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Lokal26.de Wittmund

“Tag des Waldes“: Wie der Wittmunder Wald seine natürliche Vielfalt wiedererlangte

21.03.2020

Wittmund /friesland Im westlichen Teil des Wittmunder Waldes hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. Der Mensch hat gezielt eingegriffen, hat etwa 200 Hektar renaturiert. Wo früher eine Fichten-Monokultur dominierte, ist heute neue Vielfalt zu entdecken. 2008 erfolgte der Startschuss für ein bemerkenswertes Projekt. Das seinerzeit an einer Wegekreuzung aufgestellte Info-Tafel gibt dem Waldbesucher auch heute noch reichlich Information über die getroffenen und heute abgeschlossenen Maßnahmen. Zwar nagt der Zahn der Zeit an dem Hingucker, aber alles ist noch gut zu lesen. Ein Spaziergang in diesem Teil des Waldes macht zweifellos nicht dümmer. Im Gegenteil.

Das Projektgebiet ist eine Ausgleichsfläche für den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven. Was an der einen Stelle der Natur genommen worden ist, wird an anderer Stelle zurückgegeben. Die Flächen der Niedersächsischen Landesforsten boten sich für die Renaturierung an. Zurück zum Ursprünglichen: Im 19. Jahrhundert wurden große Anstrengungen unternommen, das Areal zu entwässern und aufzuforsten. Hier und da hatten sich jedoch Reste der früheren Moore erhalten — darauf ließ sich aufbauen: Mit Geldern aus dem Kompensationspool „Waldmoore Hohehahn“ wurden die Entwässerungsgräben zugeschüttet, der Grundwasserspiegel stieg dadurch in Teilbereichen um bis zu einem Meter. Die ursprünglichen Waldmoore entwickelten sich binnen weniger Jahre zurück. Damit einher gingen die Veränderungen bei Fauna und Flora. Die neue Vielfalt ist überall zu entdecken — zu sehen und mit allen Sinnen zu spüren.

Mit dem Frühlingsgebinn lebt auch der Wald regelrecht auf

Die renaturierte Fläche gehört zum Forstrevier Upjever mit seinen sieben Waldgebieten: Kernstücke sind nach Angaben der Landesforsten der Wittmunder Wald mit 681 Hektar, der Forst Upjever bei Schortens (736 Hektar) und die Wälder um die Stadt Varel (Vareler Wald mit 177 Hektar und Herrenneuen mit 316 Hektar).

Mit dem Frühlingsbeginn lebt auch der Wald regelrecht auf. Und es ist kein Zufall, dass erstmals 1971 von der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) der „Tag des Waldes“ ausgerufen wurde — als Reaktion auf die globale Waldvernichtung.

Ende 2012 wurde auf Beschluss der UN-Generalversammlung der 21. März eines jeden Jahres zum „Tag der Wälder“ auf internationaler Ebene erklärt. Dieser Welttag „soll die Wichtigkeit aller Arten von Wäldern und ebenso der Bäume außerhalb von Wäldern betonen und würdigen“, informiert die Forstwirtschaft.

Über den Wittmunder Wald und die Renaturierung informiert anschaulich und verständlich der Natur-schutzhof auf seinen Seiten im Internet: „Wo jetzt Nadelforsten auf ehemaligen Moorböden wachsen, werden sich zukünftig wieder naturnahe Laubwälder entwickeln. Neben diesen Baumbeständen aus Birken, Weiden und Erlen, auch mal Eichen und Buchen, werden wieder Moore und andere waldfreie Biotope entstehen. Das Entwicklungsziel ist ein kleinflächiges Mosaik von Waldmooren, Seggenrieden und Heideflächen, die sehr zur Steigerung der natürlichen Vielfalt beitragen.“ Vieles ist in den vergangenen Jahren bereits wieder in seiner Ursprünglichkeit gewachsen. Es gibt, be-dingt durch das Projekt, nicht mehr so viele Wege im westlichen Wald — der Mensch bleibt hier am Rande. Das Naturerlebnis wird dadurch nicht getrübt. Im Gegenteil: Der Einblick ist immer noch möglich und die Schönheit der Natur tief beeindruckend


  www.wittmunder-wald.de 
  www.landesforsten.de 

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