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Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona–Ticker: Lauterbach ruft zu Achtsamkeit auf: Deltavariante kann wiederkommen

01.01.2020

Wilhelmshaven /Friesland /Wittmund Das Robert-Koch-Institut meldet 25 723 697 nachgewiesene Corona-Infektionen (+61 859 Neuinfektionen). (Stand: 14. Mai).

Landkreis Wittmund (Stand: 13.5.): 7-Tage-Fallzahl: 485, Insgesamt: 16 191 (59 Todesfälle)

Stadt Wilhelmshaven (Stand: 13.5.): Aktuelle Fälle: 612, Insgesamt: 19 200 (109 Todesfälle)

Landkreis Friesland (Stand: 13.5.): Aktuelle Fälle: 1139, Insgesamt: 23 102 (62 Todesfälle)

+++ Samstag, 14. Mai +++

RKI registriert 61 859 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 477,0

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 477,0 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 485,7 gelegen (Vorwoche: 544,0; Vormonat: 1015,7). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 61 859 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 72 252 registrierte Ansteckungen) und 144 Todesfälle (Vorwoche: 184) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 723 697 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Lauterbach: Delta-Variante kann wiederkommen – Aufruf zu Achtsamkeit

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält eine Rückkehr der gefährlicheren Delta-Variante des Coronavirus für möglich. „Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Eine Omikron-Welle im Herbst ist zwar wahrscheinlich. Aber selbst die gefährlichere Delta-Variante könnte zurückkommen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Samstag) mit Verweis auf eine israelische Studie, wonach im Abwasser auch die Delta-Variante nachgewiesen wurde. Auf beide Szenarien müsse man sich einstellen, sagte der SPD-Politiker. „Wir brauchen Impfstoff gegen beide Varianten. Das wird sehr teuer.“

In Deutschland dominiert derzeit die Omikron-Subvariante BA.2 mit gut 97 Prozent. Die Delta-Variante, die oft mit schwerwiegenderen Folgen einhergeht, wird laut dem jüngsten Wochenbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) aktuell nur selten nachgewiesen.

Lauterbach rief die Menschen auf, weiter vorsichtig zu sein. „Auch im Sommer sollten wir achtsam bleiben“, mahnte der Minister. Dazu gehöre das Tragen von Masken im ÖPNV und im Flugzeug. „Wer jetzt den Menschen vorgaukelt, Corona sei Geschichte, wird das im Herbst bitter bereuen“, warnte Lauterbach.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund appellierte an Bund und Länder, Vorbereitungen für eine neue Corona-Welle zu treffen. Die Impfmöglichkeiten müssten aufrechterhalten werden, sagte

Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Zwar sei es nicht sinnvoll, in großem Umfang weitgehend leerstehende Impfzentren zu betreiben. Notwendig sei aber eine Planung, wann man unter welchen Umständen erneut zusätzliche Impfmöglichkeiten schaffen müsse. Landsberg verwies auf einen im Herbst erwarteten Impfstoff, der an die Omikron-Variante angepasst ist.

Österreich hebt alle Corona-Einreiseregeln auf

Zur Einreise nach Österreich ist ab Montag kein Nachweis über eine Corona-Impfung oder -Genesung mehr nötig. Auch einen negativen Corona-Test müssen Reisende nicht mehr vorlegen, wie aus der Einreiseverordnung hervorgeht, die das Gesundheitsministerium am Freitagabend aktualisierte. Theoretisch gelten noch Auflagen für Einreisen aus Virusvariantengebieten. Derzeit steht aber kein Land auf der Liste.

+++ Freitag, 13. Mai +++

Corona-Inzidenz in Niedersachsen erneut leicht gesunken

Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen hat sich erneut leicht abgeschwächt. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, lag die Sieben-Tages-Inzidenz am Freitag bei 663,7 - so viele Neuinfektionen wurden in den vergangenen sieben Tagen unter 100 000 Einwohnern gezählt. Am Donnerstag lag der Wert bei 697,5, eine Woche zuvor betrug der Inzidenzwert 773,5.

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen stieg in Niedersachsen um 8952 Fälle an, 22 Menschen starben an oder mit dem Virus. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz sank auf 7,6. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen bezogen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit einer Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Zahl gilt als maßgeblicher Wert zur Bewertung der Infektionslage. Die Auslastung der Intensivbetten sank auf 2,9 Prozent.

Die landesweit höchste Inzidenz meldete der Landkreis Ammerland mit 1197,8, gefolgt vom Landkreis Oldenburg mit 1049,7 und der Stadt Oldenburg mit 1010,0. Die niedrigsten Werte gab es in den Städten Emden (397,0) und Osnabrück (394,6).

Im kleinsten Bundesland Bremen fiel die Sieben-Tage-Inzidenz auf 604,3. Dort wurden 528 neue Covid-19-Fälle registriert, aber kein weiterer Todesfall.

Länder: Corona-Aufholprogramm für Kinder soll weitergehen

Ein Bundesprogramm zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen nach der Corona-Pandemie soll nach Ansicht der Länder über das Jahr 2022 hinaus fortgesetzt werden. Auf diese Forderung hätten sich die Jugend- und Familienminister auf Initiative Niedersachsens verständigt, teilte das Sozialministerium in Hannover am Freitag mit.

Bei der Planung des Programms „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ im vergangenen Jahr habe man noch die Hoffnung gehabt, die Pandemie zeitnah in den Griff zu bekommen. In vielen Bereichen hätten Kinder, Jugendliche und ihre Familien aber noch keine Möglichkeit gehabt, von den Maßnahmen zu profitieren, sagte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD).

Die SPD-Politikerin forderte, dass Bewegung, Kultur und Freizeit wichtige Schwerpunkte in einem Nachfolgeprogramm werden. Außerdem sollten Kinder und Jugendliche aktiv an der Gestaltung und Umsetzung des neuen Programms beteiligt werden.

Das Corona-Aufholprogramm war noch von der alten Bundesregierung beschlossen worden. Der Bund investiert dafür nach eigenen Angaben insgesamt zwei Milliarden Euro.

Nordkorea hat WHO noch nicht über Corona-Ausbruch informiert

Nach dem ersten offiziellen Corona-Ausbruch in Nordkorea wartet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf auf nähere Informationen. Sie habe sich an das Gesundheitsministerium gewandt, aber bislang keine Informationen erhalten, teilte der für Nordkorea zuständige WHO-Vertreter, Edwin Salvador, mit.

Nordkorea hat am Freitag den ersten Todesfall nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet. Seit Ende April seien sechs Menschen mit Fieber gestorben, das sich aus noch ungeklärter Ursache schnell im ganzen Land ausgebreitet habe, berichteten die Staatsmedien. Südkorea bot an, Corona-Impfstoffe und andere medizinische Versorgungsgüter in das Nachbarland zu liefern.

Die WHO habe Nordkorea dabei geholfen, eine nationale Covid-Strategie wie auch einen Impfplan zu entwickeln, teilte Salvador mit. Damit könne das Land auf Impfstoffe über das von der WHO mitgegründete Programm Covax zurückgreifen.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef, das die Liefermengen von Covax auf einer Webseite ständig aktualisiert, hat Nordkorea bislang keine Impfdosen von Covax erhalten oder geordert.

Covax wurde 2020 gegründet, um die Impfstoffentwicklung zu fördern und in großem Stil Impfdosen einzukaufen und an interessierte Regierungen zu liefern. 92 der ärmsten Länder erhielten die Impfdosen umsonst. Nordkorea soll nach Informationen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International 2021 von Covax angebotene Impfdosen zurückgewiesen haben.

Prüfungen für Schuljahrgänge 9 und 10 in Niedersachsen gestartet

Für 55 000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10 haben in Niedersachsen die schriftlichen Abschlussprüfungen begonnen. Dies sind etwa Schüler an Haupt-, Real- und Förderschulen, wie das Kultusministerium am Freitag in Hannover mitteilte. Die Prüfungen begannen am Freitag demnach mit dem Fach Deutsch, in der kommenden Woche sind dann Mathematik und Englisch an der Reihe. Die in diesem Jahr freiwilligen mündlichen Prüfungen seien vom 13. bis zum 17. Juni angesetzt. Die Abschlusszeugnisse sollen die Schüler bis spätestens Anfang Juli erhalten. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sagte laut Mitteilung: „Sie können stolz sein auf das, was sie in den vergangenen neun oder zehn Jahren erreicht haben, ganz besonders nach dem Endspurt unter zum Teil erschwerten Bedingungen seit Beginn der Corona-Pandemie.“ Mit dem bald erreichten Abschluss stünden viele Türen in eine Ausbildung oder weiterführende Schulbildung offen.

