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Coronavirus-Ticker: Neuer Höchstwert bei Todeszahlen

14.11.2020

Wilhelmshaven /Friesland /Ostfriesland Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 1 084 743 (+ 17.270 zum Vortag) Infektionen und 17 123 Todesfälle. (Stand: 2. Dezember, 7.29 Uhr).

Wilhelmshaven:

Akute Coronafälle: 124 (+3 zum Vortag)

Gesamtzahl: 310 (genesen: 177, verstorben: 9)

Inzidenzwert: 43,4

(Stand: 1. Dezember, 17 Uhr)

Landkreis Friesland:

Akute Coronafälle: 135 (+ 3).

Gesamtzahl: 425 (genesen: 286, verstorben: 4)

Inzidenzwert: 101,3

(Stand: 1. Dezember, 15.31 Uhr)

Landkreis Wittmund:

Akute Coronafälle: 54 Personen (- 12)

Gesamtzahl: 301 (genesen: 243 Personen, verstorben: 4)

Inzidenzwert: 84,3

(Stand: 1. Dezember, 11.08 Uhr)

Landkreis Aurich:

Akute Coronafälle: 100 Personen (- 1)

Gesamtzahl: 1034 (genesen: 916, verstorben: 18)

Inzidenzwert: 43,8

(Stand: 1. Dezember, 10 Uhr)

+++ Ticker von Mittwoch, 2. Dezember +++

Biontech und Pfizer: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Das teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Damit bekommen die Briten früher grünes Licht für einen Corona-Impfstoff als die EU und die USA.

Stehen die Tannenbäume im Corona-Jahr früher in den Stuben?

Machen es sich die Deutschen im Corona-Jahr früher zu Hause mit einem Tannenbaum gemütlich? In den sozialen Medien wirkt es vielfach so. Echte Bäume aber sind das wohl meistens noch nicht. Der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger im badischen Bühl erwartet auch 2020 ein traditionelles Verhalten beim Tannenbaumkauf.

Die „stille Masse“ posiert demnach nicht schon jetzt mit einem geschmückten Baum im Wohnzimmer. Die meisten der etwa 22 Millionen echten Weihnachtsbäume werden erst um den vierten Advent verkauft, wie Geschäftsführer Martin Rometsch der Deutschen Presse-Agentur sagte - diesmal also etwa zwischen dem 15. und 23. Dezember.

Höchstwert: 487 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17 270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18 633 neue Fälle hinzukamen.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17 123. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1 084 743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779 500 Menschen inzwischen genesen.

+++ Ticker von Dienstag, 1. Dezember +++

Spahn: Corona-Impfung kann bald starten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet damit, dass zum Jahreswechsel mit ersten Corona-Impfungen begonnen werden kann.

Erste Priorität hätten Ältere, Personen mit Vorerkrankungen, Beschäftigte in der Pflege und in Krankenhäusern sowie Menschen, die die öffentliche Ordnung aufrechterhalten, sagte Spahn in Düsseldorf.

Einige wollten unbedingt zuerst geimpft werden, andere hätten Sorgen, sagte Spahn. Deswegen seien die Impfungen „ein Angebot“. Bundesweit stünden zu Beginn voraussichtlich zwischen fünf und acht Millionen Impfdosen zur Verfügung - davon etwa eine Million für das bevölkerungsreichste Bundesland NRW.

Außerdem habe Deutschland sich monatlich mehr als 60 Millionen Corona-Schnelltests gesichert. Dies sei durch „Garantie-Verträge“ mit großen Produzenten und Lieferanten gewährleistet worden, sagte der Minister. Dennoch müsse zunächst noch von einem Engpass bei Schnelltests ausgegangen werden. „Umso mehr Schnelltests zur Verfügung stehen in den unterschiedlichen Lebensbereichen, desto besser.“

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Die Queen bleibt Weihnachten in Windsor

Die britische Königin Elizabeth II. (94) und ihr Mann Prinz Philip (99) werden die Weihnachtstage dieses Jahr coronabedingt nicht wie gewohnt im ostenglischen Sandringham verbringen, sondern in Windsor. Das teilte der Buckingham-Palast am Dienstag mit.

Dem britischen Nachrichtensender Sky News zufolge ist es das erste Mal seit 1988, dass das britische Königspaar über die Feiertage nicht auf den Landsitz in der Grafschaft Norfolk fährt. „Unter Berücksichtigung aller entsprechenden Ratschläge haben die Queen und der Herzog von Edinburgh (Philip) entschieden, dass sie dieses Jahr Weihnachten in Ruhe in Windsor verbringen werden“, sagte eine Sprecherin des Königshauses.

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Corona-Hilfen: Scholz zuversichtlich für rasche Lösung

Bundesfinanzminister Olaf Scholz setzt auf eine rasche Freigabe der derzeit durch Polen und Ungarn blockierten europäischen Milliardenhilfen gegen die Corona-Krise.

Er sei „unverändert zuversichtlich, dass es auch jetzt schon und bald gelingen wird, zu einer Verständigung zu kommen“, sagte der SPD-Politiker am Dienstag nach Beratungen mit den übrigen EU-Finanzministerin. Er fügte hinzu: „Ich bin sicher, dass niemand so unklug sein wird zu verhindern, dass es zu Entscheidungen kommt.“

Die deutsche Ratspräsidenschaft will nach Scholz’ Worten noch vor Jahresende eine Lösung. Auch EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis mahnte dringend: „Es ist klar, dass wir sehr intensiv arbeiten und alle denkbaren Optionen prüfen müssen, denn wir befinden uns in einer tiefen Wirtschaftskrise.“ Das Geld werde dringend von Bürgern und Unternehmen gebraucht.

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Ein weiterer Corona-Todesfall in Wilhelmshaven

Fünf neue bestätigte Corona-Fälle sind dem Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven heute mitgeteilt worden. Eine Person, die mit dem Coronavirus infiziert war, ist verstorben. Außerdem ist eine Person wieder genesen. Somit gelten derzeit 124 Fälle als akute Fälle. Die Gesamtzahl der Personen mit Erstwohnsitz in Wilhelmshaven, die mit dem Corona-Virus infiziert waren bzw. sind, steigt auf 310. 177 Personen sind bereits wieder genesen

Impfzentrum im Landkreis Friesland wird in Roffhausen eingerichtet

Der Landkreis Friesland wird das Impfzentrum in den Räumlichkeiten des ehemaligen Schulgebäudes in Roffhausen/Schortens einrichten. Das Land Niedersachsen hat heute das außergewöhnliche Ereignis ausgerufen und sobald das vom Landkreis vorgelegte Konzept vom Land freigegeben ist, wird die Kreisverwaltung über die Details wie Kapazitäten und Ablauf informieren, die Sicherung des Objektes wurde heute bereits veranlasst. Das Impfzentrum soll Mitte Dezember in Betrieb gehen.

Bisher werden in dem Gebäude in Roffhausen Abstriche von Kontaktpersonen genommen – sobald das Impfzentrum in Betrieb geht, werden die Abstriche an einem anderen Standort stattfinden, auch dies ist im Konzept angegeben. Das teilte der Landkreis am Dienstag mit.

Biontech: Können Impfstoff innerhalb von Stunden ausliefern

Die Mainzer Firma Biontech könnte ihren Corona-Impfstoff nach einer Zulassung durch die Behörden nach eigenen Angaben „innerhalb von wenigen Stunden“ ausliefern. Das sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU). „Wir haben auf Halde produziert und alles, was da ist, kann innerhalb von wenigen Stunden dann wirklich verteilt werden.“ Man sei gut auf diese Verteilung vorbereitet. Der Impfstoff werde in Boxen geliefert und könne in diesen mit Trockeneis bis zu 30 Tage im jeweiligen Impfzentrum gekühlt werden oder bis zu fünf Tage in einem handelsüblichen Kühlschrank. Gefrierschränke würden erst wichtig, wenn es um eine längere Lagerung gehe.

Die Auswertung der Daten habe gezeigt, dass der Biontech-Impfstoff gut verträglich und gleichzeitig hochwirksam sei, sagte Poetting. „Diese Ergebnisse zeigen erstmal, dass wir überzeugt sind, dass dieser Impfstoffkandidat wirklich einen Schutz bieten kann vor Corvid-19.“ Bei der Corona-Impfstoffentwicklung geht es momentan Schlag auf Schlag. Am Montag hatten sowohl Biontech/Pfizer als auch der US-Konzern Moderna nach eigenen Angaben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) einen Antrag auf Zulassung für ihre Impfstoffe gestellt.

So läuft die Zulassung eines Corona-Impfstoffs in der EU ab

Da heute praktisch kein Impfstoff mehr ausschließlich für den deutschen Markt zugelassen wird, ist dieses Verfahren größtenteils durch das zentrale europäische Zulassungsverfahren ersetzt worden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) mit Sitz in Amsterdam ist dabei die zentrale Prüfstelle.

Die Zulassungsanträge zu den Corona-Impfstoffkandidaten können in einem sogenannten „Rolling-Review“-Verfahren bewertet werden - das ist sowohl bei Moderna als auch beim Vakzin von Biontech/Pfizer der Fall. Das Verfahren soll die Bewertung durch die Ema beschleunigen. Anders als im regulären Verfahren wird die Beurteilung des Impfstoffkandidaten bereits begonnen, bevor alle erforderlichen Daten für einen „normalen“ Zulassungsantrag eingereicht wurden.

Im Fall von Biontech/Pfizer will die Ema bis spätestens 29. Dezember über eine Zulassungsempfehlung entscheiden, teilte die Agentur am Dienstag in Amsterdam mit. Zum Antrag des US-Konzerns Moderna auf Zulassung seines Impfstoffs werde eine Entscheidung bis zum 12. Januar erwartet. Sollte die Ema grünes Licht geben, kann die EU-Kommission die Verwendung der Impfstoffe für alle Mitgliedsländer genehmigen. Ein Kommissionssprecher sagte am Dienstag, das Verfahren könnte nach einer Ema-Empfehlung binnen Tagen abgeschlossen sein. Die Kommission folgt in der Regel der Empfehlung.

Im Falle der bisher gestellten Anträge soll es die Empfehlung einer bedingten Zulassung geben. Eine solche Zulassung soll dringliche medizinische Bedürfnisse befriedigen. Den Antragstellern kann im Interesse der öffentlichen Gesundheit eine bedingte Genehmigung erteilt werden, wenn der Nutzen das Risiko, das von weniger als normalerweise erforderlichen Daten ausgeht, überwiegt.

Fehlende Daten beispielsweise zur Langzeitwirksamkeit oder zu bestimmten Subgruppen müssen so schnell wie möglich nachgereicht werden. Eine bedingte Zulassung gilt für ein Jahr und kann verlängert werden.

OECD: Weltweiter Aufschwung 2021 schwächer als erwartet

Die Industrieländervereinigung OECD erwartet angesichts der noch nicht überwundenen Corona-Krise einen langsameren Wirtschaftsaufschwung als zunächst vorhersagt. Die Weltwirtschaft dürfte nach einem starken Einbruch 2020 im neuen Jahr um 4,2 Prozent wachsen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag in Paris in einer Konjunkturprognose mit. Für 2022 werde dann ein Plus von 3,7 Prozent erwartet.

