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Durch die Fußgängerzone in Wittmund radeln

04.12.2019

Wittmund Die Redakteure Inga Mennen und Carsten Reimer kommentieren die Testphase in der Wittmunder Innenstadt. Die Fußgängerzone wird bald für den Fahrradverkehr vollständig geöffnet.

Jede Art der Belebung ist gut

Mal ganz ehrlich: Wir sind hier in Wittmund, nicht in Osnabrück oder Oldenburg. Die Besucherfrequenz der Fußgängerzone könnte bei weitem besser sein. Also, warum nicht mit dem Fahrrad durchfahren? Schnell vor dem Geschäft das Bike parken und ab zum Shopping – solange Wittmund denn noch ein Einkaufserlebnis ist. Für unser ortsansässiges Fahrradgeschäft ist es auch schöner – endlich können die Kaufwilligen ihre Räder direkt vor der Tür Probe fahren. Der Platz gibt es her. Die Häuser stehen weit genug auseinander, die vier Straßen dazwischen sind breit – da sollten sich Radfahrer und Fußgänger mit ein wenig Rücksicht wohl kaum ins Gehege kommen. Bis in die 1980-er Jahre hatten wir nicht einmal eine Fußgängerzone, da durfte der Wittmunder noch direkt mit dem Auto vor die Geschäftstüren fahren. Auch das könnte mir heute noch absolut recht sein, denn jede Art der Belebung unserer Fußgängerzone kann nur gut sein. (IME)

Fußgängerzone ist Namen nicht wert

Wenn die neuen Schilder erst einmal montiert sind, ist die Fußgängerzone in Wittmund ihren Namen nicht mehr wert. Mit dem Schritt, die Innenstadt vollständig für den Fahrradverkehr zu öffnen, widerspricht sich die Kommune selbst. „Deine Einkaufsstadt“, grüßt Jan Schüpp. Unter einem gemütlichen Einkaufsbummel stelle ich mir allerdings etwas anderes vor, als mich, während ich von Geschäft zu Geschäft gehe, per Schulterblick zu vergewissern, dass kein Radfahrer naht. Denn eine friedliche Koexistenz von Fußgängern und Pedaletretern ist nicht realistisch – und hier spreche ich als Fahrradfahrer. Insbesondere Familien mit kleinen Kindern, die im geschützten Bereich der Fußgängerzone durch die Gegend wirbeln können, dürften sich künftig überlegen, ob der Spaziergang um den „Pudding“ noch das Richtige ist. Ohne klare Verkehrsplanung – wie etwa in Esens durch markierte Fußwege – fehlt der Fußgängerzone die Struktur. Verkehrstechnisch wird das Zentrum belebt, den Titel Fußgängerzone sollte der Rat indes überdenken. (CARE)

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