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Störtebekerpark bleibt geschlossen: „Unter diesen Bedingungen würde es keinen Spaß machen“

26.06.2020

Wilhelmshaven Es ist eine Nachricht, die sicher den ein oder anderen Wilhelmshavener traurig machen wird: Der Störtebekerpark bleibt in diesem Jahr für die Öffentlichkeit geschlossen. Die Verantwortlichen haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Über die Gründe klärten Betriebsleiter Enno Ellerbrock und die pädagogische Leitung Katrin Runge jetzt auf.

„Es gibt viele, die den Park schätzen und lieben“, so Ellerbrock. „Für sie ist das natürlich eine sehr doofe Nachricht, das wissen wir.“ Dennoch sei eine Öffnung unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich, wenn es allen Beteiligten Spaß machen soll. Der Grund für die Entscheidung lautet auch hier, wie bei so vielem, das dieses Jahr ausfallen muss: Corona.

„Unsere Anlage bedarf viel Pflege und Wartung“, so Ellerbrock. Von der zwei Hektar großen Fläche sind 80 Prozent pflegebedürftig. Und die Arbeiten können nicht im Winter vorgenommen werden, sondern wären theoretisch im Frühling fällig gewesen – theoretisch. Denn auch hier kam Corona dazwischen. Von Ende März bis Anfang Juni herrschte im Störtebekerpark ein kompletter Lockdown, sämtliche Arbeiten blieben auf der Strecke.

Auch die Ehrenamtlichen und Jugendlichen waren traurig

Das muss jetzt nach und nach aufgeholt werden. Und: „Das Gelände ist schneller als wir“, so Ellerbrock. „Wir wollen keine Anlage öffnen, die nicht zu hundert Prozent sicher und in Ordnung ist.“ Das ist der Hauptgrund, warum sich die Verantwortlichen in diesem Jahr gegen eine Öffnung entschieden haben.

Der andere: „Die aktuellen Gegebenheiten erfordern ein strenges Hygienekonzept. Wir sind nicht in der Lage, dieses wie gefordert umzusetzen.“ Zum Beispiel müssten die sanitären Anlagen wesentlich häufiger gereinigt werden, es müsste eine Einlasskontrolle geben und so weiter. Ellerbrock: „Unter diesen Bedingungen würde es keinen Spaß machen.“

Auch die Ehrenamtlichen und die jugendlichen Mitarbeiter hätten bei der Verkündung erst mal die Mundwinkel hängen lassen. Aber, so Katrin Runge: „So haben wir auf der anderen Seite auch mehr Zeit für unsere Jugendlichen.“

Die Förderung junger Menschen steht im Mittelpunkt

Der Störtebekerpark ist ein soziales Projekt, das von der BeKA (Beratung, Kommunikation und Arbeit) getragen wird. Benachteiligte Jugendliche sollen hier auf eine berufliche Ausbildung oder die Vermittlung in Arbeit vorbereitet werden. Im Störtebekerpark können sie in den Bereichen Garten- und Landschaftsbau, Hauswirtschaft, Marketing und mehr tätig werden und erfahren durch die Besucher Anerkennung und Sinnhaftigkeit.

Finanziert wird das Projekt von der Stadt im Zuge eines Globalzuschusses an die BeKA, von der Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen (NBank), vom Jobcenter Wilhelmshaven und von Spenden durch Firmen und Privatpersonen.

Und: Die Förderung von jungen Menschen ist auch das, worum es im Störtebekerpark primär geht. „Für uns war die Situation der vergangenen Monate natürlich auch eine besondere“, berichtet Runge. „Wir haben den Kontakt zu den Jugendlichen gehalten, aber für sie ist durch den Lockdown trotzdem etwas weggebrochen, das ihnen sonst Perspektive und Routine verschafft hat.“

Im Moment wird noch stundenreduziert gearbeitet

Als der Lockdown beendet war, konnten die Jugendlichen auf freiwilliger Basis wiederkommen. „Und am nächsten Tag war die Bude voll“, zeigt Runge sich erfreut. „Das heißt, das wir einiges richtig machen.“

Um corona-konform arbeiten zu können, sei auch jetzt einiges anders als sonst: „Beispielsweise gibt es statt warmen Mittagessen nun Lunchpakete“, so Runge. Insgesamt habe man sich aber gut mit der Lage arrangiert und aus vielen Nöten Tugenden gemacht.

Im Moment wird im Störtebekerpark noch stundenreduziert gearbeitet, das soll aber in der kommenden Zeit sukzessive erhöht werden. Kräftig angepackt und fleißig gearbeitet wird aber schon. Runge: „Damit wir nächstes Jahr wieder voll durchstarten können.“

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