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Lokal26.de Wilhelmshaven

Wilhelmshavener Maschinenhändler: Mit Beatmungsgeräten aus China neue Wege gehen

08.04.2020

Wilhelmshaven Normalerweise beliefert das an der Ulmenstraße ansässige Unternehmen DSJ Maschinen-Handel Manfred Wittenfeld UG Dentallabore mit technischer Ausrüstung wie beispielsweise Fräsmaschinen. „Von hier bis Irkutsk“ in Sibirien reicht der Kundenstamm, so Wittenfeld. Doch der Corona-Virus legt grenzüberschreitend die Betriebe lahm. Seit Zahnärzte sich darauf beschränken, ihre Patienten nur noch von Schmerzen zu befreien, gibt es für Labore kaum noch zu tun. Viele seien geschlossen, arbeiten gar nicht oder bereiten sich auf die Zeit nach der Krise vor.

Für Wittenfeld heißt das, sich zwischenzeitlich nach anderen Geschäftsfeldern umzusehen und seine weltweiten Kontakte zu nutzen, um medizinisches Gerät zu beschaffen, das gerade in der Corona-Krise dringend benötigt wird. So will er nicht nur das eigene Geschäft am Laufen halten, sondern zugleich helfen, die medizinische Versorgung im Land aufrechtzuerhalten.

Jetzt sucht Wittenfeld nach Abnehmern

Inzwischen zeichnen sich Erfolge seiner telefonischen Kontaktpflege ab. Vor einigen Tagen habe ihm ein Geschäftspartner in Schanghai signalisiert, 100 Beatmungsgeräte zu günstigen Konditionen beschaffen zu können. Ende April könnten diese geliefert werden.

Nun ist Wittenfeld auf der Suche nach Abnehmern, um die Finanzierung der teuren Geräte sicherzustellen. Er führt keinen großen Konzern. DSJ ist ein mittelständisches Unternehmen. In Wilhelmshaven sind vier Mitarbeiter tätig, zwei Techniker und zwei Bürokaufleute. In Ostdeutschland gebe es noch eine Produktionsstätte.

Die Anfänge in Wilhelmshaven gehen auf das Jahr 1992 zurück, damals noch in Regie einer schweizerischen Unternehmens. Seit 2005 sei er selbstständig, berichtet Wittenfeld. DSJ kauft und verkauft Maschinen, auch gebrauchte, stellt darüber hinaus auch die Versorgung mit Ersatzteilen sicher und die Wartung. Mit individuellen Lösungen könne sich das Unternehmen auf dem – wie Wittenfeld sagt – knallharten Markt behaupten, auch wenn es – anders als die marktbeherrschenden Konkurrenten – keine groß angelegten Marketing-Kampagnen leisten kann.

Internet und Telefon statt vor-Ort-Terminen

Auch für ihn und seine Mitarbeiter aber hat sich der Arbeitsalltag geändert. Normalerweise ist auch er viel unterwegs. Nur mal eben schnell irgendwohin, das ist im Moment nicht möglich – und wenn dann mit Quarantänestationen und Sicherheitsvorkehrungen. Da bleiben Internet und Telefon.

So versucht er nicht nur, Beatmungsgeräte zu ergattern, sondern auch Schutzmasken und Test-Kids. Das war noch schwieriger. Da gebe es Ausfuhr-Stopps, sagen die Geschäftspartner. Deshalb hat er auch Zweifel, dass sich die Lage in China deutlich entspannt hat.

Doch bleibt er am Ball und pflegt seine Lieferkontakte. Mit Erfolg, wie er aktuell berichtet. Inzwischen könne er auch Masken in verschiedenen Schutzklassen anbieten .

Ursula Grosse BockhornLokalredaktion

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