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Lokal26.de Wilhelmshaven

Urteil wegen Körperverletzung: 37-Jähriger aus Wilhelmshaven muss für ein Jahr in Haft

28.02.2020

Wilhelmshaven Zu einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilte das Schöffengericht am Amtsgericht einen 37-Jährigen wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung. Die Strafe ist wegen einschlägiger Vorstrafen nicht zur Bewährung ausgesetzt worden.

Angeklagt war der Mann wegen der Beteiligung an drei Schlägereien im Jahr 2018. Staatsanwaltschaft und Gericht sahen allerdings von der Verurteilung in zwei Fällen ab, weil die Tatbeteiligung und die Umstände der Vorfälle auch nach der Anhörung etlicher Zeugen nicht wirklich klar lagen, der dritte und schwerwiegendste Fall dagegen sehr wohl.

Dem mitangeklagten 28-jährigen Bruder war eine Tatbeteiligung nicht nachzuweisen; er wurde freigesprochen. Der verurteilte Angeklagte wird Berufung einlegen. Sein Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert, weil er die Anklage nicht für bewiesen hält.

Rekonstruktion der Geschehnisse schwierig

Worum ging es im Einzelnen? Zur Anklage kamen drei Vorfälle aus dem Jahr 2018. Am 3. August gab es eine Schlägerei auf dem Börsenplatz, die zur vorläufigen Festnahme des 37-Jährigen führte, weil die Polizisten ihn für einen Aufhetzer hielten.

Am 7. August sollen die beiden Brüder laut Anklage vor dem Jobcenter einen Bekannten von ihnen zusammengeschlagen haben. Er wurde verletzt; u. a. war ihm ein Zahn ausgeschlagen worden. Ob der jüngere Angeklagte zugeschlagen hat, konnte vor Gericht nicht festgestellt werden. Kein Zeuge konnte dies vor Gericht bestätigen. Doch auch beim älteren Angeklagten ließen die teils widersprechenden, teils lückenhaften Erinnerungen der Zeugen keine eindeutige Rekonstruktion der Geschehnisse auf der Börsenstraße beziehungsweise vor dem Jobcenter zu.

Deshalb entschied das Gericht nach einem Rechtsgespräch mit Staatsanwalt und Verteidigung, die Anklagen in diesen beiden Punkten nicht weiterzuverfolgen, zumal der dritte Anklagepunkt besonders schwer wog und die Dinge hier klarer zu ermitteln waren.

Geschädigter wurde ein zweites Mal attackiert

Dabei handelte es sich um eine Schlägerei zwischen dem 37-Jährigen und einem weiteren Bekannten von ihm in Bant. Nach einem Streitgespräch setzte es Hiebe. Der geschädigte Zeuge erlitt Prellungen an Kopf und Körper, außerdem wurde er von dem Hund des Angeklagten gezwickt.

Kurze Zeit später wurde der Geschädigte, wie das Gericht in seiner Urteilsbegründung feststellte, ein zweites Mal von dem Angeklagten attackiert, und zwar vor dessen Haustür mit Reizgas, das der Angeklagte dem Geschädigten in die Augen sprühte.

Eine Nachbarin des Angeklagten, die als Zeugin gestern gehört wurde, stellte dahingehend den letztlich Geschädigten als Aggressor hin und bestätigte die Version des Angeklagten, das der Kontrahent ihn mit einer großen Vase beworfen habe, doch schenkte das Gericht der Zeugin, die es für „instruiert“ hielt, keinen Glauben.

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