Corona-Infektionszahlen bei Schülern sinken

Niedersachsens Schülerinnen und Schüler haben sich zuletzt seltener mit dem Coronavirus infiziert. In der vergangenen Woche waren es knapp 10 000 Infektionen, wie das Kultusministerium in Hannover am Freitag auf Anfrage mitteilte. In der Woche zuvor waren es noch etwa 2500 Infektionen mehr. Bei den Lehrkräften und beim Schulpersonal sanken die Infektionszahlen ebenfalls, von insgesamt rund 2600 vor zwei Wochen auf etwa 2300 in der vergangenen Woche. Etwa 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler besuchen laut Ministerium die rund 3000 Schulen in Niedersachsen, etwa 100 000 Menschen arbeiten dort. Anders als vor den Osterferien würden von den Schulen inzwischen auch positive Selbsttests gemeldet. Zuvor waren es nur PCR-Tests. Seit Anfang Mai müssen sich Schüler im Bundesland nicht mehr verpflichtend testen. Wer es möchte, erhält dafür drei Tests pro Woche.

Fast 70 000 Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 485,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 502,4 gelegen (Vorwoche: 553,2; Vormonat: 1044,7). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 68 999 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 85 073 registrierte Ansteckungen) und 164 Todesfälle (Vorwoche: 214) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 661 838 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Donnerstag, 12. Mai +++

US-Präsident Biden beklagt eine Million Corona-Tote in den USA

US-Präsident Joe Biden hat eine Million Corona-Tote in den USA seit Beginn der Pandemie beklagt. „Eine Million leere Stühle am Abendbrottisch. Jeder einzelne ein unersetzlicher Verlust“, erklärte Biden. Für diesen Donnerstag haben die USA und weitere Länder wie Deutschland einen internationalen Corona-Videogipfel einberufen, um dem Kampf gegen die Pandemie zu neuem Schub zu verhelfen. Gleichzeitig drängte Biden den US-Kongress, die von ihm beantragte Corona-Notfinanzierung in Höhe von 22,5 Milliarden Dollar (21,4 Milliarden Euro) zu bewilligen.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC verzeichnete mit Stand Dienstag knapp 996 000 Tote. Zuletzt starben pro Tag in den USA täglich um die 300 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Auch bei der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore wurde die Millionen-Marke am Donnerstag noch nicht überschritten - ihre Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt meist einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen. Die JHU zählte mit Stand Donnerstag knapp 999 000 Corona-Tote. Der US-Sender NBC hatte auf Grundlage eigener Zählungen bereits in der vergangenen Woche mehr als eine Million Corona-Tote vermeldet. Kein Land hat mehr Corona-Tote registriert als die Vereinigten Staaten, in denen rund 330 Millionen Menschen leben.

„Jeder hinterlässt eine Familie, eine Gemeinschaft und eine Nation, die durch diese Pandemie für immer verändert wurde“, erklärte Biden weiter. Er und seine Ehefrau Jill würden für jeden von ihnen beten. „Als Nation dürfen wir nicht gefühllos werden angesichts solchen Leids“, so der US-Präsident. Er rief dazu auf, weiter wachsam zu bleiben. Corona-Tests und die Impfung gegen das Virus seien dabei entscheidend. In den USA sind 66 Prozent der Menschen zweifach geimpft. 46 Prozent von ihnen haben auch eine Auffrischungsimpfung. Die Impfquote stagniert allerdings.

Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Ländern Afrikas gestiegen

In mehreren Ländern Afrikas wird ein Anstieg der Corona-Infektionen verzeichnet. So nahm die Zahl der nachgewiesenen Infektionen in Südafrika in den vergangenen vier Wochen um 57 Prozent zu, wie John Nkengasong, Direktor der Gesundheitsbehörde für Infektionskrankheiten (CDC), am Donnerstag in Addis Abeba sagte. Durchschnittlich sei auf dem Kontinent ein Anstieg um 25 Prozent zu beobachten. Insgesamt wurden nach CDC-Angaben seit Beginn der Pandemie 11,5 Millionen Infektionen in den Ländern Afrikas registriert, 252 000 Todesfälle werden mit Covid-19 in Zusammenhang gebracht.

Wie viele Infektionen unerkannt blieben, ist unbekannt: So wurden auf dem ganzen Kontinent mit einer Gesamtbevölkerung von rund 1,4 Milliarden Menschen seit Beginn der Pandemie 106 Millionen Corona-Tests gemacht, davon 506 000 in der vergangenen Woche. Bisher sind den Angaben zufolge 17,3 Prozent der Afrikanerinnen und Afrikaner vollständig geimpft. Zu den Staaten, in denen bereits mehr als 35 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, zählen Ruanda, Tunesien, Ägypten, Mauritius, Sao Tomé und Principe sowie Kapverde.

Ryanair: Vorerst weiter Maskenpflicht bei Flügen in 15 EU-Staaten

Nach der Lockerung der EU-Empfehlungen entfällt längst nicht auf allen Flügen in Europa die Maskenpflicht. Europas größter Billigflieger Ryanair hat am Donnerstag eine Liste von 15 EU-Staaten veröffentlicht, in denen über nationale Gesetze das Tragen von Gesichtsmasken zur Corona-Prävention weiter gilt.

Neben Deutschland sind auch wichtige Tourismus-Ziele wie Spanien, Griechenland, Portugal und Italien darunter. Wenn am Abflugort oder am Ziel eine staatliche Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr besteht, sollte dies laut Luftsicherheitsagentur EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC aber weiter auch an Bord der Maschinen gelten.

Ryanair begrüßte die Lockerung der Empfehlungen. Ab Montag sei damit das Tragen des Gesichtsschutzes optional bei Flügen zwischen Ländern, die nicht auf der Liste stehen. Man rechne damit, dass die Staaten ihre Vorschriften in den kommenden Tagen im Einklang mit den Richtlinien ändern werden, erklärte Airline-Chef Eddie Wilson laut einer Mitteilung.

Bundesweite Inzidenz sinkt leicht

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 502,4 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 507,1 gelegen (Vorwoche: 566,8 Vormonat: 1087,2). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 88 961 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 96 167 registrierte Ansteckungen) und 197 Todesfälle (Vorwoche: 183) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 592 839 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Mittwoch, 11. Mai +++

Bundesregierung löst Corona-Krisenstab auf

Rund fünf Monate nach seiner Einrichtung wird der Corona-Krisenstab im Bundeskanzleramt zur Koordinierung der bundesweiten Impfungen gegen das Virus aufgelöst. Mittlerweile gebe es eine ganz andere Situation bei den Infektionen und Impfungen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann am Mittwoch in Berlin. Die Aufgaben des von Generalmajor Carsten Breuer geleiteten Krisenstabs würden nun in den üblichen Arbeitsstrukturen der Bundesregierung bearbeitet. Der Corona-Expertenrat der Regierung hingegen sei gerade dabei, eine Stellungnahme zur Situation in Herbst und Winter zu erarbeiten.

Der Krisenstab war Ende vergangenen Jahres mit mehr als zehn Mitarbeitern gestartet und hatte in der Spitzenzeit etwa 30 Mitglieder. Ihm gehörten Fachleute der zuständigen Ministerien an sowie Experten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Höchststand bei den Impfungen war ein Tag im Dezember 2021, als 1,6 Millionen Impfungen verabreicht wurden. Dann flachten die Impfzahlen wieder ab.

Beim ebenfalls von der damals noch neuen Regierung Ende 2021 gegründeten Corona-Expertenrat geht es hingegen um die Beratung der Regierung. Die Zusammensetzung des Rats ist breitgefächert.

In Frankreich fällt Maskenpflicht in Verkehrsmitteln

Die Pflicht zum Tragen einer Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln endet in Frankreich. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch sagte, tritt die Änderung zu Beginn der kommenden Woche in Kraft. Dennoch werde empfohlen, eine Maske zu tragen. Die Gesundheitslage habe sich verbessert, doch die Corona-Pandemie sei noch nicht vorbei. Der Inzidenzwert, also die gemeldeten Ansteckungen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche auf 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner, lag in Frankreich zuletzt bei etwa 405.

EU-Behörden lockern Empfehlung zum Tragen von Masken im Flugzeug

Die zuständigen EU-Behörden haben damit begonnen, ihre Corona-Maßnahmen für den Luftverkehr zu lockern. Unter anderem fällt ab Montag die Empfehlung zum verpflichtenden Tragen medizinischer Masken in Flughäfen und an Bord von Flugzeugen weg, wie die Europäische Luftsicherheitsagentur EASA und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am Mittwoch mitteilten. Für Passagiere und Crew-Mitglieder sei dies ein großer Schritt hin zu einer Normalisierung des Flugverkehrs, sagte EASA-Chef Patrick Ky. Zugleich betonten die Behörden, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes immer noch zu den besten Schutzmaßnahmen gegen die Übertragung des Coronavirus zähle. Grund für die Lockerungen sind demnach die jüngsten Entwicklungen in der Pandemie. Dazu zählen insbesondere die Impfzahlen, die durch Infektionen entstandene Immunität und die damit einhergegangene Aufhebung von Beschränkungen in einer wachsenden Zahl europäischer Staaten.

