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Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-Ticker: RKI sieht dramatische Situation in Kliniken – Inzidenz steigt in Wittmund auf 149,3

06.04.2021 - aktualisiert vor 10 Minuten

Wilhelmshaven /Friesland /Wittmund Das Robert-Koch-Institut listet für Deutschland insgesamt bis dato 3 073 442 (+29 426 zum Vortag) Infektionen und 79 381 Todesfälle. Die Sieben-Tages-Inzidenz für Deutschland beträgt 160,1 (Stand: 15. April).

Inzidenzwerte laut niedersächsischem Landesgesundheitsamt: Aurich 80,1 | Friesland 58,8 | Wilhelmshaven 76,2 | Wittmund 149,3 (15. April)

Landkreis Wittmund

Aktuell Infizierte: 102 (+41 Fälle)

Insgesamt: 1076 (942 genesen, 32 Todesfälle)

(15. April)

Landkreis Aurich

Aktuell Infizierte: 350 (+34 neue Fälle)

Insgesamt: 2921 (2523 genesen, 48 Todesfälle)

(15. April)

Stadt Wilhelmshaven

Aktuell Infizierte: 113 (+20 neue Fälle)

Insgesamt: 1606 (1448 genesen, 45 Todesfälle)

(15. April)

Landkreis Friesland

Aktuell Infizierte: 96 (+6 neue Fälle)

Insgesamt: 1413 (1277 genesen, 40 Todesfälle)

(15. April)

+++ Ticker von Donnerstag, 15. April +++

RKI sieht dramatische Situation in Kliniken

Das Robert Koch-Institut hat die Politik eindringlich dazu aufgefordert, die dritte Welle in der Corona-Pandemie zu brechen. „Wir müssen die Zahlen runterbringen. Es ist naiv zu glauben, das Virus wegtesten zu können. Das funktioniert nicht“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Dazu seien Verordnungen, wirksame Strategien und konsequente Umsetzungen nötig. „Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich teilweise dramatisch zu und wird uns auch noch härter treffen als in der zweiten Welle“, ergänzte Wieler. „Wir müssen jetzt handeln.“

Macher der Luca-App stellen Programmcode komplett online

Die Entwickler der Luca-App haben den Quellcode ihres Systems zur Corona-Kontaktverfolgung vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Seit Mittwochabend ist der Code der beiden App-Versionen (Android und iOS) sowie des Backend-Systems auf der Plattform GitLab einsehbar. Er kann damit nun von unabhängigen Stellen überprüft werden. Man wolle eine transparente Analyse und Weiterentwicklung der Software ermöglichen, erklärte die Culture4life GmbH, das Unternehmen hinter dem Luca-System.

Firmenchef Patrick Hennig sagte, es gehe dabei auch darum, „ein hohes Vertrauen in die Sicherheit bei allen Beteiligten und interessierten Nutzer:innen zu erzeugen“. Das Verfahren sorge außerdem dafür, dass der Quellcode oft getestet und mögliche Probleme schnell identifiziert werden könnten.

Die Macher der Luca-App wiesen gleichzeitig mehrere Kritikpunkte der Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) zurück, die am Mittwoch gefordert hatte, keine Steuermittel mehr für die App zur Corona-Kontaktnachverfolgung auszugeben. Club-Sprecher Linus Neumann hatte dabei von einer „nicht abreißende Serie von Sicherheitsproblemen“ bei dem Luca-System gesprochen.

Der Entwickler der App räumten dabei ein, dass es eine Schwachstelle beim Luca-Schlüsselanhänger gegeben habe, die aber inzwischen beseitigt worden sei. Außerdem sei der Schutz der Kontaktdaten die ganze Zeit gewährleistet gewesen.

Hennig wies gleichzeitig den Vorwurf des CCC zurück, das Luca-System sei potenziell jederzeit in der Lage, einzelne Geräte eindeutig zu identifizieren und ihnen alle Check-ins zuzuordnen. „Aus unserer Sicht ist das Fundamentalkritik an zentralen Datenspeicherungssystemen, die im übrigen aber an vielen Stellen des gesellschaftlichen Lebens wie bei Telekommunikationsanbietern, Kreditkartenunternehmen und auch im Gesundheitswesen vielerorts zum Einsatz kommen.“ Entsprechend müssten diese Systeme gegen Missbrauch abgesichert werden. „Dies ist beim Luca-System der Fall.“

Die Luca-App, für die unter anderem Hip-Hop-Sänger Smudo von den „Fantastischen Vier“ geworben hatte, wird in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Saarland, Bayern, Sachsen-Anhalt und Hamburg aus Steuermittel finanziert. Die eingesetzten Mittel summieren sich nach Recherchen des Portals Netzpolitik.org auf insgesamt 20 Millionen Euro. Dieses Geld wird für die Entwicklung der App, die Anbindung der Gesundheitsämter sowie den SMS-Service zur Validierung der Telefonnummern der Anwender verwendet. (dpa)

Bedford-Strohm vermisst spontane Zeichen menschlicher Nähe

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm (61), vermisst in der Corona-Pandemie am meisten spontane äußere Zeichen menschlicher Nähe. „Ich mag es, Menschen die Hand zu geben oder - wo sie mir näher sind - auch einmal zu umarmen.“ Darüber hinaus fehle ihm die direkte Begegnung mit Gemeindemitgliedern. „Ich bin sonst oft jeden Sonntag unterwegs in einem bayerischen oder auch ostdeutschen Dorf und halte dort einen Gottesdienst, oft einen Festgottesdienst mit wunderbarer Musik. Und dann am Ende gebe ich den Menschen am Ausgang die Hand. Das vermisse ich sehr.“ (dpa)

RKI registriert 29 426 Corona-Neuinfektionen und 293 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29 426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

In seinem aktuellen Lagebericht von Mittwochabend schreibt das RKI: „Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort.“ Rund um die Osterfeiertage war laut RKI weniger getestet und gemeldet worden. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 20407 Neuinfektionen und 306 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,2 an, vor vier Wochen lag sie bei 90,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 073 442 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 736 100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79 381.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 1,11 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (dpa)

Umfrage: Schlechte Homeoffice-Bedingungen machen viele Menschen krank

Mehr als jeder dritte Homeoffice-Nutzer klagt einer neuen Umfrage zufolge über gesundheitliche Probleme wegen eines schlechten Arbeitsplatzes. In einer Erhebung des Forschungsinstituts Forsa im Auftrag des Stuttgarter Prüfkonzerns Dekra gaben 36 Prozent der befragten Heimarbeiter an, dass bei ihnen aufgrund eines „mangelhaften, nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes“ Verspannungen sowie Rücken- oder Kopfschmerzen aufgetreten seien. Frauen sind demnach davon etwas häufiger betroffen als Männer. Die Umfrageergebnisse lagen der Deutschen Presse-Agentur vorab vor.

