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Lokal26.de Wilhelmshaven

Gesundheitsreport 2019: Viele Wilhelmshavener haben Rückenprobleme

30.06.2020

Wilhelmshaven Wilhelmshaven hat den Platz am Tabellenende zwar mit Delmenhorst getauscht. Dennoch: Erwerbstätige in der Jadestadt waren im vergangenen Jahr statistisch betrachtet immer noch gut fünf Tage mehr arbeitsunfähig als der Landesdurchschnitt. 22,6 Fehltage in Wilhelmshaven standen rechnerischen 18,1 in ganz Niedersachsen gegenüber. Auch der Landkreis Friesland liegt mit 21,0 Fehltagen über dem Landesdurchschnitt.

Diese Zahlen nannte der Pressesprecher der Landesvertretung Niedersachsen-Bremen der Barmer, Michael Erdmann, als er im Gespräch mit der Redaktion den Gesundheitsreport 2020 der Krankenkasse vorstellte. Basis sind Daten der Barmer zu insgesamt 3,85 Millionen Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren.

Regionalgeschäftsführer Detlef Kasig stellte zwar erfreut eine leicht sinkende Tendenz bei den Fehlzeiten in Wilhelmshaven fest – 2018 waren die Erwerbstätigen im Schnitt 22,8 Tage krankgeschrieben, während der landesweite Wert um 0,2 Tage anstieg. In Friesland blieb der Wert konstant.

Viele Fehltage infolge psychischer Erkrankungen

Bei der Frage nach den Ursachen gibt der Landesvergleich einen ersten Hinweis. Den niedrigsten Wert (15,1 Tage) weist der Landkreis Vechta auf – „ein junger Kreis“, so Erdmann. Am anderen Ende liegt Delmenhorst mit 23,4 Fehltagen. Auch eine hohe Arbeitslosenquote mache sich bemerkbar. Beispielsweise in einer hohen Zahl von Fehltagen infolge psychischer Störungen oder Verhaltensstörungen. 4,1 Tage sind zwar weniger als die 4,8 im Vorjahr, aber immer noch mehr als der Bundesdurchschnitt.

Vor allem aber der Rücken macht den Erwerbstätigen hier zu schaffen. Mit 5,7 Fehltagen liegen die Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems bei der Auswertung der ärztlichen Hauptdiagnosen deutlich vorne, aber noch unter dem Bundesdurchschnitt. Die Interpretation der statistischen Werte ist allerdings nicht eindeutig. Die Bereitschaft eines Arbeitnehmers, sich krankschreiben zu lassen, hänge von vielen Faktoren ab, sind sich Kasig und Erdmann einig. Ein schlechtes Betriebsklima könne einerseits zu höheren Krankenständen führen. Andererseits könne Angst um den Erhalt des Arbeitsplatzes auch zum Gegenteil führen. Insofern mögen die Fachleute der Barmer auch nicht abschätzen, wie sich die Corona-Krise auswirken wird.

Allerdings setzt die Barmer auch in Corona-Zeiten auf Prävention. Auch per App sind Rückentraining und Entspannungsübungen möglich.

Ursula Grosse BockhornLokalredaktion

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