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Lokal26.de Wittmund

Zahlreiche Austritte bei der Feuerwehr in Wittmund

07.12.2019

Wittmund Unstimmigkeiten innerhalb der Wittmunder Feuerwehr haben Auswirkungen auf die Kreisfeuerwehrbereitschaft: Etwa 20 Kameraden der Ortswehr Stadt Wittmund haben ihren Austritt zum 1. Januar eingereicht. Zudem hat die Stadt den bislang mit Wittmunder Kräften besetzten Gerätewagen „Spüren und Messen“ zum 1. Januar abgemeldet. Damit fällt im Landkreis eine von sechs Komponenten des Gefahrgutzuges aus.

Landrat Holger Heymann wird nun im Ernstfall auf Auricher Unterstützung vertrauen müssen. Im Nachbarlandkreis ist die entsprechende Technik bei der Ortswehr Sandhorst angesiedelt.

Auf einer Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes erklärte Kreisbrandmeister Friedhelm Tannen am Donnerstagabend vor der versammelten Führungsriege aller Orts- und Gemeindewehren des Landkreises das weitere Vorgehen: „Wir wollen aus den Reihen der Ortsfeuerwehren möglichst schnell eine neue Gruppe für den Mess-Gerätewagen zusammenstellen und ausbilden.“ Angesprochen sind auch die Wittmunder Kräfte, die bislang den Spezialwagen besetzt haben – sofern sie ihren Dienst in Wittmund nicht quittieren.

Weder der Chef der Wittmunder Ortswehren, Stadtbrandmeister Frank Frerichs, noch der Wittmunder Ortsbrandmeister Jörg Tammen wollten sich auf Nachfrage unserer Zeitung zur Situation äußern.

„Wind of Change“ als Motto für Kreisfeuerwehr Wittmund

->->Im Jahresabschlussbericht des Kreisbrandmeisters (KBM) und Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes war am Donnerstagabend Musik drin. Friedhelm Tannen erinnerte an den Scorpions-Hit „Wind of Change“. Der Titel, der wie kaum ein anderer für die Wiedervereinigung stehe, sei heute für die Feuerwehren Wittmund aktuell: „Wir müssen die Segel richtig setzen“, stimmte der Ochtersumer seine Kameraden auf der Kreisfeuerwehr-Verbandsversammlung in der FTZ Wittmund auf Entwicklungen und Veränderungen ein.

„Die Wittmunder Wehren sind gut aufgestellt“, sagte Tannen vor den Führungskräften der Orts-, Stadt- und Gemeindefeuerwehren und zahlreichen Gästen, darunter Landrat Holger Heymann und der neue Wittmunder Kommissariatsleiter Lars Zengler. Zum Zeitgeist gehöre, den Feuerwehrnachwuchs wertzuschätzen und auf die besondere Lebensphase der jungen Menschen Rücksicht zu nehmen. Tannen ist Mitglied eines Arbeitskreises innerhalb des Landesfeuerwehrverbandes. Diese Gruppe entwickelt Strategien, damit der Übergang von der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr für möglichst viele Nachwuchskräfte selbstverständlich wird. Dazu gehöre ein interessanter Dienstbetrieb, so Tannen. Die Kreisfeuerwehrbereitschaft traf sich in diesem Jahr fünfmal. Nach mehr als 25 Jahren in leitender Funktion wurde Johann Goldhammer im April verabschiedet. Neuer Kreisbereitschaftsführer ist Erwin Reiners, stellvertretender KBM.

Wie Tannen, er wurde am Donnerstag von Reiners zum Hauptbrandmeister befördert, weiter berichtete, soll 2020 ein Kühlanhängers und Mehrweggeschirr angeschafft werden. Und für das ausgemusterte Löschfahrzeug 16/TS sei eine dringende Ersatzbeschaffung erforderlich.

Landrat Holger Heymann: Gute Strukturen nicht langfristig aufs Spiel setzen

Veränderungen wird es bei der Besetzung für den Gerätewagen „Mess“ geben müssen. Landrat Heymann und Tannen appellierten an die Vorbildfunktion von Führungskräften. Heymann: „Wir müssen aufpassen, dass wir unsere guten Strukturen nicht langfristig aufs Spiel setzen.“ Die Wittmunder Ortswehr ist von einer Austrittswelle betroffen. Dies soll dem Vernehmen nach mit der Arbeit des Stadtbrandmeisters zusammenhängen. Andere sagen, es liefe in sechs von sieben Ortswehren rund. Nur Wittmund mache Theater. Von Alleingängen des Chefs könne zudem keine Rede sein – das Stadtkommando treffe die Entscheidungen. Wittmunds Bürgermeister Rolf Claußen will sich im Januar auf der Jahreshauptversammlung der Wittmunder Wehren äußern. Er versicherte: „Der Brandschutz ist nicht gefährdet.“

Zurück zu Tannens Jahresbericht: In den Kinder- und Jugendfeuerwehren wird gute Basisarbeit geleistet. Im August übernahm Bettina Bender, Werdum, das Amt des Kreisjugend-Feuerwehrwartin. Die Entwicklung der Kinderfeuerwehren ist ebenfalls positiv, betonte Tannen. Yvonne Coordes wurde im Frühjahr zur Fachbereichsleiterin Kinderfeuerwehr gewählt, Carina Tannen zu ihrer Stellvertreterin. Rund zwei Millionen Euro müssen für nötige Anschaffungen ausgegeben werden. Unter anderem für eine neue Drehleiter und ein neues Löschfahrzeug. Tannen: „Ich fordere alle Gremien auf, diese Ersatzbeschaffung auf den Weg zu bringen.“ Da es sich hier um ein Fahrzeug für den Katastrophenschutz handele, sei der Bund in der Pflicht. Als eine weitere Investition nannte der KBM die Erweiterung der Schulungsräume in der FTZ.

Wechsel der Zuständigkeit – Aber: „Die Ostfriesen bleiben zusammen.“

Abschließend ging Tannen noch auf das Feuerwehrwesen allgemein ein. Auch hier stehen Veränderungen ins Haus: Die Feuerwehren sollen zukünftig nicht mehr von den Polizeidirektionen, sondern vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz (AfBK) geführt werden. Für Wittmund wäre ab dem 1. Januar 2021 eine Außenstelle der Behörde in Oldenburg zuständig. Tannen betonte: „Die Ostfriesen bleiben zusammen. Außer der Telefonnummer ändert sich nichts.“

Der Ochtersumer ist Mitglied der Strukturkommission, die seit geraumer Zeit am Niedersächsischen Brandschutzgesetz arbeitet. Es sei das erste Mal, dass Vertreter der Feuerwehren auf dieser Ebene mitgestalten könnten. Tannen: „Das zeigt den Stellenwert unserer Feuerwehren in Niedersachsen.“

In seinem Grußwort hob Landrat Heymann die „überaus gute und vorbildliche Zusammenarbeit“ mit den Feuerwehren hervor. Er erinnerte an die hohen Investitionen im laufenden und im kommenden Jahr. Zugleich stimmte er die Führungskräfte auf eine magere Phase ein: Mit Hinweis auf die Konjunkturentwicklung und die Krise bei Enercon sagte er: „Es ziehen düstere Wolken auf.“ Polizeichef Lars Zengler würdigte die „hohe Bereitschaft der Feuerwehrkameraden, für die Gesellschaft Verantwortung zu übernehmen. Und er appellierte an die Führungskräfte: „Bewahren Sie sich Ihre guten Strukturen, stehen Sie weiter für unsere Gemeinschaft ein.“

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