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Lokal26.de Wilhelmshaven

Britische Unternehmen wollen Greenland Seafood kaufen

16.01.2020

Wilhelmshaven Der Markt der fischverarbeitenden Industrie in Europa ist in Bewegung – und dabei ist jetzt auch Greenland Seafood von zentraler Bedeutung. Wie das auf Geschäftsabläufe der Fischindustrie spezialisierte britische Online-Portal „Undercurrent News“ meldet, wollen die in Großbritannien ansässigen Fischerverarbeiter Sykes Seafood und Young’s Seafood in Kürze ein Angebot unterbreiten. Ursprünglicher Termin für erste unverbindliche Angebote sei Ende 2019 gewesen, die Frist sei aber auf etwa Mitte dieses Monats verlängert worden. Die an dem möglichen Deal beteiligten Unternehmen lehnten nach Angaben von „Undercurrent News“ eine Stellungnahme ab. Auch Greenland Seafood Wilhelmshaven wollte sich auf Anfrage der Redaktion nicht äußern.

Greenland Seafood ist einer der größten Produzenten für Fischprodukte in Europa mit Produktionsstandorten in Rüstersiel und Wimille/Boulogne-sur-Mer (Frankreich). Allein in Rüstersiel werden nach Angaben des Unternehmens täglich mehr als 1,3 Millionen Fisch-Mahlzeiten hergestellt. Mit mehr als 400 Mitarbeitern gehört Greenland Seafood Wilhelmshaven zu den größten Arbeitgebern der Region. Am französischen Standort sind mehr als 200 Mitarbeiter tätig.

Als Tochterunternehmen der Nordfrost Kühl- und Lagerhaus GmbH & Co. KG begann der Rüstersieler Betrieb unter dem Namen „Jade Kost“ 1993 mit der Produktion von Fisch- und Fleisch-Tiefkühlprodukten.

1996 wurde „Jade Kost“ durch den dänischen Staatskonzern „Royal Greenland“ aufgekauft, 2013 dann von einer Investorengruppe aus Singapur übernommen. Seitdem firmiert es zusammen mit einer Vertriebsniederlassung in Bremen und einer Vertriebsniederlassung in Paris als eigenständiges Unternehmen Greenland Seafood. Muttergesellschaft ist die AliSa International GmbH mit Sitz in Hamburg.

Greenland Seafood ist Hauptlieferant für den Discounter-Riesen Lidl und die Supermarktkette Kaufland, beides Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe. Zusammen sind sie mit einem Jahresumsatz von 104,3 Milliarden Euro (2018) die größten Lebensmittelhändler Europas mit einem starken Wachstum in den vergangenen Jahren. Laut „Undercurrent News“ plant die Schwarz-Gruppe die weitere Expansion in Übersee. Die Marktbeobachter sehen darin einen der Gründe für das Interesse an Greenland Seafood. Neben den beiden britischen Unternehmen soll es weitere Interessenten geben.

Sykes und Young’s steuern nicht nur hinsichtlich Greenland Seafood auf Expansionskurs. Sykes Seafood liefert jährlich etwa 40 Prozent des gesamten im Vereinigten Königreich verzehrten Fisches. Das Unternehmen hat gerade erst einen Übernahmevertrag für den niederländischen Garnelenverarbeiter Klaas Puul Beheer geschlossen.

Young’s Seafood wurde im vergangenen Sommer von der Beteiligungsgesellschaft CapVest Partners übernommen und mit dem Schweinefleischverarbeiter Karro Food Group unter einem Dach vereint. Der Einstieg bei Greenland Seafood wäre für Young’s als neue Plattform in Kontinentaleuropa attraktiv, vermuten die Marktinsider.

Ursula Grosse BockhornLokalredaktion

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