Neuseeland öffnet am 31. Juli Grenzen für Besucher aus aller Welt

Neuseeland öffnet am 31. Juli seine Grenzen erstmals wieder für Reisende aus aller Welt - zwei Monate früher als zunächst geplant. „Neuseeland ist gefragt und dann wieder vollständig „open for business““, sagte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Mittwoch. Bereits seit Anfang Mai dürfen Besucher aus 60 visabefreiten Ländern (visa-waiver countries) in den Pazifikstaat einreisen, darunter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Einreisende müssen mindestens zweifach gegen das Coronavirus geimpft sein. Jedoch gibt es Ausnahmen. Es wird empfohlen, sich bei den neuseeländischen Behörden genau über die Regeln zu informieren. Derzeit müssen Besucher zudem noch einen Corona-Test vor der Abreise im Heimatland und einen weiteren bei der Einreise nach Neuseeland machen. Die Testpflicht könnte ab Ende Juli ebenfalls wegfallen, jedoch ist darüber noch keine endgültige Entscheidung gefallen, wie neuseeländische Medien berichteten.

Neuseeland mit seinen fünf Millionen Einwohnern galt lange als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Der Inselstaat hatte sich im März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und verfolgte zeitweise eine sogenannte Null-Covid-Strategie. Mittlerweile hat das Land aber wegen der hoch ansteckenden Omikron-Variante mehr als eine Million Fälle verzeichnet.

RKI registriert 97 010 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 507,1

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 507,1 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 522,7 gelegen (Vorwoche: 591,8 Vormonat: 1080,0). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 97 010 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 106 631 registrierte Ansteckungen) und 231 Todesfälle (Vorwoche: 241) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 503 878 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Lauterbach: Scheitern der allgemeinen Impflicht enttäuschend

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat das Scheitern der allgemeinen Impfpflicht als „enttäuschende Erfahrung“ bezeichnet. „Wir hätten es uns allen leichter gemacht für den Herbst, wenn wir das erreicht hätten“, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der ARD-Talkshow „Maischberger“. Zudem sei bei der Abstimmung im Bundestag Parteitaktik im Spiel gewesen. „Es ist insgesamt eine enttäuschende Erfahrung gewesen.“

Lauterbach wies darauf hin, dass er als Bundesgesundheitsminister alleine keinen Antrag aus der Regierung in den Bundestag hätte einbringen können. „Das kann ich in einer Koalition nicht machen, wo ich mich mit anderen Partnern einigen muss.“ Bei Corona habe es oft unterschiedliche Positionen gegeben - „die FDP auf der einen Seite und ich auf der anderen Seite“, sagte er. Es sei ihm zwar in vielen Punkten gelungen, sich durchzusetzen, ein Regierungsantrag zur allgemeinen Impfpflicht sei aber ohne die FDP nicht möglich gewesen.

+++ Dienstag, 10. Mai +++

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Corona-Regeln in Hamburg gelockert

An Hamburgs Schulen werden die Corona-Regeln noch mal gelockert. Von Montag an fallen die Schnelltests weg - und zwar auch für alle Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft oder nicht genesen sind. „Die Pflicht, zweimal pro Woche einen Schnelltest zu machen, wird für alle Schülerinnen und Schüler vom kommenden Montag an aufgehoben“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag bei der Landespressekonferenz. „Die Zahl der Infektionen sinkt seit Wochen, die gesundheitlichen Gefahren der Corona-Pandemie sind deutlich zurückgegangen“, heißt es in einem Brief der Schulbehörde an alle Schulleiter aller Schulformen.

Damit folgt Hamburg den anderen Bundesländern. Schüler und Lehrer können sich aber weiterhin freiwillig zwei Mal pro Woche testen lassen. Der Senator forderte die Schulen auf, dafür weiterhin ein Testangebot vorzuhalten. „Damit wollen wir auch jenen Schulbeteiligten, die in Sorge um die eigene Gesundheit sind, Sicherheit bieten“, heißt es in dem Brief.

In einem ersten Schritt hatte die Schulbehörde die Testpflicht für alle geimpften und genesenen Kinder und Jugendlichen vor einer Woche aufgehoben. Sie reagierte damit auf eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts, das einem Eilantrag der Eltern eines geimpften Schülers und einer geimpften Schülerin gegen die Test- und Maskenpflicht stattgegeben hatte. Während die Maskenpflicht an Schulen seit dem 30. April generell aufgehoben ist, hatte die Schulbehörde zunächst nur die geimpften und genesenen Schüler von der Verpflichtung zu zwei Corona-Schnelltests pro Woche befreit.

EU-Covid-Zertifikat auch in Indonesien, Seychellen und Vietnam gültig

Das digitale Covid-Zertifikat der EU wird künftig auch bei einer Einreise in die Länder Indonesien, den Seychellen und Vietnam anerkannt werden. Das gab die EU-Kommission am Dienstag bekannt. Mit dem Beitritt der drei Länder erhöhe sich die Anzahl der Länder und Gebiete, die an das EU-System angeschlossen sind, nun auf 67. „Mit Blick auf den Sommer wird das EU-Zertifikat den Europäern das Reisen in der EU und darüber hinaus erleichtern“, sagte Justizkommissar Didier Reynders. Die Entscheidung soll am Mittwoch in Kraft treten.

Theatertreffen muss umplanen wegen Corona

Die Pandemie hat das Berliner Theatertreffen bei einer Inszenierung zum Umplanen gezwungen. Am Montagabend stand „Die Jungfrau von Orleans“ vom Nationaltheater Mannheim auf dem Spielplan, allerdings wurde ein Schauspieler positiv auf das Coronavirus getestet. „Wir mussten kurzfristig umdisponieren“, sagte eine Festivalsprecherin am Dienstag. Es sei stattdessen eine Aufzeichnung der Premiere vom Juni 2021 gezeigt worden. Der Schluss sei wieder live gespielt worden. Gäste konnten sich das Geld erstatten lassen. Auch für die Vorführung am Dienstagabend sollte entsprechend umgeplant werden. Zuvor hatten andere Medien über den Fall berichtet.

Corona-Aufholprogramm erreicht mehrere Millionen Schüler

Mehrere Millionen Schülerinnen und Schüler haben bisher über das sogenannte Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche Förderung erhalten. Das geht aus einem Zwischenbericht von Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz (KMK) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. In den Ländern wurden demnach verschiedene Maßnahmen angeboten, damit Schüler Lernrückstände aufholen können, wieder mehr in Bewegung kommen und bei psychischen Problemen unterstützt werden.

Die große Koalition hatte das Programm vor einem Jahr auf den Weg gebracht. Es besteht aus zwei Säulen: Rund eine Milliarde Euro stellt der Bund für Lernförderprogramme zur Verfügung, eine weitere Milliarde für die Aufstockung sozialer Projekte für Kinder, Jugendliche und Familien. Bis Ende März sollten die Bundesländer einen Zwischenbericht zur Umsetzung vorlegen. Ein Abschlussbericht muss dem Bundesbildungsministerium bis März 2023 vorgelegt werden.

Aus dem Zwischenbericht geht hervor, dass die Länder das Geld beispielsweise für Ferienkurse, zusätzlichen Schwimmunterricht, schulische und außerschulische Nachhilfeangebote oder Bildungsgutscheine eingesetzt haben. Eine genaue Zahl, wie viele Kinder und Jugendliche insgesamt bisher damit erreicht wurden, lässt sich aus dem Bericht nicht ableiten, da Fördergelder auch flächendeckend eingesetzt wurden oder Schüler von mehreren Maßnahmen profitierten. In Deutschland gibt es etwa 11 Millionen Schülerinnen und Schüler.

Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen weiterhin hoch

Niedersachsen gehört nach wie vor zu den Bundesländern mit einem hohen Corona-Infektionsgeschehen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts lag der Sieben-Tage-Inzidenzwert am Dienstag bei 731,5 - dieser Wert gibt an, wie viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gemeldet wurden. Nur in Schleswig-Holstein lag dieser Wert mit 763,6 noch höher. Am Dienstag vor einer Woche lag die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen bei 892,9.

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen stieg in Niedersachsen um 15 234 Fälle an, 27 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Infektion. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz sank auf 8,1. Der Wert gibt an, wie viele Menschen bezogen auf 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen mit einer Infektion ins Krankenhaus kamen. Die Zahl gilt als maßgeblicher Wert zur Bewertung der Infektionslage. Die Auslastung der Intensivbetten lag bei 4,0 Prozent.