Noch Mitte September hat die OECD für das kommende Jahr einen Wiederanstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent prognostiziert. Im laufenden Jahr werde die globalen Wirtschaft um etwa 4,2 Prozent schrumpfen, so die Organisation. Das ist etwas weniger als zunächst befürchtet.

„Zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie gibt es nun Hoffnung auf eine bessere Zukunft“, berichtete OECD-Chefökonomin Laurence Boone mit Blick auf die erwarteten Corona-Impfstoffe. „Das Schlimmste wurde vermieden(...)“, erklärte sie weiter - denn ohne enorme öffentliche Hilfen würde die wirtschaftliche und soziale Lage schlechter aussehen. Viele Staaten hatten in der Krise die Geldhähne geöffnet, um Unternehmen und Bürgern zu helfen. Steigende Defizite sind vielerorts die Folge.

Für Deutschland wird am laufenden Jahr ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 5,5 Prozent angenommen. Im kommenden Jahr werde der Aufschwung der größten Volkswirtschaft der Eurozone mit 2,8 Prozent vergleichsweise langsam ausfallen. Für 2022 wird ein Plus von 3,3 Prozent angenommen.

Hamilton zu Zwangspause nach Positiv-Befunden: Am Boden zerstört

Lewis Hamilton hat nach seinen positiven Corona-Testbefunden einen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet. „Passt bitte auf euch auf da draußen, ihr könnt nie vorsichtig genug sein“, schrieb der 35 Jahre alte Formel-1-Superstar am Dienstag bei Instagram. Es seien für alle besorgniserregende Zeiten.

Der siebenmalige Weltmeister wurde nach Angaben seines Teams zweimal positiv auf das Coronavirus nach dem Großen Preis von Bahrain getestet. Er befindet sich dort in Isolation, für zehn Tage, wie er selbst schrieb. Er sei am Montag mit leichten Symptomen aufgewacht, bestätigte Hamilton, was auch sein Rennstall Mercedes zuvor schon mitgeteilt hatte. Auch jetzt habe er nur milde Symptome und er werde sein bestes tun, um fit zu bleiben.

Für das zweite Rennen in der Wüste in Sakhir binnen acht Tagen kommt Hamilton aber nicht infrage. „Ich bin am Boden zerstört, dass ich an diesem Wochenende nicht fahren kann“, schrieb der 35-Jährige, der seinen siebten Titel allerdings längst sicher hat.

Er und sein Team hätten alles unternommen, seit die Saison der Formel 1 wegen der Pandemie mit fast vier Monaten Verspätung begonnen hatte, alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und sich an alle Vorgaben gehalten. „Leider“ habe er nach drei negativen Tests in der vergangenen Wochen nun einen positiven Befund.

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff

Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) die Zulassung für ihren Corona-Impfstoff in der EU beantragt. Der Antrag auf eine bedingte Marktzulassung sei am Montag eingereicht worden, teilten Biontech und Pfizer am Dienstag mit. Am Montag hatte auch der US-Konzern Moderna bei der Ema einen entsprechenden Antrag für seinen Impfstoff gestellt.

Wilhelmshavener Impfzentrum an der Güterstraße

Die Vorbereitungen für ein Wilhelmshavener Impfzentrum sind abgeschlossen: Als eine der ersten Gemeinden in Niedersachsen hat die Stadt ein geeignetes Gebäude an das Kompetenzzentrum des Landes gemeldet, in dem sich die Bevölkerung freiwillig gegen das Coronavirus impfen lassen kann. Sobald der Impfstoff freigegeben und in ausreichender Anzahl vom Land an die Kommunen verteilt worden ist, kann es losgehen.

Das ehemalige Aldi-Gebäude in der Güterstraße 48a scheint wie geschaffen für das Vorhaben, innerhalb kürzester Zeit rund 60 Prozent der Bevölkerung impfen zu wollen. Es ist nicht nur groß genug für die Arbeit des medizinischen und Verwaltungspersonals, es verfügt auch über ein großes Lager und die benötigten Anschlüsse für spezielle Kühlschränke, in denen der Impfstoff bei etwa -70 Grad gelagert werden soll. Außerdem ist das Gebäude barrierefrei zugänglich, verfügt über ausreichend Parkplätze und ist auch mit dem Bus gut zu erreichen. Ein Anschluss an das Breitbandnetz für die administrativen Aufgaben ist ebenfalls vorhanden. Die Mietkosten trägt das Land. „Da das Gebäude nach dem Auszug des Unternehmens derzeit leer steht, können wir es sofort für unsere Zwecke nutzen“, so der stellvertretende Leiter der Berufsfeuerwehr, Michael Weiser, der in den vergangenen zwei Wochen mit Hochdruck an den Planungen für den Aufbau eines Impfzentrums in der Jadestadt gearbeitet hat. Nun müssen nur noch kleinere Arbeiten an dem Gebäude durchgeführt und die Warte-, Vorbereitungs- und Impfbereiche sowie die Büros ausgestattet werden.

Wann es genau losgehen wird, wie sich die Bürger für einen Impftermin anmelden und wie lange das Impfzentrum dann betrieben werden soll, ist indes noch nicht klar. „Hier warten wir auf entsprechende Aussagen des Landes. Aber unabhängig davon können wir schon jetzt sagen: Wir sind bereit, das Impfzentrum zum 15. Dezember, wie es die Vorgabe des Landes vorsieht, in Betrieb zu nehmen.“

Not wächst wegen Corona rasant: UN brauchen Milliarden

Katastrophen, Konflikte, Klimawandel und jetzt auch noch das Coronavirus haben Millionen Menschen ins Elend gestürzt. Es drohten sogar Hungersnöte, nachdem man gedacht habe, solche Katastrophen würden endgültig der Vergangenheit angehören, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die Vereinten Nationen rechnen damit, dass im nächsten Jahr mehr Menschen Hilfe und Unterstützung brauchen als je zuvor: Insgesamt 235 Millionen Menschen, ein Anstieg von 40 Prozent innerhalb eines Jahres. Vor einem Jahr waren es 168 Millionen, im Jahr davor 146 Millionen Menschen. Das UN-Nothilfebüro (OCHA) macht die Tragweite der Not mit einem Vergleich anschaulich: Wenn alle Notleidenden in einem Land lebten, wäre dies nach Einwohnern der fünftgrößte Land der Welt. Es hätte mehr als zweieinhalb mal so viele Einwohner wie Deutschland.

Die Vereinten Nationen wollen nächstes Jahr 160 Millionen Menschen in 56 Ländern helfen. Um die anderen kümmern sich Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz. Die geplanten UN-Programme zur Versorgung mit Nahrungsmitteln, Zufluchtsorten und medizinischer Hilfe kosten zusammen 35 Milliarden Dollar (gut 29 Mrd Euro). Dieses Jahr lag der Bedarf nach mehreren Ergänzungen auch wegen der Coronavirus-Pandemie bei fast 39 Milliarden Dollar. Davon waren aber bis Ende November erst knapp 45 Prozent zusammengekommen.

Barmer: Teufelskreis bei Belastung von Pflegekräften durchbrechen

Die Barmer Krankenkasse hat vor anhaltender Überlastung von Pflegekräften gewarnt. „Die Arbeitssituation in der Pflege greift die Gesundheit der Beschäftigten massiv an“, sagte Vorstandschef Christoph Straub. Bei Ausfällen würden Kolleginnen und Kollegen zusätzlich belastet. Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden, zumal die Corona-Pandemie die Lage noch einmal verschärfe.

Laut einer Studie der Kasse, die am Dienstag in Berlin vorgestellt werden soll, sind Altenpflegekräfte deutlich mehr krankgeschrieben als Erwerbstätige in anderen Berufen. Zwischen 2016 und 2018 habe der Krankenstand von Hilfskräften in der Altenpflege 8,7 Prozent und von Fachkräften 7,2 Prozent betragen - in sonstigen Berufen waren es demnach 5,0 Prozent. Als Krankenstand gilt der durchschnittliche Anteil krankgeschriebener Versicherter je Kalendertag.

Kassenchef Straub forderte, Pflegeberufe müssten dringend deutlich arbeitnehmerfreundlicher werden. Die Bundesregierung will in einer „Konzertierten Aktion Pflege“ umfassend bessere Bedingungen schaffen. Finanziert werden können künftig auch mehr Pflegestellen.

13 604 Fälle: Neuinfektionen auf Vorwochenniveau

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13 604 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. In der Vorwoche waren es mit 13 554 ähnlich viele Fälle, wie aus Zahlen des RKI vom Dienstagmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Binnen eines Tages sind außerdem 388 neue Todesfälle gemeldet worden. Das ist der vierthöchste Wert seit Beginn der Pandemie.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Der bisherige Höchststand von 410 Todesfällen wurde am vergangenen Mittwoch erreicht. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Dienstag auf 16 636.

+++ Ticker von Montag, 30. November +++

Wilhelmshaven sagt den Neujahrskonvent ab

Normalerweise startet die Stadt Wilhelmshaven mit ihrem traditionellen Neujahrskonvent ins neue Jahr – allerdings: das Jahr 2021 wird nicht mit dieser Veranstaltung eingeläutet. „Uns ist die Entscheidung alles andere als leichtgefallen. Aber da der Neujahrskonvent vom Kontakteknüpfen, Netzwerken und Beisammensein lebt, würden wir – selbst wenn es eine neue Landesverordnung im Januar zulassen würde – nur mit einem deutlich veränderten Veranstaltungsformat mit viel weniger Gästen durchführen können“, führt Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist aus. „Das würde unserem Konvent am Ende nicht gerecht werden.“

Deswegen hat sich die Verwaltung dazu entschlossen, die Veranstaltung schon jetzt abzusagen. „Wir hoffen darauf, dass wir dafür nach einer endlich überstandenen Pandemie im Januar 2022 einen umso schöneren Neujahrskonvent ausrichten können.“ Ganz ohne Neujahrsgrüße des Oberbürgermeisters möchte die Stadt aber dennoch nicht ins Jahr 2021 starten: Auf der Homepage der Stadt wird Carsten Feist Anfang Januar in einer Videobotschaft auf das zurückliegende Jahr blicken und einen Ausblick auf 2021 geben.

Maskenpflicht in Leer gilt unabhängig vom Inzidenzwert

In mehreren Straßen der Leeraner Innenstadt gilt wegen der Corona-Pandemie weiterhin eine Maskenpflicht – ab diesem Mittwoch aber unabhängig vom Inzidenzwert, also der Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Das teilt die Kreisverwaltung Leer in einer Presseerklärung mit.

In einer neuen Allgemeinverfügung hat der Landkreis festgelegt, an welchen öffentlichen Orten unter freiem Himmel in der Stadt Leer eine Mund-Nasen-Bedeckung vorgeschrieben ist: Bahnhofsvorplatz, Mühlenstraße, Brunnenstraße und Rathausstraße. Dort gilt die Maskenpflicht täglich von 7 bis 23 Uhr. Für den Hafenbereich in Ditzum wird die Maskenpflicht aufgehoben. Die Verfügung wird an diesem Dienstag in den hiesigen Tageszeitungen veröffentlicht und am Mittwoch in Kraft treten.

