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Lokal26.de Wilhelmshaven

Corona-kRISE: Vorgaben machen Heimarbeit für Finanzämter schwierig

08.04.2020

Wilhelmshaven /Hannover Verwaltungen und Behörden sind wegen der Corona-Krise zum allergrößten Teil für den Publikumsverkehr geschlossen. Unter Berücksichtigung des „social distancing“ wird die Arbeit aber vor Ort fortgesetzt und im Homeoffice erledigt. Doch funktioniert Letzteres auch in Behörden, in denen mit hochsensiblen Daten umgegangen wird, etwa dem Finanzamt? Die WZ hat nachgefragt.

„Grundsätzlich sei auch bei den Finanzämtern unter Einhaltung sehr stringenter Vorgaben, die keinerlei Spielraum lassen, Homeoffice erlaubt“, sagt Jörg Sievers, Pressesprecher des Landesamt für Steuern Niedersachsen in Hannover. Allerdings verrichteten auch in diesen Wochen die allermeisten Beschäftigten ihren Dienst vor Ort in den Finanzämtern.

Dies liege daran, dass nur wenige Finanzamts-Bedienstete mit dem erforderlichen Equipment ausgestattet sind, um die strengen Vorgaben für mobile Arbeitsplätze zu erfüllen. „Am heimischen Rechner arbeitet natürlich niemand. Wer ins Homeoffice gehen darf, bekommt dafür einen dienstlichen Laptop“, weiß Sievers. Über eine sogenannte VPN-Verbindung könnten die Kollegen dann auf das betriebsinterne und verschlüsselte Netz zugreifen. „Über das normale Internet gibt es keinerlei Zugriffsmöglichkeiten und kann daher auch nicht gearbeitet werden.“

Mitarbeiter müssen im Homeoffice ein abschließbares Zimmer vorweisen

Für das Arbeiten im Homeoffice müssen neben den technischen Voraussetzungen auch die räumlichen Voraussetzungen passen. So sei beispielsweise zwingend erforderlich, dass der Mitarbeiter ein abschließbares Zimmer speziell fürs Homeoffice zur Verfügung haben muss. „Die Wahrung des Steuergeheimnisses ist ein sehr hohes Gut. Das bekommt jede Bedienstete eines Finanzamtes schon während der Ausbildung nachhaltig vermittelt. Und das Steuergeheimnis gilt natürlich auch im Familien- oder Freundeskreis“, betont Sievers. Deshalb müsse das „heimische Büro“ vom Zutritt anderer, selbst von Ehefrau oder Kindern, geschützt sein.

Sollten Akten mit nach Hause genommen werden müssen, seien die natürlich ebenfalls unter Verschluss zu halten. Das Steuergeheimnis zu verletzen, sei alles andere als ein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die entsprechende Sanktionen nach sich ziehe, so der Pressesprecher des Landesamts weiter.

Auch in der Krise spielt sich der Dienst weitgehend vor Ort ab

Zur Sicherheit, auch der des Mitarbeiters, werde im Vorfeld genau hinterfragt, ob für den Einzelnen Homeoffice überhaupt infrage kommen kann. „Diese Alternative kann auch durchaus verwehrt werden“, sagt Sievers.

Nach wie vor und auch während der Corona-Krise spiele sich der Dienstbetrieb aber weitgehend vor Ort in den Ämtern ab. Die Arbeitsplätze dort seien mit moderner Computertechnik ausgestattet, es werde ganz überwiegend nur noch digital gearbeitet. Um die Beschäftigten vor Infektionen zu schützen und die Aufgabenerledigung zu gewährleisten, haben die Amtsleitungen Maßnahmen zum „social distancing“ wie Schichtarbeit oder arbeiten in Einzelräumen angeordnet.

Der Schwerpunkt der Bearbeitung liege aktuell bei der Erledigung einer Vielzahl von neuen Anträgen auf Herabsetzung von Steuervorauszahlungen und Anträgen auf Billigkeitsmaßnahmen (insbesondere Stundungen) sowie von Steuererklärungen der Arbeitnehmer. Dem stark erhöhten Arbeitsaufkommen stehe zurzeit eine reduzierte Personalbesetzung in den Finanzämtern gegenüber, so dass sich trotz flexibler organisatorischer Maßnahmen Verzögerungen bei anderen Arbeiten nicht gänzlich vermeiden ließen. Dank des Einsatzes aller Beschäftigten, auch in Wilhelmshaven steht aber für Sievers außer Frage: „Die Finanzämter in Niedersachsen halten den Betrieb aufrecht.“

Lutz RectorLokalredaktion

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