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Lokal26.de Wilhelmshaven

Deutsche Umwelthilfe fordert Planungsstopp für Wilhelmshavener LNG-Terminal

04.12.2019

Wilhelmshaven Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält den von Uniper geplanten Flüssigerdgas (LNG)-Terminal in Wilhelmshaven aus Umwelt- und Sicherheitsgründen für nicht genehmigungsfähig. Sie forderte bei der Vorstellung des Rechtsgutachtens am Dienstag in Berlin einen sofortigen Planungsstopp für die Anlage.

Der schwimmende LNG-Terminal mit Regasifizierungsanlage befinde sich in einem Bereich, in dem die Folgen des Klimawandels durch einen Meeresspiegelanstieg und die Zunahme extremer Sturmfluten besonders drastisch sein werden, heißt es in dem Gutachten. Darüber hinaus liegen in unmittelbarer Nähe des geplanten Terminalstandortes mehrere Gebiete mit dem höchsten naturschutzfachlichen Schutzstatus überhaupt.

„Dieses Gebiet braucht Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel, nicht einen Störfallbetrieb mit gefährlichen und explosiven Stoffen“, sagte Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Mit Blick auf den Entwurf des Strukturstärkungsgesetzes, das als Ausgleich für die Stilllegung von Steinkohlekraftwerken 157 Millionen Euro für Wilhelmshaven vorsieht, ergänzte er: „Die Bundesregierung muss Regelungen schaffen, dass die Mittel aus dem Kohleausstieg nicht in LNG-Terminals, sondern nur in nachhaltige und erneuerbare Infrastruktur fließen.“

Die DUH lehnt den Bau sämtlicher an der deutschen Küste geplanter LNG-Terminals ab. Für den geplanten Standort Brunsbüttel veranlasste sie bereits umfangreiche Sicherheitsnachprüfungen, deren Ergebnisse noch nicht vorliegen. Wegen der von ihr durchgesetzten Dieselfahrverbote und ihrer Abmahnaktivitäten gilt die DUH als höchst umstritten.

Uniper und die Wilhelmshavener Hafenwirtschaft reagieren

Uniper bzw. das Tochterunternehmen Liquefied Natural Gas Terminal Wilhelmshaven (LTW) äußerte sich zu der Ankündigung der DUH: Die Unterlagen (Rechtsgutachten) würden zunächst gründlich geprüft. Klar sei aber: Aus heutiger Sicht sehe man keine rechtlichen Aspekte, die einer Genehmigung insgesamt entgegenstehen oder das Projekt gefährden könnten. Wie bei allen Projekten dieser Art werden bei der Planung und in den Genehmigungsverfahren ausführliche und eingehende Gutachten erhoben, um sicherzustellen, dass die geplanten Maßnahmen den geltenden rechtlichen Anforderungen entsprechen und alle Genehmigungsvoraussetzungen erfüllen.

Erdgas sei der mit Abstand der klimafreundlichste fossile Energieträger. Die Dekarbonisierungsziele seien auch langfristig nur durch die Verwendung von Erdgas zu erreichen – weil es bezahlbar ist und eine hohe Versorgungssicherheit biete, heißt es weiter.

„Die vorliegenden Gutachten und Untersuchungen belegen, dass ein solcher LNG-Terminalbetrieb an dieser Stelle sicherheitsmäßig beherrschbar und verträglich ist“, sagt John H. Nieman, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung. „Eine Vielzahl existierender LNG-Terminals in Europa beweist das ebenfalls.“ Ein Nebeneinander von maritimer Wirtschaft und Schutz des Wattenmeers sei in Niedersachsen ausdrücklich erwünscht. Erforderliche Umweltaspekte seien bei der Entwicklung der bislang genehmigten Projekte am tiefen Fahrwasser stets berücksichtigt worden; die Umwelt werde dabei nicht beeinträchtigt.

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