Die landesweit höchste Inzidenz meldete der Landkreis Ammerland mit 1211,4, gefolgt von den Landkreisen Oldenburg (1099,9) und Diepholz (1050,1). Am niedrigsten waren die Werte in den Städten Salzgitter (491,0) und Osnabrück (483,5).

Im kleinsten Bundesland Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 655,9. Dort wurden 766 neue Covid-19-Fälle und ein weiterer Todesfall registriert.

Karlsruhe billigt Restaurant-Schließungen durch Corona-Notbremse

Der Bund durfte über die sogenannte Corona-Notbremse in der dritten Pandemie-Welle im Frühjahr 2021 Gaststätten und andere Speiselokale schließen. Auch diese Maßnahme sei verfassungsrechtlich gerechtfertigt gewesen, teilte das Bundesverfassungsgericht am Dienstag mit. Die Verfassungsbeschwerde eines Restaurantbetreibers aus Berlin wurde nicht zur Entscheidung angenommen. (Az. 1 BvR 1295/21) Die Richterinnen und Richter hatten zentrale Maßnahmen der Bundesnotbremse bereits im November in zwei grundsätzlichen Entscheidungen gebilligt. Damals ging es um die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen und um die Schließung von Schulen. Der neue Beschluss nimmt darauf Bezug. Formal geht es jeweils um den einstigen Maßnahmenkatalog des Paragrafen 28b, der am 22. April 2021 ins Infektionsschutzgesetz eingefügt wurde und bis Ende Juni 2021 in Kraft blieb. Der Bund wollte damit sicherstellen, dass überall im Land dieselben Maßnahmen greifen, sobald sich die Corona-Lage in einer Region zuspitzt. Das hatte eine Klagewelle ausgelöst. Inzwischen gibt es nur noch sehr wenige Corona-Auflagen.

Nachmeldungen und Übermittlungsprobleme bei Corona-Zahlen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 522,7 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 499,2 gelegen (Vorwoche: 632,3 Vormonat: 1097,9). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 107 568 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 113 522 registrierte Ansteckungen) und 218 Todesfälle (Vorwoche: 240) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 406 868 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Montag, 9. Mai +++

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Prügelei wegen Streit um Laufrichtung in der Tankstelle

Ein Streit um die coronabedingte Laufrichtung in einer Tankstelle ist im sauerländischen Hemer (NRW) in eine Prügelei ausgeartet. Ein 20-Jähriger habe nach dem Bezahlen entgegen der Pfeile den Verkaufsraum der Tankstelle verlassen wollen, berichtete die Polizei am Montag. Ein 30-Jähriger meinte, das verhindern zu müssen. Zunächst hätten sich beide geschubst, dann habe der 30-Jährige dem jüngeren Kontrahenten einen Faustschlag ins Gesicht verpasst. Bei dem Gerangel seien beide in eine Regalwand gestürzt, die dabei zu Bruch gegangen sei. Tankstellen-Mitarbeiter alarmierten die Polizei. Diese ermittelt nun wegen des Faustschlags gegen den 30-Jährigen.

Lauterbach: Ex-Post-Triage wird es nicht geben

Eine sogenannte „Ex-Post-Triage“ soll es nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) nicht geben. „Ex-Post-Triage ist ethisch nicht vertretbar und weder Ärzten, Patienten noch Angehörigen zuzumuten. Deshalb werden wir es auch nicht erlauben“, sagte Lauterbach am Montag in Berlin. Sein Haus werde in Kürze einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. „Und selbst die Triage im Vorfeld einer Behandlung sollte nur unter hohen Auflagen möglich sein“, sagte der Minister.

Das Bundesverfassungsgericht hatte vom Gesetzgeber eine gesetzliche Regelung gefordert, die Behinderte im Fall einer pandemiebedingten Triage vor Diskriminierung schützen soll. Lauterbach betonte: „Triage-Entscheidungen waren in dieser Pandemie in Deutschland zwar eine reelle Gefahr, aber nie Alltag. Durch Corona-Maßnahmen und Patientenverlegungen ist es uns gelungen, alle Kranken gut zu versorgen. Das soll auch in Zukunft so bleiben.“

Bei der Triage müssen Ärzte im Fall fehlender medizinischer Mittel entscheiden, welchen Patienten überlebensnotwendige Leistungen vorenthalten werden. Ex-Post-Triage bedeutet, dass die Behandlung eines Patienten mit geringer Überlebenswahrscheinlichkeit abgebrochen wird, um einen Patienten mit besserer Prognose versorgen zu können. Bei der „Ex-Ante-Triage“ wird hingegen vorab entschieden, wer behandelt wird.

Am Wochenende hatten Medien über eine angebliche Einigung zwischen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) berichtet. Danach sollte die „Ex-post-Triage“ unter besonderen Bedingungen zugelassen werden, wenn drei Intensivärzte sich einigten. Die Grünen erklärten, sie trügen eine solche Lösung nicht mit. „Das hieße, Schwerkranke müssten im Krankenhaus permanent mit der Angst leben, dass die medizinisch notwendigen lebenserhaltenden Maßnahmen zugunsten einer anderen Person beendet werden“, warnte die Grünen-Politikerin Corinna Rüffer.

Auch der Deutsche Caritasverband hatte gefordert, diese Form der Triage auszuschließen. Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa warnte vor einer schleichenden Veränderung in der Diskussion um die Triage - „von einem Instrument der medizinischen Abwägung in akuten Notfallsituationen zu einer Legitimation von Rationierung medizinischer Leistungen nach Nützlichkeit und Lebenswert“.

Weniger Corona-Krankschreibungen bei Barmer-Versicherten im Norden

Erstmals in diesem Jahr ist die Zahl der coronabedingten Krankschreibungen bei Versicherten der Barmer in Schleswig-Holstein zurückgegangen. In der Woche vom 10. bis 16. April waren rund 16 300 Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld wegen einer Covid-19-Infektion arbeitsunfähig, wie aus einer Auswertung des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung hervorgeht. Zwei Wochen zuvor seien es auf dem Höhepunkt noch rund 19 000 Betroffene gewesen, teilte der Landesgeschäftsführer der Barmer, Bernd Hillebrandt, am Montag mit. Seit Beginn des Jahres war die Zahl der Krankschreibungen in Schleswig-Holstein stets gestiegen.Die Barmer ist mit Blick auf die Zahl der Versicherten die bundesweit zweitgrößte Krankenkasse. In Schleswig-Holstein hat sie rund 380 000 Versicherte.

Ifo: Immer noch ein Viertel der Arbeitnehmer im Heimbüro

Knapp ein Viertel der Arbeitnehmer in Deutschland arbeitet nach Schätzung des Ifo-Instituts nach wie vor im Heimbüro. Obwohl Unternehmen seit dem 20. März nicht mehr verpflichtet sind, ihren Beschäftigten die Arbeit zu Hause zu erlauben, ist der Anteil der im Homeoffice tätigen Arbeitnehmer im April nur wenig gesunken. Im April waren es demnach 24,9 Prozent, im März vor dem Ende der Pflicht dagegen noch 27,6 Prozent. Das teilten die Münchner Wirtschaftsforscher am Montag mit.

„Offenbar haben sich viele Unternehmen dauerhaft auf flexiblere Modelle eingestellt“, sagte Jean-Victor Alipour, der Fachmann für das Heimbüro am Ifo-Institut. Bei den Dienstleistern ist die Arbeit von zu Hause aus nach wie vor weiter verbreitet als in anderen Branchen. Im April waren es laut Ifo 35,3 Prozent, im März noch 38,7. In der IT-Branche ist bislang nur eine Minderheit der Arbeitnehmer in die Büros zurückgekehrt: Der Heimbüro-Anteil lag im April bei 72,3 Prozent, nach 76,8 Prozent im März.

+++ Sonntag, 8. Mai +++

Barmer: Krankschreibungen wegen Corona wieder rückläufig

ei Krankschreibungen wegen Corona-Infektionen zeigt sich laut einer Analyse der Barmer Krankenkasse erstmals in diesem Jahr ein deutlicher Rückgang.

Im Zeitraum vom 10. bis 16. April seien noch 63.500 versicherte Erwerbstätige mit Anspruch auf Krankengeld wegen einer Covid-19-Erkrankung arbeitsunfähig gewesen, teilte die Kasse nach einer Auswertung eigener Daten mit. Auf dem Höhepunkt zwei Wochen zuvor seien es 84.900 gewesen.

Insgesamt wuchs die Zahl der Krankschreibungen wegen Corona demnach seit Beginn des Jahres stetig an - ausgenommen ein minimaler Rückgang Anfang März, wie die Barmer erläuterte. In der inzwischen abnehmenden Welle mit der Omikron-Virusvariante waren die Neuinfektionszahlen in Deutschland stark gestiegen.