Die neue Allgemeinverfügung löst die alte Verfügung vom 9. November ab, in der die Maskenpflicht noch an den Inzidenzwert gebunden war. Das ist durch die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen, die an diesem Dienstag in Kraft tritt, nun anders geregelt. Der Inzidenzwert spielt bei der Maskenpflicht an öffentlichen Orten keine Rolle mehr.

Ein neuer Coronafall in Wilhelmshaven

Ein neuer bestätigter Corona-Fall ist dem Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven heute mitgeteilt worden. Außerdem sind 13 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, wieder genesen. Somit gelten derzeit 121 Fälle als akute Fälle. Die Gesamtzahl der Personen mit Erstwohnsitz in Wilhelmshaven, die mit dem Corona-Virus infiziert waren bzw. sind, steigt auf 305. 176 Personen sind bereits wieder genesen.

Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen am selben Tag mit.Parallel dazu soll eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Wilhelmshaven: Drei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus

Drei Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind am vergangenen Wochenende verstorben. Das meldete das Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven am Montag. „Das ist eine traurige Nachricht, die uns erreicht hat“, spricht Oberbürgermeister Carsten Feist den Familien sein Beileid aus. „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Verstorbenen und wünschen ihnen viel Kraft in dieser schwierigen Zeit.“ Insgesamt sind in Wilhelmshaven in Zusammenhang mit dem Corona-Virus somit acht Personen verstorben.

Teil-Lockdown drückt Nachfrage nach Arbeitskräften

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat wegen des Teil-Lockdowns wieder etwas nachgelassen. Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit stieg im November im Vergleich zum Vormonat zwar noch leicht um 1 auf 99 Punkte. Die Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zeigten sich aber in einer Abflachung des Anstiegs, teilte die Bundesagentur am Montag mit. Mit 21 Punkten weniger liegt der BA-X noch immer deutlich unter dem Vorjahreswert.

Demnach sind zurzeit weniger neue Stellen zu besetzen, weil weniger Beschäftigte ihren Arbeitsplatz wechseln und die Unternehmen weniger Personalbedarf haben. Außer im öffentlichen Dienst gab es im November nach Angaben der Bundesagentur in allen Branchen eine geringere Nachfrage nach Arbeitskräften. Vor allem in der Zeitarbeit, im Handel, im Gastgewerbe und der Industrie ging die Zahl der meldeten Stellen zurück.

Der Stellenindex beruht auf den Stellengesuchen, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. Als Referenzwert dient der Durchschnitt des Jahres 2015, der mit 100 angegeben wurde. Im April lag der Stellenindex erstmals unter dem Referenzwert.

Passau Deutschlands Corona-Hotspot

Die niederbayerische Stadt Passau liegt nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zusammen mit dem Thüringer Landkreis Hildburghausen als Corona-Hotspot bundesweit an der Spitze.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche - lag am Montag demnach bei 579,5.

Nur ganz knapp dahinter rangiert den Daten zufolge der bisherige Spitzenreiter, der Thüringer Landkreis Hildburghausen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 579,1. Eine RKI-Sprecherin bestätigte die Zahlen.

In Passau dürfen die Menschen ihre Wohnung seit Samstag nur noch aus triftigem Grund verlassen. Die Zahlen des RKI sind an Sonntagen und Montagen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Bankenverband: Aufschwung nach Corona braucht gezielte Unterstützung

Nach dem coronabedingten Absturz der deutschen Konjunktur braucht es nach Ansicht des Bankenverbandes BdB gezielte wirtschaftspolitische Impulse für 2021. „Die staatlichen Programme für Unternehmen waren und sind als Akuthilfe wichtig. Doch jetzt kommt es darauf an, die richtigen wirtschaftspolitischen Impulse zu setzen, um die gesunden Unternehmen für die Zukunft zu stärken“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Christian Ossig, am Montag.

Um den Aufschwung nach der Pandemie zu unterstützen, fordert der Verband unter anderem, den steuerlichen Verlustrücktrag für Firmen auszubauen. Unternehmen könnten dann Verluste aus dem Corona-Jahr steuerlich mit Jahren mit besser laufenden Geschäften verrechnen. Eine großzügigere Gestaltung würde Unternehmen entlasten, die nun „Luft zum Investieren“ bräuchten, erklärte der BdB.

Zudem müssen aus Sicht des Verbandes die Investitionen in Forschung und Entwicklung hochgefahren werden: „Hier brauchen wir eine steuerliche Förderung und vorteilhafte Finanzierungsbedingungen.“ Staatliche Mittel sollten gezielter eingesetzt werden, bekräftigte Ossig: „Der Aufbruch aus der Krise sollte mit dem so notwendigen Umbau der Wirtschaft verbunden werden. Die Hilfen müssen dabei gezielt Investitionen in Zukunftstechnologien in den Feldern Nachhaltigkeit und Digitalisierung unterstützen.“

THW: Länder arbeiten mit Hochdruck am Aufbau von Impfzentren

Die Bundesländer kommen nach Angaben des Technischen Hilfswerkes (THW) beim Aufbau von Corona-Impfzentren gut voran. „Alle arbeiten mit Hochdruck daran, dass wir diese Impfzentren so schnell wie möglich verfügbar haben“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam am Montag im RBB-Inforadio. Ziel sei es, Mitte Dezember möglichst viele einsatzbereit zu haben. „Wir versuchen, die Gesundheitsämter nach besten Kräften zu unterstützen, um diese Impfzentren dann auch in absehbarer Zeit funktionsfähig zu bekommen“, so Friedsam.

In den Bundesländern sei der Stand der Vorbereitungen unterschiedlich, erklärte er. Teilweise liefen noch Planungen, aber es gebe auch schon Impfzentren, die eingerichtet würden. Eine besondere logistische Herausforderung sei die Lagerung des möglichen Impfstoffes. „Wenn in der Tat der Impfstoff bei 70 Grad minus gelagert werden muss, bedarf es spezieller Einrichtungen. Es gibt spezielle Kühlschränke, es gibt Möglichkeiten, das über Trockeneis-Verfahren zu machen“, so Friedsam.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Länder nach eigenen Angaben gebeten, dass die Impfzentren Mitte Dezember einsatzbereit sein sollen. Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung (SPD), warnte am Wochenende vor der Hoffnung, dass es ab Januar an vielen Orten Impfzentren geben könne. „Tatsächlich gehen wir aber davon aus, dass bis weit ins Frühjahr hinein vor allem mobile Impfteams in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser fahren“, so Jung. Es dürfte keine unrealistische Erwartungen geweckt werden. „Massenimpfungen für die breite Bevölkerung werden nach den Plänen von Bund und Ländern frühestens ab dem Sommer möglich sein.“

Kurzarbeit in Deutschland steigt wieder an

Die neuen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Kurzarbeit in Deutschland wieder ansteigen lassen. Der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit sei im November von 24,8 Prozent im Vormonat auf 28,0 Prozent gestiegen, teilte das Münchner Ifo-Institut am Montag in München mit. Die Forscher beziehen sich auf eigene Umfragen. Kurzarbeit ist in der Krise ein entscheidendes Instrument, um flächendeckende Entlassungen von Arbeitnehmern zu verhindern. Besonders deutliche Anstiege verzeichneten laut Ifo Hotels (62,9 auf 91 Prozent), die Gastronomie (53,4 auf 71,7 Prozent) sowie Reisebüros und Reiseveranstalter (von 88,0 auf 91,1 Prozent). „Gerade in diesen vom Teil-Lockdown massiv betroffenen Branchen wird wieder sehr viel Kurzarbeit gefahren“, sagte Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

Der Anstieg habe sich durch fast alle großen Wirtschaftszweige vollzogen, erklärten die Forscher. Bei den Dienstleistern stieg die Kurzarbeit von 24,0 auf 30,6 Prozent der Unternehmen, im Handel von 18,8 auf 20,7 Prozent, auf dem Bau von 7,4 auf 9,0 Prozent. In der Industrie war dagegen ein leichter Rückgang von 31,9 auf 30,5 Prozent zu verzeichnen. Der Dienstleistungssektor ist wesentlich stärker von den Corona-Einschränkungen betroffen als die Industrie.

Keine Lockerungen zwischen den Jahren in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg werden die Corona-Maßnahmen unmittelbar nach den Weihnachtstagen wieder verschärft. Die grün-schwarze Landesregierung will die Kontaktbeschränkungen lediglich vom 23. bis zum 27. Dezember aufweichen, bestätigte ein Regierungssprecher am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Darauf habe sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit seinen Kabinettskollegen verständigt. Über die Weihnachtstage sollen aber Hotelübernachtungen für Familienbesuche in Baden-Württemberg ermöglicht werden.

Die Corona-Maßnahmen werden im Dezember bundesweit verschärft - außer in der Weihnachtszeit. Bund und Länder hatten sich vergangene Woche für Treffen „im engsten Familien- oder Freundeskreis“ vom 23. Dezember bis 1. Januar auf eine Obergrenze von zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren verständigt. Kretschmann war dieser Zeitraum zu lang. Die Landesregierung will am Montag die neuen Regeln verkünden. In Kraft treten soll die neue Verordnung nach Angaben des Staatsministeriums dann am Dienstag. Auch in Berlin hat der Senat entschieden, die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage in Berlin nicht umzusetzen.

DHB-Spitze verteidigt Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten

Die Führung im Deutschen Handballbund hat die anstehende Männer-Weltmeisterschaft in Ägypten und die geplante Teilnahme daran verteidigt. „Man stelle sich vor, wir wären Gastgeber der WM 2021, wir würden allen Gästen garantieren, dass wir für die Sicherheit der Spieler in der Bubble alles tun, und dann kommen Frankreich, Spanien und die Skandinavier und sagen: Wir fahren nicht nach Deutschland! Das fänden wir bestimmt nicht witzig“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag) in einem gemeinsamen Interview mit Vorstandschef Mark Schober. „Es ist eine Risikoabwägung. Aktuell überwiegt die Chance das Risiko.

“Wegen der weltweiten Coronavirus-Pandemie hatte es zuletzt vor allem aus Deutschland vermehrt Forderungen nach einer Verschiebung des Turniers gegeben. Die Weltverband will jedoch an dem geplanten Termin vom 13. bis 31. Januar festhalten. Für die WM haben die Veranstalter ein Hygienekonzept in einer Blase erarbeitet. „Sie tun alles dafür, dass es so sicher wie möglich ist, was Corona betrifft. Und auch das Thema Sicherheit nehmen sie sehr ernst“, sagte Michelmann.

Mehr als 1,2 Millionen Euro Corona-Bußgelder in Hamburg

Mehr als 1,2 Millionen Euro Corona-Bußgelder hat die Stadt Hamburg bislang eingenommen. „Dabei gehen die meisten angezeigten Verstöße auf die Nichteinhaltung des Mindestabstands zurück“, sagte Einwohnerzentralamtssprecher Matthias Krumm der Deutschen Presse-Agentur. Demnach stammen mit Stand Mitte November fast 840 000 Euro aus diesen Tatbeständen. Personen, die beispielsweise an öffentlichen Orten nicht den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, müssen laut dem Bußgeldkatalog zur Corona-Eindämmungsverordnung bis zu 150 Euro zahlen.

