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Lokal26.de Wittmund

Coronakrise: Alfred Ikens mobiler Wochenmarkt versorgt die Region mit Obst und Gemüse

31.07.2020

Wittmund „Was? Es kommt zu einer Erdbeerverzögerung?“ Alfred Iken wäre nicht Beschicker Alfred, wenn er jetzt aus der Ruhe käme. Das Problem, so weiß der 58-Jährige, wird sich in ein paar Minuten sicher klären lassen. Und es hat sich gestern aufgeklärt, so dass die Kunden auf den Märkten in Dornum und Hohenkirchen sehrwohl ihre Erdbeeren beim Biohändler kaufen konnten.

Jeden Tag die Woche ist Alfred Iken unterwegs, um die Menschen in der Region mit frischen Lebensmitteln zu versorgen. Dabei liegen ihm die Touren am Montag und Dienstag besonders am Herzen, dann nämlich ist er mit seinem Kollegen Dieter Münkewarf in den Dörfern, die keine oder kaum noch eine Nahversorgung haben, unterwegs.

Das Projekt rollender Wochenmarkt startete 2017, gefördert mit Mitteln aus dem Bundesprogramm Land(auf)schwung. Finanziert wurden mit dem Geld die gebrauchten Verkaufswagen, von denen aber nun einer im wahrsten Sinne des Wortes den Geist aufgegeben hat. „Der Tante-Emma-Wagen musste zum TÜV. Die Reparatur hätte 5000 Euro gekostet“, sagt Iken. Da es drei Orte auf seiner Tour gab, in denen der rollende Wochenmarkt nicht so gut angenommen wurde, stellte er die Route um und auch Teile seines Angebotes. Etzel, Marx und Reepsholt wurden herausgenommen. „Die Leute hatten ihre Chance“, sagt Iken, der den mobilen Markt das ganze Jahr über anbietet. Aufgrund der Krankheit eine Mitarbeiters fahren Münkewarf und Iken jetzt montags und dienstags durch die Orte.

Markt und Informationsbörse

„Der mobile Markt ist für mich eine Herzensangelegenheit. Das hat sich jetzt seit Corona wieder einmal bewiesen“, sagt der freundliche Beschicker. Denn die Menschen, vor allem die Älteren, nutzen den Markt auch, um sich zu treffen und miteinander ins Gespräch zu kommen. „Das ist eine echte Informationsbörse und dann wird noch ein wenig eingekauft“, sagt Iken lachend. Weil der Tante-Emma-Wagen nun nicht mehr dabei ist, nimmt Iken Bestellungen wie zum Beispiel für Joghurt, Wurst, Käse, Schnaps und sogar Klopapier an. „Das bringe ich dann einfach mit“, sagt der 58-Jährige, der seit Mai so eine kleinen Laden in einem Container auch auf dem Campingplatz Harlesiel eröffnet hat. Dort finden die Camper Dinge des täglichen Bedarfs – von Duschgel bis Holzkohle. Dabei legt Alfred Iken, der auch einen Bioladen in Esens betreibt, Wert auf Regionalität. Er arbeitet mit hiesigen Unternehmen zusammen wie Schlachter Oldewurtel aus Burhafe, Käse Poppinga oder Rücker.

„In der Coronakrise haben die Wochenmärkte unglaublich an Bedeutung und an Kunden gewonnen“, sagt Iken, der auch höhere Umsätze verzeichnen kann. Was er aber nicht versteht ist, dass einige seiner Kollegen nicht auf den Zug aufspringen und nun den Rückenwind für sich und die Geschäfte nutzen. Sie würden stattdessen doch lieber in den Urlaub fahren oder ihre Stände nicht auf allen festen Märkten anbieten. Iken selbst ist an allen sieben Tagen die Woche mit seinem Wagen unterwegs. Ein Leben ohne seinen Obst- und Gemüsestand kann er sich aber auch nicht richtig vorstellen.

Inga MennenLokalredaktion

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