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Lokal26.de Wilhelmshaven

Was man in seinem Garten für Wildbienen tun kann

28.01.2020

Wilhelmshaven Über das Leben und den Artenschutz von Wildbienen referierte Wildbienenexperte Rolf Witt vor etwa 50 Gästen im Botanischen Garten. Die Begeisterung für Wildbienen war dem Biologen gleich anzumerken. Wildbienen hätten durch ihren rundlichen Körper und den dichten Pelz „diesen plüschigen Teddybär-Charakter“, so Witt. Damit wirken sie sofort sympathisch auf Menschen.

In Deutschland leben etwa 590 Wildbienenarten, in Niedersachsen sind rund 360 Arten beheimatet. Unter den Wildbienen spezialisieren sich einige Arten auf einzelne Pflanzen und deren Nektar. Sowohl die Pflanzen als auch die Wildbienen sind somit wechselseitig voneinander abhängig.

Auch durch diese Abhängigkeit erklärt sich die Gefährdung einiger Wildbienenarten. Zumindest dann, wenn das Nahrungsangebot sinkt. Hinzu kommt der massive Rückbau ihrer Lebensräume, Pestizidbelastungen und fehlende Dynamik in der Landschaft. Zum Beispiel indem umgestürzte Bäume abgetragen werden, anstatt sie der Natur zu überlassen.

Der Schutz der Insekten, insbesondere der Wildbienen, sei verbesserungswürdig: „Artenschutz ist in Niedersachsen extrem ornithologisch orientiert.“ Da müsse sich etwas ändern.

Möglichkeiten haben zum Beispiel Landwirte durch das Anlegen von Blühstreifen – das sogenannte „Greening“ –, welches seit 2015 durch die Europäische Union gefördert wird. Dabei sprach sich Witt gegen die Variante der einjährigen Blühstreifen aus. Diese seien meist artenarm und helfen den Wildbienen kaum. Wenn möglich sollten Landwirte mehrjährige, artenreiche Blühstreifen anlegen.

Witt ermutigte auch Gärtner, ihre Gärten wildbienenfreundlich zu gestalten. „Es ist abhängig vom Boden und was ich damit erreichen will.“ Ein solcher Garten entspreche nicht unbedingt dem gängigen Sinn für aufgeräumte Ästhetik. Aber: „Ein Garten, der anders ist, kommt ins Gespräch.“ Da habe man dann ein gewisses „Standing“ in der Nachbarschaft. Auch Gründächer könnten zur Förderung von Wildbienen angelegt werden: „Sie bieten Potenzial, wenn man sie schlau gestaltet.“

Obwohl Wilhelmshaven klimatisch nicht ideal für Wildbienen sei, gebe es hier durchaus eine „charakteristische Wildbienenfauna“. Besonders im Bereich des Sandtrockenrasens beim Banter See oder im Voslapper Groden seien Wildbienenbestände zu beobachten. Detaillierte Untersuchungen fehlten jedoch.

Was Insekten betrifft, seien im Wilhelmshavener Stadtbereich lediglich Libellen und Heuschrecken untersucht. Auch hier dominiere bislang der einseitige Blick auf die Vogelwelt, erläuterte der Wildbienenexperte.

Thorben BehringFreier Mitarbeiter

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