krise.

Zwar ist der Wert der Warenexporte im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 29,7 Prozent auf 80,3 Milliarden Euro eingebrochen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Im Vergleich zum April, der den Tiefpunkt markiert hatte, stiegen die Ausfuhren aber um 9,0 Prozent. Ökonomen sehen mittlerweile die Talsohle durchschritten. Man sei aber noch „meilenweit entfernt von einer Normalisierung im Außenhandel“, mahnte der Außenhandelsverband BGA.

Die Corona-Pandemie sei nach wie vor allgegenwärtig, wenn auch nicht mehr so akut wie noch vor wenigen Wochen, mahnte Ines Kitzing, erste Vizepräsidentin des BGA. „Der Welthandel wird aber noch geraume Zeit benötigen, um nach den Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen in der Lieferkette das alte Niveau wieder zu erreichen.“

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Attraktion am Strand: Riesenrad in Schillig wird eröffnet

Aus 38 Metern Höhe auf die Nordsee blicken, Schiffe beobachten und den Strand aus der Vogelperspektive betrachten – das ist künftig in Schillig möglich. Und wer dabei jetzt an einen Leuchtturm, ein Hochhaus oder ein anderes Höhenbauwerk denkt, liegt gänzlich falsch. Denn am Strand vor Schillig wurde in dieser Woche ein 38 Meter hohes Riesenrad aufgebaut, in direkter Nachbarschaft zum „Circus Axo“. Den Ausblick in luftiger Höhe kann also jeder genießen – vorausgesetzt, man ist schwindelfrei und hat keine Höhenangst. Eröffnet werden soll das Fahrgeschäft bereits am Freitag, 10. Juli, um 15 Uhr. Das teilte vor Ort Enrico Becker mit. Er und Thilo Janßen sind die Geschäftsführer der Firma „JB Events“, die das „Wheel of City“ vermieten. Und Becker ergänzte: Zunächst soll das Riesenrad in Schillig bis mindestens Anfang Oktober stehen, es sei aber nicht ausgeschlossen, dass es dort vielleicht sogar einen festen Platz für die nächsten Jahre habe.

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Schottland-Reisende müssen nicht mehr in Quarantäne

Wer von Deutschland nach Schottland reist, muss dort nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Maßnahme werde an diesem Freitag (10. Juli) für internationale Passagiere aus 57 Staaten aufgehoben. Darüber informiert Visit Scotland unter Verweis auf eine Entscheidung der schottischen Regierung.

Zu den 57 Ländern ohne Quarantänepflicht zählen vorerst 26 europäische, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Passagiere aus diesen Staaten müssen jedoch weiterhin ein Online-Formular ausfüllen sowie Kontaktdaten, Reisedaten und Adressen ihres endgültigen Aufenthaltsorts angeben, wie Visit Scotland erläutert.

Zuvor hatte bereits England entschieden, die verpflichtende Quarantäne von 14 Tagen für Einreisende aus 59 Ländern zum 10. Juli aufzuheben. Schottland gehört wie England zu Großbritannien. (dpa)

Protest gegen Corona-Politik von Serbiens Präsident Vucic

Die inkonsequente Politik des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat am Mittwochabend zum zweiten Mal in Folge Unruhen im Zentrum der Hauptstadt Belgrad ausgelöst.

Wie schon am Vorabend kam es zu Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Bereitschaftspolizisten. 19 Beamte und 17 Demonstranten erlitten Verletzungen, berichtete der Fernsehsender N1 unter Berufung auf Krankenhausärzte.

Tausende protestierten gegen mögliche neue Einschränkungen des Alltags, die Vucic wegen der steigenden Ansteckungszahlen angekündigt hatte. Dabei hatte der Staatschef seine Ankündigung vom Dienstag, eine Ausgangssperre über das gesamte kommende Wochenende zu verhängen, am Tag darauf wieder zurückgezogen. Demonstrationen gegen Vucic mit tausenden Teilnehmern fanden am Mittwochabend erstmals auch in anderen serbischen Großstädten statt, so etwa in Novi Sad, Nis und Kragujevac.

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Statistik: Sterberate durch Corona in Österreich kaum gestiegen

In der Coronakrise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bisher nur geringfügig gestiegen. Im März und April sei die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019, teilte die Behörde Statistik Austria am Donnerstag mit. Im März und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100 000 Personen zwar etwas über dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100 000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018.

Beratungen über Corona-Hygienekonzept von Tönnies

Nach der corona-bedingten Schließung des Fleischwerks von Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück beraten Vertreter von Behörden und Unternehmen über eine Wiederaufnahme der Produktion. Tönnies hatte dazu ein Hygienekonzept vorgelegt, das in der nicht-öffentlichen Sitzung nun genau unter die Lupe genommen werde, sagte ein Sprecher des Kreises Gütersloh am Donnerstag zu Beginn der Runde. Mit einer endgültigen Entscheidung sei in dem Arbeitstreffen noch nicht zu rechnen, eher mit einem Zwischenergebnis. „Es ist nicht zu erwarten, dass der Knoten heute durchschlagen wird.“ Der Schlachtbetrieb in Rheda-Wiedenbrück im westfälischen Kreis Gütersloh war am 17. Juni gestoppt worden. Rund 1400 Arbeiter hatten sich nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Produktionsschließung war bis zum 17. Juli verfügt worden.

USA melden mehr als 58.000 neue Corona-Fälle

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Binnen 24 Stunden gab es 58.600 neue Fälle, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Donnerstagmorgen hervorgeht. Tags zuvor hatten die Wissenschaftler mit rund 60.000 Fällen binnen eines Tages einen Rekord verzeichnet. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern demnach mehr als drei Millionen Menschen (Stand: 9.7.) nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Rund 132.000 Menschen starben an oder mit dem Virus.

Steigender Lkw-Verkehr signalisiert Konjunkturerholung

In Deutschland gibt es immer mehr Hinweise auf eine Konjunkturerholung nach dem heftigen Einbruch in der Corona-Krise. Im Juni ist die Aktivität auf deutschen Autobahnen weiter gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Die Statistiker meldeten im Monatsvergleich einen saisonbereinigten Zuwachs der Lkw-Maut-Fahrleistung um 4,7 Prozent. Bereits im Mai war die Fahrleistung der mautpflichtigen Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen um 6,2 Prozent gestiegen.