34 Prozent der Befragten bemängelten darüber hinaus eine fehlende oder unzulängliche Arbeitsausstattung, zum Beispiel einen zu kleinen Bildschirm oder instabiles Internet. 32 Prozent stellten laut Erhebung bei sich längere Arbeitszeiten oder Arbeitsphasen zu für sie untypischen Zeiten - etwa am Abend oder am Wochenende - fest.

Als weitere größere Probleme empfanden Homeoffice-Beschäftigte Störungen durch die Wohnsituation oder den Alltag, etwa durch Familienangehörige oder Nachbarn (30 Prozent), sowie Störungen wegen nicht klar von der Restwohnung abgegrenzter Arbeitsbereiche (27 Prozent). 23 Prozent fehlten laut Umfrage die Wahrnehmung durch den Arbeitgeber oder die Aufmerksamkeit des Chefs, 21 Prozent beklagten Probleme mit der IT-Ausstattung.

Nach einer Erhebung der Krankenkasse DAK-Gesundheit aus dem Februar ist im Corona-Jahr 2020 bundesweit allein die Zahl der Krankheitstage von Arbeitnehmern wegen Rückenschmerzen deutlich gestiegen. Insgesamt ging die Zahl der Ausfalltage mit dieser Diagnose demnach im Vorjahresvergleich um sieben Prozent nach oben. (dpa)

Weniger Existenzgründungen im Corona-Krisenjahr 2020

In der Corona-Krise haben viele Menschen ihre Pläne für eine berufliche Selbstständigkeit zunächst auf Eis gelegt. Nach Daten der staatlichen Förderbank KfW setzten im vergangenen Jahr 537 000 Menschen ihre Ideen zur Existenzgründung um. Das waren 68 000 oder gut 11 Prozent weniger als im Vorjahr.

2019 war die Gründungstätigkeit gestiegen und hatten auf ein weiteres Plus im Jahr 2020 hoffen lassen. Doch die Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen des wirtschaftlichen Lebens machten viele Pläne zunichte, wie aus einer Vorabauswertung des KfW-Gründungsmonitors hervorgeht.

„Viele Gründungsinteressierte haben in diesem Umfeld den Start in die Selbstständigkeit zunächst auf Eis gelegt“, erläuterte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Die schlechtere Lage auf dem Arbeitsmarkt hat den Angaben zufolge allerdings nicht zu mehr Notgründungen geführt. Als Notgründer werden diejenigen bezeichnet, die sich mangels besserer Erwerbsalternativen selbstständig machen.

Vielmehr wagten Gründerinnen und Gründer häufiger den Sprung in die Selbstständigkeit, um eine sich bietende Geschäftsgelegenheit wahrzunehmen. Der Anteil der sogenannten Chancengründungen stieg der KfW zufolge auf 80 Prozent (2019: 73 Prozent). Der Anteil von Gründungen mit Beschäftigten erhöhte sich auf 19 Prozent (2019: 15 Prozent).

Offenbar hätten viele trotz der Krise die Beharrlichkeit gehabt, ihre Gründungsidee zu verwirklichen, hieß es. Hinzu kommt: Existenzgründungen mangels besserer Erwerbsalternativen gibt es typischerweise häufig im Einzelhandel und der Gastronomie. Diese Branchen sind besonders hart von den Beschränkungen in der Pandemie betroffen.

Im vergangenen Jahr sanken sowohl die Existenzgründungen im Voll- als auch im Nebenerwerb. Die Zahl der Vollerwerbsgründungen verringerte sich um 12 Prozent auf 201 000, die der Nebenerwerbsgründungen ging um 11 Prozent auf 336 000 zurück. (dpa)

+++ Ticker von Mittwoch, 14. April +++

Digitaler Impfpass soll noch vor den Sommerferien kommen

Die Menschen in Deutschland sollen noch vor den Sommerferien in die Lage versetzt werden, einen vollständigen Impfschutz unkompliziert durch eine Smartphone-App nachzuweisen. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen.

Die digitale Bescheinigung soll den Betroffenen die Möglichkeit geben, schnell und fälschungssicher nachzuweisen, dass sie vollständig geimpft sind und deshalb wieder bestimmte Grundrechte in Anspruch nehmen zu können, etwa bei Urlaubsreisen.

Die Zertifikate sollen dabei nicht zentral auf einem Server gespeichert werden, sondern jeweils auf dem Smartphone der Anwender. Menschen, die kein Smartphone besitzen, erhalten zusätzlich zu dem Eintrag im analogen gelben Impfpass einen Ausdruck der digital einlesbaren Impfbescheinigung als QR-Code auf Papier. Auch bei einem Verlust oder Wechsel des Smartphones kann das Zertifikat über den ausgedruckten QR-Code erneut ins Handy eingelesen werden. (dpa) Mehr dazu lesen Sie hier.

Müller schlägt Bund-Länder-Beratungen zum Impfen vor

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat Beratungen zwischen Bund und Ländern zum Thema Impfen vorgeschlagen. Ihm sei wichtig, jenseits der Diskussion um das Infektionsschutzgesetz sehr schnell wieder im Rahmen der Ministerpräsidenten mit dem Kanzleramt und dem Bundesgesundheitsminister zusammenzukommen, um die Impfsituation zu besprechen, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Mittwoch im Interview des Fernsehsenders Welt.

