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Lokal26.de Wilhelmshaven

Touristische Attraktion: Rat stimmt für Museumshafen in Wilhelmshaven

28.05.2020

Wilhelmshaven Nach jahrelanger Diskussion hat sich der Rat der Stadt Wilhelmshaven am Mittwoch dafür ausgesprochen, das Küstenmuseum um einen Museumshafen zu erweitern. In diesen Museumshafen sollen die beiden städtischen Museumsschiffe – das ehemalige Feuerschiff und der ehemalige Tonnenleger „Kapitän Meyer“ – einlaufen. Auf beiden schwimmenden Denkmälern soll es Ausstellungen geben. Der neunteilige Beschluss beinhaltet aber noch mehr: so zum Beispiel eine Treppe am Bontekai zum Wasser hin.

Eine sehr deutliche Mehrheit (31 Ja-, 5 Nein-Stimmen) steht hinter dem Bau der Treppe und der Sanierung des Feuerschiffes. Für dieses Schiff hat der Bund bereits 90 Prozent an Zuschüssen für die Investitionskosten (1,55 von 1,65 Millionen Euro) fest zugesagt. Rund 50 Bürger verfolgten die Sitzung in der Stadthalle. Eine knappe Mehrheit (20:16) fand sich hingegen für die Sanierung der „Kapitän Meyer“. Deren Instandsetzung ist aber an eine Bedingung geknüpft: Saniert wird nur, wenn wie beim Feuerschiff die Investitionskosten zu 90 Prozent durch Zuschüsse gedeckt werden. Anträge kann die Verwaltung nun an Bund und Land stellen.

Die jährlichen Folgekosten aller Maßnahmen (auf 20 Jahre geschätzt) liegen nach Berechnungen der Verwaltung bei 310.000 Euro. Zu den Befürwortern bei den knappen Entscheidungen gehörten SPD, FDP/FW, AfD, Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) sowie vereinzelt Vertreter der Gruppe GUS. Die restlichen Ratsvertreter dieser Gruppe stimmten ebenso gegen viele Maßnahmen wie auch die Gruppe CDU/WBV.

Touristische Aufwertung für den Hafen und das Küstenmuseum

Befürworter sehen im Paket eine touristische Aufwertung des maritimen Flairs im Großen Hafen. Schiffe seien im vom Rat beschlossenen Tourismuskonzept als wichtig eingestuft. Ferner sei dies im Stadtentwicklungskonzept „Step Plus“ gefordert worden.

Die beiden sanierten Museumsschiffe sollen zum Blickfang werden; dadurch werde das Küstenmuseum aufgewertet. Auch sei Wilhelmshaven eine Hafenstadt – und in der brauche es Schiffe. Ein positives Beispiel sei die Anziehungskraft, die das höchst erfolgreiche Marinemuseum am Südstrand mit seinen großen Exponaten auf Touristen ausübe. Angeregt wurde, einen Förderverein für die Museumsschiffe zu gründen, um die Folgekosten für die Stadt zu reduzieren.

Besonders diese jährlichen 310.000 Euro waren es, die die Kritiker auf den Plan riefen. Die Haushaltslage an sich sei bereits angespannt; hinzu kämen noch mögliche Folgen durch die Corona-Krise. Aber auch die Kritiker schwenkten in „Sachen Feuerschiff“ auf den Kurs der Befürworter ein.

Das Engagement für die Schiffe fand zudem der Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit (WTF), Michael Diers, richtig: „Wir brauchen aber auch noch Großsegler – und zwar über die gesamte Saison“, sagte er in der Debatte. Ferner gab er zu bedenken, dass Museumsschiffe allein gerade junge Leute nicht unbedingt ansprechen würden.

Maik MichalskiLeitung Lokalredtion

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