Die Lkw-Fahrleistung steht in engem Zusammenhang mit der Industrieproduktion in Deutschland. Der Index gibt daher frühe Hinweise zur Konjunkturentwicklung im Juni. Zuletzt hatten bereits Daten zum Auftragseingang und zur Produktion in der Industrie eine Erholung nach dem Corona-Einbruch gezeigt, wobei die jüngsten Daten allerdings jeweils die Lage im Monat Mai abbilden.

Viele Unternehmen planen nach Corona mit mehr Homeoffice

Das Homeoffice dürfte einer Studie zufolge auch über das Ende der Corona-Zeit hinaus an Bedeutung gewinnen und in vielen Unternehmen neue Normalität werden. Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung haben für ein Lagebild die Stimmung in rund 500 Unternehmen abgefragt. Ergebnis: Fast die Hälfte (42 Prozent) hat schon beschlossen, die Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten, nach der Corona-Krise noch auszuweiten. Ein ebenso großer Anteil ist zwar noch unentschlossen, zurück zu weniger Homeoffice will aber kaum ein Unternehmen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Südafrikas Gauteng-Provinz plant Zehntausende Gräber

Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet Südafrikas Wirtschaftszentrum um Johannesburg Zehntausende Gräber vor. Die Gauteng-Provinz - zu der neben Johannesburg auch noch die Hauptstadt Pretoria gehört - wolle auf plötzlichen Bedarf reagieren können, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku.

Das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg hat nun offiziell die Westkap-Provinz um Kapstadt als Schwerpunktregion mit den meisten Fällen abgelöst. Die Provinz Gauteng stellt nach den letzten verfügbaren Zahlen mit 75.015 Fällen ein Drittel aller landesweiten Fälle, die Westkap-Provinz folgt mit 73.292 Fällen. Insgesamt hat Südafrika demnach 224.665 Corona-Fälle gemeldet.

Weniger Firmenpleiten im April - Corona-Pause wirksam

Trotz fortschreitender Corona-Krise sind im April weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1465 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag. Das waren 13,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist aber, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie spiegeln sich somit bislang nicht wider, folgern die Statistiker. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen bei den Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb nur eingeschränkt läuft. Etliche Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr mit einem spürbaren Anstieg der Firmenpleiten.

Reiche wurden vor Corona-Krise reicher – mehr Dollar-Millionäre

Die Reichen haben vor der Corona-Krise trotz Konjunktureintrübung und internationaler Handelskonflikte weltweit mehr Vermögen angehäuft. Vor allem gestiegene Aktienkurse trieben das Vermögen der Dollar-Millionäre 2019 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent auf insgesamt 74 Billionen US-Dollar (65,58 Billionen Euro), wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des Beratungsunternehmens Capgemini hervorgeht. Im Jahr 2018 hatten Verluste an den Börsen noch für einen leichten Rückgang gesorgt.

Zugleich gewann der Club der Reichen mehr Mitglieder. Rund um den Globus gab es den Angaben zufolge 19,6 Millionen Menschen, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügten. Das waren 8,8 Prozent mehr als im Jahr 2018. In Deutschland stieg die Zahl der vermögenden Privatanleger den Angaben zufolge um 8,6 Prozent auf 1,466 Millionen. Ihr Vermögen legte um 8,8 Prozent auf rund 5,48 Billionen Dollar zu. Sie profitierten insbesondere von gestiegenen Aktienkursen und Immobilienpreisen.

442 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 9.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag.

Bis Dienstag hatten etwa 183.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden (Stand 8.7., 0.00 Uhr). Das waren etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Keine Entspannung bei Explosion der Corona-Zahlen in den USA in Sicht

Nach Corona-Rekordzahlen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich in dem Land weiter keine Entspannung ab. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Florida, Texas oder Arizona verzeichneten auch am Mittwoch hohe Infektionsraten, teilweise wurden Intensivbetten in Krankenhäusern knapp. Am Dienstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 laut Johns-Hopkins-Universität (JHU) bei mehr als 60 000 an einem einzelnen Tag gelegen - die bei weitem höchsten Zahlen bislang.

Trotzdem plant Präsident Donald Trump weitere Wahlkampfveranstaltungen. An diesem Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken“ übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert“, bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

Von Hygienekonzept bis DHB-Pokal: Beratung der Handball-Liga endet

Wie gelingt der Neustart in der Handball-Bundesliga? Das beraten die Vertreter der 39 Vereine der Handball-Bundesligen bei der Mitgliederversammlung, die am Donnerstag in Köln zu Ende geht. Neben der Planung der Saison, die am 1. Oktober starten soll, steht insbesondere das Hygienekonzept für die Spiele auf der Tagesordnung. „Fest steht, dass wir keine Stehplätze zulassen können, ebenso wenig Auswärtsfans“, sagte der Geschäftsführer der Liga, Frank Bohmann, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwoch). Die HBL hat in den vergangenen Wochen gemeinsam mit der Deutschen Eishockey Liga und der Basketball-Bundesliga ein Generalkonzept mit Zuschauern erstellt, das bereits dem Bundesgesundheitsministerium vorliegt.Auch über eine mögliche Austragung des eigentlich abgesagten DHB-Pokals 2020/2021 soll am Donnerstag entschieden werden. Sollte der Wettbewerb stattfinden können, müssen sich Fans den Angaben zufolge auf eine drastisch abgespeckte Version einstellen.

Anstieg von Corona-Fällen in Tulsa nach Trump-Kundgebung

Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führen den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf einen Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump zurück. Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hätten „mehr als wahrscheinlich“ zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa. Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: „In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten.“ Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen.

Trumps Kundgebung am 20. Juni war die erste seit Beginn der anhaltenden Pandemie und wurde von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt begleitet. Der Präsident war dafür kritisiert worden, Tausende Menschen in einer Halle zu versammeln, in der das Tragen von Masken nicht verpflichtend waren. Auch Trump trägt in der Öffentlichkeit keine Maske. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, begründete das am Mittwoch erneut damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde.

+++Ticker von Mittwoch, 8. Juli +++

Weitere Person im Landkreis Friesland infiziert

Im Landkreis Friesland gibt es einen weiteren Infektionsfall. Dies vermeldete der Landkreis am Mittwoch auf seiner Internetseite. Laut den Angaben sind demnach derzeit drei Personen, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, in häuslicher Quarantäne. Am Dienstag waren es noch zwei. Derzeit befinden sich keine Patienten in stationhärer Behandlung. Bislang wurde also bei 38 Personen aus dem Landkreis Friesland das Coronavirus nachgewiesen. 33 Personen gelten als genesen, zwei Personen sind an den Folgen der Erkrankung verstorben.