„Wir haben über die Impfstofflieferung zu sprechen, wir haben darüber zu sprechen, wie wir mit den Geimpften umgehen, ob so wie mit den Getesteten“, sagte Müller. „Wir haben darüber zu sprechen, wie wir die Haus- und Betriebsärzte noch besser einbinden, um schneller zu werden.“ Es gebe bei dem Thema viele offene Punkte. „Und jenseits der anderen Gesetzesberatung hoffe ich sehr, dass wir das mit der Kanzlerin verabreden können und uns schnell zum Thema Impfen verständigen.“ (dpa)

Infektionsgeschehen zieht merklich an - Lage in Kliniken kritisch

Ganz sicher lässt sich die Infektionslage in Deutschland nach den Ostertagen noch immer nicht beurteilen - wichtige Kennwerte weisen aber auf einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen hin. So lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochmorgen bundesweit bei 153,2. Ähnlich hoch hatte sie zuletzt Mitte Januar (155 am 13. Januar) während der zweiten Welle gelegen.

Der bisherige Höchststand der 7-Tage-Inzidenz war am 22. Dezember 2020 mit 197,6 erreicht worden. Mitte März hatte das RKI prognostiziert, dass es in der Woche nach Ostern höhere Neuinfektionszahlen als um Weihnachten geben könnte. Die Inzidenz könne dann bei 350 liegen, hatte es geheißen.

Tatsächlich stiegen die Zahlen zunächst weniger stark als befürchtet. Das könnte sich in der nächsten Zeit allerdings merklich ändern. In den Tagen um Ostern könnte es weniger Tests gegeben haben, nimmt das RKI an. Die Osterferien hätten zudem für das Geschehen an Schulen einen „nachhaltigen Entschleunigungseffekt“ gehabt, sagte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. (dpa)

Söder: Bundes-Notbremse reicht nicht aus für Kampf gegen Corona-Welle

Zur Eindämmung der dritten Corona-Welle reicht nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die geplante Bundes-Notbremse nicht aus. „Wir halten es für richtig, dass auf Bundesebene diese Notbremse fest verankert wird. Allein das wird es aber noch nicht helfen, wir müssen uns mehr überlegen“, sagte der CSU-Chef am Mittwoch am Rande der Sitzung der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag. Notwendig sei etwa „ein moderneres und flexibleres Impfkonzept, um die Geschwindigkeit durch einen Bürokratieabbau zu erhöhen und „vor allem um zu flexibilisieren“.

Söder betonte, die Corona-Lage in Deutschland sei weiter sehr schwierig. Es würden sich alle Prognosen zu den Infektionszahlen bestätigen. „Es steigt und steigt und steigt. Es geht nicht zurück“, sagte Söder. Dies gelte sowohl für die Zahl der Infizierten als auch für die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern. „Regional stoßen wir mittlerweile an unsere Grenzen.“ (dpa)

EU: Weitere 50 Millionen Biontech-Impfdosen bis Ende Juni

Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen bis Ende Juni zusätzlich 50 Millionen Dosen Corona-Impfstoff an Deutschland und die übrigen EU-Staaten liefern. Dies teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Mittwoch in Brüssel mit.

Es handele sich um eine Lieferung, die aus dem vierten Quartal vorgezogen werde. Im zweiten Quartal von April bis Juni kämen somit insgesamt 250 Millionen Dosen Impfstoff von Biontech/Pfizer, sagte von der Leyen.

Die Lieferung werde nach Bevölkerungsanteil auf die 27 EU-Staaten verteilt, fügte sie hinzu. Dieser liegt für Deutschland bei 18,6 Prozent. Von der zusätzlichen Lieferung kann die Bundesrepublik also rechnerisch gut neun Millionen Dosen erwarten.

Dies könnte mögliche Ausfälle beim Impfstoff von Johnson & Johnson zum Teil wettmachen. Der US-Hersteller hatte seine Auslieferung an die EU-Staaten am Dienstag verschoben. Hintergrund sind Berichte über Sinusvenenthrombosen. Der Konzern untersucht die Fälle, auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft sie. Wann die Lieferungen in Europa wieder aufgenommen werden, ist unklar. Johnson & Johnson sollte im zweiten Quartal 55 Millionen Dosen liefern. Das Mittel wird nur einmal gegeben, andere Impfstoffe hingegen zweimal. (dpa)

Gesundheitsministerium weist Kritik an Impfstoffverteilung zurück

Das Bundesgesundheitsministerium hat Kritik der Kassenärzte an der Verteilung von Corona-Impfstoffen zurückgewiesen. „Anders als von manchem behauptet, werden die Impfstoff-Lieferungen an die Arztpraxen nicht halbiert“, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Die Impfstoffmenge steigere sich vielmehr stetig. „Außerdem war immer klar, dass nach zwei Wochen die Praxen Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller bekommen.“

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Gassen hatte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt, den Praxen würden in den kommenden Wochen viel weniger Biontech-Dosen zugewiesen als versprochen, weil der Impfstoff offensichtlich vorrangig an die Impfzentren gehe. „Die Zuteilung für die Hausärzte wurde halbiert. Daher wächst bei den niedergelassenen Ärzten die Sorge, dass sie in den kommenden Wochen eher weniger als mehr am Impfgeschehen teilhaben können.“

Einer Übersicht des Ministeriums vom Montag zufolge gehen in der laufenden Woche rund eine Million Biontech-Dosen an die Arztpraxen, in der kommenden Woche sollen es rund 462 000 Dosen Biontech und gut 554 000 Dosen Astrazeneca sein, in der letzten Aprilwoche dann 1,16 Million Dosen Biontech und 343 000 Dosen Astrazeneca. Daten für Mai liegen bisher öffentlich nicht vor.

