Medienhaus Brune|Mettcker
  • Anzeiger für Harlingerland
  • Jeversches Wochenblatt
  • Wilhelmshavener Zeitung
  • Shop
  • Tickets
  • Werben
  • Kontakt
 
Lokal26.de Wilhelmshaven

Feist blickt sorgenvoll auf die Wilhelmshavener Kraftwerke und die Bahnverbindung

13.01.2020

Wilhelmshaven Der Neue kann es – Wilhelmshavens Oberbürgermeister Carsten Feist hat am Sonntag beim Neujahrskonvent in der Aula des Neuen Gymnasiums eine gute Figur gemacht – es war sein erster Neujahrsempfang als Gastgeber.

Viele Bürger hatten die Gelegenheit wahrgenommen, die erste Neujahrsansprache von Feist zu hören und auch den Worten der Geschäftsführerin der Wilhelmshavener Kinderhilfe (WiKi) gGmbH, Dr. Eva Maria Haarmann, als Vertreterin der Bürgerschaft zu lauschen.

Carsten Feist bezeichnete das abgelaufene Jahr mit seinen vielen Veranstaltungen zum Stadtjubiläum und dem Tag der Niedersachsen als ein Jahr, dass nicht nur die Wilhelmshavener, sondern auch die vielen Gäste begeistert habe. Er sei stolz, ein Teil des Ganzen gewesen zu sein, sagte er. „Es ist uns gelungen, ein neues Wir-Gefühl“ zu erleben, indem wir gemeinsam etwas auf die Beine gestellt haben”, so Carsten Feist.

Sein Ausblick ging auf das laufende Jahr, „in dem wir weiter feiern dürfen“. Der 500. Geburtstag des Stadtteils Rüstersiel und der 100. Geburtstag des Rüstringer Stadtparks stehen an.

Viel Bewegung in der Wirtschaft

Wirtschaftlich hat sich in Wilhelmshaven laut OB im vergangenen Jahr einiges bewegt. Am Jade-Weser-Port seien mit dem Verpackungszentrum von Audi und VW rund 200 neue Arbeitsplätze geschaffen worden, und bei Nordfrost habe man weiter investiert. Dort seien derzeit über 350 Arbeitsplätze vorhanden, mit zunehmender Tendenz.

„Im Bereich des Großen Hafens hat sich vor allem im Hotelbereich einiges getan“, sagte Carsten Feist. Das Hotel Fliegerdeich wurde im Mai eröffnet, und die Arbeiten an einem Hotel in der Jadeallee schreiten mit großen Schritten voran. „Mit großer Sorge schauen wir in Richtung der beiden Wilhelmshavener Kraftwerke“, sagte der Oberbürgermeister. „Das Land hat angekündigt, dass es der Stadt mit einer Strukturhilfe aus Bundesmitteln von voraussichtlich 157 Millionen Euro unter die Arme greifen wird, um den bis 2038 erfolgenden Kohleausstieg strukturell verträglich zu gestalten“, fuhr er fort. Hier habe die „Task Force Wilhelmshaven“ ihre Arbeit aufgenommen, um die etwa 500 betroffenen Arbeitsplätze nicht nur zu sichern, sondern möglichst auszubauen.

Große Sorgen in Sachen Bahnverbindung

Die Bahnanbindung Wilhelmshaven habe im vergangenen Jahr große Sorgen bereitet – Lokführer fehlten. „Beim Tag der Niedersachsen war das nicht nur peinlich, sondern schlichtweg ein Skandal“, sagte Carsten Feist, der eine verlässliche Erreichbarkeit für Wilhelmshaven forderte, was auch für die Nachbargemeinden unheimlich wichtig sei. Essenziell sind für den Oberbürgermeister auch der innerstädtische ÖPNV, attraktive Radverkehrsrouten und ein ansprechendes Carsharing-Angebot.

Baulich habe sich die Stadt weiterentwickelt. Das Baugebiet Potenburg wachse täglich, die Bunte Wache im Stadtnorden biege auf die Zielgerade ein und stehe vor der Fertigstellung, und am Klinikum habe man das Parkhaus eröffnet. Bezüglich des Klinikums ist sich Feist sicher, dass im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden kann. Dafür erhielt er langanhaltenden Applaus.

Der OB sprach die Modernisierung des Wattenmeer-Besucherzentrums an und auch die energetische Sanierung der Sporthalle am Mühlenweg. „Das Tourismuskonzept liefert einen brauchbaren Rahmen für die Entwicklung der nächsten Jahre. Es gilt nun, diesen Rahmen mit Leben zu füllen“, sagte Feist. „Die Gäste müssen an 365 Tagen attraktive Angebote während des Aufenthaltes in Wilhelmshaven vorfinden“.

„Innerhalb der nächsten zwölf Monate gilt es nun, einen Maßnahmenkatalog aufzustellen und vor allem die einzelnen Maßnahmen mit Preisschildern zu versehen. Unter dem Thema Arbeit und Soziales muss es das Ziel sein, gemeinsam mit der Arbeitsagentur und der Wirtschaft die strukturelle Arbeitslosigkeit um mindestens 0,5 Prozentpunkte zurückzuführen“, kündigte Carsten Feist an.

Die Geschäftsführerin der WiKi gGmbH, Dr. Eva Maria Haarmann, konnte ihre Rede nicht persönlich halten, weil ihre Stimme auf Grund einer starken Erkältung versagte. Hier sprang Pressesprecherin Julia Muth ein, die kurzweilig als Vertreterin agierte und den wohlverdienten Applaus entgegennahm.

Eva Maria Haarmann stellte sich den Besuchern vor und ließ wissen, warum sie diese Stadt so ins Herz geschlossen habe, nachdem sie 1998 zum ersten Mal in Wilhelmshaven gewesen sei und gleich wieder habe gehen wollen. „Wilhelmshaven und die WiKi sind meine Heimat geworden. Die Menschen sind bereit zu helfen. Wir haben viel Unterstützung erfahren von allen Seiten bei der Unterbringung von minderjährigen Flüchtlingen“, trug Julia Muth vor. Abgerundet wurde der Neujahrsempfang durch sechs Blechbläser des Marinemusikkorps Wilhelmshaven.

Ihre Meinung

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.