So könnte das Stadionerlebnis bald aussehen

Die Zeit der Bratpfannen- und Koffer-Trommeln soll bald der Vergangenheit angehören.Schon zu Beginn der neuen Saison in der Fußball-Bundesliga könnten wieder Fans statt Vereinsmitarbeiter in den Stadien für lautstarke Unterstützung sorgen. Die DFL arbeitet mit dem Gesundheitsministerium an Leitlinien für das Ende der Geisterspiele. In Sachsen gibt es bereits Überlegungen unter bestimmten Bedingungen ab September wieder mehr als 1000 Zuschauer zuzulassen.

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Im Notfall die Angst überwinden und die 112 wählen

Fast 40 Prozent weniger Herzinfarkt-Patienten als im Vorjahresmonat vermelden die Krankenhäuser – auch das Klinikum Wilhelmshaven und das Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch. Eine gute Nachricht? Nein das Gegenteil ist der Fall, erklärten am Dienstag die beiden Chefärzte der entsprechenden Klinikbereiche. Denn es gebe nicht weniger Betroffene, nur würden weitaus weniger ins Krankenhaus kommen – aus Angst vor Corona. Nicht selten eine dramatisch falsche Entscheidung!

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Thiem verteidigt Zverev: Wird behandelt wie Volksschulkind

Der österreichische Tennis-Profi Dominic Thiem hat den in die Kritik geratenen Alexander Zverev in Schutz genommen. Beide nahmen an der von mehreren Corona-Fällen überschatteten Adria Tour teil. Zverev, der mit Selbstisolation reagieren wollte, geriet im Anschluss zudem wegen eines allerdings undatierten Videos von einer Party in die Kritik, bei der die Corona-Hygieneregeln gänzlich missachtet wurden. „Er wird behandelt, als wäre er ein Volksschulkind. Aber er ist ein 23-jähriger Mann. Klar hat er einen Fehler gemacht - aber ich verstehe nicht, wieso sich da jetzt alle einmischen“, sagte der Weltranglisten-Dritte dem „Standard“ (Mittwoch).

Im Ausland tätige deutsche Firmen streichen Stellen

Angesichts der schweren Folgen der Corona-Krise sehen sich viele im Ausland tätige deutsche Firmen laut einer Umfrage gezwungen, Stellen zu streichen. 43 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland müssten Personal abbauen, ergab eine am Mittwoch in Berlin vorgestellte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

Staatliche Unterstützungsmaßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Auswirkungen, insbesondere Kurzarbeitergeld, fehlten in vielen Ländern und führen dort aller Voraussicht nach zu einer höheren Arbeitslosigkeit. Nach den aktuellsten verfügbaren Zahlen beschäftigten deutsche Firmen im Ausland laut DIHK im Jahr 2018 rund 7,9 Millionen Menschen weltweit.

Die Corona-Pandemie bleibe eine enorme Belastung für die deutsche Wirtschaft im Ausland, so der DIHK. Das Ausmaß der Krise sei gewaltig. Mehr als acht von zehn Betrieben erwarteten Umsatzeinbrüche.

Urlaubsreise mit dem Auto vor allem bei Familien beliebt

Wenn in diesen Sommerferien viele außereuropäische Reiseziele aufgrund von Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen wegfallen, erwarten Verkehrsverbände eine Zunahme des Autotourismus. Allerdings war Urlaub mit dem Auto bereits vor der Corona-Krise vor allem bei Familien beliebt, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Seit zehn Jahren in Folge begebe sich fast die Hälfte der Deutschen mit dem Auto auf die Reise ins Ausland, hieß es.

397 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197 341 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 8.7., 0.00 Uhr).

9036 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Montag hatten etwa 182 700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Wegen Corona kein Ryder Cup in diesem Jahr

Nach Informationen des US-Senders ESPN gibt es in diesem Jahr wegen der Corona-Krise keinen Ryder Cup. Das traditionsreiche Golfturnier zwischen Spielern aus den USA und Europa war für September im US-Bundesstaat Wisconsin geplant und soll erst 2021 zum Termin des Presidents Cup ausgetragen werden. Dieser Wettkampf zwischen US-Golfern und Profis aus anderen Teilen der Welt außer Europa finde entsprechend auch erst ein Jahr später statt. ESPN berief sich in dem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten Artikel auf eine anonyme Quelle. Demnach soll die Entscheidung am Mittwoch offiziell bekannt gegeben werden.

Ab September höhere Maskenproduktion in Deutschland

Von September an soll Deutschland in der Lage sein, innerhalb eines Jahres 2,5 Milliarden zusätzliche Masken zu produzieren. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin auf Anfrage der „Rheinischen Post“ (Mittwoch) mit. Bis Ende Juni 2021 sollen Produzenten in Deutschland bis zu sieben Milliarden Masken jährlich in zertifizierter Qualität zusätzlich herstellen können. Dazu zählen dem Bericht zufolge FFP2, FFP3 und medizinische Gesichtsmasken. Das Wirtschaftsministerium investiere dafür 60 Millionen Euro an Fördermitteln, hieß es weiter.

Brasiliens Präsident hat das Virus

Brasiliens Präsident hat das Virus stets heruntergespielt, jetzt hat er sich selbst infiziert. Während in der Pandemie immer mehr Menschen im größten Land Lateinamerikas sterben, will er nun per Videoschalte regieren. So mancher kann sich die Häme nicht verkneifen.

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USA reichen offiziell Rücktritt aus Weltgesundheitsorganisation ein

Mitten in der Coronavirus-Pandemie haben die USA ihre Austrittsankündigung aus der Weltgesundheitsorganisation offiziell eingereicht. Die Meldung des Austritts, der am 6. Juli 2021 wirksam werde, sei UN-Generalsekretär António Guterres übermittelt worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am Dienstag (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur in Washington. Der Kongress sei darüber informiert worden, teilte der führende Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Senats, Bob Menendez, auf Twitter mit. US-Präsident Donald Trump hatte den Schritt Ende Mai angekündigt.