„Zu verständnislosen und ungehaltenen Reaktionen kommt es nur vereinzelnd“, sagte ein Polizeisprecher auf dpa-Anfrage. Der überwiegende Teil der Hamburger hält sich demnach weiterhin an die Regeln. Der Teil-Lockdown habe die Kontrolle der Regeln sogar vereinfacht. Mussten Polizisten vorher beispielsweise in Restaurants kontrollieren, ob die Erfassung der Kontaktdaten ordnungsgemäß erfolgt, ist jetzt oft auf den ersten Blick erkennbar, ob die Läden geschlossen sind, wie der Sprecher sagte. Zahlen zu sogenannten Corona-Zweiflern gebe es nicht. Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wird demnach zwar in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst - nicht aber dessen Hintergründe.

11 169 Fälle: Corona-Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11 169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Montagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10 864 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 16 248.

+++ Ticker von Sonntag, 29. November +++

Sander Adventskalender lebt weiter

Auch durch die Corona-Pandemie ist der längst zur Tradition gewordene „Lebendige Adventskalender“ der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sande nicht tot zu kriegen. So jedenfalls der aktuelle Eindruck, der am Dienstag gestartet werden soll. Doch „nichts ist sicher“ sagte am Wochenende Pastor Jörg Zimmermann. Zuletzt hatte man einen Termin mit der Presse noch um Tage verschoben, weil erst eine Videokonferenz der Politiker abgewartet werden musste.

Immerhin haben die verantwortlichen Planer die beliebten adventlichen Aktivitäten diesmal aber „abgespeckt.“ Statt 24 Treffen bei einzelnen Gastgeberfamilien im Gemeindebereich sollen es jetzt nur acht werden und die alle im kleineren Rahmen im Sander Gemeindehaus. Außer beim morgigen Dienstag und zum Abschluss am Mittwoch, dem 23. Dezember, werden die besinnlichen Auszeiten jeweils freitags und samstags um 18 Uhr stattfinden. Für das kleine Programm stellten sich die Familien Rehbein-Rinnebach, Gräßner, Kellin, Memmen und Kampen-Freese sowie Astrid Kasjens, der Wirtschaftsförderungsverein und das Wohnheim Am Markt zur Verfügung.

Jevers Schüler sollen Laptops erhalten

„Da hat Corona bei diesem lange verschlafenen Thema ein richtiges Feuer entfacht.“ Das sagte Bürgermeister Jan Edo Albers am Donnerstag in der Sitzung des Schulausschusses zum Thema Förderrichtlinie „Digitalpakt Schule 2019-2023“. Es ging um den Sachstandsbericht zur Umsetzung der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen im Rahmen des Sofortausstattungsprogramms des Bundes mit mobilen Endgeräten für bedürftige Schüler.

Auch die Stadt Jever hatte Mittel beantragt. Bewilligt wurden 15 890 Euro. Die damit angeschafften Geräte wurden an die Grundschulen verteilt. Voraussetzung für den Einsatz ist der Breitbandanschluss aller drei Grundschulen, der nach aktuellem Sachstand in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland nahezu abgeschlossen ist.

Rettungsdienst erhält vermehrt falsche Angaben zum Gesundheitszustand

Vor einem möglichen Komplettausfall des Rettungsdienstes durch unrichtige Angaben bei einem Notruf warnt die Kreisverwaltung Wittmund – und zwar aus gegebenem Anlass. Denn der Rettungsdienst ist auf gesundes Personal angewiesen.

Jedoch sei es in der jüngeren Vergangenheit vermehrt vorgekommen, dass Patienten selbst oder deren Angehörige über den Notruf 112 oder die Krankentransportrufnummer 04462 / 19222 bei der Kooperativen Leitstelle Ostfriesland (KRLO) in Wittmund unrichtige Angaben zum Gesundheitszustand des Patienten gemacht haben.

Hintergrund: In der derzeit laufenden Situation einer Pandemie fragen die Disponenten immer ab, ob typische Covid-19-Symptome vorliegen. Die Kreisverwaltung nimmt an, dass nun aus der Angst heraus, der Rettungsdienst würde dann nicht kommen, entsprechende Falschangaben gemacht werden. Durch diese Art der Fehlinformation besteht die reale Gefahr, dass sich auch das Rettungspersonal – trotz aller getroffenen Vorsichtsmaßnahmen und der persönlichen Schutzausstattung – anstecken könnte.

Landesbühne: Der Vorhang bleibt unten

Die Landesbühne Niedersachsen Nord bleibt bis zum Jahresende geschlossen. Bis Donnerstag, 31. Dezember, entfallen alle Theateraufführungen. Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit für Ersatzvorstellungen. Ausgenommen sind die Weihnachts- und Silvesteraufführungen – Karteninhaber erhalten in diesem Falle ihr Geld zurück oder Gutscheine und werden gebeten, sich mit dem Service-Center in Kontakt zu setzen, heißt es in einer Pressemitteilung.

IW: Corona-Hilfen fallen höher aus als notwendig

Die November- und Dezemberhilfen des Bundes werden Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln zufolge um zehn Milliarden höher ausfallen als notwendig. Sofern die Hilfen unverändert fortbestehen, erhalten manche von dem Teil-Lockdown betroffenen Betriebe nun mehr Geld als wenn sie geöffnet hätten, wie IW-Steuerökonom Tobias Hentze der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das gelte aber keinesfalls für alle Unternehmen, sagte Hentze. „Es gibt natürlich auch Bereiche, die haben hohe Fixkosten - zum Beispiel Kinobetreiber.“ Insgesamt habe die Bundesregierung eher großzügig als knapp kalkuliert. Zuvor hatte die „Welt am Sonntag“ berichtet.

Vierter Todesfall im Landkreis Wittmund

Seit Samstag sind im Landkreis Wittmund zwölf neue positive Fälle hinzugekommen, sodass die Zahl der aktiven Fälle derzeit 71 beträgt.Der Großteil der neuen Fälle stehen zwar im direkten Zusammenhang mit den bisherigen Infektionsgeschehen im Kreisgebiet. Jedoch gibt es auch wieder neue Fälle, die bisher keinen Zusammenhang zu bereits bestehenden Infektionen haben. Das Gesundheitsamt ist bereits aktuell mit Hochdruck dabei, auch diese Infektionsketten nachzuverfolgen und zu durchbrechen.

Der Landkreis Wittmund hat zudem leider seinen vierten Todesfall zu verzeichnen. Es handelt sich dabei um eine Frau im Alter von 70-80 Jahren, die aus der Stadt Wittmund stammt.

Länderübergreifende Demonstration gegen Corona-Maßnahmen

Bis zu 1500 Menschen aus Deutschland und Polen haben in Frankfurt (Oder) nach Polizeiangaben gegen Corona-Beschränkungen demonstriert. Bei der Kundgebung der Initiative „Querdenken“ aus Duisburg wurde am Samstag auf Deutsch und Polnisch „Frieden“ und „Freiheit“ gerufen und gegen eine Einschränkung von Grundrechten protestiert. Die Veranstalter sprachen von bis zu 1800 Menschen in der Spitze. Es war die erste länderübergreifende Aktion dieser Art. Aus Słubice auf polnischer Seite kamen Hunderte nach Frankfurt (Oder).

Veranstalter und Polizei mussten mehrfach dazu aufrufen, den Mindestabstand einzuhalten und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Viele Besucher hielten sich nicht an die Maskenpflicht. Die Beamten zogen eine positive Bilanz ihrer Linie der Deeskalation. Zeitweise lag die Zahl der Teilnehmer nur bei einigen hundert Demonstranten.

Die Initiative „Querdenken“ zweifelt die Corona-Maßnahmen an und spricht von einer Einschränkung der Grundrechte. Auf einer Papp-Figur in Frankfurt (Oder) stand „Voodoo Virus Wahn“, auf einem Plakat „Wer in der Corona-Krise schläft, wacht in der Diktatur auf!“. Ein Teilnehmer trug einen gelben Schutzanzug und ein Schild mit der Aufschrift „Totale Hygiene“ in Frakturschrift. (Quelle: dpa)

Anti-Lockdown-Protest: Mehr als 150 Festnahmen in London

Bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen hat die Polizei in London mehr als 150 Menschen festgenommen. Die Demonstranten seien unter anderem wegen Missachtung der geltenden Corona-Regeln oder Angriffen auf Polizisten festgenommen worden, teilte die Polizei nach der Demonstration am Samstag mit.

Tafeln: Haben weniger ehrenamtliche Helfer wegen Corona

Zeit schenken, Lebensmittel einsammeln und diese an Menschen verteilen - all das machen bei den Tafeln in Deutschland meist Ehrenamtliche, oft ältere Menschen. Und gerade die blieben 2020 aufgrund der Corona-Pandemie öfter zu Hause: „Mehr als zwei Drittel unserer Freiwilligen sind im Rentenalter und gehören damit zur Corona-Risikogruppe“, sagte der Tafel-Deutschland-Vorsitzende Jochen Brühl der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben daher zur Zeit einen Rückgang der aktiven Ehrenamtlichen zu verzeichnen.“

Aber auch viele der Menschen, die bislang das Angebot der Tafeln genutzt hätten, blieben zu Hause. „Das sind vor allem ältere und vorerkrankte Menschen sowie unsere indirekten Kundinnen und Kunden“, sagte Brühl. Unter letzteren versteht Brühl Menschen, die sonst andere soziale Angebote wie Obdachlosenheime oder Frauenhäuser aufsuchen würden. Andererseits kämen verstärkt Menschen, die durch die Corona-Pandemie in Not geraten seien, etwa Menschen in Kurzarbeit oder Menschen, die ihren Job verloren hätten.

Einen eindeutigen Trend gebe es aber nicht: „Etwa ein Drittel der insgesamt 950 Tafeln verzeichnen bis zu 20 Prozent mehr Kundinnen und Kunden, ein weiteres Drittel hat weniger Kundinnen und Kunden, und beim letzten Drittel der Tafeln ist die Kundenzahl insgesamt etwa gleichgeblieben“, so der Vorsitzende. (Quelle: dpa)

14.611 Fälle - Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14 611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15 741 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 16 123. (Quelle: dpa)

+++ Ticker von Samstag, 28. November +++

Vier Neuinfektionen in Wilhelmshaven

Vier neue bestätigte Corona-Fälle sind dem Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven am Samstagabend mitgeteilt worden. Die Gesamtzahl der Personen mit Erstwohnsitz in Wilhelmshaven, die mit dem Corona-Virus infiziert waren bzw. sind, steigt somit auf 304. Der Sieben-Tages-Inzidenzwert liegt laut Landesgesundheitsamt für Wilhelmshaven am Samstag mit Stand 9 Uhr bei 102,5.