Gassen warnte mit Blick auf den Ausgleich für die Biontech-Kürzungen in der kommenden Woche durch Astrazeneca: „Das wird so nicht aufgehen“. Wenn die Impfzentren komplett den vergleichsweise unproblematischen Impfstoff erhielten, die Praxen aber den umstrittenen, werde die Impfkampagne massiv ins Stocken geraten. (dpa)

Großbritannien weitet Tests zu Impfstoff-Kombination aus

Britische Wissenschaftler weiten ihre Tests zur Impfstoff-Wirksamkeit bei der Kombination unterschiedlicher Mittel auf weitere Wirkstoffe aus. Künftig werden auch die Impfstoffe von Moderna und Novavax einbezogen, wie Matthew Snape von der Universität Oxford am Mittwoch dem Times Radio sagte. Seit Februar wird bereits in einer klinischen Studie untersucht, ob die bereits seit längerem in Großbritannien zugelassenen Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Oxford/Astrazeneca in unterschiedlicher Abfolge als erste und zweite Dosis verwendet werden können. Moderna wird in Großbritannien seit Montag als drittes Mittel eingesetzt.

Ziel sei, die Flexibilität und „Widerstandsfähigkeit“ des britischen Impfprogramms zu stärken, sagte Snape. Geklärt werden müsse, ob die Immunantwort genauso gut ist, als wenn man für die erste und zweite Dosis denselben Impfstoff verabreicht. Tierversuche an Mäusen vermittelten den Eindruck, dass eine Kombination sogar einen bessere Immunantwort hervorrufe, sagte der Experte. Letztendlich erzeugten alle Impfstoffe eine Immunantwort gegen das Spike-Protein. „Es wird interessant sein zu sehen, ob wir dies auch bei Menschen erkennen werden“, sagte Snape.

Derzeit werden die Impfstoffe in Großbritannien im Abstand von bis zu zwölf Wochen verabreicht. In dem Land hat bereits mehr als die Hälfte der Erwachsenen - gut 32 Millionen Menschen - eine erste Impfdosis erhalten, zweimal geimpft wurden bislang knapp 8 Millionen Menschen.

In Deutschland hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag darauf geeinigt, dass mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen sollen. Die Minister folgen damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April.

Hintergrund der Empfehlung sind seltene Fälle einer Hirnvenenthrombose nach der Impfung mit Astrazeneca. Bund und Länder hatten deshalb kürzlich beschlossen, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Laut Bundesgesundheitsministerium hatten in den vergangenen Wochen aber bereits rund 2,2 Millionen Bürger unter 60 Jahren eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten. (dpa)

Brandenburg: Erstimpfungen wegen Engpasses herunterfahren

Wegen Engpässen bei der Lieferung von Impfstoffen könnten Erstimpfungen für Biontech und Moderna in Brandenburg nach Angaben der Landesregierung in den nächsten Wochen auf Null gefahren werden. „Wir werden keine Erstimpfungstermine mehr herausgeben, um wenigstens - soweit es irgend geht - mit den vorhandenen Biontech- und Moderna-Dosen die Kompensation der Zweitimpfungen zu Astrazeneca durchhalten zu können“, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Mittwoch in einer Sitzung von Gesundheits- und Innenausschuss des Landtags. „Das wird so eng werden, dass wir nach Stand jetzt nicht unbedingt in der Lage sind, das zu erreichen.“

Das Ziel sei, die notwendigen Zweitimpfungen abzusichern, sagte der Minister. Nötig seien in den nächsten vier Wochen 62 000 Impfdosen von Biontech und Moderna. „Diesen Impfstoff haben wir derzeit leider nicht.“ Er forderte eine Erhöhung der zugesagten Mengen des Bundes. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf geeinigt, dass Menschen unter 60 Jahren mit einer Erstimpfung mit Astrazeneca bei der Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen sollen. (dpa)

SPD will Sport im Freien von Ausgangsbeschränkungen ausnehmen

Die SPD im Bundestag will Sport im Freien und kontaktlosen Sport für Kinder von der geplanten Corona-Notbremse des Bundes ausnehmen. Ausnahmen bei den Ausgangsbeschränkungen für Sport im Außenbereich seien zwingend, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, am Mittwoch in Berlin. Kindern solle zudem kontaktloser Sport ermöglicht werden.

Andernfalls drohe eine Eskalation der sozialen Situation bei denjenigen, die in beengten Verhältnissen leben. „Die erste Welle war eine Ischgl-Welle, und die zweite und dritte Welle ist eine Welle in den sozialen Brennpunkten.“

Schneider verteidigte den Verzicht auf ein beschleunigtes Beratungs- und Beschlussverfahren im Parlament zum Infektionsschutzgesetz für die Bundes-Notbremse. „Es kommt jetzt auf diese drei oder vier Tage wirklich nicht an“, hielt er der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) entgegen. (dpa)

EU-Staaten legen Position beim EU-Reise-Zertifikat fest

Die EU-Staaten haben sich auf eine gemeinsame Linie beim geplanten Covid-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa geeinigt. Die Botschafter der 27 Länder verständigten sich am Mittwoch in Brüssel auf eine Position für die Verhandlungen mit dem EU-Parlament, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomaten-Kreisen erfuhr. Nach Vorstellungen der EU-Kommission soll das sogenannten „grüne Zertifikat“ Ende Juni - also pünktlich zum Start der Sommerferien - einsatzbereit sein.

Um EU-weites Reisen in der Corona-Krise einfacher zu machen, hatte die EU-Kommission im März die Einführung eines solchen Zertifikats vorgeschlagen. Das Dokument soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden. Vor allem Urlaubsländer wie Griechenland oder Spanien, deren Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, hatten sich dafür eingesetzt. (dpa)

Griechenland setzt auf Selbsttests und gutes

Um Corona-Auflagen lockern zu können setzt die griechische Regierung auf Selbsttests und das immer bessere Frühlingswetter. So könnte die Gastronomie bereits in der letzten Aprilwoche ihre Außenbereiche öffnen, berichteten griechische Medien am Mittwoch. Ziel der Regierung sei es zudem, den Menschen ein normales Osterfest zu ermöglichen - das griechisch-orthodoxe Osterfest fällt in diesem Jahr auf das erste Maiwochenende. Mit einer Entscheidung wird für Freitag gerechnet.