Die WHO in Genf und die Vereinten Nationen in New York bestätigten den Empfang einer entsprechenden Erklärung der US-Regierung bei UN-Chef Guterres. Der UN-Generalsekretär sei am Montag informiert worden, sagte sein Sprecher Stephane Dujarric am Dienstag in New York. Guterres prüfe derzeit gemeinsam mit der WHO, ob die Konditionen für einen solchen Austritt vorlägen.

+++Ticker von Dienstag, 7. Juli +++

Droht durch Corona einer Milliarde Menschen Hunger?

Die Welthungerhilfe hat davor gewarnt, dass die Zahl der Hungernden in der Welt als Folge der Corona-Pandemie auf eine Milliarde ansteigen könnte.

Die Infektionswellen verstärkten Auswirkungen von Klimawandel und Kriegen als größte „Hungertreiber“, warnte die Organisation in Berlin bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2019. Nötig seien schnelle Nothilfe, aber auch verstärkte Investitionen in Landwirtschaft und bestehende Hilfsprojekte. Gewarnt wird vor dem Aufbau von Parallelstrukturen, die später zusammenbrechen könnten.

Jetzt schlägt die Pandemie in den Ländern des Südens mit voller Wucht zu. Viele Menschen erkranken an Covid-19, viele verlieren ihre Arbeit, die Wirtschaft bricht dramatisch ein, Nahrungsmittelpreise steigen und Gesundheitssysteme sind überfordert“, erklärte Marlehn Thieme, Präsidentin der Organisation. „Internationale Solidarität ist jetzt wichtiger denn je. Wir brauchen mehr langfristige Unterstützung für die Anstrengungen der Menschen im Süden.

Sie sprach von „horrenden Zahlen“ und verwies auf Erwartungen der Weltbank, wonach bis Ende des Jahres 70 bis 100 Millionen Menschen in extreme Armut gedrängt werden könnten. Auch drohe ein Einbruch von Direktinvestitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern.

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Lufthansa treibt Umbau voran - viele Stellen fallen weg

Die Lufthansa treibt ihren radikalen Sparkurs in der Corona-Krise voran.

In der Verwaltung der Lufthansa AG sollen 1000 von insgesamt etwa 5000 Stellen entfallen, wie die Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Die Anzahl der Jobs für Führungskräfte soll konzernweit um 20 Prozent beziehungsweise 200 Stellen verringert werden. Auch die Topetage bleibt von dem vom Vorstand beschlossenen zweiten Paket des Umbauprogramms nicht verschont.

Nach der Verkleinerung des Vorstands der Lufthansa AG soll auch das Management der Töchter schrumpfen. Im ersten Schritt wurde die Anzahl der Mitglieder der Vorstands- und Geschäftsführungsgremien bei Lufthansa Cargo AG, der Cartering-Tochter LSG Group und Lufthansa Aviation Training um jeweils eine Position verringert, wie der Konzern mitteilte.

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Fieber und Gliederschmerzen: Bolsonaro macht Corona-Test

Nach einer Reihe von Symptomen hat sich der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro einem Test auf das Coronavirus unterzogen.

Der Staatschef habe Fieber und Gliederschmerzen - er habe sich daher in einem Militärhospital in der Hauptstadt Brasília untersuchen lassen, berichtete das Nachrichtenportal G1 am Montagabend.

Bolsonaro habe eine Röntgenaufnahme seiner Lunge anfertigen lassen und einen Corona-Test gemacht. Entgegen seiner Gewohnheit trug er bei seiner Rückkehr aus der Klinik eine Maske und riet einem Anhänger, sich ihm nicht zu nähern. Ein Berater sagte später: „Der Präsident ist bei guter Gesundheit und befindet sich in seiner Residenz.“

Am Montag nahm er nicht an einer geplanten Veranstaltung im Präsidentenpalast teil und sagte einen Termin am Dienstagmorgen ab. Das Ergebnis des Corona-Tests wurde für Dienstagmittag (Ortszeit) erwartet.

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Melbourne geht nach Corona-Anstieg wieder in den Lockdown

Australiens Millionen-Metropole Melbourne geht wegen eines starken Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Die zweitgrößte Stadt des Landes hatte erst ab Anfang Juni langsam die Wirtschaft wieder geöffnet.

Nun treten ab Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) wieder strikte Ausgangssperren in Kraft, wie der regionale Regierungschef Daniel Andrews am Dienstag mitteilte. Am selben Tag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

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Deutsche Industrie erholt sich von Corona-Einbruch

Die deutsche Industrie hat sich im Mai etwas von dem scharfen Einbruch in der Corona-Krise erholt.

Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes stieg gegenüber dem Vormonat um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Analysten hatten jedoch mit einem stärkeren Zuwachs um durchschnittlich 11,1 Prozent gerechnet. Im März und April war die Produktion stark gefallen. Nach einer neuen Umfrage des Ifo-Instituts hellt sich die Stimmung in der Industrie jedoch auf.

Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich des Statistischen Bundesamts. Verglichen mit dem Vorjahresmonat ging die Gesamtherstellung um 19,3 Prozent zurück.

Das Vorkrisenniveau ist noch lange nicht erreicht: Im Vergleich zu Februar liegt die Gesamtproduktion 19 Prozent niedriger, die Autoproduktion ist sogar nur halb so hoch. Im Februar waren die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch nicht in Kraft.

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390 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

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Esenser Schützenfestersatz nochmals abgespeckt

Böllerschüsse und Ansprachen auf dem Marktplatz, wie ursprünglich als Erinnerung an das ausfallende Esenser Schützenfest geplant, wird es Freitag nicht geben. „Wir haben eine Vorbildfunktion,“ betont Landrat Holger Heymann, der heute Vertreter der Schützen, der Stadt Esens, des Schaustellerverbandes, des Gesundheitsamtes und der Polizei zum Krisengespräch ins Kreishaus an einen Tisch geholt hat. Man dürfe jetzt kein Riesen-Fass aufmachen. Vielmehr komme es darauf an, nicht gegen die geltenden Regeln der Landesverordnung zu verstoßen. Um auszuschließen, dass sich mehr als 500 Personen – nur das ist derzeit gesetzlich erlaubt – spontan an einem Ort treffen, wird das Ersatzprogramm abgespeckt. Ansprachen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Schießstand statt. Um 14.30 Uhr gibt es drei Böllerschüsse. Schausteller machen in der Stadt auf sich aufmerksam.

