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Lokal26.de Wilhelmshaven

Mit Corona Infiziert: So erlebte eine Wilhelmshavenerin den Weg zur Genesung

11.04.2020

Wilhelmshaven Als Karola S. (Name von der Redaktion geändert) von ihrem Urlaub im benachbarten Ausland nach Wilhelmshaven zurückkehrte, fühlte sie sich müde und abgespannt, klagte über Kopf- und Gliederschmerzen, zudem war sie verschnupft – aber alles ohne Fieber. Ihr war klar, dass sie am nächsten Tag wohl nicht zur Arbeit ins Büro gehen könne und rief ihre Kollegen an.

Am Tag darauf rief die 55-Jährige bei ihrem Hausarzt an; die Arzthelferinnen rieten ihr angesichts ihrer Erkältungssymptome aber ab, in die Praxis zu kommen. Sie solle sich in Zeiten von Corona lieber beim Gesundheitsamt melden. Dort nannte man ihr die Adresse des Corona-Testcenters und einen Termin. Karola fühlte sich weiterhin geschwächt und verbrachte die Zeit meistens im häuslichen Bett. „Beim Termin im Testcenter wurden mir zwei große Stäbchen – am deren Ende waren kleine Bürstchen statt Watte – tief in die Nase und in den Rachen gesteckt und Abstriche gemacht“, erzählt sie. Das Ergebnis, so teilte man ihr mit, würde in zwei Tagen vorliegen. Die galt es abzuwarten.

Vom Hausarzt orderte sie ein schleimlösendes Mittel, „um den Kopf freizubekommen“, wie sie sagt. Die Familie und Freunde kümmerten sich um sie und erledigten Besorgungen – wie das Rezept vom Arzt und das Medikament von der Apotheke abholen.

Als das positive Testergebnis kam, war Karola S. sprachlos

Nach zwei Tagen rief Karola beim Gesundheitsamt an und war sprachlos – positiv. „Ich war erstaunt und habe mich nicht als Covid-19-Patient gefühlt, sondern wie mit einem grippalen Infekt, wie ich ihn schon hatte“, sagt sie. Nun wurde von Amts wegen eine zweiwöchige häusliche Quarantäne verordnet; Karola hatte die Wohnung seit der Rückkehr aus dem Urlaub ohnehin nicht mehr verlassen.

Was zunächst dringlich empfohlen worden war, wurde nun mit einer „Anordnung der Absonderung in häus­licher Quarantäne und Beo­bachtung“ in einem vierseitigen Schreiben festgeschrieben. Zudem gab es einen Hinweis für den Arbeitgeber, ein Merkblatt zu Covid-19, einen Infoflyer zur häuslichen Absonderung und einen Vordruck zur Erfassung von Körpertemperatur und möglichen Kontakten (etwa bei Personen, die Pflege benötigen).

Nach fünf bis sechs Tagen Erkrankung ging es Karola spürbar besser. Sie maß regelmäßig Fieber, hatte aber immer normale Temperatur.

Immer wieder stand die Patientin in Kontakt mit dem Gesundheitsamt

Immer wieder stand die 55-Jährige in Kontakt mit dem Gesundheitsamt. „Am Ende der angeordneten zweiwöchigen häuslichen Quarantäne hat sich das Amt telefonisch versichert, dass ich symptomfrei bin“, sagt Karola. Sie könne zurück in den (Arbeits-)Alltag, wurde ihr mitgeteilt.

„Während der gesamten Zeit hatte ich nie das Bedürfnis, ärztlich versorgt werden zu müssen.“ Vor ihrem ersten Tag in Freiheit außerhalb der Wohnung war ihr „schon ein wenig mulmig zumute“; zumal sie die behördlichen Anordnungen, die Kontaktsperre, die Situation in Supermärkten mit leeren Regalen oder der verwaiste Innenstadt nur aus der Zeitung oder aus dem Fernsehen kannte.

Beim Einkaufen oder bei Spaziergängen stellte die Wilhelmshavenerin fest, dass sich einige Menschen – gerade die aufgrund des Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen zu Risikogruppen gehören – „zurückhaltend oder reserviert“ verhalten, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Karola selbst verhält sich als Corona-Genesene nicht anders, als wäre sie nie mit dem Virus infiziert gewesen. „Ich trage keinen Mundschutz und keine Handschuhe in der Öffentlichkeit.“

Sie fände es sehr schön, wenn sich die Menschen noch respektvoller verhielten – sei es nur, sich bei der flüchtigen Begegnung auf der Straße zu grüßen.

Maik MichalskiLeitung Lokalredtion

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