Untersuchungen des Abwassers hätten ergeben, dass die Fallzahlen im Sinken begriffen seien, sagte Chemiker Nikolaos Thomaidis am Mittwochmorgen dem Fernsehsender Skai. Man sei optimistisch, dass die Zahlen in den kommenden Wochen weiter zurückgehen.

Am Dienstagabend hatte die Gesundheitsbehörde 4033 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Die Regierung geht davon aus, dass sich die Menschen vor allem deshalb anstecken, weil sie sich ohne Schutzmaßnahmen in Innenräumen treffen, und will deshalb vor allem Lockerungen erlauben, bei denen man wieder im Freien zusammenkommen kann.

Bisher ist den Griechen zudem das Reisen innerhalb des Landes bis auf wenige Ausnahmen verboten, damit die Menschen das Virus nicht von stärker betroffenen Großstädten wie Athen und Thessaloniki in die ländlichen Regionen tragen. Traditionell tun die Griechen an Ostern jedoch genau das: Sie fahren auf die Dörfer. Das soll nun pünktlich zum Fest mit Selbsttests möglich sein, die an den Mautstationen des Landes kontrolliert werden. (dpa)

Virologe Christian Drosten kritisiert wählerisches Verhalten der über 60-Jährigen bei Impfstoffen als „ganz schlechte Entwicklung“

Als „ganz schlechte Entwicklung“ hat der Virologe Professor Christian Drosten wählerisches Verhalten von über 60-Jährigen in Bundesländern kritisiert, in denen man sich den Corona-Impfstoff aussuchen kann. Manche dieser älteren Menschen wollten nun nicht mit Astrazeneca geimpft werden und warteten lieber ab, bis sie das Präparat von Biontech/Pfizer bekommen könnten.„Da muss man wirklich sagen, dann nimmt man im Juni einem Jüngeren die Impfung weg. Und das ist wirklich nicht in Ordnung“, sagte der Virologe im NDR-Info-Podcast „Das Coronovirus Update“.

„Ich finde es nicht gut, wenn Ältere jetzt an dieser Stelle wählerisch sind.“ Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt Astrazeneca mittlerweile für Menschen ab 60. Hintergrund sind seltene Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen jüngerer Menschen. (dpa)

Zahl der neuen Azubis im Corona-Jahr 2020 stark eingebrochen

Im Corona-Jahr 2020 haben so wenige Menschen in Deutschland eine Ausbildung begonnen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge brach nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 9,4 Prozent auf 465 200 ein, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Als Grund nannten die Statistiker den Effekt der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt.

Zwar seien die Ausbildungszahlen seit Jahren tendenziell rückläufig, hieß es von den Experten. „Der aktuelle Einbruch ist in seiner Höhe aber bislang einzigartig.“ Am stärksten davon betroffen waren die Bereiche Industrie und Handel (-11,9 Prozent) und das Handwerk (-6,6 Prozent). Lediglich die Landwirtschaft konnte einen leichten Zuwachs an neuen Azubis verzeichnen.

Der Rückgang ist stärker als 2009, als die Gesamtzahl der Neuverträge im Zuge der Finanzkrise um 7,6 Prozent geschrumpft war. Außerdem zählten die Statistiker seit 1991, als erstmals die Daten von West- und Ostdeutschland zusammengeführt wurden, keinen niedrigeren Stand an neuen Lehrverträgen. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, zeigte sich angesichts der Zahlen besorgt: „Azubis, die jetzt nicht ausgebildet werden, fehlen in der Zukunft als Fachkräfte“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. (dpa)

Lauterbach: Johnson & Johnson-Stopp kein „permanenter Rückschlag“

Trotz des Impfstopps in den USA und des verzögerten Marktstarts in Europa geht SPD-Gesundheitssexperte Karl Lauterbach davon aus, dass das Johnson & Johnson-Präparat gegen das Coronavirus bald in Deutschland eingesetzt wird. „Ich glaube nicht, dass es ein permanenter Rückschlag ist, die Sinusvenenthrombosen waren auch bei Johnson & Johnson zu erwarten“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk.

Die Komplikationen seien aber so rar, „dass der Impfstoff nach einiger Zeit wieder verimpft wird, in den Vereinigten Staaten, und der Impfstart in Europa dann auch beginnen wird“, sagte Lauterbach. „Man wird wahrscheinlich auch hier wieder darüber nachdenken müssen, ob man den Impfstoff bei den über 60-Jährigen spezifisch einsetzt“.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte am Dienstag wegen Berichten über sogenannte Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben. Zuvor hatten Behörden in den USA ein vorübergehendes Aussetzen der Impfungen empfohlen, nachdem im Land sechs Fälle der Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. (dpa)

NHL-Profi Michaelis über Corona-Infektion: „Brutalen Schüttelfrost“

Eishockey-Nationalspieler Marc Michaelis hat von seiner Corona-Infektion berichtet. „Die ersten Tage waren echt hart“, berichtete der 25-Jährige, der bei den Vancouver Canucks in der NHL unter Vertrag steht, der „Sport Bild“ (Mittwoch). „Es ist ein Gefühl, als hättest du die ganze Nacht Party gemacht und wachst am nächsten Morgen mit einem Riesenkater auf. Ich hatte brutalen Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen. Beim Aufstehen fühlt man sich, als sein man gerade vom Auto angefahren worden“, sagte Michaelis. „Nach zwei Tagen wurde es etwas besser. Aber ich fühle mich nach einer Woche noch schlapp und kurzatmig.“

Michaelis kommt in dieser Saison auf sechs Einsätze und steht in der „Taxi Squad“, aus der Ausfälle in Mannschaften kompensiert werden. Er ist aber selbst einer von 21 Canucks-Profis, die zuletzt auf der Corona-Liste der NHL standen. Die Mannschaft hat sei zwei Wochen nicht mehr gespielt und soll nun am Freitag wieder antreten.