Pariser Rodin-Museum öffnet wieder: 3 Millionen Euro Verlust

Das Pariser Rodin-Museum ist nach der coronavirusbedingten Zwangspause wieder geöffnet. Zum Start präsentiert es unter anderem ab Anfang August in seinem rund 3 Hektar großen Skulpturenpark die Fotoausstellung „Rodin in seinem Garten“. Die für den 15. September geplante Werkschau „Picasso Rodin“ wurde auf den 8. Februar 2021 verlegt. Wegen Corona ist die Zahl der Besucher im Innern des Museums auf 100 Personen beschränkt. Durchschnittlich besichtigen jährlich über 550 000 Menschen das Museum, davon kommen 75 Prozent aus dem Ausland. Durch die mehrmonatige Schließung schätzt die Kunsteinrichtung mit ihren kostbaren Sammlungen der Skulpturen und Werke des berühmten Bildhauers den Einnahmeverlust auf rund 3 Millionen Euro. Das Museum wurde 1919 gegründet, 2 Jahre nach dem Tod von Auguste Rodin.

UN-Generalsekretär: Nicht zulassen, dass Terroristen Krise ausnutzen

UN-Generalsekretär António Guterres hat davor gewarnt, dass Terroristen die Corona-Pandemie für ihre Ziele ausnutzen könnten. Psychosoziale, wirtschaftliche und politische Spannungen im Zusammenhang mit Covid-19 hätten dramatisch zugenommen, sagte Guterres am Montag (Ortszeit) bei der Eröffnung der Antiterrorismus-Woche der Vereinten Nationen. „Terroristen darf nicht erlaubt werden, diese Risse und Unsicherheiten auszunutzen.“

Zwar sei es noch zu früh, um die Auswirkungen von Corona auf den Terrorismus vollständig beurteilen zu können, aber man wisse, dass Gruppen wie der Islamische Staat (IS), Al-Kaida sowie Neonazis und „white supremacists“ - also Verfechter rassistischer Ideologien einer weißen Überlegenheit - bemüht seien, lokale Konflikte, Regierungsversagen und Missstände auszuschlachten.

Mehrere britische Pubs wegen Coronavirus-Infektionen dicht

Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-See an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden. Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im größten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden.

Kritiker halten die Lockerungen für viel zu früh. Denn Großbritannien ist das am schlimmsten vom Coronavirus-Ausbruch betroffene Land in Europa. Jeder Landesteil kann über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie entscheiden.

Melbourne geht nach Corona-Anstieg wieder in den Lockdown

Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne geht wegen eines drastischen Anstiegs der Corona-Infektionen erneut in einen sechswöchigen Lockdown. Mehrere Wochen, nachdem die rund fünf Millionen Einwohner zählende Hauptstadt des Bundesstaates Victoria die Wirtschaft wieder geöffnet hatte, werde man ab Mittwoch um Mitternacht (Ortszeit) wieder strikte Ausgangssperren in Kraft setzen, teilte der regionale Regierungschef Daniel Andrews am Dienstag mit. Am selben Tag hatten die Gesundheitsbehörden 191 Neuinfektionen bestätigt, einer der höchsten Anstiege innerhalb eines Tages in Australien seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Schweizer Masken bei Tüv zunächst durchgefallen

Atemschutzmasken „made in Switzerland“ sind bei einer ersten Prüfung des Tüv Nord durchgefallen. Es sei kein formaler, sondern ein technischer Grund gewesen, sagte der Leiter des Labors bei Tüv Nord, Dirk Grenschen, dem Schweizer Sender SRF in einem Beitrag, der am Dienstag ausgestrahlt wurde. Welche Mängel das Institut beanstandete, sagte er nicht. Es müssten Verbesserungen an der Maske vorgenommen werden.

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh deutlich unter Grenzwert

Nach etlichen Coronavirus-Fällen beim Fleischverarbeiter Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Kreis Gütersloh deutlich unter den Grenzwert gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.

Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 50,5 und damit knapp über der Grenze. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel leicht nachgegeben. Der Handel verlief zunächst ruhig. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,82 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel in ähnlichem Ausmaß auf 40,32 Dollar.

Der Erdölmarkt hat ein extremes erstes Halbjahr hinter sich. Zu Jahresbeginn sorgte der Ausbruch der Corona-Pandemie für massive Preiseinbrüche. Hinzu kam ein Machtkampf zwischen den beiden Ölgiganten Saudi-Arabien und Russland, der den US-Ölpreis zeitweise unter die Nulllinie trieb. Seit Mai haben sich die Ölpreise jedoch ein Stück weit erholt, weil sich große Förderländer wieder zusammengerauft haben und sich die Corona-Krise tendenziell entspannt.

Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen erholen sich weiter

Die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen haben sich in der vergangenen Woche weiter etwas verbessert, bleiben aber wegen der Corona-Krise auf sehr niedrigem Niveau. In der Woche vom 29. Juni bis 5. Juli zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport rund 251 000 Fluggäste und damit 83,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie aus einer Aufstellung auf der Internetseite des Frankfurter Konzerns hervorgeht. Das waren gut 78 000 Fluggäste mehr als eine Woche zuvor, als der Rückgang noch 89,3 Prozent betragen hatte.

Wird es in Dornum ein lebendiges Museum zu Coronazeiten geben?

Geht es nach Johannes Faget, dem Chef der Fogelvreien, dann wird es in Dornum an den Wochenende 15./16. August und 22./23. August sowie am 21. August (Lux noctis) die 18. Ritterspiele geben. Die endgültige Entscheidung darüber fällt jedoch der Landkreis Aurich. Dort sollen inzwischen entsprechende Anträge vorliegen, was Pressesprecher Rainer Müller-Gummels allerdings nicht bestätigen konnte. Faget plant, eine Art „Lebendiges Museum“ in der Herrlichkeit zu Corona-Zeiten.

In Sachen Ritterspiele gibt sich Johannes Faget kämpferisch. Er und seine 300 Mitstreiter stünden in den Startlöchern, so der Herold und Spielmann „Fogelvrei“, der in 17 Jahren vor der Kulisse des Dornumer Wasserschlosses Tausende von Besuchern mit seinen Shows begeistert hat.