+++ Samstag, 7. Mai +++

RKI registriert 72.252 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 544,0 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 553,2 gelegen (Vorwoche: 717,4 Vormonat: 1251,3).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 72.252 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 87.298 registrierte Ansteckungen) und 184 Todesfälle (Vorwoche: 159) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25.287.462 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Freitag, 6. Mai +++

Weniger Alkohol-Missbrauch in der Corona-Pandemie

Weniger Partys, weniger Alkoholmissbrauch: Im ersten Corona-Jahr ist die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit akuter Alkoholvergiftung deutlich gesunken, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Rund 12.200 stationäre Behandlungen wegen der Diagnose gab es demnach 2020 in der Altersgruppe 10 bis 19 Jahre - und damit knapp 40 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Am höchsten war der Rückgang den Angaben zufolge bei den 15- bis 19-Jährigen mit minus 41,7 Prozent und bei den 20- bis 24-Jährigen mit minus 41,5 Prozent.

Über alle Altersgruppen hinweg betrug das Minus mit 76.200 Fällen von akuter Alkoholvergiftung rund 24 Prozent. Dennoch lagen die Fallzahlen weiter deutlich über dem Niveau der Jahrtausendwende, betonte das Bundesamt: Im Jahr 2000 gab es insgesamt rund 54.000 Fälle, 41 Prozent weniger als im Corona-Jahr 2020.

Bei Jugendlichen ist das Risiko einer Alkoholvergiftung auch im Jahr 2020 am höchsten gewesen, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Bei den 15- bis 19-Jährigen gab es mit knapp 254 Fällen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner den höchsten Wert aller Altersgruppen. In der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen waren es 126 Fälle.

Rund 54.300 Männer mussten wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus, ihr Anteil betrug 71,2 Prozent. Besonders hoch ist ihr Anteil den Angaben zufolge in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen mit 77 Prozent. Nur in der Altersgruppe der 10- bis unter 14-Jährigen ist der Frauenanteil den Angaben nach mit 61 Prozent höher.

Adidas senkt Prognose wegen Corona-Lockdowns in China

Wegen der Corona-Lockdowns in China hat der Sportartikelhersteller Adidas seine Prognose gesenkt.

Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften solle nun nur noch im unteren Bereich der anvisierten Spanne von 1,8 bis 1,9 Milliarden Euro liegen, teilte das im Dax notierte Unternehmen mit.

Die operative Marge werde etwa auf dem Vorjahresniveau von 9,4 Prozent erwartet. Zuvor hatte Adidas 10,5 bis 11 Prozent in Aussicht gestellt. Beim Umsatz bleibt der Vorstand aber bei der Erwartung eines währungsbereinigten Wachstums von 11 bis 13 Prozent.

Im Auftaktquartal hatte das Unternehmen etwas mehr erlöst als von Analysten erwartet. So stieg der Umsatz der Monate Januar bis März leicht auf 5,3 Milliarden Euro. Währungsbereinigt sank der Erlös aber um drei Prozent. Adidas profitierte von Zuwächsen in Nord- und Lateinamerika sowie in Europa. Weil der Vorstand aber deutlich mehr Geld in Werbung stecken musste, sank das Betriebsergebnis um 38 Prozent auf 437 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften ging um fast 40 Prozent auf 310 Millionen Euro zurück.

RKI sieht weitere Corona-Entspannung

Auch angesichts des zuletzt klar rückläufigen Infektionsgeschehens sieht das Robert Koch-Institut (RKI) noch einen beträchtlichen Infektionsdruck und unterstreicht den Nutzen der Corona-Schutzimpfung.

In der vergangenen Woche sei die Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zu der davor weiter gesunken - nämlich um 19 Prozent, wie es im am Donnerstagabend erschienenen RKI-Wochenbericht heißt. Zudem halten die Autoren fest, auch die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit Covid-19-Diagnose sei jüngst weiter gesunken und die Zahl der Todesfälle habe ebenso abgenommen.

Dennoch: „Der Infektionsdruck bleibt trotzdem mit knapp 600.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten Covid-19-Fällen weiterhin hoch“, mahnen sie. Die Impfung habe nach wie vor „aufgrund ihrer hohen Schutzwirkung vor einem schweren Verlauf auch bei Erkrankungen durch die Omikron-Variante nicht an Bedeutung verloren“.

Die offizielle bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 553,2 an (RKI-Dashboard Freitag, 5.00 Uhr) - vor einer Woche waren es 758,5 Neuinfektionen binnen sieben Tagen und 100.000 Einwohner gewesen. Allerdings gehen Experten von sehr vielen nicht erfassten Fällen aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen, mit dem sie statistisch erfasst werden.

Zur Impfkampagne halten die Experten fest, dass die Mehrzahl der aktuell verabreichten Impfungen zweite Auffrischimpfungen seien. Damit sollen sich laut RKI und Ständiger Impfkommission insbesondere Risikogruppen und Menschen ab 70 Jahren vor einer schweren Erkrankung schützen. Die erste Auffrischimpfung, die breiter empfohlen ist, haben laut Bericht aktuell erst knapp 60 Prozent aller Menschen in Deutschland erhalten.

Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hebt den Nutzen der vierten Impfung hervor. „Wir müssen damit rechnen, dass das Infektionsrisiko im Herbst wieder ansteigt“, sagte Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Menschen über 70 Jahre und andere mit besonderem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf rief er auf, nun die Zeit zu nutzen, ihren Schutz durch eine vierte Impfung zu verbessern. „Sie sollten nicht darauf warten, bis ein an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff kommt“, mahnte er. Weitere Daten belegten inzwischen, dass ein zweiter Booster für diese Gruppe sehr sinnvoll sei.

Im Wochenbericht führt das RKI zudem aus, dass die schon seit Wochen in Deutschland stark dominierende Omikron-Subvariante BA.2 nach jüngsten Daten zuletzt noch einmal zugelegt hat. Ihr Anteil habe nach einer Stichprobe von vorletzter Woche knapp 98 Prozent betragen. Der zuvor für die meisten Corona-Ansteckungen verantwortliche Subtyp BA.1 liegt demnach nur noch bei unter zwei Prozent, die relativ neu aufgekommenen Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 spielen nach den Daten bisher eine untergeordnete Rolle.

So wird BA.4 mit einem Anteil von 0,1 Prozent gelistet, BA.5 mit 0,3 Prozent. Mischvarianten seien „bisher nur vereinzelt nachgewiesen“ worden, heißt es. In Deutschland wird nur bei einem kleinen Teil positiver Proben das Erbgut komplett untersucht.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie verweist der Bericht erneut darauf, dass die Entwicklung vor allem davon abhänge, ob sich weite Teile der Bevölkerung umsichtig und rücksichtsvoll verhielten und die bekannten Empfehlungen zum Infektionsschutz umsetzten. „Aktuell tragen auch saisonale Effekte dazu bei, die Übertragungen zu reduzieren“, schreiben die Autoren vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und vermehrter Aktivität im Freien.

+++ Donnerstag, 5. Mai +++

Alt-Bundespräsident Gauck positiv auf Coronavirus getestet

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das bestätigte das Büro des 82-Jährigen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet. Demnach hat Gauck Erkältungssymptome, befindet sich aber schon auf dem Weg der Besserung. Seine Termine für die nächsten Tage wurden abgesagt. Gauck wurde am Montag positiv getestet. Der evangelische Theologe und frühere DDR-Oppositionelle war von März 2012 bis März 2017 Bundespräsident.

RKI registriert 96.167 Corona-Neuinfektionen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstagmorgen mit 566,8 angegeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 591,8 gelegen (Vorwoche: 826,0; Vormonat: 1394,0).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 96.167 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 130.104 registrierte Ansteckungen) und 183 Todesfälle (Vorwoche: 246) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25.130.137 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Maßnahmen belasten europäische Firmen in China schwer

Die strengen Corona-Lockdowns in China belasten die Geschäfte europäischer Firmen in der Volksrepublik schwer.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Handelskammer in Peking gaben 75 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sich die strengen Eindämmungsmaßnahmen negativ auf ihren Betrieb auswirkten. Fast 60 Prozent der Firmen erklärten zudem, dass sie ihre Umsatzprognose in China für das laufende Jahr reduziert hätten.

Die Unternehmen beklagten vor allem Probleme im Bereich der Logistik, Lagerhaltung und Lieferketten. Auch sei es schwierig, Geschäftsreisen zu planen oder überhaupt noch persönliche Treffen durchzuführen. Auch auf Rohstoffe oder Komponenten könne man nicht immer leicht zugreifen. Zudem erweise sich die Auslieferung fertiger Produkte innerhalb Chinas als schwierig.