Michaelis sagte, er mache sich auch Sorgen um mögliche Spätfolgen der Infektion. „Das ist in meinem Kopf. Alles andere wäre gelogen.“ (dpa)

Olympiasiegerin Ludwig fühlt sich beim Thema Corona-Impfung verwirrt

Beachvolleyball-Olympiasiegerin Laura Ludwig hat sich noch keine abschließende Meinung zum Thema Impfen gegen das Coronavirus vor den Spielen in Tokio gebildet. „Ganz schwieriges Thema! Ich bin kein Impfgegner und auch kein besonderer Befürworter. Ich mache das, was mir ein Arzt sagt“, berichtete die 35-Jährige in einem Interview der „Sport Bild“ (Mittwoch). „Aktuell verwirren mich die vielen Meinungen von Experten eher. Natürlich will ich zu Olympia - koste es, was es wolle. Aber die Entscheidungsfreiheit, ob man sich impft, sollte trotzdem bei jedem Einzelnen bleiben.“

Auf die Frage, ob es ein Szenario gebe, bei dem sie freiwillig auf die Olympischen Spiele verzichten würde, antwortete Ludwig: „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich kann nur mit dem arbeiten, was ich kontrollieren kann. Wenn ich mich zu viel damit stresse, raubt mir das zu viel Energie.“ Falls es Olympia nicht geben könne, „dann ist es halt so. Es war trotzdem ein schöner Weg.“ (dpa)

RKI registriert 21 693 Corona-Neuinfektionen und 342 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 21 683 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 342 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9677 Neuinfektionen und 298 Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05:03 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag nach Angaben des RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 153,2. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 140,9 an, vor einer Woche lag sie bei 110,1.

Die Beurteilung des Infektionsgeschehens ist aufgrund der zurückliegenden Ferien und der Osterfeiertage noch immer schwierig. „Wir müssen wahrscheinlich bis Ende dieser Woche warten, um wieder realistische Zahlen zu sehen“, hatte der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charite am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info gesagt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 044 016 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 718 700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 79 088.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 1,08 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert sei weiter gestiegen, schreibt das RKI. Die in den Tagen nach Ostern beobachtete Absenkung des Werts könnte an der vorübergehend geringeren Testzahl gelegen haben. Auch der R-Wert kann nach RKI-Angaben erst in einigen Tagen wieder aussagekräftig bewertet werden. (dpa)

+++ Ticker von Dienstag, 13. April +++

„Exzellente“ Corona-Lage auf Mallorca - Partys tabu

Der Oster-“Ansturm“ von rund 40.000 Besuchern aus Deutschland hat die vergleichsweise sehr gute Corona-Lage auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln vorerst nicht beeinträchtigt.

Die Infektionszahlen seien weiterhin relativ gering, teilten die Gesundheitsbehörden am Dienstag auf Palma mit. Die Corona-Ampel, die täglich vom angesehenen balearischen Wirtschaftszirkel unter Einbeziehung aller offiziellen Daten erstellt wird, zeigte derweil auf grün. Die Lage sei „exzellent“, hieß es.

Völlig risikofrei bleibt eine Reise auf die liebste Insel der Deutschen allerdings nicht. In dem Quarantäne-Hotel unweit der Mallorca-Hauptstadt Palma sind derzeit 27 Urlauber aus Deutschland untergebracht, wie die Behörden am Montagabend bekanntgaben. Besucher, die auf der Insel positiv getestet wurden, absolvieren dort allein oder zusammen mit ihren jeweiligen Reisebegleitern die vorgeschriebene Isolierung, die mindestens zehn Tage beträgt. Wie viele der 27 tatsächlich infiziert sind wurde nicht bekannt.

Binnen 24 Stunden wurden auf den Balearen 38 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und nur ein Todesfall erfasst. Es waren am Dienstag sechs Neuinfektionen weniger als am Vortag. Dabei hatte die spanische Mittelmeer-Region im Winter zeitweilig die höchsten Coronazahlen ganz Spaniens. Der am 4. Januar registrierte Tageshöchstwert lag mit 1865 fast 50 Mal so hoch wie die am Dienstag registrierte Zahl. (dpa)

Drosten hält weitere Maßnahmen neben Corona-Notbremse für nötig

Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zusätzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Maßnahmen nötig sein werden. „Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss“, sagte der Corona-Experte von der Berliner Charité am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ bei NDR-Info. Dies müsse sicherlich in „allernächster Zeit“ geschehen. „Ich erwarte jetzt nicht ohne weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann“, sagte Drosten mit Blick auf die Entscheidung.

Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren - trotz deutlicher Kritik einiger Länder und der Opposition im Bundestag. (dpa)

Keine Lockerung der Corona-Regeln in Niederlanden

Auch nach vier Monaten Lockdown wird es in den Niederlanden vorerst keine Lockerung der Corona-Beschränkungen geben. Stattdessen werden die Maßnahmen bis mindestens Ende April verlängert, wie Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag mitteilte. Eine Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt sei „unverantwortlich“. Die Lage sei nach wie vor alarmierend und so akut wie während der ersten Welle vor einem Jahr, warnte Rutte. „Jeder sieht, dass die Lage in den Krankenhäusern sehr schlecht ist.“

Rutte stellte eine vorsichtige Lockerung frühestens ab Ende April in Aussicht. Zunächst könnten die abendliche Ausgangssperre aufgehoben und die Terrassen von Cafés und Restaurants geöffnet werden. Zunächst müsse aber die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern drastisch zurückgehen. (dpa)

Studie: Corona-Schulden des Staates erreichen 650 Milliarden Euro

Bund, Länder und Kommunen werden im Zuge der Corona-Bekämpfung voraussichtlich einen Schuldenberg in Höhe von rund 650 Milliarden Euro auftürmen. Das geht aus einer aktuellen Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.

„Je nachdem, was in den kommenden Wochen und Monaten noch passiert, kann diese Zahl auch noch größer werden“, sagte IW-Direktor Michael Hüther am Dienstag bei der Präsentation der Studie „Wer zahlt die Krise? Wie Deutschland die Corona-Schulden bewältigt“.

„Die Corona-Pandemie war und ist die größte Wirtschafts- und gesellschaftspolitische Herausforderung der Nachkriegszeit“, betonte Hüther. Noch nie seit 1945 habe der Staat so viel Geld in so kurzer Zeit für ein Ziel ausgegeben wie in der Corona-Pandemie. Nun stelle sich die Frage, wie sich die Kosten bewältigen lassen.