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Coronafreie Fernsehwelt – Serien ignorieren die Pandemie

In der Realität tobt das Virus, doch auf dem Fernsehbildschirm herrscht die schöne, heile Welt: Bekannte deutsche Serien wollen die Corona-Krise bis auf Weiteres konsequent ignorieren, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Das gilt für die „Rosenheim Cops“ in Bayern ebenso wie für das „Großstadtrevier“ im hohen Norden, für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) und „Sturm der Liebe“ ebenso wie für „Berlin - Tag & Nacht“. „Inhaltlich thematisieren wir Corona aktuell nicht“, sagte eine Sprecherin der Ufa, die die Seifenopern-Dauerbrenner „GZSZ“ und „Unter Uns“ produziert, auf Anfrage.

Die Geschäftsführung von „Studio Hamburg“, das den Hamburger Klassiker „Großstadtrevier“ sowie die Telenovela „Rote Rosen“ dreht, teilte mit, „dass die Covid-19-Pandemie keine Rolle in den Drehbüchern und Geschichten spielen wird“ - und sagte auch warum: Zuschauer flüchteten gern in eine heile Welt „und wollen in fiktionalen Formaten nicht mit der Realität konfrontiert werden“.

390 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196 944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr).

9024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 8 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

+++Ticker von Montag, 6. Juli +++

Debatte um das Freibad Isums: CDU will Antrag auf Öffnung stellen

Die Debatte um die Corona-bedingte Nicht-Öffnung des Freizeitbades in Isums geht weiter: Die CDU will am Dienstag im Stadtrat einen Antrag auf die Öffnung des Freibades stellen.

Gesundheitsminister der Länder: Maskenpflicht gilt weiterhin

Die 16 Gesundheitsminister der Länder haben sich darauf geeinigt, dass die Maskenpflicht auch im Einzelhandel wie bisher gelten soll. Es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag nach einer Schalte der Ressortchefs mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aus Kreisen der Gesundheitsminister.

Oldenburger Landesturnier ist abgesagt

Das Oldenburger Landesturnier in Rastede wird abgesagt. Die Veranstalter des wohl größten ländlichen Reitturniers in Europa haben nun doch die Reißleine gezogen und tragen der anhaltenden Corona-Pandemie mit den damit einhergehenden Regeln und Verboten Rechnung.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Organisatoren der Großveranstaltung nach eigenem Bekunden mit Feuereifer daran gemacht, ein Konzept zu entwickeln, das in vielerlei Hinsicht anders gewesen wäre als seine Vorgänger. Nach der Entscheidung der Bundesregierung, das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende Oktober zu verlängern, haben sich der Renn- und Reitverein Rastede und der Reiterverband Oldenburg nun entschlossen, das Landesturnier für dieses Jahr abzusagen.

Für die Organisatoren beginnt nun die Planung des 72. Oldenburger Landesturniers, das vom 20. bis 25. Juli 2021 im Rasteder Schlosspark stattfinden soll.

Ostfriesland-Cup wird verschoben

Die weiteren Lockerungen der Corona-Auflagen haben bei Manfred Bloem, Organisator des Fußballturnieres „Ostfriesland-Cup“, die Hoffnung geweckt, dass das Turnier doch noch in diesem Jahr stattfinden kann. Der zu Jahresbeginn angesetzte Termin Ende Juli wird aber angesichts des in Niedersachsen geltenden Spielverbots nicht zu halten sein. Sollte es zu weiteren Lockerungen kommen und Fußballspiele wieder erlaubt werden, würde das Turnier am 2. August mit dem ersten Achtelfinale beginnen. Enden soll das Turnier, an dem in diesem Jahr 16 Vereine teilnehmen, mit dem großen Finale am 30. August.

Für das Turnier hat sich neben dem TuS Esens und TuS Strudden auch der TuS Middels qualifiziert. Dank der Quotientenregelung belegt der Bezirksligist den achten Rang und stehen damit in der ersten K.o-Runde dem Ostfrieslandligisten SG Jheringsfehn/Stikelkamp gegenüber. Esens bekommt es derweil mit dem Bezirksliga-Aufsteiger aus Weene zu tun, während Strudden das große Los zog und sich auf ein Heimspiel gegen den Oberligisten Kickers Emden freuen darf.

Esenser Mehrgenerationenhaus fährt Betrieb hoch

Coronabedingt war auch das Mehrgenerationenhaus der AWO in Esens lange Zeit geschlossen. Seit knapp zwei Wochen dürfen Stammgäste und neue Besucher wieder kommen. „Wir fahren unseren Betrieb unter Berücksichtigung aller möglichen Vorsichtsmaßnahmen wieder hoch“, erklärt  AWO-Kreisvorsitzende Leonore Determann, die sich vor diesem Hintergrund mit Einrichtungsleiterin Hinrika Bents über eine Sachspende der Firma Teba aus Duisburg besonders freut. „Unser Unternehmen unterstützt soziale Einrichtungen in Corona-Zeiten“, sagt Uwe Kreklau. „Wir haben unseren bundesweiten Geschäftspartnern Hygiene-Schutzrollos zur kostenlosen Weitergabe an eine Einrichtung in ihrer Region angeboten.“

Tourismus-Beauftragter sieht Chancen für Türkei-Reisen

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sieht wachsende Chancen für ein Aufheben der coronabedingten Reisewarnung für die Türkei. „Wenn die Lage gut ist - und letzte Woche war die Lage gut - können wir relativ schnell die Öffnungen vorbereiten“, sagte der CDU-Politiker am Montag im „Frühstart“ von RTL/ntv. Man sei mittendrin in Überlegungen, „was tun wir die nächsten Tage, um auch hier Reisen zu gewährleisten“.

Voraussetzung sei neben niedrigen Infektionszahlen, dass das türkische Gesundheitssystem Virusausbrüche so bewältigen könne, dass Urlauber wieder gesund nach Hause kommen. Die Gespräche mit der Regierung der Türkei seien gut gewesen. „Man merkt, da wird sicherlich auch viel gemacht, dass vor Ort gewährleistet ist, dass der Schutz da ist.“ Die Türkei müsse genauso beurteilt werden wie andere Urlaubsländer: „Mit jedem Land müssen wir fair und gerecht umgehen.“

CDU-Spitze fordert EU-einheitliche Corona-Urlaubsregeln

Angesichts eines sorglosen Verhaltens von Menschen im Urlaub wird in der CDU-Spitze die Forderung nach EU-weiten einheitlichen Regelungen etwa zum Masken-Tragen in Flugzeugen laut. Mehrere Teilnehmer hätten große Sorgen wegen des Verhaltens vieler Menschen im Urlaub geäußert, hieß es aus Teilnehmerkreisen der letzten CDU-Präsidiumsschalte vor der Sommerpause am Montag. Einige Menschen würden sich so bewegen, als sei Corona nicht mehr da. Die Situation in Flugzeugen sei derzeit unbefriedigend.

