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Lokal26.de Wilhelmshaven

Siemtje Möller im Gespräch: Seriöse Zeitungen sind systemrelevant

23.05.2020

Wilhelmshaven Gerade in Krisenzeiten sind verlässliche, auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfte Nachrichten besonders wichtig. Das unterstrich die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller bei einem Besuch bei der „Wilhelmshavener Zeitung“. Dabei informierte sie sich unter anderem im Gespräch mit WZ-Geschäftsführer Dr. Stephan Kolschen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zeitungsbranche.

Kolschen räumte ein, dass auch die Zeitungsbranche – wie viele andere Wirtschaftszweige – durch die Krise unter Druck gerät. Das Volumen von Anzeigenverkäufen, eine der wirtschaftlichen Säulen von Zeitungen, schrumpfe deutlich, auch weil sämtliche Großveranstaltungen bis Ende August abgesagt sind. Zudem seien eine Reihe von Druckaufträgen storniert worden. Kolschen: „Dass Zeitungen Kurzarbeit angemeldet haben, habe ich zuvor noch nie erlebt.“

Aus Sicht von Siemtje Möller sind Zeitungen, vor allem auch Lokalzeitungen im ländlichen Raum systemrelevant und ein wichtiger Baustein der Demokratie. „Zeitungen vermitteln, welche gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen getroffen wurden und warum.“ Dabei sei gerade auch die kritische Begleitung wichtig.

Wie kann der Staat helfen?

Siemtje Möller kündigte für die nächste Woche in Berlin Gespräche darüber an, wie möglicherweise der Staat dabei helfen kann, die Medienvielfalt im Land dauerhaft zu sichern. Die Gefahr, dass Medien durch staatliche Unterstützung ihre kritische Grundhaltung gegenüber Politik und Staat verlieren könnten, sieht die SPD-Politikerin nicht. „Die Zeitungen haben immer die Möglichkeit im Rahmen der Pressefreiheit, frei und unabhängig zu berichten“, so Möller. Ihr gehe es viel mehr mit Blick auf das gesamte politische System um die Frage, wie eine verlässliche Informationsverbreitung organisiert wird.

Gerade in Zeiten der Corona-Krise, in denen schnell aufeinander folgende Verordnungen verkünden, was zulässig ist und was nicht, seien seriöse Nachrichten von besonderer Bedeutung. Überwiegend über soziale Medien verbreitete Falschmeldungen („Fakenews“) bis hin zu Verschwörungstheorien hätten großes Potenzial, sich in den Köpfen und Herzen von Menschen festzusetzen.

Die Corona-Krise verändere die Kommunikationswege und das Miteinander in der Gesellschaft insgesamt. Auch in der Arbeitswelt. So habe sich technisch gezeigt, so Möller, dass sich viele Dinge digital erledigen lassen, von denen man das bislang nicht angenommen habe. Konferenzen und Fachbesprechungen fänden über Telefon- oder Videokonferenzen statt. Das sei grundsätzlich positiv, auch wenn erkennbar sei, dass es beim Ausbau des schnellen Internets hier und dort noch Luft nach oben gebe.

Darüber hinaus nehme sie wahr, dass Menschen in der Krise behutsamer und umsichtiger miteinander umgehen. Dass es plötzlich eine Rolle spiele, ob eine Mitarbeiterin ihre Kinder oder ein Kollege seine Großeltern betreuen muss. Auch auf das gesundheitliche Befinden werde mehr Rücksicht genommen.

Gerd AbeldtChefredakteur

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