Die Konjunkturexperten des IW drängen darauf, auf einen allzu schnellen Schuldenabbau zu verzichten und der öffentlichen Hand lieber Spielräume für notwendige Investitionen etwa in Infrastruktur zu lassen. „Statt wie vom Bund geplant in 20 Jahren sollten die Schulden in 40 Jahren zurückbezahlt werden“, heißt es in der Studie. Außerdem empfehlen die Experten „einen moderate Öffnung der Schuldenbremse“, um den Handlungsspielraum der Bundesländer zu erhöhen. (dpa)

Firmen müssen Beschäftigten Coronatests anbieten

Unternehmen müssen ihren Beschäftigten künftig Coronatests anbieten. Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine entsprechende Verordnung zum Arbeitsschutz beschlossen. „Diese Regel gilt für alle Beschäftigten, die nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten können“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin. Derjenige Teil der Wirtschaft, der offen bleiben solle, müsse nun zum Infektionsschutz einen verpflichtenden Beitrag leisten. „Ich halte das für ein Gebot der Verantwortung“, so Heil. Die Verordnung trete in der kommenden Woche in Kraft. Verlängert wird zudem bis Ende Juni das Gebot zum Homeoffice für geeignete Arbeit.

Regierungssprecher Steffen Seibert rief die Beschäftigten dazu auf, die Testangebote auch zu nutzen. Möglich seien der Einsatz von Schnelltests, PCR-Tests und auch Selbsttests, sagte Heil. Unternehmen könnten auch mit Dienstleistern arbeiten - etwa mit der Apotheke um die Ecke. Vorgesehen ist, dass Betriebe ihren Beschäftigten einmal pro Woche ein Testangebot machen. Zwei Tests pro Woche sollen Mitarbeitern zur Verfügung stehen, die besonders gefährdet sind. Das trifft auf Bereiche mit viel Kundenkontakt oder körpernahe Dienstleistungen zu. Auch Beschäftigte, die vom Arbeitgeber in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden, müssen zwei Mal pro Woche ein Testangebot erhalten. Eine Testpflicht für Arbeitnehmer gibt es nicht.Unternehmen müssen ihren Beschäftigten künftig Coronatests anbieten. Das Bundeskabinett hat am Dienstag eine entsprechende Verordnung zum Arbeitsschutz beschlossen. „Diese Regel gilt für alle Beschäftigten, die nicht dauerhaft im Homeoffice arbeiten können“, sagte Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in Berlin. Derjenige Teil der Wirtschaft, der offen bleiben solle, müsse nun zum Infektionsschutz einen verpflichtenden Beitrag leisten. „Ich halte das für ein Gebot der Verantwortung“, so Heil. Die Verordnung trete in der kommenden Woche in Kraft. Verlängert wird zudem bis Ende Juni das Gebot zum Homeoffice für geeignete Arbeit. (dpa)

US-Behörden empfehlen Aussetzung von Johnson & Johnson-Impfungen

Die Behörden in den USA haben eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land danach Sinusvenenthrombosen erfasst wurden. Das teilten die Gesundheitsbehörde CDC und die Arzneimittelbehörde FDA am Dienstag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Die Fälle würden nun genauer untersucht. Bis ein Ergebnis vorliege, werde als Vorsichtsmaßnahme die vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit Johnson & Johnson empfohlen.

Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden. Derzeit würden sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen war. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Es handele sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Ostfriesische Inselgemeinden entwickeln Konzept für Tourismus-Öffnung

Die sieben ostfriesischen Inselgemeinden mit ihren Tourismusorganisationen haben in Zusammenarbeit mit weiteren Unterstützern und Virologen Prof. Dr. Dittmer des Universitätsklinikums Essen ein Konzept für die Öffnung des Tourismus erstellt und an das Land Niedersachsen weitergeleitet. Das Konzept beinhaltet detaillierte Vorschläge für die dauerhafte Öffnung des Tourismus auf den Ostfriesischen Inseln bei gleichzeitiger Kontrolle des Infektionsgeschehens. Die sichere und dauerhafte Öffnung des Tourismus in der Region „Ostfriesische Inseln“ umfasst die Öffnung aller touristischen Beherbergungsbetriebe sowie der Einzelhandels-, Gastronomiebetriebe, der Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie weiterer touristischer Angebote auf den Inseln. Im ersten Schritt nur für den Übernachtungstourismus.

Im Zentrum der Öffnungsstrategie steht ein ganzheitliches Testkonzept, das neben den Gästen auch die Insulaner und Beschäftigten im Tourismus berücksichtigt. Übernachtungsgäste – und in der zweiten Öffnungsphase auch Tagesgäste – müssen demnach bei ihrer Anreise auf die Inseln einen negativen PoC-Antigen-Schnelltest oder PCR-Test vorweisen. Sollte bei Anreise kein Corona-Test bzw. ein veralteter Corona-Test vorliegen, kann der Gast nicht auf die Insel befördert werden.

Alle Gäste werden ca. 48 Stunden nach ihrer Anreise nochmals mit einem PoC-Antigen-Schnelltest getestet. Erst nach dem zweiten Test ist die Nutzung aller touristischen Angebote der Insel möglich. Es wird eine digitale Lösung angestrebt, die personenbezogene Daten mit Testergebnissen und ihrer Gültigkeitsdauer verknüpft, sodass dem Gast über einen App-generierten QR-Code Zutritt zu touristischen Leistungen gewährt werden kann und gleichzeitig eine Nachverfolgung der Kontakte vereinfacht wird.

Friesland meldet den 40. Corona-Todesfall

Der Landkreis Friesland hat heute einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gemeldet. Das ist der 40. Corona-Todesfall im Kreisgebiet.

Regierung bringt Bundes-Notbremse auf den Weg

Das Bundeskabinett hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag in Berlin. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen.

