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Lokal26.de Wittmund

Black-Jack-Konzert im „Eimer“ ohne Ärger für die Wirtin

27.01.2020

Wittmund Kerstin Bayer hätte 70 bis 80 Gäste mehr reinlassen können. So groß war am Samstag der Andrang in ihrer Kneipe „Im Eimer“ in Wittmund. Doch sie musste die Besucher nach Hause schicken. Mehr als die 200 Gäste gingen nicht rein.

Es war warm, die Scheiben waren beschlagen – und trotzdem achteten Bayer und zwei Freunde penibel darauf, dass die Türen und Fenster nur geöffnet wurden, wenn die Band eine Pause machte und keine Musik lief. Die Wirtin wollte Ärger und eine Anzeige vermeiden. Im Vorfeld hatte ein Anwohner seine Bedenken wegen der Lautstärke geäußert. Das Ordnungsamt erinnerte Bayer daraufhin an die städtischen Ruhezeiten von 20 bis 8 Uhr.

„Es ist alles friedlich verlaufen“, bestätigte die 46-Jährige am Sonntag auf Nachfrage. Es habe keinen Ärger gegeben. Um 0.15 Uhr sei das Konzert vorbei gewesen, um 1 Uhr seien die meisten Gäste gegangen. „Ich wollte auch nicht provozieren“, erklärte die Wirtin.

Rückendeckung erhielt Kerstin Bayer unterdessen von ihren Nachbarn. Einige entschuldigten sich dafür, dass jemand ihr mit Ärger drohe. „Wir schämen uns dafür, wir sind es aber nicht gewesen“, sagten sie zu der 46-Jährigen. Überhaupt habe Bayer an dem Abend nur positive Reaktionen bekommen. Viel Lob für Ablauf und Organisation gab es auch von der Band. Es lief so gut, dass Bayer bereits eine Wiederholung plant. Es könnte gut sein, dass Black Jack nächstes Jahr wieder „Im Eimer“ in Wittmund spielen.

Wie geht es mit den Live-Konzerten im „Eimer“ in Wittmund weiter? Wie lässt sich ein Kneipenbetrieb mit den städtischen Ruhezeiten in Einklang bringen? Und was wird aus Wittmund, wenn Wirte wie Kerstin Bayer Ärger fürchten müssen, weil sie Konzerte veranstalten und Einwohner sich beschweren könnten? Diese Fragen beschäftigen viele Leser. Auf der Facebookseite unserer Zeitung hatte der Wirbel um die Ruhezeiten für Diskussionen gesorgt. Bis Sonntagmittag wurde der Artikel 74 Mal kommentiert. Hier eine Auswahl der Kommentare:

„Irgendwann ist Wittmund tot“

Gaby S. schrieb: „Das ist typisch: Es gibt immer wieder Leute, die sich über alles beschweren, anstatt sich zu freuen, dass mal wieder was in Wittmund los ist.“

Für Hannelore D. ist das alles „eine sehr traurige 😪Geschichte. Wie können Menschen so gehässig sein?“ Michael T. schließt sich an: „Wieso müssen manche Menschen sowas regelrecht kaputt treten?“ Auch

Sandra S. hat dafür kein Verständnis. „Einer meckert und dann müssen alle anderen darauf verzichten... Wenn es einigen nicht passt, dann müssen sie in den Wald ziehen und nicht ins Zentrum, aber Solchen ist wohl auch das Vogelgezwitscher im Wald zu laut.“

Jann H. findet es traurig, dass „gleich wieder von irgendwelchen Anwohnern gejammert“ wird. Er bringt das Beispiel Düsseldorf ins Spiel. Dort „gibt es eine komplette Disco- und Kneipenmeile und keiner jammert, alle freuen sich.“ Er glaubt nicht, dass so etwas in Ostfriesland möglich sei.

Dominique W. sieht hinter der Beschwerde ein generelles Problem: „Das ist ja mal wieder typisch für Wittmund. Da bringt jemand ein wenig Schwung ins Dorf uns schon gibt es Beschwerden.“

Und Vanessa H. sorgt sich: „Oh man... was wird nur aus Wittmund? Irgendwann habt ihr es geschafft und Wittmund ist tot.“

Leser Haar Es P. macht sich nicht nur Gedanken um die Stadt, sondern auch die Wirtin. „Eine Kneipe ohne Musik ist doch keine Kneipe mehr. Und so kann man die Wirtschaft auch nicht ankurbeln. Mir kann die Besitzerin nur leid tun. Noch weniger Umsatz“, schreibt er auf Facebook.

Solidarisch zeigt sich auch Kai M. Für den Fall, dass Wirtin Kerstin Bayer ein Bußgeld zahlen muss, schlägt er eine Sammelaktion vor. „Wenn keiner helfen kann, sollten wir eine Spardose bei Kerstin auf und jeder wirft da 10 Euro rein.

Ein Lösungsvorschlag kommt von Horst-Dieter B. Er appelliert für eine Ausnahmegenehmigung. An sechs Tagen im Jahr sollte Kerstin Bayer ihre Kneipe bis 3 Uhr öffnen können – „wenn sie es rechtzeitig einreicht“.

Anke LaumannLokalredaktion

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