Es bestehe die Gefahr, dass die Ansteckungszahlen nach der Rückkehr von Urlaubern aus den Ferien stark ansteigen könnten, wurde demnach in der Runde gewarnt. Dabei sei auch über den geringen Abstand in Flugzeugen zwischen Passagieren und die uneinheitlichen Regeln, was das Tragen von Masken angeht, gesprochen worden. Hier sei eine einheitliche europäische Regelung notwendig.

Walter-Borjans (SPD): Arbeitgeber verstecken sich hinter Corona

Der SPD-Parteivorsitzende Norbert Walter-Borjans hat einem Teil der Arbeitgeber vorgeworfen, die Corona-Krise als Deckmantel zu nutzen, um Mitarbeiter loszuwerden. „Arbeitgeber verstecken sich dahinter, dass es Corona gibt. Wir erleben ja, dass das, was man schon vorher vorhatte, jetzt - mal offener, mal versteckter - mit Corona verbunden durchgezogen wird“, sagte der SPD-Chef am Sonntagabend auf „Bild live“. Prognosen des Unternehmensberaters Roland Berger zu Massenarbeitslosigkeit von zehn Prozent in Deutschland wies Walter-Borjans allerdings zurück und warnte davor, „den Teufel an die Wand zu malen“.

Berger prognostizierte im Gespräch bei „Bild live“ vier bis fünf Millionen Arbeitslose in Deutschland. Die Gefahr bestehe ganz real, sagte Berger. „Das ist eine Quote zwischen neun und zehn Prozent. Das ist eine gigantische Bedrohung unserer Gesellschaft.“ Grund seien unter anderem Arbeitsplatzabbau-Pläne der Großindustrie und wegbrechende Exportmärkte. Außerdem rechne er nicht damit, dass alle Kurzarbeiter nach Corona wieder in Vollzeit zurückkehren werden.

Im Juni waren in Deutschland 2,853 Millionen Menschen ohne Job, 40.000 mehr als noch im Mai und 637.000 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit vergangene Woche mitteilte. Im April war außerdem der höchste jemals erreichte Stand an Kurzarbeitern in der Bundesrepublik erreicht worden. Demnach waren im April 6,83 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Triebwerkshersteller MTU baut mehr als 1000 Stellen ab

Der Triebwerkshersteller MTU streicht mehr als 1000 Jobs. Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die internationale Luftfahrt werde man bis Ende 2021 die Personalkapazität um 10 bis 15 Prozent verringern, erklärte das Unternehmen am Montag. Diese Zahl auf Personen umzurechnen sei schwierig, sagte ein Sprecher. Angesichts von gut 10 700 Mitarbeitern müsse man aber von einem Abbau von mehr als 1000 Jobs ausgehen. Dieser soll sich auf die deutschen und internationalen Standorte des Unternehmens verteilen.

„Es wird Jahre dauern, bis der Luftverkehr - und damit die Grundlage unserer Aktivitäten im Serien- und Instandhaltungsgeschäft - wieder das Niveau der Vorkrisen-Jahre erreichen wird“, sagte MTU-Chef Reiner Winkler. Das Unternehmen geht davon aus, den Abbau zumindest in Deutschland, wo es rund 8.500 Beschäftigte hat, ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewältigen. Im Ausland könnten freiwillige Maßnahmen aber teilweise nicht reichen.

Statt Kündigungen sollen vor allem individuelle Vereinbarungen wie Altersteilzeit oder Vorruhestandsregelungen genutzt werden. Einige Maßnahmen seien bereits eingeleitet, hieß es, etwa ein weitgehender Einstellungsstopp und Arbeitszeitreduzierung. Zudem werden freiwerdende Stellen nicht mehr nachbesetzt. An den deutschen Standorten setzt MTU aktuell zudem auf Kurzarbeit.

Diskussion über Maskenpflicht

Einkaufsbummel ohne Atemmaske - über den Vorschlag vom Wochenende schütteln einige nur die Köpfe. Das Coronavirus ist doch noch da, mahnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Vorsicht. Auch SPD-Co-Chef Norbert Walter-Borjans lehnt die Aufhebung der Maskenpflicht im Handel ab. Beim Einzelhandel stößt der Vorschlag zur Abschaffung der Maskenpflicht beim Einkaufen hingegen auf viel Sympathie.

Kramp-Karrenbauer gegen rasches Ende der Maskenpflicht im Handel

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich gegen ein rasches Ende der Maskenpflicht im Handel im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. Es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs seien, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag in der letzten Videoschalte der engsten CDU-Spitze vor der Sommerpause nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Da sei es das falsche Signal, die Maskenpflicht aufzuheben. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sei weiterhin notwendig und wichtig, damit Deutschland gut durch die Pandemie komme.

Die Debatte über ein baldiges Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel war am Wochenende ins Rollen geraten, nachdem sich Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in der „Welt am Sonntag“ für einen solchen Schritt in seinem Land ausgesprochen hatte. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte eine Lockerung favorisiert, seine Forderung am Montag aber relativiert. Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften sprachen sich am Sonntag indes Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg aus.

DEL-Start frühestens Anfang November

Die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) soll nicht vor November beginnen. Damit würde sich der eigentlich für den 18. September geplante Start der neuen Spielzeit um mindestens sechs Wochen verschieben. „Es gibt nun einen Umlaufbeschluss für einen Saisonstart nicht vor dem 1. November“, sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke dem Fachmagazin „Eishockey News“. Die endgültige Entscheidung soll in dieser Woche erfolgen, sei laut Tripcke aber eine Formalie.

Mehr Infos dazu gibt es hier.

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh nur knapp über Grenzwert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist im Kreis Gütersloh die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in die Nähe des Grenzwerts für die Kontaktbeschränkungen gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 50,5 - also nur noch knapp über dem Grenzwert von 50. Am Vortag wurde diese Infektions-Kennziffer noch mit 56,0 angegeben und am Freitag mit 76,6. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es die ersten regionalen Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Im Kreis Gütersloh gelten sie bis einschließlich diesen Dienstag. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen.