Allen über 50-Jährigen in Großbritannien wurde Corona-Impfung angeboten

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat die britische Regierung nach eigenen Angaben ihr nächstes Ziel erreicht. Allen über 50-Jährigen sei eine Impfung gegen das Virus angeboten worden, teilte die Regierung am Dienstag mit. Damit kommt die Kampagne etwas schneller voran als geplant. „Wir haben jetzt einen weiteren wichtigen Meilenstein in unserem Impfprogramm erreicht“, sagte Premierminister Boris Johnson der Mitteilung zufolge. Schon bald sollen die ersten unter 50-Jährigen geimpft werden.

Insgesamt haben im Vereinigten Königreich bisher mehr als 32 Millionen Menschen eine erste Impfung erhalten - das ist deutlich mehr als die Hälfte der Erwachsenen. Gut 7,5 Millionen wurde bereits die für den kompletten Schutz notwendige zweite Dosis gespritzt. Am Dienstag wurde erstmals der Impfstoff des US-Konzerns Moderna eingesetzt - es ist das dritte Mittel, das in Großbritannien genutzt wird.

Wegen des Erfolgs des Impfprogramms sind seit Montag in England wieder Geschäfte, Friseure und Außengastronomie geöffnet. Zahlreiche Menschen nutzten die Lockerungen für Einkäufe und den ersten Haarschnitt seit Monaten. Angesichts von Bildern Hunderter Feiernder in Kneipen im Londoner In-Bezirk Soho warnten Beobachter, die Fortschritte nicht zu gefährden und die Abstandsregeln weiter einzuhalten.

Am Montag hatte die Regierung den höchsten Anstieg von Neuinfektionen seit Anfang April gemeldet. In Südlondon wurden 44 bestätigte Fälle der zunächst in Südafrika entdeckten Corona-Variante B.1.351 bekannt sowie 30 Verdachtsfälle. Dutzende Menschen in den Bezirken Wandsworth und Lambeth seien in Selbstisolation, teilten die Behörden mit. (dpa)

Verband: Impfstoffe können schnell auf Mutanten angepasst werden

Corona-Impfstoffe können nach Angaben einer Expertin recht schnell auf mutierte Virustypen angepasst werden. „Für die Entwicklung müssen wir zirka sechs bis acht Wochen rechnen“, erklärte die Präsidentin des Österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, der dpa. Zunächst prüften die Hersteller aber, ob die vorliegenden Impfstoffe gegen die Mutanten wirksam oder zumindest teilweise wirksam sind.

Muss ein Impfstoff adaptiert werden, handle es sich um einen neuen Impfstoff, der wieder zugelassen werden müsse, erläuterte Gallo-Daniel. „Nach der Zulassung muss dann die Produktion umgerüstet werden.“ Hier stelle sich die Frage, ob die gesamte Produktion auf die neuen, angepassten Impfstoffe umgestellt werden muss oder nur ein Teil. Zu klären sei auch, ob beide Impfstoffe gespritzt werden müssen oder man komplett auf den neuen „umswitcht“. Die Umstellung der Produktion dauere ebenfalls einige Wochen. (dpa)

Indien lässt Sputnik V zu

Die indische Arzneimittelzulassungsbehörde hat dem russischen Impfstoff Sputnik V eine Notzulassung erteilt. Das gab der staatliche russische Direktinvestmentfonds RDIF, der das Vakzin im Ausland vermarktet, in der Nacht zum Dienstag bekannt. Indische Pharmafirmen sollen den Impfstoff selbst in Massenproduktion herstellen. Es werde so mit mehr als 850 Millionen Dosen im Jahr gerechnet.

Indien erteilte die Zulassung, nachdem es diese Woche in absoluten Zahlen das nach den USA am meisten von Corona betroffene Land geworden war und Brasilien überholt hatte. Insgesamt gibt es in der größten Demokratie der Welt mit ihren mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als 13,6 Millionen bekannte Infektionen, davon knapp 162 000 in den vergangen 24 Stunden.

Die erfassten Fälle nehmen in dem Land seit Wochen immer stärker zu - es gibt große religiöse Feste und Wahlkampfveranstaltungen ohne Masken und Abstand. In besonders betroffenen Regionen gibt es Berichte, wonach in Krankenhäusern die Betten knapp werden und einige Impfzentren schließen mussten, weil ihnen der Impfstoff ausgegangen war.

Gleichzeitig stellt Indien bereits zwei andere Impfstoffe in Massenproduktion her - AstraZeneca und einen einheimisch entwickelten. Davon hat das Land nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 108 Millionen Dosen verimpft. Weitere 65 Millionen Dosen seien ins Ausland exportiert worden. Das Land ist als Apotheke der Welt bekannt und sollte besonders arme Länder mit Corona-Impfstoff beliefern. Aber seit der immer rascheren Pandemieverbreitung hat Indien seinen Impfstoffexport stark eingeschränkt.

Indien ist das bevölkerungsreichste Land, das Sputnik V zugelassen hat. Insgesamt haben dies dem staatlichen russischen Direktinvestmentfonds RDIF zufolge 60 Länder mit drei Milliarden Menschen getan. Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit einen Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU.

Derzeit halten sich russischen Medienberichten zufolge EMA-Experten in Moskau auf. Auch Deutschland führt Gespräche über mögliche Lieferungen des Vakzins. Nach späten Studien, die im Fachjournal „The Lancet“ publiziert worden sind, ist der russische Impfstoff zu 91,6 Prozent wirksam. (dpa)

RKI registriert 10 810 Corona-Neuinfektionen und 294 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10 810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 6885 Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle verzeichnet. Zudem könnten die Zahlen der Vorwoche wegen der Schulferien noch nicht vergleichbar mit früheren Werten sein. RKI-Präsident Lothar Wieler rechnete ab Mitte dieser Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Pandemie.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 140,9. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 129,2 an, vor einer Woche lag sie bei 123.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 022 323 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2 700 200 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 78 746.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montag bei 1,09 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert sei weiter gestiegen, schreibt das RKI. Die in den Tagen nach Ostern beobachtete Absenkung des Werts könnte an der vorübergehend geringeren Testzahl gelegen haben. Auch der R-Wert kann laut RKI erst in einigen Tagen wieder aussagekräftig bewertet werden. (dpa)

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