Corona-Hotspots verschärfen Hygiene-Regeln

Der besonders stark von der Pandemie betroffene thüringer Kreis Hildburghausen verhängt noch härtere Corona-Regeln. Nach einem unangemeldeten Corona-Protest gilt ab Sonntag ein Versammlungsverbot. Mit einer neuen Verordnung untersagte das Landratsamt am Samstag Versammlungen sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel sowie sämtliche Veranstaltungen im Kreisgebiet. Zudem gilt in der Innenstadt von Hildburghausen jetzt eine allgemeine Maskenpflicht.Nach den neuen Corona-Regeln können nun nur noch im Einzelfall und auf Antrag Versammlungen genehmigt werden, wenn sie infektionsschutzrechtlich vertretbar sind und vier Tage vorher angemeldet wurden. (Quelle: dpa)

Hunderte demonstrieren an polnischer Grenze gegen Corona-Maßnahmen

Hunderte Gegner von Corona-Einschränkungen aus Deutschland und Polen haben am Samstag in Frankfurt (Oder) demonstriert. Zu der Demo hatte die Initiative „Querdenken“ aus Duisburg aufgerufen. Auf Deutsch und Polnisch wurde „Frieden“ und „Freiheit“ gerufen. Aus Słubice auf polnischer Seite kamen Hunderte nach Frankfurt (Oder), einige schwenkten polnische Flaggen. „Querdenken“-Gründer Michael Ballweg aus Stuttgart, der als Redner eingeladen war, wandte sich gegen Extremismus. „Wir sind eine friedliche Bewegung, in der Extremismus, Gewalt, Antisemitismus und menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz hat“, sagte er. Die Verfassungsschutzbehörden von Bund und Ländern nehmen die Veranstaltungen der „Querdenken“-Bewegung genauer in den Blick, nachdem dort zuletzt mehrfach Extremisten aufgetaucht waren. (Quelle: dpa)

Streit um Corona-Impfungen - Stiftung kritisiert Merkel und Spahn

Die Aussicht auf die ersten Corona-Impfstoffe heizt die Debatte darüber an, wer in Deutschland zuerst geimpft werden soll. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warf Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, falsche Erwartungen zu wecken. Irritierend seien zudem Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die geplante Reihenfolge zu ändern, sagte Vorstand Eugen Brysch am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der Deutsche Ethikrat, die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission hatten am 9. November empfohlen, dass Ältere und Vorerkrankte in die vorrangig zu priorisierende Personengruppe gehören sollen. Dies solle besonders in Pflegeheimen mit vielen Kontakten gelten. Zu einer zweiten bevorzugten Gruppe sollen demnach Gesundheits- und Pflegebeschäftigte gehören. Darüber hinaus seien unter anderem Polizisten, Feuerwehrleute und Lehrer prioritär zu schützen. Erwartet wird, dass es zunächst zu wenige Impfdosen gibt. (Quelle: dpa)

Vier neue Coronafälle im Landkreis Wittmund

Belgien kritisiert deutsche Corona-Weihnachtsregeln

Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke hat die in Deutschland geplanten Lockerungen der Corona-Regeln über Weihnachten kritisiert. „Wenn es etwas gibt, was das Virus mag, dann sind das Feste, vor allem mit wechselnden Teilnehmern, das müssen wir unbedingt vermeiden“, sagte Vandenbroucke am Freitagabend nach einem Bericht der Agentur Belga. „Deshalb finde ich, dass unsere Nachbarländer nicht das tun, was angebracht wäre.“

Ministerpräsident Alexander De Croo hatte von Reisen in rote Zonen im Ausland abgeraten und Kontrollen an den belgischen Grenzen angekündigt, ob Einreisende das vorgeschriebene Formular ausgefüllt haben. Anschließend soll stichprobenartig geprüft werden, ob die geforderte Quarantänezeit eingehalten wird. „Wir sehen, dass sich die Zahlen in unserem Land gut entwickeln“, sagte De Croo. „Das Letzte, was wir wollen, ist, das Virus wieder nach Belgien zu importieren.“ (Quelle: dpa)

Lachen gegen Corona: Warum Humor in der Krise wichtig ist

Zwei Dinosaurier sitzen auf der Erde, während sich am Himmel ein Objekt nähert. Der eine ruft: „Ein Meteorit!“ Und der zweite sagt: „Komm! Lass uns sofort Klopapier kaufen gehen!“ Witze, die das Verhalten der Menschen in der Corona-Krise verhöhnen, gibt es viele. „Humor schafft eine gewisse Erleichterung und emotionale Distanz. Wir können Sorgen und Ängste so leichter bewältigen“, sagt die Autorin und Leiterin des Deutschen Instituts für Humor, Eva Ullmann.

Seit Monaten bestimmt die Corona-Pandemie den Alltag vieler Menschen - kein Wunder also, dass sie auch Auswirkungen darauf hat, welche Witze kursieren. „Eine Krise verändert und beeinflusst den Humor aller Betroffenen“, schreibt Ullmann in ihrem Buch „Humor ist Chefsache“, in dem sie sich auch der Corona-Krise widmet. Demnach fördert die Pandemie bei Privatpersonen, aber auch in der Werbung neuen Humor - den Corona-Humor.

Das Besondere daran: Er findet vor allem online statt und verbreitet sich über die sozialen Medien. So zeigt ein Comic auf Instagram einen Sanitäter, der zu einem Notfall kommt: „Gott sei Dank ein Herzinfarkt. Der Corona-Scheiß geht mir echt auf die Nerven.“ Zu Ostern wurden viele Witze gepostet wie: „Und wo haben Sie dieses Jahr das Klopapier versteckt?“ Auch ein Spruch wie „Der Osterhase ist systemrelevant. Natürlich darf der raus!“ wäre in keinem anderen Jahr witzig gewesen. (Quelle: dpa)

Keine Katastrophe: Regionalbanken widerstehen Corona

Ungeachtet düsterer Warnungen vor einer bevorstehenden Pleitewelle gibt es in der Corona-Krise einen Lichtblick: Die deutschen Regionalbanken zeigen sich widerstandsfähig. Bislang gibt es bei Volks- und Raiffeisenbanken sowie den Sparkassen weder große Kreditausfälle noch eine dramatische Erhöhung der Risikovorsorge, wie die jeweiligen Bundesverbände berichten. „Die Regionalbanken sind letztlich ein Fels in der Brandung“, sagt Heinz-Gerd Stickling, Bankenfachmann bei dem in der Finanzbranche bekannten Beratungsunternehmen zeb in Münster.

21.695 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21 695 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden übermittelt. Das meldete das RKI am frühen Samstagmorgen. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl bei 22 964 gelegen. Der Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages zudem 379 neue Todesfälle.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 15 965. Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1 028 089 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 28. 11., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 711 000 Menschen inzwischen genesen. (Quelle: dpa)

+++ Ticker von Freitag, 27. November +++

Belgien lässt alle Läden wieder öffnen

Trotz eines Rückgangs der Corona-Zahlen lockert Belgien seine Pandemieauflagen nur geringfügig. So dürfen ab 1. Dezember alle Läden unter strikten Hygienevorgaben wieder öffnen - statt wie bisher nur Lebensmittelläden und Geschäfte mit unbedingt notwendigen Waren. Dies teilte Ministerpräsident Alexander De Croo am Freitagabend mit. Die allermeisten Auflagen bleiben aber bestehen, voraussichtlich zunächst bis Mitte Januar. Auch über Weihnachten gelten strenge Kontaktbeschränkungen.

Das kleine Belgien mit seinen 11,5 Millionen Einwohnern hatte zeitweise pro Kopf die höchsten Corona-Fallzahlen in Europa und verhängte deshalb Anfang November scharfe Auflagen. Inzwischen sinken Infektions-, Klinik- und Todeszahlen. Dennoch bleibe die Lage angespannt, sagte De Croo. Es gelte, die Zahlen weiter zu drücken. Die Erfolge dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden. „Eine dritte Welle würden wir nicht überstehen“, sagte der Ministerpräsident. (Quelle: dpa)

Corona-Tests für gefährdete Gruppen sollen ausgebaut werden

Angesichts weiter hoher Infektionszahlen soll der Einsatz von Corona-Tests vor allem für gefährdete Gruppen ausgebaut werden - auch mit Schnelltests. Ziel sei, „umfassender und einfacher“ insbesondere Personengruppen ohne Symptome zu testen, „bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint“, heißt es in einem neuen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Das gelte zudem für Menschen mit hoher Gefahr, dass sie oder andere in ihrem Umfeld bei einer Infektion besonders gefährdet wären. Für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen Tests nicht mehr gratis sein.

Die Neuregelungen sollen am kommenden Dienstag (1. Dezember) in Kraft treten. Konkret soll unter anderem klargestellt werden, dass man für Tests nach einer Warnung über die Corona-App nicht gesondert vom Arzt oder Gesundheitsamt als „Kontaktperson“ festgestellt werden muss. Die Verordnung soll zudem aufschlüsseln, in welchen Konstellationen man als Kontaktperson gilt und sich nach ärztlicher Anordnung auch ohne Symptome testen lassen kann - etwa bei engem Kontakt von mindestens 15 Minuten zu einem Infizierten in den letzten zehn Tagen. (Quelle: dpa)

1,6 Milliarden Pakete: DHL knackt bereits den Vorjahreswert

Schon fünf Wochen vor Jahresende hat die Deutsche Post DHL mehr Pakete zugestellt als im ganzen Vorjahr. In Deutschland seien 2020 bisher 1,6 Milliarden Pakete transportiert worden, teilte der Bonner Konzern am Freitag mit.Damit wurde der firmeneigene Rekord schon jetzt übertroffen - 2019 hatten die gelben Transporter hierzulande 1,59 Milliarden Pakete befördert und damit so viel wie nie zuvor. Wegen des boomenden Online-Handels bricht die Firma schon seit langem Jahr für Jahr ihren eigenen Höchstwert, nun geschieht dies außergewöhnlich früh. Der Grund: In Corona-Zeiten shoppen viele Menschen lieber im Internet als im Geschäft.

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Nordwest-Krankenhaus nimmt keinen neuen Patienten auf

Das Nordwest-Krankenhaus in Sanderbusch wird wegen des Corona-Ausbruchs abgeriegelt. Das heißt, es werden für mindestens 14 Tage keine neuen Patienten mehr aufgenommen – ausgenommen akute Notfälle. Wer entlassen werden soll oder möchte, benötigt einen negativen Corona-Test und geht anschließend erst einmal mal in häusliche Quarantäne.

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Umfrage: Mehrheit der Bevölkerung findet Lockdown-Fortsetzung gut

Die von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns findet einer Umfrage zufolge breite Unterstützung bei der Bevölkerung. Dass die Kontakte weiter eingeschränkt werden, unterstützen 71 Prozent der Menschen in Deutschland, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“ ergab. 27 Prozent lehnen das den Angaben zufolge ab. Die Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen über Weihnachten finden 58 Prozent der Befragten richtig, 39 Prozent halten das für falsch. Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben weiter geschlossen - das ist den Angaben zufolge für 61 Prozent der Menschen der richtige Schritt, 36 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Allerdings gehen die Meinungen über die derzeit geltenden Corona-Maßnahmen auseinander. Einerseits halten 17 Prozent der Befragten die geltenden Maßnahmen für übertrieben. Das ist ein Plus von drei Prozentpunkten im Vergleich zur Umfrage vor zwei Wochen. Andererseits fordern 31 Prozent - und damit fünf Prozentpunkte mehr als vor zwei Wochen - eine Verschärfung der Regeln. Nur noch die Hälfte der Befragten finden die aktuellen Bestimmungen gerade richtig.

