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Lokal26.de Wittmund

15 Millionen Euro für Krankenhaus: Land Niedersachsen unterstützt zweiten Bauabschnitt

05.06.2020

Wittmund Der Krankenhausstandort Wittmund ist gesichert. Das Land unterstützt den weiteren Um- und Anbau mit insgesamt 15 Millionen Euro. Landrat Holger Heymann, Aufsichtsratsvorsitzender der Krankenhaus Wittmund gGmbH, und Geschäftsführer Ralf Benninghoff bewerten die Entscheidung des Landes als ein weiteres wichtiges Signal zur Entwicklung des Wittmunder Krankenhauses.

Dies sei der „richtige Schritt zur weiterhin konsequenten Modernisierung des Hauses, die unerlässlich ist und weitergehen muss“. Deshalb sei man auch sehr dankbar, so Landrat Heymann, dass in Hannover nun die richtigen Weichenstellungen erfolgt seien und der Bedarf in Wittmund allgemein anerkannt werde. Dies sei auch die Anerkennung der guten Vorarbeiten seitens der Krankenhausführung und der einmütigen Unterstützung durch die Wittmunder Kreispolitik. Es habe nie Zweifel gegeben, dass man den richtigen Weg beschreite.

Neustrukturierung des Pflegebereiches

Der bauliche Zustand und die technische Ausstattung des Krankenhauses Wittmund sowie steigende Fallzahlen erfordern bereits seit längerer Zeit eine räumliche Neustrukturierung und Ausweitung im Bereich der Patientenzimmer und Pflegeeinheiten. In einem ersten Abschnitt wurde der gesamte Funktionsbereich mit einem Kostenrahmen von rund neun Millionen Euro erneuert. Diese erste große Maßnahme ist bald abgeschlossen. Erneuert wurden die Bereiche der Zentralen Notaufnahme, der Endoskopie, der Operations-Säle und der Intensivstation. Hiermit wird der Fallzahl-Steigerung in den operativen Fachabteilungen und bei der Notfallversorgung Rechnung getragen.

Der zweite Bauabschnitt wendet sich folgerichtig der Neustrukturierung des Pflegebereiches zu. Kern ist hierbei ein dreigeschossiger, nicht unterkellerter Neubau südwestlich am vorhandenen Bettenhaus. Auch die Pflegeabteilung im Altbau wird erneuert. Die Struktur dieses Altbaus ist seit seiner Errichtung im Jahr 1968 mehr oder weniger unverändert geblieben. Im geplanten Neubau soll nun auch der neue Haupteingang untergebracht werden. Die neue Haupterschließung für Besucher und Patienten soll zukünftig über die Bundesstraße 210 erfolgen. Neben einer deutlichen Verbesserung der gesamten Eingangs- und Parkplatzsituation werden Anfahrtswege verkürzt und Verkehrsströme entzerrt.

Gesamtkosten liegen bei 17,6 Millionen Euro

Der Landkreis als Träger der Klinik hat zu diesem Zweck, und unter der Notwendigkeit des Neubaus einer eigenen Rettungswache, bereits die notwendigen Grundstücke erworben. Die Rettungsleitstelle für Ostfriesland befindet sich ebenfalls in Richtung der B 210. Derzeit wird das Krankenhaus über eine 30er-Zone erschlossen, die im Wesentlichen keinen großen Gegenverkehr zulässt. „Mit dem neuen Haupteingang wird das Krankenhaus zukunftssicher in der Erreichbarkeit für den gesamten Landkreis und darüber hinaus aufgestellt“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung von Klinik und Landkreis. Die Planung sei in zahlreichen Gesprächen mit allen zuständigen Behörden abgestimmt worden. Ende des Jahres 2019 legte die Architektengruppe Schweitzer GmbH eine erste Kostenberechnung zum zweiten Bauabschnitt vor. Diese basierte auf den neusten Erkenntnissen zum Altbestand, zur Schadstoffsanierung, zur Bodenqualität. Gleichzeitig wurden die aktuellen Marktpreise der Handwerker- und Dienstleistungsfirmen eingearbeitet. Unterm Strich kam man auf eine Summe von rund 21 Millionen Euro. Darin sind auch notwendige Fenster- und Fassadensanierungen des alten Bettenhauses sowie der Neubau der Parkplatzflächen mit umfangreichen Arbeiten aufgrund der schwierigen Bodenqualität (rund 2,3 Millionen Euro) enthalten. Die Gesellschafterversammlung (gesamter Kreistag) stimmte auf Basis der Kostenberechnung von etwa 17,6 Millionen Euro zu, einen Zuschussantrag beim Land zu stellen. Die Restsumme trägt der Landkreis selbst. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der zweite Bauabschnitt in etwa vier Jahren abgeschlossen werden kann. Viele Arbeiten müssen im Bestand unter Aufrechterhaltung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Hauses erbracht werden. Mit dem zweiten Bauabschnitt wird die Weiterentwicklung des Krankenhauses hinsichtlich der Betriebsorganisation im Bereich der Pflege vorangetrieben. Dieser schließt lückenlos an den ersten Bauabschnitt mit der Optimierung und Modernisierung der Funktionsbereiche an. „Mit dem zweiten Bauabschnitt ist die Zielplanung abgeschlossen und das Krankenhaus strategisch zukunftsfähig aufgestellt“, heißt es.

Auslastung liegt bei fast 90 Prozent

Im Krankenhausplan des Landes Niedersachsen wird das Wittmunder Krankenhaus auch im Jahr 2020 mit 152 Planbetten geführt. Die Auslastung lag 2019 im Durchschnitt bei 89,64 Prozent. Das Krankenhaus ist Traumazentrum, Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung und seit der Zertifizierung im November 2019 auch eines von vier Fuß- und Sprunggelenkszentren im Lande. Aufgrund der demografischen Entwicklung des Landkreises Wittmund nimmt die Versorgung internistischer Patienten ebenfalls stetig zu. Das Haus ist fester Bestandteil der Notfallversorgung und versorgt die beiden zum Landkreis gehörigen Inseln Langeoog und Spiekeroog.

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