„Der chinesische Markt hat für viele Befragte eine beträchtliche Menge an Anziehungskraft verloren“, schrieb die Kammer. Für 78 Prozent der Firmen sei China durch die Corona-Maßnahmen zu einem weniger attraktiven Investitionsziel geworden.

WHO: Fast 15 Millionen Menschen wegen Corona gestorben

Die Corona-Pandemie hat nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2020 und 2021 weltweit etwa 14,9 Millionen Menschen das Leben gekostet.

Die Zahl umfasst sowohl verstorbene Corona-Infizierte als auch Menschen mit anderen Krankheiten oder Verletzungen, die wegen der Überlastung der Gesundheitssysteme nicht rechtzeitig behandelt werden konnten, wie die WHO am Donnerstag in Genf berichtete. Unter den Corona-Infizierten liegt die Todeszahl gemäß Meldungen der WHO-Mitgliedsländer weltweit jetzt bei etwas mehr als 6,2 Millionen.

Die WHO fordert mehr Investitionen ins Gesundheitswesen, damit künftig lebensnotwendige Behandlungen in Krisenzeiten wie einer Pandemie nicht aufgeschoben werden müssen.

Bei der Schätzung der Übersterblichkeit kam das US-Institut für Gesundheitsmetrik (IHME) in Seattle bereits zu ähnlichen Ergebnissen wie jetzt die WHO. Es liefert täglich Schätzungen. Ende 2021 ging das Institut von 15,4 Millionen Toten aus.

Die WHO-Expertinnen und -Experten haben berücksichtigt, dass eine gewisse Zahl von Todesfällen wegen der Corona-Einschränkungen verhindert wurden. Dazu gehört zum Beispiel, dass weniger Unfälle im Straßenverkehr und Arbeitsunfälle passierten, weil mehr Menschen von Zuhause arbeiteten und vielerorts Ausgangssperren verhängt waren.

+++ Mittwoch, 4. Mai +++

Preise für Covid-19-Medikamente: WHO-Chef kritisiert Pharmafirmen

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation hat Pharmafirmen aufgefordert, ihre Preise für Covid-19-Medikamente zu senken. Während die Firmen Rekordgewinne machten, verlangten sie für diese Medikamente Preise, die für arme Länder nicht erschwinglich seien, kritisierte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf. Er sprach von moralischem Versagen. Tedros nannte keine Firma beim Namen.

Wegen des knappen Angebots und der hohen Preise könnten manche Länder die lebensrettenden Medikamente nicht kaufen. „Es ist nicht hinzunehmen, dass in der schlimmsten Pandemie innerhalb eines Jahrhunderts neuartige Behandlungsmöglichkeiten, die Leben retten können, nicht alle erreichen, die sie brauchen“, sagte Tedros. Die WHO akzeptiere, dass Innovation bei den Pharmaunternehmen belohnt werden müsse. „Aber wir können keine Preise akzeptieren, die lebensrettende Covid-19-Medikamente nur für Reiche zugänglich machen und die für Arme außerhalb ihrer Reichweite bleiben. Das ist moralisches Versagen“, sagte Tedros.

Im April hatte die WHO nach mehreren anderen Mitteln das auch in Deutschland schon eingesetzte Medikament Paxlovid von der US-Firma Pfizer bei bestimmten Corona-Patientinnen und -Patienten empfohlen. Die Mittel können in der Frühphase einer Sars-CoV-2-Infektion vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

Pharmafirmen bieten Medikamente in der Regel in drei Preiskategorien an, sodass Länder mit niedrigen Einkommen deutlich weniger dafür zahlen als reiche Länder. Wie bei den ersten Corona-Impfstoffen im vergangenen Jahr haben sich aber viele reiche Länder mit Bestellungen einen Großteil der ersten Produktion der Covid-19-Medikamente gesichert, sodass zunächst wenig übrig geblieben ist.

Kürzere Isolation für Corona-Infizierte in NRW nur mit Test

Corona-Infizierte in Nordrhein-Westfalen können die Isolierung von Donnerstag an nur bei einem offiziellen negativen Testergebnis bereits nach fünf Tagen beenden. In Nordrhein-Westfalen ist für das Freitesten nach wie vor ein offizieller Test - ein Bürgertest oder PCR-Test - erforderlich, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Mittwoch in Düsseldorf zu den ab 5. Mai geltenden Test- und Quarantäneregelungen mit. Ohne Freitestung endet die Isolierung wie bisher automatisch nach zehn Tagen.Die am Montagabend vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten neuen Leitlinien sehen vor, dass die vorgeschriebene Isolation für Corona-Infizierte in der Regel schon nach fünf Tagen enden kann. Zum Abschluss wird aber ein negativer Test „dringend empfohlen“. Die konkrete Umsetzung liegt bei den Bundesländern. Bayern etwa war bei der Verkürzung der Isolation auf nur noch fünf Tage bereits Mitte April vorangegangen. Ein abschließendes Freitesten ist dort nicht mehr notwendig. Voraussetzung dort ist aber eine Symptomfreiheit von mindestens 48 Stunden.

WHO: Pandemie und Krieg wirken sich auf psychische Gesundheit aus

Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht Europa angesichts von Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg in einer wichtigen Zeit beim Kampf gegen psychische Probleme. „Unsere Region befindet sich in einem umfassenden Umbruch und Wandel“, sagte der Direktor der WHO-Region Europa, Hans Kluge, am Mittwoch in Kopenhagen. Die Pandemie habe ein Schlaglicht auf die psychische Gesundheit geworfen, der bewaffnete Konflikt in der Ukraine wirke sich auf das geistige Wohlbefinden von Millionen von Menschen aus. „Zehn Wochen Krieg in der Ukraine haben zu unberechenbarer Ungewissheit, Unsicherheit, Trauer und Verlust geführt“, sagte Kluge. Fast 190 Angriffe auf das Gesundheitswesen in der Ukraine hätten unzähligen Menschen Hoffnung und den Zugang zu Gesundheitsdiensten geraubt.

Kluge leitete mit seinen Worten die erste Sitzung der sogenannten Paneuropäischen Koalition für Psychische Gesundheit ein. Ziel dieser Koalition sei es, dass auf allen Ebenen Initiativen ergriffen werden, um vernachlässigten mentalen Gesundheitsbedürfnissen in der Region Europa zu begegnen, sagte der WHO-Regionaldirektor. Zur europäischen WHO-Region zählen neben Deutschland und dem Rest der EU auch weiter östlich gelegene Staaten, darunter auch Russland und die Ukraine.

Die Paneuropäische Koalition für Mentale Gesundheit (Pan-European Mental Health Coalition) war im September 2021 ins Leben gerufen worden. Das Netzwerk besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aus den 53 Mitgliedstaaten der WHO-Region, internationalen Nichtregierungsorganisationen, Experten und Menschen, die von psychischen Gesundheitsproblemen betroffen sind.

Nach WHO-Angaben lebten 2021 mehr als 150 Millionen Menschen in der Region mit psychischen Gesundheitsproblemen. Nur jeder dritte Mensch mit Depressionen erhalte die Hilfe, die benötigt werde. Psychische Probleme beträfen alle Altersgruppen und alle sozialen Schichten.

Statistisches Bundesamt: Corona-Pandemie bremste Zuwanderung aus

Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 die Zuwanderung nach Deutschland deutlich ausgebremst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen im ersten Corona-Jahr 24 Prozent weniger Menschen aus dem Ausland als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der aus Deutschland fortziehenden Menschen war mit 22 Prozent deutlich geringer. Bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 22 Jahren zeigte sich das mit 32 Prozent weniger Zuzügen und 28 Prozent weniger Fortzügen besonders stark, wie die Behörde am Mittwoch berichtete.

Die sogenannte Nettozuwanderung lag im Jahr 2020 bei rund 220 000 Menschen, ein Drittel weniger als im Jahr zuvor. 2019 waren noch etwa 327 000 Menschen mehr nach Deutschland zugezogen als ins Ausland weggezogen. Die Nettozuwanderung der jungen Erwachsenen nahm dabei überdurchschnittlich um 40 Prozent ab.

Die Zahl der Zu- und Fortzüge innerhalb Deutschlands veränderte sich hingegen nur gering. Ihre Zahl sank um vier Prozent auf rund 3,8 Millionen. Dabei nahmen unter den jungen Erwachsenen die Fortzüge aus ländlichen Gebieten in die Städte um 14 Prozent ab, während der Rückgang bei den übrigen Altersgruppen lediglich 10 Prozent betrug. In umgekehrter Richtung zogen fünf Prozent weniger junge Erwachsene aus den Städten in ländliche Regionen. In der übrigen Bevölkerung stieg die Zahl der Umzüge aus den Städten in ländliche Gebiete dagegen leicht um ein Prozent.