Die Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen wird viel Geld kosten. Dass Deutschland dafür hohe Schulden aufnehmen wird, finden 74 Prozent aller Befragten richtig, 21 Prozent sind dagegen.

Söder: Viele haben Ernst der Corona-Lage immer noch nicht verstanden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eindringlich vor einer Verharmlosung des Coronavirus gewarnt. „Viele haben den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden“, sagte Söder am Freitag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Das Virus bleibe aber „potenziell tödlich und hochgefährlich“. Und jeder Todesfall sei nicht nur eine statistische Größe, sondern bedeute ein Schicksal für eine Familie. „Jeder einzelne hätten sich auch auf Weihnachten gefreut.“ Doch die Zahl der Todesfälle nehme dramatisch zu, warnte der Ministerpräsident. Am Ende des Jahres werde es heuer sechs Mal so viele Tote durch Corona geben wie im Straßenverkehr.

Weg frei für verlängerte Sonderregeln beim Kurzarbeitergeld

Nach dem Bundestag hat am Freitag auch der Bundesrat den Weg frei gemacht für eine Verlängerung von Corona-Sonderregeln beim Kurzarbeitergeld. Auch im nächsten Jahr sollen Beschäftigte, die länger als drei Monate auf Kurzarbeit sind, ein erhöhtes Kurzarbeitergeld bekommen. Demnach gibt es weiterhin ab dem vierten Bezugsmonat statt wie üblich 60 Prozent des Lohns, 70 Prozent - Berufstätige mit Kindern erhalten 77 statt 67 Prozent. Ab dem siebten Monat Kurzarbeit werden weiterhin 80 beziehungsweise 87 Prozent des Lohns gezahlt. Profitieren sollen davon alle Beschäftigten, die bis Ende März 2021 in Kurzarbeit geschickt werden. Minijobs bis 450 Euro bleiben zudem bis Ende 2021 generell anrechnungsfrei.

Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hatten Betriebe im August für rund 2,6 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im April waren es knapp sechs Millionen. Die Summen, die in der Corona-Krise bisher für das Kurzarbeitergeld ausgegeben wurden, werden auf 19 Milliarden Euro beziffert.

Verband warnt vor Euphorie: Herstellung von Corona-Impfstoff knifflig

Der internationale Pharmaverband IFPMA begrüßt die Riesenfortschritte bei möglichen Impfstoffen gegen das Coronavirus, warnt aber vor Euphorie. Die Erwartungen müssten realistisch bleiben, sagte IFPMA-Generaldirektor Thomas Cueni in einem virtuellen Treffen mit dem Verein der UN-akkreditierten Journalisten in Genf, ACANU.

Viele Menschen dächten, die Entwicklung eines Impfstoffs sei der kritische Entwicklungsschritt, tatsächlich sei aber vor allem die Herstellung eine Herausforderung, sagte Cueni. Rund 70 Prozent der Zeit im Herstellungsprozess seien für Qualitätskontrollen nötig. „Manche Impfstoffe haben 450 Qualitätskontrollen“, sagte Cueni.

Zum Beispiel brauche der Impfstoff der Unternehmen Biontech aus Mainz und Pfizer aus den USA beim Transport eine Kühlung von minus 70 Grad. Eine mögliche Knappheit von Glasfläschchen für das Abfüllen des Impfstoffs könne den Prozess auch beeinflussen.

Die rasante Entwicklungen von Corona-Impfstoffen bezeichnete Cueni als Meilenstein. Der schnellste je entwickelte Impfstoff sei der gegen Ebola gewesen, der 2019 in den USA zugelassen wurde. Der Prozess habe vier Jahre gedauert. Bei den Covid-Impfstoffen seien es zehn Monate gewesen. Die hohe Wirksamkeit der Impfstoffe von mehr als 90 Prozent sei bemerkenswert und habe die Erwartungen von Epidemiologen übertroffen.

Kanzleramtschef Braun richtet Corona-Appell an Bürger

Die Bundesregierung setzt in der Vorweihnachtszeit auch auf die Eigenverantwortung der Bürger, um persönliche Kontakte zu reduzieren und die Corona-Pandemie besser in den Griff zu bekommen.

Weihnachten sei als „Fest der Privatheit“ eine „gewisse Unbekannte“ in der Risikoabschätzung, sagte Kanzleramtschef Helge Braun in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Ob wir Weihnachten so vorbereiten und so leben im Familienkreis, dass es zum Ansteckungsproblem wird, oder wir eben genau das Gegenteil erreichen - das haben wir wirklich alle selber in der Hand.“

Kontakte auf ein „absolutes Minimum“ zu reduzieren sei die Voraussetzung dafür, Verwandte sicher treffen zu können, sagte der CDU-Politiker. „Keiner möchte gerne seine liebsten Angehörigen und Verwandten anstecken.“ Deshalb komme es sehr auf das Verhalten eines jeden in der Vorweihnachtswoche an.

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Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden (Stand: 27. November, 00.00 Uhr). Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 1.006.394, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.648 ans RKI übermittelten Fällen zuletzt ein Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen erreicht worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist Rekord seit Beginn der Pandemie. Am Mittwoch war mit 410 Fällen jüngst ein Spitzenwert in diesem Bereich festgestellt worden. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Am Donnerstagabend hatten bereits die Daten der Universität Johns Hopkins (USA) in Baltimore eine Überschreitung der Millionengrenze bei festgestellten Corona-Infektionen in Deutschland gezeigt. Die Daten der Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,90 (Vortag: 0,87). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Haushalt 2021 steht – Rund 180 Milliarden neue Schulden

Der Bundeshaushalt für das kommende Jahr steht. Er sieht zur Bekämpfung der Corona-Krise neue Schulden in Höhe von 179,82 Milliarden Euro vor. Das ergaben die abschließenden Beratungen des Haushaltsausschusses am frühen Freitagmorgen in Berlin. Viel Geld fließt in milliardenschwere Hilfsprogramme für Unternehmen in der Corona-Krise, aber auch in Entlastungen für viele Bürger durch den Abbau des Solidaritätszuschlags, ein höheres Kindergeld und einen höheren Grundfreibetrag bei den Steuern. Der Bundestag will den Haushaltsentwurf in der Woche vom 8. bis 11. Dezember verabschieden.

Heil: Corona-Hilfe sollte nicht auf Grundsicherung angerechnet werden

Hartz-IV-Empfänger sollen keine Geldeinbußen fürchten müssen, wenn sie die aktuellen staatlichen Hilfen im Teil-Lockdown wegen der Corona-Krise in Anspruch nehmen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, er wolle dafür sorgen, dass die November- und Dezember-Wirtschaftshilfen sowie die sogenannte Überbrückungshilfe 3 nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden. „Das werden wir nun in der Koalition miteinander klären.“

Veranstaltungs- und Schaustellerbranchen fordern weitere Hilfen

Die Konzert- und Veranstaltungswirtschaft fordert von Bund und Ländern eine Garantie, dass Kosten für pandemiebedingte Ausfälle künftig ersetzt werden. „Veranstalter werden die erheblichen Veranstaltungsrisiken zukünftig nur noch eingehen können, wenn der Staat zukünftig die pandemiebedingten Ausfallkosten übernimmt, denn Versicherungen gibt es dafür nicht mehr“, sagte Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

„Ich hoffe nicht, dass die Politik annimmt, dass mit den Hilfen des Novembers und des Dezembers alle Schäden beseitigt seien. Das ist nicht so. Die Branche liegt vollständig am Boden.“ Michow fordert, dass bei der im neuen Jahr anlaufenden Überbrückungshilfe III Fix- und Betriebskosten zu 90 Prozent ausgeglichen werden sollten.

Die Schaustellerbranche verlangt unterdessen eine weitere Aussetzung von Vermögensprüfungen, um Arbeitslosengeld II (Hartz IV) beziehen zu können. Ansonsten müssten Schausteller beispielsweise ihren Fuhrpark veräußern, ehe sie Anspruch auf Hilfe haben. „Das würde für viele das Aus bedeuten“, warnte Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, in den Funke-Zeitungen. Die Branche ist durch den Ausfall von Weihnachtsmärkten aktuell besonders belastet.

Bericht: Mehr Schnelltests für Risikogruppen ohne Symptome geplant

Corona-Schnelltests sollen nach einem Bericht bei besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, die bislang keine Symptome zeigen, verstärkt zum Einsatz kommen. Das geht aus einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der dem Nachrichtenportal „ThePioneer“ (Freitag) vorliegt. „Testungen sind von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung von Corona- Infektionsketten und damit für die Verhinderung unkontrollierter Ausbruchsgeschehen“, heißt es in dem Dokument, das derzeit zwischen den Ressorts der Bundesregierung abgestimmt wird und am 1. Dezember in Kraft treten soll. Ziel sei es, umfassender und einfacher als bisher, insbesondere Personen zu testen, bei denen es noch keine Symptome gebe, „bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint oder bei denen eine hohe Gefahr besteht, dass sie oder andere Personen in ihrem Umfeld bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefährdet wären“.

Anspruch auf Testung sollen nach ärztlicher Anordnung Kontaktpersonen haben. Dabei geht es um Personen, „die in den letzten zehn Tagen insbesondere in Gesprächssituationen mindestens 15 Minuten ununterbrochen oder durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten“. Wer mit einer infizierten Person in einem Haushalt lebe oder in den letzten zehn Tagen gelebt hat, zählt ebenfalls zu dieser Kategorie.

Anspruch auf einen Schnelltest soll demnach auch erhalten, wer zum Beispiel bei Feiern, gemeinsamem Singen und beim Sport in Innenräumen in der Nähe eines Infizierten war. Das Gleiche gilt, wenn man sich in den letzten zehn Tagen „für eine Zeit von über 30 Minuten in relativ beengter Raumsituation oder schwer zu überblickender Kontaktsituation“ mit einem Infizierten aufgehalten hat. Als Beispiele hierfür werden explizit Schulklassen und Gruppenveranstaltungen genannt.

Laut Verordnungsentwurf sollen Mitarbeiter und Patienten in Krankenhäusern, Heimen und Reha-Einrichtungen, in denen es zu Infektionen gekommen ist, auch dann Schnelltests bekommen, wenn sie (noch) keine Symptome zeigen. Außerdem regele die Verordnung, dass Kosten für die Testungen Einreisender aus Risikogebieten ab dem 1. Dezember 2020 nicht mehr übernommen werden.

+++ Ticker von Donnerstag, 26. November +++

Berliner Senat gegen Corona-Lockerungen für Weihnachten und Silvester

Neue Begrenzungen beim Einkaufen, schärfere Corona-Maßnahmen für Schulen und strenge Kontaktbeschränkungen für Weihnachten - auf die Berliner kommt im Dezember einiges zu. Die Menschen in der Hauptstadt müssen sich auf Feiertage im kleinen Kreis einstellen - das gilt auch für Silvester. Denn der Senat hat am Donnerstag entschieden, die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage in Berlin nicht umzusetzen.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) begründete das mit der Infektionslage: „Wir müssen einen langen Atem haben, um gemeinsam durch diese lange Pandemie zu kommen“, sagte er nach einer Sondersitzung des Senats. „Und es darf uns jetzt nicht die Puste ausgehen.“ Die Zahl der Neuinfektionen war am Donnerstag um 1110 gestiegen. Seit Donnerstag vergangener Woche sind in der Millionenstadt nachweislich mehr als 100 Menschen im Zusammenhang mit dem neuen Coronavirus gestorben. (Quelle: dpa)

22.268 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 22 268 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 3600 Fälle mehr als am Mittwoch (18 633), wie aus Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Am Donnerstag vor einer Woche waren 22 609 Fälle gemeldet worden. Am Freitag war mit 23 648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden.

