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Lokal26.de Wittmund

Corona-Krise: Zahnarztpraxen bleiben weiterhin geöffnet

24.03.2020

Wittmund /Ostfriesland Überall sind Hygienemaßnahmen verschärft worden – es gibt Mindestabstände und Desinfektionsmittel. Auch in Arztpraxen. Nicht nur Hausärzte haben mit der aktuellen Situation zu kämpfen, auch Fachärzte müssen sich, ihr Personal und die Patienten vor Ansteckung schützen.

So auch die Zahnarztpraxen im Z1 in Wittmund, deren Terminkalender immer leerer wird. „Die Absagen gehen aus Angst vor Ansteckung vor allem von den Patienten selbst aus. Auch für Termine, die erst in drei Wochen sind“, erzählt Rim Elkhaled. Die Praxis hat Desinfektionsspender am Eingang aufgestellt und bittet um Abstand an der Rezeption. Gesundheitskarten werden grundsätzlich nur mit Handschuhen angefasst. „Im Wartezimmer haben wir die Stühle auseinander gestellt. Es liegen keine Zeitschriften mehr aus und wir bieten keine Getränke an“, fährt Elkhaled fort. Behandelt wird, wer frei von Erkältungs- und Grippesymptomen ist. Denn im Falle einer Coronavirus-Infektion müsste die Praxis für zwei Wochen schließen. Auch die Praxis Ahlvers und Ahlvers in Wittmund weist auf ihrer Homepage darauf hin, dass „Arzt-Patientenkontakte auf ein notwendiges Maß zu beschränken“ sind. Hier findet vor allem eine Behandlung von Notfällen statt, eine telefonische Anmeldung ist Pflicht.

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung rät bislang dazu, alle nicht absolut notwendigen Behandlungen abzusagen. Konkrete Anweisungen an die Praxen gibt es nicht, so Dr. Wolfgang Triebe, Leiter der Verwaltungsstelle Ostfriesland, der auch seine eigene Praxis weitgehend heruntergefahren hat. „Es geht um den Schutz aller. Und es kann in niemandes Interesse liegen, wenn die Praxis für 14 Tage geschlossen werden muss.“

Mit dem neuen Coronavirus Infizierte, die eine zahnärztliche Behandlung dringend benötigen, müssten an die Krankenhäuser verwiesen werden, so Wolfgang Triebe. Denn für die Zahnärzte der Region sei die Behandlung ein unzumutbares Risiko: „Uns fehlt hier schlicht die Schutzausrüstung. Es mangelt ja schon an Desinfektionsmitteln und Masken.“ Es gebe aber ohnehin wenige zahnärztlich Notfälle, bei denen die Behandlung nicht mithilfe von Schmerzmitteln herausgezögert werden kann.

In einer Pressemitteilung informiert nun die Bezirksstelle Ostfriesland des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte über die aktuelle Lage: Die zahnärztliche Behandlung soll – reduziert und unter Einhaltung der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) – aufrechterhalten werden, wenn die räumlichen Gegebenheiten und Hygienepläne dies zuließen. Dabei sei unbedingt die telefonische Anmeldung zu befolgen, um Ansammlungen in Wartezimmern zu vermeiden. Bei einem Mangel an Schutzausrüstung, der die Aufrechterhaltung moderner Hygienestandards nicht ermöglicht, müsse der Betrieb weiter eingeschränkt oder sogar eingestellt werden.

Pandemie könnte öffentliches Leben zwei Jahre beeinträchtigen

Hintergrund der erweiterten Informationen des Verbands: die Einschätzung des RKI, dass die Pandemie das öffentliche Leben für zwei Jahre beeinträchtigen könnte. „Es wäre demnach unvernünftig, die zahnärztliche Versorgung ganz einzuschränken, um sie bei noch größerer Betroffenheit durch das Virus wieder hochzufahren“, heißt es in der Pressemitteilung.

Jeder Patient sei auch vor der Corona-Krise nach hohen Hygiene-Kriterien behandelt worden. Nach modernen Richtlinien geführte Zahnarztpraxen seien so gut wie nie Ausgangsort einer Allgemeininfektion.

Pressesprecher Dr. Stephan Gebelein betonte allerdings, dass während eine hochinfektiösen, lebensbedrohlichen Pandemie auch eine Verantwortung beim Patienten liege: „Wer an Husten, Schnupfen oder anderen Erkältungskrankheiten leidet, sollte nur im Not- beziehungsweise Schmerzfall eine Zahnarztpraxis aufsuchen.“ Den zahnärztlichen Notdienst solle nur aufsuchen, wer nicht bis zu seiner Terminvergabe seines Hauszahnarztes warten kann. Sollte sich die Lage in den nächsten Wochen so verändern, dass Zahnarztpraxen – wegen Materialmangels, fehlender Mitarbeiter oder Infektion – schließen müssen, würden Notfallpläne entwickelt, die die zahnärztliche Grundversorgung der Patienten sichern.

Julia DittmannVolontärin

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