Luca löscht sämtliche Nutzerdaten aus der Pandemie

Die Macher der Luca-App haben nach eigenen Angaben sämtliche Daten aus dem Luca-System gelöscht, die seit dem Start der Anwendung zur Kontaktnachverfolgung während der Corona-Pandemie erfasst und verschlüsselt gespeichert worden sind. Das teilte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Patrick Hennig, am Mittwoch in Berlin mit. Die Daten seien nur noch lokal auf dem Smartphones der Nutzerinnen und Nutzer gespeichert und sichtbar, sagte Hennig. „Luca hat darauf keinerlei Zugriff.“

Die Löschung der Datenbestände aus dem Luca-System ist Teil einer Neu-Positionierung der Luca-App als Digitalisierungsservice und Bezahlanwendung für die Gastronomie. Am Mittwoch startete die Culture4Life GmbH in Hamburg, Berlin und Rostock einen Dienst, mit dem Gäste ihre Rechnungen bargeldlos bezahlen können. Dabei scannen die Restaurantbesucher an ihrem Tisch einen QR-Code und sehen in der App ihre Rechnung, die dann über das Smartphone beglichen werden kann.

Die Luca-App war im Jahr 2020 gestartet worden, um die in den meisten Infektionsschutzverordnungen vorgeschriebene Erfassung der Kontaktdaten von Restaurantgästen und Event-Besuchern möglichst datenschutzfreundlich und effizient zu erledigen.

An dem Luca-System hatte sich allerdings immer wieder heftige Kritik entzündet. Die Luca-Skeptiker störten sich vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung. Kritiker wie der Chaos Computer Club warnten vor einem Missbrauch der Datenbestände, die über das Luca-System eingesammelt werden. Diese Datenbestände sind nun nach Angaben von Hennig auf den Luca-Servern nicht mehr vorhanden.

RKI registriert 106 631 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 591,8

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwochmorgen mit 591,8 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 632,2 gelegen (Vorwoche: 887,6; Vormonat: 1424,6). Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionslage. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 106 631 Corona-Neuinfektionen (Vorwoche: 141 661 registrierte Ansteckungen) und 241 Todesfälle (Vorwoche: 343) innerhalb eines Tages. Vergleiche der Daten sind auch hier wegen des Testverhaltens, Nachmeldungen oder Übermittlungsproblemen nur eingeschränkt möglich. Generell schwankt die Zahl der registrierten Neuinfektionen und Todesfälle deutlich von Wochentag zu Wochentag, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln und ihre Fälle im Wochenverlauf nachmelden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 25 033 970 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Kretschmer ruft nach der Pandemie zur Versöhnung auf

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat angesichts einer Spaltung der Gesellschaft in der Corona-Pandemie zur Versöhnung aufgerufen. Die Pandemie sei eine unglaubliche Belastung für die Menschen gewesen, sagte Kretschmer am Dienstagabend bei einer Regionalkonferenz der sächsischen CDU in Wilsdruff bei Dresden. Manchen seien die Schutzmaßnahmen zu gering gewesen, andere hätten sie nicht nachvollziehen können. Es sei in dieser Zeit viel Ungerechtigkeit empfunden worden. „Diese Gesellschaft war gespalten.“ Jetzt müsse es darum gehen, wieder zusammenzukommen.

„Mein Rat ist, dass wir das nicht tun, indem wir das gegenseitig aufrechnen“, sagte Kretschmer. Die beste Möglichkeit sei, einen „Haken“ daran zu machen. In der Kirche würde man Vergebung sagen. Nun gelte es nach vorn zu schauen. „Es gibt so viele Dinge, die jetzt zu tun sind.“

+++ Dienstag, 3.Mai +++

Drosten: Kein großes Problem durch Omikron-Variante BA.4 und BA.5

Die relativ neu entdeckten Omikron-Untervarianten BA.4 und BA.5 dürften nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten in Deutschland vorerst nicht zu einem großem Problem werden. Das sagte der Direktor des Virologie-Instituts der Charité in Berlin am Dienstag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Er begründete dies mit den bisherigen Wellen durch die Omikron-Subtypen BA.1 und BA.2 hierzulande. Außerdem komme nun mit dem Sommer der Temperatureffekt hinzu, der das Infektionsgeschehen dämpfe. „Ich erwarte schon, dass BA.4/5 auch zahlenmäßig zunehmen werden, aber innerhalb von einer Gesamtzahl, die sehr niedrig ist.“

In Deutschland ist nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mittlerweile BA.2 klar vorherrschend. Weitere Varianten werden sehr selten gefunden, allerdings werden auch nicht alle positiven Proben dahingehend untersucht.

Labore: Test- und Infektionsgeschehen weiter rückläufig

Die Zahl der PCR-Tests auf Sars-CoV-2 und ihre Positivrate sind nach Angaben eines Laborverbands in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. In der vergangenen Woche seien insgesamt rund 1,01 Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden, teilte der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) am Dienstag mit. Mit Blick auf den gesamten April zeige sich, dass die Gesamtzahl der angeforderten Tests gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken sei, hieß es.

Das kann mehrere Gründe haben. Derzeit sei etwa nach einem positiven Schnelltest ein PCR-Test nicht mehr zwingend notwendig, sagte ein ALM-Sprecher. Vor vier Wochen hatte der Verband rund 1,86 Millionen Tests innerhalb der letzten Woche vermeldet, zuvor war die Marke von zwei Millionen wöchentlichen Tests klar überschritten worden.

Es sei zudem davon auszugehen, dass das Infektionsgeschehen zurückgehe, sagte der Sprecher mit Blick auf die Positivrate: Beim Anteil positiver PCR-Testergebnisse zeigte sich laut ALM ein klarer Rückgang. So fielen etwa in der letzten Woche knapp 436 000 PCR-Tests positiv aus. Die Positivrate bleibe zwar hoch, sei aber auf 43 Prozent gesunken (Vorwoche 52,3 Prozent), hieß es. Die Positivrate hänge jedoch nicht allein vom Infektionsgeschehen sondern auch vom Testverhalten ab, räumte der Sprecher ein.

Eine deutliche Entspannung sieht der Verband bei der Auslastung der rund 180 Labore, die an der Erhebung teilnehmen: Diese liege aktuell bei lediglich 36 Prozent, wobei die Kapazitäten mit rund 2,8 Millionen PCR-Tests unverändert hoch blieben.

RKI zu Corona: 7 Prozent der Bevölkerung weder geimpft noch genesen

Etwa sieben Prozent der Bevölkerung in Deutschland dürften laut einer Modellierung bis Ende März 2022 weder gegen Corona geimpft noch mit dem Virus selbst in Kontakt gekommen sein. Das geht aus einer sogenannten Preprint-Studie von Wissenschaftlern des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor, die noch nicht von externen Fachleuten begutachtet worden ist. Über die Daten, die je nach Altersgruppe und Bundesland variieren, hatte zuvor die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag) berichtet.

Die Autoren machen deutlich, dass in der restlichen Bevölkerung kein einheitliches Maß an Schutz anzunehmen ist: Insbesondere für Menschen, die nicht geimpft, aber (meist mit Omikron) infiziert wurden, gebe es noch größere Unsicherheiten mit Blick auf den kommenden Herbst und Winter, etwa weil der Schutz vor schwerer Erkrankung kurzlebiger sein könnte. Nach vollständiger Grundimmunisierung, Booster und Infektion wird hingegen ein längeranhaltender Schutz vor schwerer Erkrankung angenommen.

Für ältere Menschen ab 60 Jahren mit höherem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs wird ein Anteil von rund vier Prozent ohne jegliche Immunität angegeben. Bei Kindern werden höhere Werte geschätzt - schließlich ist etwa für die Kleineren noch kein Covid-19-Impfstoff verfügbar. Verfasser der Studie ist unter anderem RKI-Chef Lothar Wieler.

Das Team stellt heraus, dass die Ende 2021 aufgekommene Omikron-Variante für besonders viele Infektionen sorgte. Also die Variante, von der Fachleute annehmen, dass eine Infektion keinen so guten Schutz vor anderen Varianten wie Delta mit sich bringt. Wenn man Omikron-Infektionen nicht berücksichtige, könnten laut dem Paper über alle Altersgruppen hinweg noch rund 16 Prozent der Bevölkerung ohne spezifischen Immunschutz sein.

Hintergrund der Modellierung ist, dass das Immunitätslevel in der Bevölkerung bisher nicht genau beziffert werden konnte. Das liegt etwa an unbemerkt verlaufenen Ansteckungen und an Überschneidungen der Gruppen von Genesenen und Geimpften. Auch zu Mehrfach-Infektionen gibt es bisher kaum Daten.