Deutsche Bank sieht Sparziele trotz Corona-Auszeit nicht in Gefahr

Der geplante Stellenabbau bei der Deutschen Bank könnte in diesem Jahr wegen der Corona-Krise etwas geringer ausfallen als zunächst gedacht. Am Ziel, die Stellenzahl bis Ende 2022 um etwa 18.000 auf 74.000 zu reduzieren, ändere aber auch die Corona-Pandemie nichts, sagte Finanzvorstand James von Moltke der „Financial Times“ (Montag) und bekräftigte damit Aussagen von Konzernchef Christian Sewing bei der Hauptversammlung im Mai. Wegen der Corona-Krise habe es eine zirka sechs Wochen lange Pause bei einigen Restrukturierungsmaßnahmen wie dem Stellenabbau gegeben.

Gehaltsverhandlung in Krisen-Zeiten

Wer demnächst einen neuen Job antritt oder sich dem Jahresgespräch nähert, der fragt sich womöglich, ob die aktuelle Wirtschaftslage überhaupt Verhandlungsspielraum zulässt. Kann man jetzt mehr Gehalt verlangen?

In der Tat leiden viele Branchen unter Entlassungswellen und ausbleibendem Wachstum. Man müsse aber immer zuerst schauen, wo man sich befindet, rät Gehaltscoach Sandra Schumacher. In manchen Branchen gäbe es gar keine Krise. Vor allem Bewerber von außen sollten sich immer noch vornehmen, ein gutes Gehalt zu verhandeln.

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Shop Apotheke setzt in Corona-Krise deutlich mehr um

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke ist im zweiten Quartal in der Corona-Krise kräftig gewachsen. Im Zeitraum April bis Juni sind die Erlöse vorläufigen Berechnungen zufolge um 42 Prozent auf 233 Millionen Euro gestiegen, wie das im SDax notierte Unternehmen am Montag in Venlo mitteilte. Angesichts der Kapazitätsgrenzen an unserem derzeitigen Standort in Venlo könnte sich das Wachstum in den kommenden zwei Quartalen jedoch möglicherweise temporär leicht abschwächen, erklärte Finanzchef Jasper Eenhorst.

Auch bei den Kundenzahlen profitierte das Unternehmen davon, dass gerade in der Corona-Krise immer mehr Waren online bestellt werden. Die Anzahl aktiver Kunden hat sich bis zum Stichtag 30. Juni auf 5,5 Millionen erhöht, hieß es weiter. Dies sei ein Zuwachs um eine halbe Million im Vergleich zum Ende des ersten Quartals 2020 und um 800 000 im bisherigen Jahresverlauf.

Indien überholt Russland bei Zahl der Corona-Fälle

Indien hat Russland bei der Zahl der Corona-Fälle überholt - nur Brasilien und die USA haben nun mehr gemeldete Infektionen. Das zeigen Zahlen der Johns Hopkins Universität. Indien hatte demnach am Montag mehr als 697 000 Fälle, Russland mehr als 680 000. Die Zahlen in Indien steigen schneller an, seit die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie deutlich gelockert wurden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Während des strikten Lockdowns waren Millionen Menschen arbeitslos geworden, viele hatten Angst zu verhungern.

Inzwischen werden in der indischen Hauptstadt und Millionenmetropole Neu Delhi die Krankenhausbetten knapp. Die Regierung lässt temporäre Corona-Krankenhäuser einrichten - unter anderem in Zügen, Hotels und in einem großen Zentrum, in dem zehntausend Betten aus Karton stehen.

219 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 219 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.554 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Montagmorgen meldete (Datenstand 6.7., 0.00 Uhr).

9016 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 182.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Studie: Ein Drittel trinkt in der Krise mehr Alkohol

Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat. 35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor. Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen.

Trump kündigt weitere große Wahlkampfveranstaltung an

Teilnahme auf eigene Virus-Gefahr: Für seinen Wahlkampf hält Präsident Donald Trump trotz der jüngsten Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA an Großveranstaltungen fest. Am Samstag will er auf dem Flughafen von Portsmouth im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire im Freien vor Tausenden Anhängern sprechen. Alle Gäste müssen bei der Anmeldung zustimmen, dass sie „freiwillig alle Risiken“ übernehmen, die aus einer Corona-Infektion resultieren könnten, wie seine Kampagne am Sonntag (Ortszeit) erklärte. Trumps Wahlkampflager haftet dafür nicht. Teilnehmer würden aber „stark ermuntert“, bereitgestellte Masken zu tragen, hieß es.

Betrug bei Corona-Soforthilfen: Immer mehr Verdachtsfälle

Schnell und unbürokratisch sollten Hilfsgelder in der Corona-Krise ausgezahlt werden. Dabei haben einige die Hand aufgehalten, denen die Gelder nicht zustehen. In allen Bundesländern ermitteln die Behörden derzeit wegen Betrugs. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei Landeskriminalämtern, Staatsanwaltschaften und Landesministerien zeigt: Die umfangreiche Aufarbeitung hat erst begonnen.

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Filmproduzent Nico Hofmann erwartet „gesellschaftlichen Reset“

Die Erfahrungen der Corona-Pandemie werden die Gesellschaft in Deutschland verändern - diese Erwartung hat auch der Filmproduzent Nico Hofmann. „Wir stellen uns alle die Frage: Wie habe ich gelebt vor Corona, und wie will ich in Zukunft leben und arbeiten?“ sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dabei rechne er damit, dass Herausforderungen wie die Umwelt- und Klimapolitik stärker in den Fokus rücken. „Ich denke, dass wir ähnlich wie nach der Finanzkrise von 2008/09 einen kompletten gesellschaftlichen Reset erleben werden.“

Der Geschäftsführer des Filmunternehmens UFA GmbH rechnet auch mit inhaltlichen Verschiebungen in der Filmbranche: „Jetzt werden andere Themen nach vorne gerückt wie Solidarität und Mitmenschlichkeit. Das findet direkten Ausdruck in den Stoffen, dass Menschen offener und solidarischer miteinander umgehen.“ Zu den Produktionen Hofmanns gehören Fernsehserien wie „Charité“ oder Filme wie „Lotte am Bauhaus“. Soeben hat Hofmann auch seinen Vertrag als Intendant der Wormser Nibelungen-Festspiele verlängert.

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