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten stieg nach RKI-Angaben vom 15. Oktober bis 15. November von 655 auf 3395 Erkrankte stark an. Seitdem habe sich der Anstieg etwas verlangsamt und zwar auf 3826 registrierte Fälle am Donnerstag (Stand 12.15 Uhr). 60 Prozent davon wurden beatmet. 5575 (20 Prozent) der Intensivbetten seien aktuell frei. Deren Zahl sinkt seit Mitte Oktober. (Quelle: dpa)

Suche nach Impfzentrum in Friesland läuft

Ein großes Thema ist in der Kreisverwaltung das Impfzentrum, für das bis zum 15. Dezember Konzept und Ort gefunden sein müssen. „Ich freue mich darüber, wie schnell das jetzt geht“, sagte Landrat Sven Ambrosy. Welcher Impfstoff es am Ende sein werde, sei noch nicht klar. Sicher ist laut Ambrosy nur, dass die Einrichtung 1000 Impfungen täglich bewältigen muss. Wichtig sei hier auch die Frage, ob es ein Impfstoff mit einem oder einer mit zwei Impfterminen werde, denn das wirke sich direkt auf die Kapazität des Impfzentrums aus. Die Kassenärztliche Vereinigung stelle das ärztliche Personal, das Land Niedersachsen verhandle auch mit THW, DRK, DLRG und weiteren Basisorganisationen. Das künftige Impfzentrum müsste rund um die Uhr bewacht werden. Offen sei auch die Frage, wie auf der Insel Wangerooge verfahren werde. Für die Menschen dort gebe es die Möglichkeiten, sie entweder auf dem Festland zu impfen oder aber einem mobilen Impfteam diese Aufgabe zu übertragen. Auch das sei noch nicht entschieden.

Berlin verlängert Teil-Lockdown bis 22. Dezember

Der seit Anfang November geltende Teil-Lockdown in Berlin wird bis zum 22. Dezember verlängert. Darauf verständigte sich der Senat am Donnerstagnachmittag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei einer Sondersitzung. Unter anderem zahlreiche Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Museen, Theater und Schwimmbäder bleiben damit weiter geschlossen. Bund und Länder hatten sich bei ihren Beratungen am Mittwoch darauf geeinigt, den Teil-Lockdown, der zunächst nur bis Ende November gelten sollte, zu verlängern. Nach dem gemeinsamen Beschluss war allerdings vorgesehen, die Maßnahmen bis zum 20. Dezember zu befristen. (Quelle: dpa)

Maskenpflicht in Aurichs Fußgängerzonen

Aufgrund der Unterschreitung des Inzidenzwertes unter die Marke von 50 für den Landkreis Aurich, hat die Kreisverwaltung heute eine neue Allgemeinverfügung erlassen. In dieser werden nunmehr die Bereiche ausgewiesen, in denen zukünftig eine Bedeckung des Mund- und Nasenbereiches zu tragen ist. Hier nennt der Landkreis unter anderem die Fußgängerzonen in Aurich und Norden. Die Pflicht zum Tragen des Mund- und Nasenschutzes richtet sich dabei nach der vom Land Niedersachsen veröffentlichten Inzidenz für das Kreisgebiet. Auch wenn das Tragen einer Maske aufgrund der Inzidenz im Kreisgebiet keine Pflicht mehr im Sinne der Corona-Verordnung darstellt, empfiehlt der Landkreis Aurich dringend auch weiterhin einen solchen in den festgelegten Bereichen zu tragen. Auf seiner Homepage teilt der Landkreis mit, für welche Gebiete dies gilt.

Fünfter Todesfall in Wilhelmshaven

Acht neue bestätigte Corona-Fälle sind dem Gesundheitsamt der Stadt Wilhelmshaven heute, mitgeteilt worden. Eine Person, die mit dem Coronavirus infiziert war, ist verstorben. Damit sind mittlerweile fünf Personen mit Erstwohnsitz in Wilhelmshaven in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben.

Außerdem meldet das Gesundheitsamt, dass eine Person wieder genesen ist. Die Gesamtzahl der Personen mit Erstwohnsitz in Wilhelmshaven, die mit dem Corona-Virus infiziert waren bzw. sind, steigt auf 289. 159 Personen sind bereits wieder genesen.

Landesbühne bleibt bis Jahresende geschlossen

Die Landesbühne Niedersachsen Nord bleibt bis zum Jahresende geschlossen. Bis Donnerstag, 31. Dezember entfallen alle Theateraufführungen. Das meldet die Pressestelle am Donnerstagnachmittag.

Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit für Ersatzvorstellungen. Ausgenommen sind die Weihnachts- und Silvesteraufführungen – Karteninhaber erhalten in diesem Falle ihr Geld zurück oder Gutscheine und werden gebeten, sich mit dem Service-Center in Kontakt zu setzen.

Sobald das Theater wieder öffnen darf, informiert die Landesbühne umgehend über Aufführungstermine. Abonnenten werden persönlich vom Service-Center kontaktiert.

Das Weihnachtsmärchen „Pippi plündert den Weihnachtsbaum“ von Astrid Lindgren wird auf nächste Spielzeit verschoben und kommt somit erst im Winter 2021 zur Aufführung.

Hinter den Kulissen laufen die Proben zu „Wolken.Heim“ von Elfriede Jelinek und „Der kaukasische Kreidekreis“ von Bertolt Brecht weiter. Die Landesbühne hofft, die Premieren am Samstag, 16. Januar, im TheOs („Wolken.Heim“) und am Samstag, 23. Januar, im Stadttheater Wilhelmshaven („Der kaukasische Kreidekreis“) spielen zu können.

Oberbürgermeister Feist zur Situation an den Schulen

Carsten Feist, Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven: „Zahlreiche Fragen von Schülern, Eltern, Lehrkräften und Mitarbeitern zur Situation in den Schulen erreichen aktuell die Stadt Wilhelmshaven als Schulträger in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Neben Fragen werden auch deutliche Forderungen an die Stadt formuliert, insbesondere nach einer verschärften Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und zur Umstellung vom Präsenzunterricht auf das Wechselmodell bzw. den Distanzunterricht (Heimbeschulung).

Die Stadt Wilhelmshaven hat grundsätzlich bezogen auf die Schulen keine eigene Regelungskompetenz für Corona-Maßnahmen. Maßgeblich ist ausschließlich die Niedersächsische Corona-Verordnung vom 30.Oktober, die bis zum 30.November gelten wird. Die Regeln zur Situation in den Schulen finden sich in Paragraf 13 der Verordnung.

Die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-Bedeckung auch im Unterricht der Sekundarstufen I und II zu tragen, gilt ab einem Inzidenzwert von 50 Infektionen bezogen auf 100.000 Einwohner in 7 Tagen; die Grundschulen sind davon nicht betroffen. Der Inzidenzwert 50 wurde in Wilhelmshaven erstmals am 23.November überschritten. Damit gilt die Verpflichtung automatisch aufgrund der Regelung in der Verordnung ohne eine besondere Anordnung durch die Stadt Wilhelmshaven, solange die Zahl 50 nicht wieder unterschritten wird.

Bei einem Inzidenzwert ab 100 ist festgelegt, dass für die Dauer von 14 Tagen der Unterricht automatisch in geteilten Lerngruppen (maximal 16 Schüler je Gruppe) stattfinden muss, wenn an der jeweiligen Schule zusätzlich zum Überschreiten des Grenzwertes eine Quarantäne für mindestens eine Klasse durch das Gesundheitsamt angeordnet wurde. In Schulen ohne Quarantäne-Anordnung gilt diese Regelung nicht.

Am 26.11.2020 beträgt der vom Land Niedersachsen für die Stadt Wilhelmshaven amtlich festgestellte Inzidenzwert 128,8. Damit gilt in einer Schule die Verpflichtung, in geteilten Lerngruppen zu unterrichten, da in dieser Schule auch eine Quarantäne verfügt werden musste; die Angehörigen der Schule werden entsprechend schulintern informiert.

Alle anderen Schulen in Wilhelmshaven sind tagesaktuell nicht von der Verpflichtung, in geteilten Lerngruppen zu unterrichten, betroffen.“

Vierter Corona-Todesfall im Landkreis Friesland

Der Landkreis Friesland hat mitgeteilt, dass eine weitere Person im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben ist. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Friesland auf vier.

17 neue Corona-Fälle in Wittmund

Der Landkreis Wittmund hat 17 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Polizei-Kontrollen: Wittmunder halten sich an die Regeln

In der vergangenen Woche haben die Polizei Wittmund und das Ordnungsamt des Landkreises in Wittmund ihre angekündigten Kontrollen im Zuge der laufenden Corona-Pandemie im Kreisgebiet fortgesetzt. Das teilt die Kreisverwaltung mit. Größere Verstöße seien zwar nicht festgestellt worden, die Kontrollen werden auch in nächster Zeit fortgesetzt.

Am Dienstag, 17. November, wurde in der Zeit von 10 bis 11.20 Uhr zusammen mit der Polizei im Bereich und in den Straßen rund um den Esenser Marktplatz kontrolliert. Bei einer Fußstreife stand die Einhaltung der Vorschriften der Corona-Verordnung in den Einzelhandelsgeschäften und in anderen Gewerbebetrieben im Fokus. Dabei wurden die Gewerbetreibenden zum Teil direkt angesprochen und die Läden auf Hinweise hinsichtlich Abstandsgebot, maximaler Anzahl der Kunden im Laden oder der Dokumentationspflicht von Kunden überprüft. Im Rahmen dieser Kontrolle wurden keine Verstöße festgestellt, die die Einleitung von Ordnungswidrigkeitenverfahren gerechtfertigt hätten.

Am Donnerstag, 19. November, wurden in der Zeit von 12 bis 13.30 Uhr gemeinsam von Polizei und Ordnungsamt der Schulbusverkehr, ein Friseurbetrieb sowie einzelne Geschäfte in Westerholt auf die Einhaltung der Vorschriften der Corona-Verordnung hin kontrolliert. Auch im Rahmen dieser Kontrolle wurden keine bedeutsamen Verstöße festgestellt.

Sieben-Tages-Inzidenz in Wilhelmshaven beträgt 128,8

Das Land Niedersachsen meldet für Wilhelmshaven nunmehr eine Sieben-Tages-Inzidenz von 128,8. Die Landkreise Wittmund (87,8), Friesland (90,2) und Aurich (46,9) liegen weiterhin unter der 100er-Marke.