Modellierungen basieren auf einer Reihe von Annahmen und unterliegen damit Unsicherheiten. Faktoren wie das Nachlassen der Immunität und das Aufkommen von Varianten, die dem Immunschutz ausweichen, berücksichtigten die Autoren wegen schwieriger Vorhersagbarkeit nicht.

RKI registriert 113 522 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz sinkt weiter

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 632,2 an. (Vortag 639,5; Vormonat: 1457,9).

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionsentwicklung, auch weil die offiziellen Meldedaten vom Testverhalten der Bevölkerung abhängen. Das RKI analysiert deshalb regelmäßig - aber nicht tagesaktuell - weitere Parameter. So gingen die Experten in ihrem am Donnerstag erschienenen Wochenbericht unter anderem davon aus, dass die Kennzahlen zu Krankenhauseinweisungen weiter abgenommen haben.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 113 522 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, wie aus den Zahlen von Dienstagmorgen hervorgeht, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zwischen den einzelnen Wochentagen schwanken die Werte deutlich, da insbesondere am Wochenende immer mehr Bundesländer nicht ans RKI übermitteln.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 240 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 304 Todesfälle gewesen. Auch diese Zahl schwankt sehr von Tag zu Tag, da dem RKI am Wochenende nur wenige Daten dazu gemeldet werden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24 927 339 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

+++ Montag, 2. Mai +++

Bundesverwaltungsgericht verhandelt über Soldaten-Impfpflicht

Das Bundesverwaltungsgericht hat am Montag über die Corona-Impfpflicht bei der Bundeswehr verhandelt. Zwei Offiziere der Luftwaffe wehren sich dagegen, dass die Corona-Schutzimpfung in eine Liste von Impfungen aufgenommen wurde, die für Soldatinnen und Soldaten verbindlich sind. Sie sehen vor allem ihr Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt.

Ihre Beschwerden wurden vor dem 1. Wehrdienstsenat des Bundesverwaltungsgerichts mündlich verhandelt. Wann ein Urteil fallen sollte, war am Nachmittag noch offen. Der Vorsitzende Richter betonte, dass eine Entscheidung wegen der Besonderheiten des Wehrbeschwerderechts nur für die beiden Offiziere gelte.

Soldaten und Soldatinnen müssen sich gegen eine ganze Reihe von Krankheiten impfen lassen, wenn keine besonderen gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Dazu gehören unter anderem Hepatitis, Masern, Röteln, Mumps und auch Influenza. Am 24. November 2021 nahm das Verteidigungsministerium eine Covid-19-Impfung als verbindlich in die allgemeinen Regelungen zur Zentralen Dienstvorschrift „Impf- und weitere Prophylaxemaßnahmen“ auf.

Die Anwälte der beiden Offiziere stellten infrage, dass die Corona-Impfung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten geeignet sei. Sie bezweifelten auch, dass Covid-19 überhaupt eine gefährliche Erkrankung sei - insbesondere für die Berufsgruppe der Soldaten. Bundeswehrärzte betonten dagegen, dass sehr wohl auch bei Soldatinnen und Soldaten schwere Fälle aufgetreten seien und dass zudem Long Covid ein signifikantes Gesundheitsproblem sei.

Laut einer vorläufigen Erhebung des Verteidigungsministeriums liegt der Anteil geimpfter und genesener Soldaten und Soldatinnen, die über eine aktuell vollständige Immunisierung verfügen, bei 94 Prozent. Die Impfquote der Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen beträgt demnach 100 Prozent. Bislang habe unten den 183 638 Soldatinnen und Soldaten rund 60 000 Corona-Fälle gegeben.

Lauterbach: Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflege bleibt

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält nach dem Scheitern einer allgemeinen Corona-Impfpflicht an der Impfpflicht für Beschäftigte in Kliniken und Pflegeheimen fest. Sie sei kein Mittel gewesen, um die allgemeine Impfpflicht umzusetzen, sondern ein Instrument, um Menschen zu schützen, „die sich uns anvertraut haben“, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht stehe nicht zur Disposition. Die Regelungen würden gut angenommen und geräuschloser umgesetzt als von manchen vermutet. Der Minister bedankte sich bei den Beschäftigten in Kliniken und Pflege.

Die Impfpflicht für Beschäftigte in Einrichtungen für besonders zu schützende Gruppen greift seit Mitte März. Aus den Ländern war Kritik an Unsicherheiten bei der Umsetzung laut geworden. Nach dem Scheitern einer allgemeinen Impfpflicht im Bundestag hat die Debatte erneut Fahrt aufgenommen. Unter anderem die Deutsche Krankenhausgesellschaft forderte eine sofortige Aussetzung der Teil-Impfpflicht.

Abschluss-Test bei verkürzter Corona-Isolation dringend empfohlen

Bei der vorgeschriebenen Isolation für Corona-Infizierte von künftig fünf Tagen soll ein abschließender negativer Test dringend empfohlen werden. Das sehen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach neue Leitlinien vor, die das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag veröffentlichen sollte. Für infiziertes Personal im Gesundheitswesen soll ein solcher „Freitest“ demnach verpflichtend sein.

Der SPD-Politiker bekräftigte, dass die Isolation für Infizierte weiter von den Gesundheitsämtern angeordnet werden solle. Dies gebe das Signal, dass es sich bei Corona nicht um eine Grippe oder eine Erkältung handele. Wenn jemand infiziert auf Menschen zugehe, „dann gefährdet er de facto ihr Leben.“

Lauterbach sprach insgesamt von einer „Lösung mit Augenmaß“. Er erläuterte, dass auf Basis kürzerer Krankheitsverläufe der aktuellen Omikron-Variante BA.2 die Isolation auf fünf Tage verkürzt werden könne. Bisher dauern Absonderungen in der Regel zehn Tage und können mit einem negativen Test nach sieben Tagen vorzeitig enden.

Die konkrete Umsetzung der Regeln nach der Empfehlung des RKI und des Bundesgesundheitsministeriums liegt bei den Ländern. In mehreren Ländern gibt es bereits Neuregelungen.

Neuseeland empfängt wieder Touristen aus 60 Ländern

Als eines der letzten Länder in der Asien-Pazifik-Region empfängt auch Neuseeland ab sofort wieder internationale Gäste. Das Land öffnete am Montag erstmals seit mehr als zwei Jahren seine Grenzen für zweifach geimpfte Besucher aus 60 visabefreiten Ländern (visa-waiver countries), darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Jedoch erwartet die Tourismusbranche voraussichtlich erst ab Oktober eine Erholung des Sektors - auch, weil in Neuseeland gerade der Winter beginnt.

Zudem verlangen die Behörden weiterhin einen negativen Corona-Test vor der Abreise im Heimatland und einen zweiten bei der Einreise nach Neuseeland. „Länder wie Australien, Großbritannien, Dänemark und kürzlich etwa auch Fidschi haben diese Voraussetzung aufgehoben“, zitierte der Sender Radio New Zealand einen Sprecher des neuseeländischen Tourismusunternehmens „House of Travel“. Das vereinfache Urlaubern die Reise. „Deshalb werden sie wohl eher in diese Länder reisen als nach Neuseeland.“

Neuseeland mit seinen fünf Millionen Einwohnern galt lange als Vorzeigestaat im Kampf gegen das Virus. Der Inselstaat hatte sich im März 2020 weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und verfolgte zeitweise eine sogenannte Null-Covid-Strategie.

Erstmals seit September kein neuer Corona-Toter gemeldet

Erstmals seit September haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut keinen einzigen neuen Corona-Todesfall binnen 24 Stunden übermittelt. Das geht aus Zahlen vom Montagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Dass kein einziger Corona-Toter innerhalb eines Tages gemeldet wurde, war zuletzt am 21. September der Fall.

An Wochenenden werden gewöhnlich wesentlich weniger Todesfälle von den Gesundheitsämtern gemeldet als an anderen Tagen. Die Daten werden später nachgereicht. Es geht um Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist derweil weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 639,5 an. (Vortag 666,4; Vorwoche: 790,8; Vormonat: 1531,5)

Allerdings liefert die Inzidenz kein vollständiges Bild der Infektionsentwicklung, auch weil die offiziellen Meldedaten vom Testverhalten der Bevölkerung abhängen. Das RKI analysiert deshalb regelmäßig - aber nicht tagesaktuell - weitere Parameter. So gingen die Experten in ihrem am Donnerstag erschienenen Wochenbericht unter anderem davon aus, dass die Kennzahlen zu Krankenhauseinweisungen weiter abgenommen haben.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt 4032 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages, wie aus den Zahlen von Montagmorgen weiter hervorgeht (Vorwoche: 20 084 registrierte Ansteckungen). Zwischen den einzelnen Wochentagen schwanken die Werte deutlich, da insbesondere am Wochenende einige Bundesländer nicht ans RKI melden.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 24 813 817 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

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