Kultusminister Tonne: Notbetreuung ohne Einschränkung möglich

In Niedersachsen ist der 18. Dezember der letzte Schultag des Jahres. Das hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstagmittag während einer Pressekonferenz bestätigt. Eigentlich hätten die Ferien am 23. Dezember beginnen sollen.

Tonne sagte zudem, dass Eltern, die ihre Kinder aufgrund der verfrühten Ferien nicht betreuen können, Notbetreuung in Anspruch nehmen können. Diese sei in diesem Fall nicht an die Systemrelevanz des ausgeübten Berufs geknüpft.

Kindertagesstätten sind von den vorfristigen Ferien nicht betroffen.

67.797 gemeldete Covid-19-Infektionen in Niedersachsen

67.797 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus sind bis heute – Donnerstag, 9 Uhr – in Niedersachsen labordiagnostisch bestätigt und dem Landesgesundheitsamt (NLGA) übermittelt worden. Das sind 1.331 Fälle mehr als noch am Vortag.

Insgesamt, so meldet die Pressestelle der Landesregierung, 1.093 an Covid-19 Erkrankte wurden dem NLGA als verstorben gemeldet.

Über Details kann die zuständige Kommune Auskunft geben.

Genesen sind in Niedersachsen nach einschlägiger Hochrechnung 46.913 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht einem Anteil von 69,2 Prozent.

In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 965 mit dem Virus infizierte Patientinnen und Patienten behandelt: Davon liegen 757 Erwachsene auf Normalstationen, 198 Erwachsene benötigen intensivmedizinische Behandlung. Auf den Intensivstationen müssen 117 Erwachsene beatmet werden, elf davon auf einem ECMO-Platz. Zehn Kinder werden aktuell auf einer Normalstation behandelt.

Merkel stimmt auf Beschränkungen bis Januar ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Menschen in Deutschland auf eine wahrscheinliche weitere Verlängerung der Regeln zum Infektionsschutz bis Januar eingestimmt. „Angesichts des hohen Infektionsgeschehens gehen wir davon aus, dass die Beschränkungen bis Anfang Januar weiter gelten müssen, jedenfalls für die allermeisten Teile der Bundesrepublik Deutschland“, sagte Merkel am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag.

Merkel bat darum, dass die Menschen bei Weihnachtsbesuchen etwa älterer Familienmitglieder eine Woche des Schutzes vorschalten, „in der alles daran gesetzt wird, die Kontakte wirklich zu minimieren, damit Weihnachten ein sicheres Weihnachten ist“. Merkel: „Wir wollen nicht, dass über die Feiertage die Infektionszahlen hochschnellen.“

Für Weihnachten und den Jahreswechsel - von 23. Dezember bis 1. Januar - seien Sonderregelungen mit maximal bis zu zehn Personen bei Treffen vereinbart worden. „Es muss jeder für sich auch mit sich abmachen, ob dieses Maximum immer ausgeschöpft werden muss oder ob man auch darauf verzichtet.“

Das A und O sei es, Kontakte zu reduzieren - und wenn sie stattfinden, die allgemeinen Regeln zu beachten. „Mund-Nasen-Schutz plus Abstand - das ist das Allerbeste“, sagte sie. Dies sei ein Schutz, aber keine Sicherheit. „Das Tragen von Masken senkt das Risiko einer Infektion, es ist ein Schutz, aber solange es keine medizinische Maske von der Qualität FFP2 oder -3 ist, ist es keine Sicherheit, dass es nicht doch zu Ansteckungen kommen kann.“

62 Kreise und Berlin hätten eine Sieben-Tage-Inzidenz - also eine Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner - von über 200. Bei solchen hohen Werten seien schärfere Maßnahmen als die bundesweit vereinbarten wichtig - bis hin zu Laden- und Schulschließungen. Sie hoffe, „dass die Länder, deren Wunsch es war, über 200 noch einmal weitergehende Maßnahmen zu ermöglichen, dann auch wirklich Anwendung davon machen, damit wir dann zu einer insgesamt gesenkten Inzidenz kommen können“.

Handel kritisiert Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern

Der Handelsverband HDE hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zu weiteren Einschränkungen in der Corona-Krise kritisiert. Es gebe keinen sachlichen Grund, unterschiedliche Regelungen für Verkaufsflächen über und unter 800 Quadratmetern zu erlassen, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Mittwochabend in Berlin. Die Hygienekonzepte im Einzelhandel hätten sich sowohl in kleinen wie auch in den größeren Räumlichkeiten von Geschäften, Supermärkten, Kaufhäusern und Einkaufszentren bewährt. „Die neue Regelung könnte auch kontraproduktiv sein, wenn sich Warteschlangen vor den Geschäften und in den Innenstädten bilden.“

Zu Beschränkungen im Einzelhandel ist laut dem Beschluss von Bund und Ländern ein abgestuftes Verfahren geplant. So soll künftig gelten, dass sich in kleineren und mittleren Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wie derzeit geltend höchstens eine Person pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche befinden soll. Für die Quadratmeter darüber hinaus, also größere Geschäfte wie Kaufhäuser, sollen jeweils 20 Quadratmeter pro Kunde vorgeschrieben werden.

Genth sagte, eine solche Regelung stünde juristisch auf sehr unsicherem Boden. Das zeigten die Erfahrungen nach dem Ende des ersten Lockdowns im Frühjahr, als zunächst nur Händler mit weniger als 800 Quadratmetern öffnen durften. Diese Regelung sei anschließend von Gerichten infrage gestellt worden.

Wirtschaftsminister für mehr verkaufsoffene Sonntage 2021

Angesichts der Umsatzeinbrüche bei vielen Einzelhändlern in der Corona-Krise regt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) an, im kommenden Jahr mehr verkaufsoffene Sonntage zu gestatten. „Ich würde mir wünschen, dass das, was an Umsatzausfällen in diesem Jahr angefallen ist, über weitere verkaufsoffene Sonntage im nächsten Jahr wieder reingeholt werden kann“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Donnerstag). Er habe alle Landesregierungen und Kommunen gebeten, mit den Öffnungszeiten möglichst großzügig und flexibel umzugehen.

Altmaier sieht den Erhalt des stationären Einzelhandels als eine „nationale, ja auch eine patriotische Aufgabe“, wie er sagte. „Unsere Innenstädte sind das Ergebnis eines historischen Prozesses. Bäckereien, kleine Lebensmittelgeschäfte, Buchläden, Antiquitätengeschäfte haben sich über einen langen Zeitraum entwickelt und machen unsere Innenstädte zu Orten der Begegnung und attraktiv für viele Menschen.“ Er möchte nach eigenen Worten nicht in einer Stadt leben, in der es nur noch Geschäfte großer Ketten gebe.

Zuvor hatte auch die FDP die Länder aufgefordert, in ihren Ladenschlussgesetzen zu ermöglichen, dem Einzelhandel an möglichst vielen Sonntagen die Öffnung zu erlauben.

Intensivmediziner besorgt über Lockerungen zu Weihnachten

Der Intensivmediziner Uwe Janssens hat sich besorgt über die Lockerung der Kontaktbeschränkungen geäußert, auf die sich Bund und Länder für Weihnachten verständigt haben. „Bei allem Verständnis für Weihnachten und Familienfeiern müssen wir leider befürchten, dass in der Folge der partiellen Aufhebung der Einschränkungen um Weihnachten im Januar die Infektionszahlen wieder ansteigen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag).

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs hatten sich am Mittwoch zur Bekämpfung des Coronavirus zwar auf eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen im Dezember geeinigt - mit einer Begrenzung von Treffen auf maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten, Kinder bis 14 Jahre nicht eingerechnet. Weihnachten soll aber gefeiert werden können - im engsten Familien- und Freundeskreise mit maximal zehn Menschen, Kinder bis 14 Jahre ebenfalls nicht eingerechnet. Schleswig-Holstein hält an seinen eigenen Kontaktregelungen fest.

Janssens kritisierte „das ewige Auf und Ab der politisch getroffenen Entscheidungen“. In der Intensivmedizin stehe man mittlerweile in einigen Regionen mit dem Rücken zur Wand.

Biden ruft zur Einheit im Kampf gegen Corona auf

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner im Kampf gegen die Corona-Pandemie zur Einheit aufgerufen. „Ich weiß, dass das Land des Kampfes überdrüssig geworden ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns im Krieg mit dem Virus befinden, nicht miteinander, nicht untereinander“, sagte Biden am Mittwoch in seinem Heimatort Wilmington im Bundesstaat Delaware.

Biden wandte sich anlässlich des Feiertags Thanksgiving an diesem Donnerstag mit mahnenden Worten an die Amerikaner. An Thanksgiving kommen Familien und Freunde üblicherweise zu großen Feiern zusammen. Biden forderte die Amerikaner erneut auf, wegen der Corona-Gefahr darauf zu verzichten. Angesichts des „dramatischen Anstiegs“ der Neuinfektionen forderte Biden eine „Verdoppelung“ der Anstrengungen zur Eindämmung der Pandemie.

„Wir haben in diesem Kampf noch Monate vor uns“, sagte Biden. Zugleich versuchte er, Zuversicht zu verbreiten. „Wenn Sie auf unsere Geschichte zurückblicken, sehen Sie, dass die Seele unserer Nation unter den schwierigsten Umständen geschmiedet wurde.“

Biden warnte, dass die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen von derzeit 160 000 pro Tag schon bald auf 200 000 steigen und das Gesundheitswesen mancherorts überlasten könnte. Jeder Amerikaner müsse seinen Beitrag leisten, etwa indem Masken getragen, Abstandsregeln eingehalten und Menschenmengen gemieden werden. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern sind seit Beginn der Pandemie rund 12,7 Millionen Infektionen nachgewiesen worden und mehr als 261 000 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion bekanntgeworden.

Marburger Bund: Keine Entwarnung, kein Ruhepolster

Der Ärzteverband Marburger Bund begrüßt die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen zum Eindämmen der Corona-Pandemie. „Die Notbremse hat gewirkt, das exponentielle Wachstum ist vorerst gebrochen. Das kann aber kein Ruhepolster sein“, sagte die 1. Vorsitzende Susanne Johna der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können keine Entwarnung geben, solange die Anzahl der Patienten in den Krankenhäusern weiter steigt.“ Die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beschlossen.

„Das Personal insbesondere auf den Intensivstationen, den Infektionsstationen und den Notaufnahmen ist seit Wochen massiv belastet“, betonte Johna. Die Kurve bei den Neuinfektionen müsse nach unten zeigen. „Deshalb ist es richtig, die Kontaktbeschränkungen aufrechtzuerhalten, so schwer das auch fällt.“

Im Namen der Ärztinnen und Ärzte appellierte sie auch an die Unterstützung aus der Bevölkerung: „Wer sich und andere bestmöglich vor einer Infektion schützt, trägt dazu bei, dass weniger Menschen erkranken und womöglich im Krankenhaus behandelt werden müssen“, sagte Johna. Verständlich sei auch, dass sich viele Menschen nach langen Beschränkungen darauf freuten, das Weihnachtsfest mit der ganzen Familie feiern zu können. „Eine vorübergehende Lockerung ist deshalb richtig“, so Johna. „Es kommt darauf an, wie wir alle uns verhalten. Ich vertraue auf die Vernunft der Menschen.“